Ja also ich hab das schon richtig verstanden. Es gibt auch genügend Zahnpasten und Sonnencremen, die sich "Naturkosmetik" schimpfen, alles andere benutze ich nur in Notfallsituationen.. (das ist wie immer eine Gewöhnungssache, aber diese fluorierten, extrem schäumenden (dank Schaumbildner) Zahnpasten sind einfach nur eklig
"Naturkosmetik" ist so ein Schlagwort, das sich eben gut auf der Verpackung macht. Natur ist ja schliesslich immer gut.. So muss auf jeder Flüssigseife stehen, dass noch extra Aloe vera drin ist, ich lach dann jeweils vor mich hin, weil "Aloe barbensis" bei den Inhaltsstoffen, ganz am Schluss, knapp vor den Konservierungsmitteln auftaucht..
Auch die oben genannte Firma spielt mit dem Natur-Schlagwort, die geben aber auch ganz klar zu, dass sie keine Naturkosmetik sind (auch wenn sie nur wenige Inhaltsstoffe davon trennen), die sind "Fun-Kosmetik", weniger lustig finde ich deren Preise, aber eben man gönnt sich ja sonst nichts..
Was ich aber eben cool finde, ist dass die sich noch andere Gedanken zu Ökologie und so machen. Grundphilosophie ist z.B. Produkte in fester Form zu verkaufen, um Abfall von übermässiger Verpackung zu verhindern (geht zwar nicht ganz auf, aber die Idee find ich gut..).
Das ist das, was für mich ein "gute" Naturkosmetikfirma ausmacht, dass sie eben auch feststellen, dass sie in ihren Produkten zu viel ätherisches Fichtenöl verwenden und dann nach Ersatz suchen, um die natürlichen Fichtenbestände nicht zu gefährden. Dass sie wissen, aus welchem Material, die Verpackung hergestellt wir und unter welchen Bedingungen die Sheabutter produziert wird und nach Möglichkeiten auch andere Projekte unterstützen.
Kleines Beispiel.. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,552906,00.html
Man mag sich auch an die guten alten Zeiten erinnern, als man im Body Shop seine Fläschchen noch auffüllen lassen konnte..
Aber eigentlich geht es ja um Tiere..
"Naturkosmetik" hegt in der Regel nicht den Anspruch vegan zu sein (gibt aber oft ausdrücklich vegane Produkte), da kommt dann wieder die Glaubensfrage zum Vorschein.. Ich persönlich mag lieber Bienenwachs und Lanolin als Erdöl auf meiner Haut. Und dass in einer 10-Fr.-Discounter-Creme nicht viel anderes als Wasser und Erdöl-Abfallprodukte enthält, ist schon lange kein Geheimnis mehr.. (das es mir schlecht wird, wenn ich so eine Dose in der Hand halte muss ich wohl kaum erwähnen).
Aber ich hätte natürlich schon auch gerne pestizidfreies Lanolin.
Ich habe den Link zur PETA-Liste deshalb gepostet, weil sie oft als DIE Liste überhaupt gehandelt wird. So viel ich weiss, dürfen von den Firmen nur Inhaltsstoffe verwendet werden, die seit mind. 25 Jahren nicht mehr an Tieren getestet wurden. Dass jeder Inhaltsstoff, der nicht gerade eine neue Erfindung ist, mal an einen Tier getestet wurde, ist klar und kann nicht rückgängig gemacht werden.
Ich hoffe nicht, dass dies geschehen wird. Ich möchte meine Tierversuch-verseuchten-Produkte genau wie Atomstrom unbedingt unter dem Label "made in Switzerland" beziehen können, ich habe bei beiden Themen grösstes Vertauen in die Schweiz, aber Null Vertrauen punkto Tierschutz und Sicherheit für irgendwelche östlichen Billigländer.Psychobella hat geschrieben: ...und im schlimmsten Fall gäbe es ja dann noch Asien und andere Länder ausserhalb der EU, wohin ausgewichen werden kann, wenn die Gesetze bzgl. Tierversuchen bei uns verschärft werden![]()
Es gibt kaum ein Land, wo die Bestimmungen bezüglich "medizinisch-notwendiger Tierversuche" so streng sind, dass fängt damit an, dass jeder Tierversuch unter anderem von einer Ethikkomission bewilligt werden muss, wo auch dessen Notwendigkeit überprüft wird, bis zu den genau festgelegeten Regeln zur Haltung (z.B. wie lange man pro Tag mindestens mit den Tieren spielen muss). Das mag was mit Gehirnwäsche zu tun haben und ich habe nie lebende Versuchstiere in ihren Käfigen gesehen, aber ich neige dazu zu glauben, dass es denen tatsächlich viel besser geht, als so manchem Haustier.. Oder wie man mir immer gesagt hat "Um Versuchstiere halten zu dürfen, braucht man diverse Bewilligungen und muss Auflagen erfüllen, um ein Haustier zu halten, keine" (für ein Kind übrigens auch nicht).
