Capablanca hat geschrieben:bloß jemand der dem Wissen anhängt, glaubt auch, aber ihm ist sein Glaube bewusst, und er würde es nie für Wissen halten.
jemand der dem Glauben anhängt, glaubt zu wissen, und weiß oftmals nicht, dass er glaubt.
Capablanca, wenn Du mit Gläubigen, die nicht wissen, dass sie glauben (hehe), von "Fanatikern" sprichst, dann teile ich Deine Meinung. Zum Begriff "Fanatiker":
wikipedia.de hat geschrieben:Als Fanatismus (von fr: fanatique oder lat. fanaticus; göttlich inspiriert) bezeichnet man
im engeren Sinn das Besessensein von einer Idee, Vorstellung oder Überzeugung („ein fanatischer Anhänger einer Ideologie oder einer Gruppierung“),
im weiteren Sinn eine besonders hohe emotionale Wertschätzung bestimmter Tätigkeiten, Interessengebiete (fanatischer „Motorrad-Freak“ oder „Fußball-Fan“) oder Objekte wie z.B. Sammelobjekte.
Fanatismus im engeren Sinn ist durch das unbedingte Fürwahrhalten der betreffenden Vorstellung und meistens durch Intoleranz gegenüber jeder abweichenden Meinung gekennzeichnet. Der Fanatiker will häufig andere von seinen Ansichten überzeugen („missionarischer Eifer“), lässt jedoch seinerseits keinerlei Zweifel an der Richtigkeit und dem besonderen Wert seiner Überzeugungen zu. Vielmehr verteidigt er sie vehement gegen jede Infragestellung und ist dabei einer vernünftigen, rationalen Argumentation nicht zugänglich. Die betreffende Vorstellung ist seinem kritischen Denken bzw. Reflexionsvermögen entzogen. Damit verbundene negative Konsequenzen für sich selbst oder andere werden als solche nicht erkannt bzw. anerkannt.
Aus
http://de.wikipedia.org/wiki/Fanatiker
Lass mich meine einleitenden Worte erklären: Fanatiker gibt es meiner Meinung nach sowohl bei Anhängern der Wissenschaft als auch bei Anhängern einer Glaubensrichtung. Ob man jetzt einer wissentschaftlichen Theorie fanatisch anhängt oder einem vorgegebenen religiösen Glaubenssystem, ist im Grunde genommen egal. Es ist einfach sehr kritisch, wie ich mit meinem Zitat aus Wikipedia darlegen möchte, wenn man "blind" glaubt, und andere vom eigenen Glauben überzeugen möchte (bis auf's Blut, wenn's krass kommt.) Dieses Risiko besteht insbesondere, wenn man eben sein persönliches "Glauben" für "Wissen" hält...
Natürlich gibt es (von wissenschaftlicher Seite) her gesehen empirisch nachweisbare und prüfbare Begebenheiten, wie die Schwerkraft, Funktionsweisen der Phsysik etc. etc., die allgemein als "Wissen" anerkannt werden, da sie wie erwähnt den wissenschaftlichen Kriterien genügen und durchaus reproduzierbar sind. Da hab ich gar kein Problem, wenn dies als "Wissen" betrachtet wird (an das man schlussendlich aber auch wieder glaubt... *ggg*).
Mehr Mühe macht es mir, wenn "wissenschaftliche" Theorien aufgestellt werden und diese dann als "Wissen" angenommen werden, wie z.B. die Evolutions-Theorie, bei der es durchaus einige Lücken gibt, für die es (noch) keine Beweise gibt. Und doch gilt eben bei einem Grossteil der heutigen Menschheit so eine Theorie als "Wissen" und nicht als "Glauben", wobei genau so fanatisch daran festgehalten wird wie auf anderer Seite an einem starren "Glaubensmuster", z.B. bei den Kreationisten. [Kleiner Gedanke zu diesem "Streit" der polaren "Gegensätze": Wie wäre es, einen Mittelweg zu suchen? Oder gar versuchen, die Polarität resp. Dualität grad ganz hinter sich zu lassen? *smile*]
Nicht zu vergessen ist auch, dass in der Wissenschaft oft auch gewisse Axiome postuliert werden, auf welchen dann ganze (Natur-)Gesetze aufgebaut werden. Das Problem ist, dass Axiome schlussendlich Annahmen sind, die nicht zwingend bewiesen sein
müssen... Womit man wieder stark in Richtung des Glaubens kommt.
Hmm, kacke, ich glaube, ich hab mich irgendwie in Gedanken verfranst...
Was ich eigentlich sagen wollte, zitiere ich wohl am besten noch mal mit dem ollen Sokrates: "ich weiss, dass ich nichts weiss." Mir hilft dieser Spruch ungemein, mich nicht (mehr) (so sehr) in Extreme zu begeben und eben mehr nach einem "goldenen Mittelweg" zu suchen, anstatt "fanatisch" an meinen bisherigen Erkenntnissen festzuhalten und diese auch anderen aufdrängen zu wollen.
So, ich glaube, ich muss hier mal einen Punkt machen. Ich merke nämlich, wie ich langsam fanatisch werde und muss mir mal langsam überlegen, wo ich eigentlich stehe. Merke nämlich grad, dass ich innerlich plötzlich
überzeugen will, anstatt bloss meine Sichtweise darzulegen... Und das finde ich persönlich nicht gut. Denn so fange ich an, anderen etwas aufzwingen zu wollen und ihren freien Willen zu missachten. Aber das nur so nebenbei, hab grad ein wenig live-schreibing-introvision gemacht. *gröhl*
Ausserdem muss ich mich mal wieder ein wenig mehr um mich selber kümmern...
