Geht es uns gut?

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Drachenherz

Geht es uns gut?

Beitrag von Drachenherz »

Na was meint ihr?
Geht es uns gut?

Diese "simple" Frage ist bei genauerer Betrachtung, recht komplex.

Zum Beispiel: Wer ist genau mit "uns" gemeint? Wie definiert sich "gut"?
Hat das Wörtchen "es" auch etwas zu bedeuten? ;-) (kleines Scherzerl, hihi)

In diesem Sinne: Schiesst los!
ChriSmoS
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Beitrag von ChriSmoS »

Meine Meinung, uns ist es noch nie und wird es nie 100% gut gehn, jedenfalls nicht in unserer Gesellschaft. Ich rede hier von der allgemeinheit, gewisse Mönche etc werdens vieleicht geschafft haben.
Den JEDER den ich Kenne ist mit irgendwas nicht zufrieden..oder er will etwas haben das er noch nicht hat, hier kann man beispiele mit liebe bringen, mit Geld, mit materiallien....also nicht nur konsum....ausser man konsumiert liebe *g* das ist (genauer betrachtet) ein Fluch und eine Gabe. Einerseits treibt uns diese eigenschaft immer weiter voran, da wir immer neues suchen/erlernen/erfahren möchten. Andererseits sind wir eben nie zufrieden...da der drang so stark ist welcher uns auch soweit gebracht hat wie wir sind (sicherlich technologisch betrachted)...

Viele sind wohl auch zufrieden und wissen garnicht das sies nicht sein sollten! Bsp: norwegischer lachs, die norweger haben die fischgründe in chile aufgekauft...d.h. sie fischen vor der küste chiles nach fischen (massenmässig) welche allerdings nur futter sind für die lachse welche wir im supermarkt haben. nun, die einheimischen (kleinen) fischer in chile gehn zugrunde (werden arbeitslos). Essen gibts auch viel weniger bzw. fische müssen importiert werden (ist doch krank?).... die leute die das jetzt hier überhaupt nicht kratzt versteh ich nicht, und diejenigen dies nicht wussten, und norw. lachs konsumieren, waren jetzt ein kleines experiment von mir, da ich oben erwähnt habe: Viele sind wohl auch zufrieden und wissen garnicht das sies nicht sein sollten!
und ich habe jetzt nur ein kleines scheiss beispiel genommen von welchen es tausende gibt, (Gründe: weswegen wir "nicht zufrieden sein könnten/sollten".)

kompliziertes und komplexes thema, ich hoffe das ich mich genug deutlich geäussert habe...

da denk ich gern an hermann hesse der da sagte: Den wir sind ja zum leben da, und nicht zum denken......

(ich...)
den wer zuviel denkt der sieht das, was nicht "gut" ist und der kreislauf beginnt von neuem...
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nadia
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Beitrag von nadia »

ich finde es einen unterschied ob du zufrieden bist oder es dir gut geht.
man kann zufrieden sein, es einem aber im grunde nicht gut gehn und umgekehrt genau so! das ist eine einstellungssache, denke ich... oder auch persönliche kraft...

und wenn fische ausschlaggebend sind, ob es dir gut geht und du zufrieden bist ..... ja dann..... dann weiss ich auch nicht...
:cry:

ps: versteh den zusammenhang und die schicksalsschläge dieser armen leute. aber das bsp hat mich persönlich grad genervt. hoffe kriegst dass nicht in den falschen hals chrismos!
ChriSmoS
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Beitrag von ChriSmoS »

ne nicht in den falschen hals.....

nein das ist nicht ausschlaggebend (@fische)---- das war eben nur ein beispiel herausgefischt aus tausenden! Wollte mit dem beispiel lediglich die aussage verständlicher machen: das eben vieleicht viele menschen bloss meinen sie seien zufrieden da sie nicht wissen, oder ahnen, was im geheimen gegen ihre prinzipien verstosst. Wenn dich das nicht nachdenklich stimmt, dan müsste ich wohl ein explosiveres, blutigeres und spannenderes Beispiel nehmen.....wie der Blick *g* nicht falsch verstehn...

nadia:
ich finde es einen unterschied ob du zufrieden bist oder es dir gut geht.

