3X HesSe

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satropa
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3X HesSe

Beitrag von satropa »

Kennt ihr Hesse wirklich? Welche seiner Werke kennt ihr? Was haltet ihr von seinem Denken? Könnt ihr euch mit einigen seiner Aussagen identifizieren? :-)

Siddhartha:

Siddhartha….was mich damit verbindet…. ich denke Hesse hat mit seiner Formulierung über das Suchen und Finden, für mich ganz frappant erklärt, was das Leben mir selbst schon enthüllt hat. Eine Ahnung des Daseins, schon immer glimmend innerhalb meiner Selbst, durch Leben entfacht, wieder verloren, vergeblich gesucht, unverhofft wieder zugefallen nur um es ein weiteres mal zu verlieren, das kleine Stück Gelassenheit, tiefstes Wohlgefühl, Wissen um das Werden?
Heute wie gestern ist die Botschaft in Siddhartha klar und gegenwärtig, so elementar und doch nicht einfach fassbar. Herb zu beschreiben, sobald man es versucht in Worte zu fassen, sich auflösend. Es ist das Anspruchslose, was mit Worten zu beschreiben reichbar ist, weil jedes Wort Anspruch auf eine Bedeutung fordert.

Steppenwolf:

Der Steppenwolf ist genial, obwohl ich mich nicht mit der Person Harry Haller identifiziere. Sehr, sehr seiner Zeit voraus, die Idee mit den Teilselbsten, wo hat er dies her? Beschreibt Hesse hier nicht wunderbar, herrlich treffend die Zerrissenheit des menschlichen Daseins und die Macht der äusseren und inneren Einflüsse auf das Verhalten eines Individuums? Wir lernen dies heute in der modernen Psychologie, nicht? Hesse, ich kann es nur immer wieder von neuem erwähnen, ein Meisterdenker, überragend!! Den würde ich gerne treffen. Vielleicht habe ich ja auch einmal die Chance, ein Magisches Theater zu besuchen, würdest du auch, eintauchen, bist du verrückt genug, hehe….;-)?


Narziss und Goldmund:

Ich habe soeben Narziss und Goldmund beendet, dass dritte Werk Hesses innerhalb eines Monates ;-) ich liebe Hesse!!! Immer mehr. Er schreibt mir sehr aus dem Herzen, der Essenz aus Erfahrung, Erfühlung und Erleben des Bisher, der Vorahnung des Kommenden. Narziss und Goldmund ist mir fast das Liebste der Drei geworden. In den Zeilen dieses Buches finde ich einen meiner von mir untrennbarsten Konflikte niedergeschrieben.
Die Darstellung der Wesenszüge des Denkers und des Künstlers. Ich fühle mich zwischen den beiden stets hin und her gerissen, zwinge mich aber zur Konzentration auf das Eine, verliere den Faden wieder und gebe mich halbherzig dem Auskosten der Sinneslüste hin, um mich dann aber doch wieder dem Denker zu verpflichten und alles sinnlich erlebte mit logischen Gedankenkonstrukten analysieren möchte. Diese Unruhe führt wiederum dazu, dass ich alle Einteilungen des Teufels bezichtige und versuche meinem Wesen keine feste Form zu geben, weil dieses mich nur wieder von neuem in festgefahrene Schemata drängen würde, was bekanntlich aber in Diskrepanz zu meinem freiheitsliebenden Geiste steht…ich beneide Goldmund wie auch Narziss zu gleichen Teilen, um ihr klar umrissenes Selbst.
„Nun stehe ich hier, mit wieder leeren Händen und frierendem Herzen“, verlauten Goldmunds Gedanken, als er sich mit Narziss auf dem Rückweg in das Kloster befindet. Diese Aussage greift tief. Ist es dies das Gefühl, welches am Grunde des Bedürfnisses zurückbleibt, wenn einer konsequent „Künstler“ ist? Wie sieht es mit Narziss Empfindungen beim Hinscheiden seines Freundes aus? Er fühlt sich leer, Gefangener der Logik, ohne den Gegensatz in Goldmunds Wesen lebendig präsent zu haben.
Gilt es beide in sich zu vereinen? Ratio und Emotia, in den heiligen Stand der Ehe zu Führen? :-)
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Mozart
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Beitrag von Mozart »

Ich kenn das Siddhartha und war eigentlich sehr positiv überrascht. Ich habe einen Teil des Mahabharata gelesen und daher war für mich der Inhalt nix mehr neues. Überrascht war ich einfach das er damals in den Kriegsjahren sich mit solchen Dingen beschäftigt und verstanden hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mahabharata

War bestimmt nicht das letzte Buch von Hesse welches ich gelesen habe.
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Amanita
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Beitrag von Amanita »

Ist zwar schon länger her, dass ich Hesse gelesen habe, aber ich habe schon lange den Vorsatz die alten nochmals und vielleicht das eine oder andere neue zu lesen. Mag ich echt total gerne.
Aber ob ich Hesse wirklich kenne? Ich kenn ein paar Bücher und einiges zu seiner Biografie und so und das finde ich sehr faszinierend.

