@Zachariel Drachenherz
Ja hab ich noch
Vielleicht habe ich mich auch zu ungenau Ausgedrückt.
Denn klar ist es so, dass du z.B. Krank sein nicht am eigenem Leib zu erfahren brauchst, jedoch in der Abwesenheit einer solchen Erfahrung, kann das Gegenteil nicht als solches erfahren werden.
Also gäbe es keine kranken Menschen, denen du bewusst bist, wie würdest du dann wissen, dass der Zustand den du gerade erfährst, Gesundheit ist?
Wie wäre es überhaupt möglich diesen Zustand zu benennen. Denn Gesund sein heisst ja eigentlich, ich erfahre gerade keine Krankheit, sie ist Abwesend.
Das gleiche findet sich immer wieder und überall, erst in der Abwesenheit von etwas, ist ein anderes zu erfahren. Dafür bedingt es aber wiederum dann auch, dass du eben eine Erfahrung von dem Abwesenden besitzen musst, sonst fehlte dir ja sozusagen der Vergleich.
Und wenn du nicht irgendwie die Erfahrung gemacht hast,( egal ob persönlich oder als Beobachter) dass geschlagen werden unangenehm ist, wie könntest du es dann wissen, dass es so ist, vielleicht ist es ja auch was ganz angenehmes und schönes.
Wir brauchen doch jeweils das Gegenteil, respektive die Abwesenheit einer Erfahrung um zu wissen, dass das was wir gerade erfahren, jenes ist was wir erfahren. Hat wohl was mit der Dualität zu tun in der wir leben, ohne das Einte, gäbe es das Andere nicht.
Klar könne wir jetzt auch sagen, es gibt eine Ebene wo die Dualität transzendiert wir und man die Einheit des Ganzen Wahrnimmt, jedoch geht dieses wiederum nicht via Ego. Denn das Ego ist es ja wiederum, dass überhaupt erst Urteilt und Begriffen will, was gerade erfahren wird und diesen Sinneseindrücken Namen und Werte zumisst.
@Leuchtherz
Sehe ich etwas anders, wie könnte wissen glauben sein. Denn wissen kommt ja dadurch, dass man einen Glauben auf dessen Wahrheitsgehalt überprüft.
Wir hatten mal das Wissen, das die Erde flach ist und die Sonne um die Erde kreise. Was ja eigentlich stimmt.
Zu mindestens von damaligen Standpunkt aus, sowie denn damaligen Ürprüfungsmöglichkeiten. Bis da mal so einer kam und glaubte die Erde sei rund und kreise um die Sonne. Dieser Glauben konnte er dann auch überprüfen und bestätigen. Deshalb wurde er zum Wissen.
Definitiv ist es so, dass eine Wahrheit oder besser ein Wissen als Falsch entpuppt werden kann. Wie du sagtest, wir glauben zu wissen, bis wir eines besseren belehrt werden.
Aber das wissen das sich dann als glauben herausstellt, war bis zu diesem Zeitpunkt, dass Wissen, dass auf empirisch bewiesene Tatsachen beruhte. Nur durch den Glauben daran, dass vielleicht an unserm Wissen was Falsch sein könnte, bewegt uns dann ja wiederum zu neuen Forschungen und Erkenntnissen die beweisen, dass es so ist.
Wissen ist nicht statisch, sonder im stetigen Wandel. Die Grenzen zwischen Wissen und Glauben sind überaus schwammig.
Zudem muss man wohl differenzieren um welchen Glauben es sich handelt. Religiöser Glauben unterscheidet sich von einem Wissenschaftlicher Annahme (Glauben). Dennoch gilt es auch in der Religion, vom Glauben zum wissen, dass es für einen so ist, weil man diesen Glauben in der eigenen Realität durch Überprüfung und Erforschung als wahr erfahren hat und erfährt, und hierbei geht es um etwas was überaus Lebendig
So und da es hier eigentlich ja um Gebete gehen sollte:
Liebe, die Du mich zum Bilde
Deiner Gottheit hast gemacht;
Liebe, die Du mich so milde
Nach dem Fall hast wiederbracht:
Liebe, Dir ergeb ich mich.
Dein zu bleiben ewiglich.
Liebe, die Du mich erkoren.
Eh als ich erschaffen war,
Liebe, die Du Mensch geboren
Und mir gleich wardst ganz und gar:
Liebe, Dir ergeb ich mich,
Dein zu bleiben ewiglich …
Liebe, die mich wird erwecken
Aus dem Grab der Sterblichkeit;
Liebe, die mich wird umstecken
Mit dem Laub der Herrlichkeit:
Liebe, Dir ergeb ich mich,
Dein zu bleiben ewiglich.
Amen.
Angelus Silesius, 1624—1677
...sei dir selbst ein witz, der dich erheitert...