....stimmt, dan bin ich wohl einer der nicht zufrieden ist, bloss weil es MIR gut geht...da kommen dann soziale aspekte hinzu....
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abraxas
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Beitrag von abraxas »

der vater einer freundin meinte mal, dass er die globalisierung der nachrichten schlecht findet, weil man ein schlechtes gewissen bekommt wegen dingen, auf die man sowieso keinen einfluss nehmen kann.
er meinte, dass früher im landboten stand, dass der bauer huber eine schlechte ernte einfuhr, und deswegen über winter zuwenig zu essen hat. da konnte man dem bauer huber ein brot backen oder was weiss ich.
heute liest man in den news, dass ein palästinensisches geistesbehindertes kind mit einer ladung sprengstoff um den bauch gebunden über die grenze geschickt wird.
was willst du da noch machen?
in der informationsgesellschaft musst du halt auch lernen dicht zu machen, und dich abzuschotten.
wenn du schlecht drauf bist kannst du gar nichts tun, denn dann tust du dir in erster linie mal selber leid. und wenn du gut drauf bist, dann kannst du dich zum beispiel bei den peace brigades melden
http://www.peacebrigades.org/

oder aktivmitglied bei amnesty international werden
http://www.amnesty.org/

oder du kannst es wie florian machen:
http://www.a-place-of-blessing.org/engl ... oject.html

du kannst auch mal statt eine woche lang zu kiffen 100.- an beat richner spenden:
http://www.beat-richner.ch/

(( NACHTRÄGLICH EDITIERT:
Eine Freundin ging zu Humana, und ist frühzeitig wieder ausgestiegen. Die sind nicht so toll, wie sie daherkommen. Skepsis ist durchaus angebracht. Es gibt wohl besser Wege sich aktiv zu betätigen, wenn man das will. Ich lass das jetzt trotzdem hier stehen, revidiere aber meine Meinung und rate davon ab zu Humana zu gehen...))

oder zu humana gehen:
http://www.humana.org/

oder. oder. oder.
an all diesen orten findest du leute, denen es schlechter geht als uns.

die quintessenz, finde ich, ist:
nur weil es andern schlecht geht, braucht es einem selbst nicht auch schlecht zu gehen. es gibt keine verpflichtung, dass wir alle leiden müssen wenn es einem von uns schlecht geht.
das hat jetzt nichts mit kein mitgefühl zeigen zu tun, oder eine "ist mir alles scheissegal" einstellung. aber wir sollten uns auch bewusst sein wie privilegiert wir sind, und wie gut es uns geht. es ist keine schande das einzugestehen und glücklich zu sein, obwohl es viel leid auf der welt gibt!
im gegenteil, ich sehe es eher sogar als unsere "pflicht", die wir glücklich und zufrieden sein könnten, dies gefälligst auch zu sein....
(naja.. pflicht nicht, das ist jetzt überspitzt ausgedrückt. aber der grundgedanke kommt wohl rüber...)


((nachträglich: naja, so einfach ist das alles leider auch nicht ;))
Zuletzt geändert von abraxas am Mi 9. Nov 2005, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von ChriSmoS »

abraxas hat geschrieben:nur weil es andern schlecht geht, braucht es einem selbst nicht auch schlecht zu gehen. es gibt keine verpflichtung, dass wir alle leiden müssen wenn es einem von uns schlecht geht.
hmm...., mit dieser einstellung würde es uns nicht mehr geben. Der zusammenhalt (soziales verhalten, loyalität) ist und bleibt für den Menschen lebensnotwendig. Im moment sind wirs am versauen @Öl, atomare energie, wasser verbrauch etc....man muss einfach grösser denken! was richten wir mit unseren taten, den kindeskindern an (atom müll etc..)? das war der blick in die zukunft...

aber auch aus der vergangenheit kann man lesen:
ohne gruppen loaylität währe der homosapiens sicherlich nicht über die Eiszeit hinausgekommen! als speziess mensch geht es nicht ohne ein miteinander - ausser: man will aussterben...die menschen können sich ja nicht ALLE ausweichen...

deswegen denke ich durchaus: dass dies eine Verpflichtung ist! was sonst wenn man andere leben in den händen hält??
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Drachenherz

Beitrag von Drachenherz »

Hmm...
Ich stelle mir die Frage, ob es ernsthaft nötig ist, selbst auch zu leiden, wenn andere leiden.
Ich meine, was bringt es denn? Ist, wenn man mit-leidet, das Leid des anderen dann irgendwie gemildert?

Ich versuche mich mal bildlich auszudrücken:
Sagen wir mal, jemand ist in eine Jauchegrube gefallen und schafft es dort nicht mehr von selbst hinaus.
Dann kommt einer daher und sieht ihn dort drin. Er möchte ihm raushelfen und springt selber in die Jauchegrube, bleibt dann aber dummerweise selber auch darin stecken.

Dann kommt allerdings ein dritter daher, sieht die zwei in der Jauchegrube und möchte ihnen helfen. Er bleibt ganz ruhig, sieht sich in der Gegend um und sieht ein Seil.

