Man bedenke, dass die Autorin eine Nichtraucherin ist, wie ich übrigens auch, trotzdem (abgesehen von dem Nutzen) aber gegen die dort diskutierten Verbote bin. Letztendlich brauche ich dazu nicht viel zu sagen, denn sie hat mir die Worte aus dem Mund genommen: Gedanken, die mir schon seit längerer Zeit hin und wieder durch den Kopf gingen.
Besonders amüsant finde ich folgende Ausschnitte:
Der vollständige Artikel ist hier zu finden:Im Ernst: Sind Szenarien wie das rauchfreie Oktoberfest tatsächlich allein Ausdruck eines neuen, gesundheitsbewussten Trends zum Feierabend-Amüsement ohne Reue? Oder sind sie doch eher Ausdruck der faden Lebenseinstellung einer passiven, gelangweilten Elite, die gar nicht mehr weiß, wie man das Wort Rausch eigentlich buchstabiert?
[...] Alle meinen es nur gut mit uns und wir es selbst mit uns am meisten. Wir leben optimiert und austariert, fühlen uns umsorgt und gepäppelt. Dass wir längst auch normiert und ausspioniert sind, fällt dabei kaum auf.
[...] Natürlich haben einige Verbote, die das Alltagsleben betreffen, gute Gründe. Rauchen ist da ein Paradebeispiel. Es stinkt, ist ungesund und oft sogar tödlich, das beweisen unzählige Studien. Dazu kommt, dass Rauchen nicht einmal mehr dazu taugt, das eigene Image aufzupolieren.
[...] Doch es geht um etwas anderes, es geht ums Prinzip, es geht um die Verteidigung der persönlichen Freiheit, das zu tun oder lassen, was einem gefällt, auch wenn es schadet. Und es geht darum, was der Staat uns vorschreiben darf und was nicht.
[...] Wir leben längst in einer "therapeutischen Sicherheitsgesellschaft", wie der Soziologe Wolfgang Sofsky die kritiklose Haltung des Bürgers gegenüber dieser Form von staatlicher Gängelung in seinem Buch "Die Verteidigung des Privaten" nennt. Die Gesellschaft selbst verstärkt die Verbotspolitik des Staates noch, indem sie selbst die Dinge, die Spaß machen, zum Problem erklärt.
[...] Selbstbestimmung ist zunehmend weniger gefragt - und, so Sofsky, auch immer weniger gewollt, schließlich bevorzugen viele Menschen die "bequeme Unselbständigkeit. Sie lassen andere für sich sprechen, denken und handeln und ziehen sich in den Käfig der Passivität zurück [...] Als standardisierte Untertanen werden wir nur noch alkoholfreie Getränke ohne Zucker - und ohne Geschmack - zu uns nehmen, selbstverständlich nicht rauchen. Wir werden uns in die Augen sehen und fragen: Wo ist der Rausch geblieben?"
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 00,00.html
Was denkt ihr darüber?
Bringen Verbote wie z.B. das Rauchverbot, wenn man alle nur denkbaren (langzeit) Folgen davon berücksichtigt, mehr Vor- oder mehr Nachteile mit sich? Inwiefern hängt das von der Einstellung des Bürgers ab?
Ist der staatliche Eingriff in die Gesellschaftsdrogen (Alkohol, Nikotin, Fast-Food, Thc, natürliche Psychedelikas usw.) überhaupt vertretbar?
Beispiel Rauchverbot: Viele denken, dass Nichtraucher durch das Passivrauchen geschädigt werden, was natürlich stimmt, aber wir wissen auch, dass das nicht der einzige Aspekt von derartigen Verbotsverfahren ist.
Die Frage ist nun, ob der Aspekt der Gesundheitsschädigung und der möglichen Gefahren ausreicht oder ausreichen sollte, um derartige Verbote durchzusetzen (weiteres Beispiel: Mushroom-Verbot in Holland)?



