
Seltsam, dass dieser schweizer Film hier bisher noch nicht erwähnt wurde.
Kritik:
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Hanspeters Haschpfeife
Gekommen, um zu bleiben: Damaris Lüthi und Ueli Grossenbacher porträtieren vier Althippies, die Ende der 60er-Jahre nach Indien ausgewandert sind.
Von Mathias Heybrock
In der kollektiven Fantasie unserer Tage ist Indien eine aufstrebende Wirtschaftsmacht: eine Milliarde Menschen, die all das leisten, was wir leisten – nur besser, billiger und schneller. Kaum mehr vorstellbar, dass das Land einst als Oase der Entschleunigung galt. Ende der 60er-Jahre pilgerten die Hippies zu Zehntausenden Richtung südasiatischen Subkontinent. Sie suchten Spiritualität, Sex und ein selbstbestimmtes Leben – oder vielleicht auch nur einen ordentlichen Rausch. Die meisten von ihnen kamen bald zurück. Einige jedoch blieben.
Vier dieser Menschen haben die Ethnologin Damaris Lüthi und der Regisseur Ulrich Grossenbacher in ihrem Film «Hippie Masala» porträtiert: den Italiener Cesare, der irgendwo im Dschungel in Askese lebt. Abgemagert, krumm und vergnügt sitzt er in seiner Lehmhütte und skizziert in gebrochenem Englisch das Prinzip der transzendentalen Meditation. Wie er hat auch die Belgierin Meera eine «Karriere» als Yogi eingeschlagen. Der Holländer John gründete eine Familie; der Emmentaler Hanspeter nahm eine indische Witwe in sein Haus am Fuss des Himalaja auf. Das mag sie vor der sozialen Ächtung ihrer Gesellschaft schützen, nicht jedoch vor den herrischen Allüren des Schweizer Gatten, der eigentlich nur im bekifften Zustand zu ertragen ist. Zum Glück glimmt Hanspeters Haschpfeife häufig.
Die Filmemacher beobachten ihre Protagonisten, ohne sie zu beurteilen. Das Publikum erhält so einen aufschlussreichen und oft auch sehr humorvollen Einblick in das Leben dieser Aussteiger. Weniger paradiesische Momente werden dabei keineswegs unterschlagen: Insbesondere Hanspeter hat die Flucht ans andere Ende der Welt offenbar nur wenig genützt. Auch dem Asketen scheint die Abgeschiedenheit allmählich zu reichen: Im Abspann wird verraten, dass Cesare sich gerne einen Internetanschluss in seine Lehmhütte legen lassen würde. [ZT 12.10.2006]
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Also ich schau den Film am Montag... bin ja mal gespannt