Muss ich noch weiterschreiben? *smile*
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Beitrag von ChriSmoS »

ich denke nicht das man leiden MUSS wenn ein anderer auch leidet. jedoch muss man dies beachten, nicht einfach die augen verschliessen, was man dan tut ist jedem selber überlassen. ich persönlich denke: das schlechte taten, schlechte auswirkungen mit sich bringen werden, gute taten wiederum gutes :) ....
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Beitrag von nadia »

jemandem der leidet, ist nicht mit "mitleiden" und traurig sein gedient.
meist im gegenteil... die person braucht unterstützung, kraft und zuversicht :!:
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Beitrag von abraxas »

lieber chris

ich glaube du tust da dinge in meine aussage (und auch in die anderer) reininterpretieren :)

weder ich noch andere haben gesagt, dass man kein mitgefühl mit anderen zeigen solle. keiner hat gesagt "sollen die doch verrecken". weder explizit noch abgeschwächt. nirgends steht "uns ists doch egal was mit denen ist, uns gehts gut" oder "alles nicht so schlimm". ganz ehrlich kenne ich auch nur GANZ wenige menschen persönlich, die so denken.

ich dreh das jetzt zum spass mal um, dann verstehst du vielleicht eher was ich meine:
ok chris, wenn du meinst, dann lass es dir doch weiterhin schlecht gehen. vielleicht hilft das ja wem ;)
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Beitrag von ChriSmoS »

hmm nimmt mich schon wunder wo du gelesen hasst das es mir schlecht geht? wir haben ja von uns geredet und nicht von mir!

wen du es auf folgenden satz beziehst : ....stimmt, dan bin ich wohl einer der nicht zufrieden ist, bloss weil <es MIR gut geht>

dan hasst du wohl was falsch verstanden.....aus dem kontext heraus (dachte ich) sieht man das....

zitat chrismos:
ich denke nicht das man leiden MUSS wenn ein anderer auch leidet. jedoch muss man dies >beachten< ich habe also nichts von mitleid oder sonstigem was du da sagst erwähnt, also finde ich interpretierst du da viel rein...


lieber abraxas: wenn du schon persönlich wirst dan mach das doch weiterhin im privaten mail verkehr, so wie dus vorgeschlagen hasst. So wie wirs eigentlich danach auch gemacht haben! :?
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Beitrag von abraxas »

*hmm*

ich hab jetzt eigentlich was drauf geantwortet. aber ich glaube es ist nicht relevant. im grunde genommen haben wir wohl aneinander vorbei geredet.

es lag mir jedenfalls fern dich runterzuputzen oder so.
ich habe auch "zufrieden" und "gut gehen" vertauscht.
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@fire
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Beitrag von @fire »

Hey ihr lieben liebenden,

schon eine recht existentielle Frage,....."Geht es uns gut?"
Ob es einem gut geht, wird meistens rein nach dem materiellen ge-, bzw bewertet. Das persönliche empfinden jedoch, also, ob der ein oder andere sich gut fühlt, muss jeder für sich selbst beantworten.

Rein nach dem wirtschafltich materiellem zu beurteilen (im Ländervergleich, damit meine ich aber nicht Europa) geht es uns sogar sehr gut, egal, ob man auf der Strasse lebt oder nicht. Essen gibt es zu genüge und einen täglich Kampf ums überleben wie in manch so anderen Ländern (Südamerika, Asien etc) gibt es eigentlich nicht, dafür gibt es zu genüge verschiedenste Institutionen, welche einen auffangen.
Also finde ich, dass das gejammer "Mir geht es nicht gut" meistens mehr auf diverse Konsum- und Luxusgüter bezieht, welche man sich in diesen Momenten nicht leisten kann/darf/soll.
Drachenherz

Beitrag von Drachenherz »

leider hab ich grad nur wenig Zeit, möchte mir aber einen kurzen Kommentar nicht verkneifen.

"Gut gehen" kann man ja auch als "zufrieden sein" verstehen, und da möchte ich nur mal schnell in den Raum stellen, dass "zufrieden sein" nicht eine Frage des persönlichen materiellen Status' ist...

Später mehr... ;-)
Lila
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Beitrag von Lila »

ja da nehm ich auch mal schwer an dass drägi da nicht den materialismus gemeint hat..denn wenns nur um dies gehen würde könnten wir uns hier in der schweiz wohl am wenigsten beklagen..

na klar auch hier gibt es "arme" leute..

aber wie gesagt..das psychische,physische,seelische wohlbefinden ist da schon ein viel grösseres problem dass wir haben..
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