Ich sage manchmal, dass ich ohne Siddhartha nicht hier wäre ;-). Musste nämlich einen Vortrag über Buddhismus machen und bin dann beim googeln (ne, google gabs da noch nicht) auf einer Goa-Seite gelandet.
Wollte dann auch eine Zeit lang Buddhistin werden.
Finde ich echt ein ganz gutes Buch.

Den Steppenwolf kenne ich natürlich auch (muss man). Finde ich ziemlich schräg aber toll. Den muss ich unbedingt mal noch genauer lesen.

Dann noch Demian. Sehr faszinierend wie er da über Gut und Böse, schwarz und weiss, Ying und Yang etc. schreibt.
Das würde ich dann als nächstes empfehlen.

Narziss und Goldmund habe ich auch mal gelesen, hat mich ebenfalls sehr fasziniert. Diese Freundschaft, Liebe, Verbundenheit.

Was sollte man noch so gelesen haben? Das Glasperlenspiel stand wohl mal noch auf meiner Liste und "Aus Indien" habe ich mir mal in einem Brocki gekauft.
lg Amanita ૐ

Das Wirkliche ist ebenso zauberhaft, wie das Zauberhafte wirklich ist. (Ernst Jünger)

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Psymäleon
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Beitrag von Psymäleon »

Ich habe die drei von dir erwähnten Hesse-Bücher auch gelesen. Der Steppenwolf habe ich in einem Lebensabschnitt gelesen, als ich mich sehr gut mit dieser ganzen Sichtweise identifizieren konnte und mich ebenfalls oft einsam und unverstanden fühlte. Ich muss es bei Gelegenheit wieder einmal lesen, damit ich vor allem auch die Wandlung des guten Harrys mehr zu schätzen weiss.

Zu Siddhartha muss man wohl nicht viel sagen: einfach Klasse und ein schönes eintauchen in eine buddhistische Welt.

Narziss und Goldmund fand ich gut, aber nicht überwältigend. Ist halt nicht einfach, wenn man ein Buch mit unglaublich hohen Erwartungen zu lesen beginnt.

Auf deiner Liste fehlen mir aber zwei Bücher von Hesse: "Demian" und "Eigensinn macht Spass". Diese beiden sind mehr als empfehlenswert und ich würde sie sogar noch höher einstufen als der steppige Mondanheuler. Das ist schlussendlich aber sicher Geschmacksache.

Was ich an den Büchern von Hesse besonders fazinierend finde, sind die vielen Parallelen zu seinem eigenen Leben. Gerade in "Narziss und Goldmund", aber auch in "Demian" ist sehr viel beinahe autobiographisch. Fazit von meiner Seite: Für alle, die gerne philosophisch angehauchte, nicht ganz alltägliche Literatur mögen, ist Hesse ein muss; und zwar beinahe alle seine Bücher.
Es ist nicht wenig Zeit die wir haben. Sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.
satropa
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Beitrag von satropa »

demian - habe ich natürlich auch gelesen...schon etwas länger her :-)
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biberfreund

Beitrag von biberfreund »

satropa hat geschrieben:demian - habe ich natürlich auch gelesen...schon etwas länger her :-)
Abraxas hat Demian bestimmt auch gelesen ;-)
satropa
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Beitrag von satropa »

*laaach* ja abra hat demian gelesen, auf seine empfehlung hin habe ich demian gelesen ;-) vor 3 oder 4 jahren, als interzone noch lebendig war...;-)
Hörst du zu, lernst du meistens etwas.
satropa
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Beitrag von satropa »

Hat jemand "das Glasperlenspiel" gelesen?
Hörst du zu, lernst du meistens etwas.
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electropunk
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Beitrag von electropunk »

ja, lang is her; hatte fast nur hesse gelesen, eine ganze sammlung hab ich davon; und am schluss das glasperlenspiel, da kannte ich den gefühlsnomaden schon in- und auswendig und liess es lieber sein.
Ist alles sehr episch und fast langweilig.
- It's never too late
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Zauberhäxli
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Beitrag von Zauberhäxli »

Ich kenne Siddhartha, das Glasperlenspiel und Steppenwolf.

Ich habe als Kind mit ca. 10 Jahren angefangen das Buch der Steppenwolf zu lesen. Damals kam das Buch mir sehr langatmig und mühsam zu lesen vor. Ich habe es wohl noch nicht verstanden, deshalb las ich es auch nicht zu Ende. Im Teenageralter hingegen, als ich mich nochmals an Hesse heranwagte, konnte ich mich sehr gut mit der Figur Harry idendtifizieren, ich habe mich damals oft so gefühlt wie er.

Am meisten präsent ist mir aber Siddhartha, habe es vor einem Jahr mal wieder gelesen, einfach herrlich!!

Hmmm muss wohl wieder einmal in meinem Büchergestell nach Büchern von Hesse kramen!!
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern erschaffen zu können
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Melliandra
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Beitrag von Melliandra »

Habe Siddhartha gerade vor 1 Monat in Thailand wieder gelesn und sogar
mein Freund konnte sich überwinden dieses Buch in die hand zu nehmen. =o)

Es entstand dann eine intressante Diskusion am Strand von Ko Phangan. =o)

Finde es ein super Buch.
*poink*
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