@p.s. Was ich damit sagen wollte, ist dass ich meine Cremlis nicht an meinem Kater getestet habe, denn der mag das nicht so. Selbstverständlich teste ich sie an mir selber, meiner Family und anderen Freiwilligen und erst wenn sie die für gut befunden haben, werden sie in grösseren Chargen nachproduziert und verschenkt
Ich mache weder vegane Kosmetik noch hege ich für mich den Anspruch, dass die Rohstoffe nie an Tieren getestet wurden. In erster Linie geht es mir darum, bei jedem einzelnen Rohstoff zu wissen, was er ist, was er bring und eben "natürliche" Rohstoffe zu verwenden, kein Erdöl (das die Haut am Atmen hindert), keine der in konventioneller Kosmetik verwendeten Stoffe, die sich nicht selten im Körper (Fett, Muttermilch etc.) ablagern (z.B. Aluminiumsalze in Deos), keine Tenside die so scharf sind, dass sie sehr oft zu Hautirritationen führen oder andere Stoffe, die nicht unter das Label "Naturkosmetik" fallen.
Ich gehe aber naiv davon aus, dass die meisten meiner verwendeten Rohstoffe mehr als 25 Jahre nicht an Tieren getestet wurden. Ein Grossteil kommt sowieso aus der Lebensmittelindustrie (Wasser, Öle, diverse Emugatoren und Konservierungsstoffe (Kaliumsorbat und so)) oder wird sowieso seit jeher zur Hautpflege verwendet (Olivenöl, Mandelöl), einige der Stoffe (v.a Emulgatoren und Wirkstoffe) wurden Mitte letzten Jahrhunderts von der Sendung "Hobbythek" erfunden und vermarktet. Bei den meisten Stoffen handelt es sich aber nicht um neue Stoffe, sondern eben z.B. um Emulgatoren aus der Lebensmittelindustrie die vorher von Privatpersonen nicht so leicht erworben werden konnten.
Und nein ich besitze keine Zertifikate, die mir belegen, was meine Rohstoffe sind. Würde ich aber gewerblich Produkte herstellen und verkaufen, dann müsste ich welche haben (zumindest in Deutschland ist dies laut Kosmetikverordnung vorgeschrieben, in der Schweiz ist irgendwie alles egal). Dies sind aber in der Regel Analysezertifikaten, die die chemischen Eigenschaften überprüfen (Dichte, Schmelzpunkt, Fettsäurenzusammensetzung etc.), um sicherzustellen dass der Stoff auch wirklich das ist, als was er verkauft wird, sowie eine mikrobiologische Untersuchung die belegt, dass die Rohstoffe nicht mit Keimen belastet sind. Weiter bei Duftstoffen, die genaue chemische Zusammensetzung, damit potentielle Allergene korrekt auf dem Etikett angegeben werden können.
Das alles würde mir aber weder garantieren, dass ein Rohstoff tierversuchsfei ist, noch ob er kbA oder fair trade ist. Da kann ich nur auf die Rohstoffhändler meines Vertrauens vertrauen, die sich alle Mühe geben uns mit qualitativ hochwertigen und ethisch vertretbaren Rohstoffen zu versorgen.
Was aber immer wieder zu einem Teufelskreis führt, da es z.B. schwierig abzuschätzen ist ob es sinnvoller ist, eher exotische oder einheimische Rohstoffe zu verwenden, beides hat Vor- und Nachteile..
Nicht immer ist es möglich einen Rohstoff in kbA oder fair trade Qualität zu kaufen, manchmal gefährdet man mit dem Kauf natürliche Bestände gewisser Pflanzen, manchmal liefert man den Grundstein für den Lebensunterhalt einer ganzen Familie in Ghana.
Kleiner Denkanstoss am Rande..
http://www.delphinflossenseife.de/




