Wie fing alles an.
Vor 3 Jahren wurde ich fuer meinen damals Schweizer Arbeitgeber nach Mexico entsandt, um hier ein Projekt, welches 1 Jahr zuvor gestartet wurde, aber nicht allzu erfolgreich lief nach Mexico geschickt, um mir mal die sache anzuschauen und dementsprechende Taetigkeiten durchzufuehren, um aus dem schlechten ein Gutes zu tun. Urspruenglich waren 5 Wochen geplant, 2 Wochen arbeiten, 2 Wochen Urlaub auf Firmenkosten und nochmals eine Woche vorbeischauen und dann zurueck in die CH. Allerdings wurden aus diesen 5 Wochen glatte 6 Monate Arbeit in denen ich aber auch Zeit hatte, Leute, Mentalitaet und Land kennen und schaetzen gelernt (Incl. "Rache des Moctezuma")
Zu dieser Zeit lernte ich einen Direktor einer deutschen Firma hier in Mexico kennen, der mir einen Job in seiner Firma, ca. 20km noerdlich von Mexico City, anbot.
Realisiert wurde dies dann im Jahr 2006, in der Schweiz Wohnung aufgegeben und alles verhoekert, was nicht in den Karton passte, und nur mit den persoenlichen Dingen ging es dann zum Neustart des Lebens in einem Neuen Land und Umgebung, sowie Sprache ueber den grossen Teich. Ich trat meine Stelle dann im September 2006 als Betriebsleiter sowie Leiter der Ingenieurs- und Entwicklungsabteilung an. Leider musste ich relativ schnell feststellen, dass dieser Job mir nicht viel brachte, ausser lange Tage, keine Wochenenden und viel viel Frustration, vorallem im Hinblick, wie Mitarbeiter behandelt wurden (Slogan:"Die Bananen koennen eh nichts!"). Darauf folgte, dass ich mir relativ viele Gedanken machte, was tust du nun, du willst in diesem Land bleiben, die Sprache und Kultur erlernen. Nach kurzem Rueckruf in die Schweiz, bot sich mir die Gelegenheit, wieder in meinen vorherigen Job zu den gleichen Konditionen, allerdings hier in Mexico, zurueck zu kehren. Bin der Schweizer Firma in diesem Sinne auch sehr verbunden und uebergluecklich, wieder an meinem angestammten Platz arbeiten zu duerfen, vorallem, wieder in die "Familie" integriert worden zu sein.
Wie lebe ich?
Ich habe mir ca. 30km noerdlich von Mexico City ein kleines Haeusschen, mit sehr schoenem und grossen Garten gemietet. Lebe dort oben in den Bergen (ca. 2700m; Mexico City ca. 2200m) ein sehr ruhiges und ausgeglichenes Leben. brauche zwar fuer die 30km allmorgendlich bis ins Buero knapp 2Std. (wenns gut laeuft), aber es ist mir absolut wert, wenn ich nach der Arbeit auf meiner Terrasse sitzen kann, in Ruhe mein gutes "verdes" geniessen kann und mich einfach der Stille hingeben kann.
Wie ist das Leben in Mexico?
Nun, dass Mexico nicht gleich Europa ist, war mir von Anfang an schon bewusst. Korruption, sehr hohe Kriminalitaet sind eines der Schlagwoerter. Leider Gottes, kann man sich hier auf die Polizei keineswegs verlassen, eher sie verlassen dich, aber nicht bevor sie dir den Geldbeutel etwas auszuraeumen. Die Polizeikraefte geniessen hier in Mexico einen sehr extrem schlechten Ruf,...."Los Malditos".
Ansonsten. Zeit spielt hier in Mexico so gut wie keine Rolle, wenn dir jemand sagt, treffen wir uns um 5, dann komm besser um 05:30, Puenktlichkeit kann man hier eigentlich abhaken, da aufgrund der taeglich schwankenden Verkehrsdichte, es mal besser, dann doch wieder schlechter klappt. Viele Firmen zahlen zBsp. ihren Mitarbeitern den sog. "Bonus de Punctualidad", also, wer immer puenktlich erscheint, bekommt dementsprechend einen gewissen Geld-Bonus pro Tag.
Einmal im JAhr gibt es dann Firmenfeiern und zwar um den 12. Dezember herum, der "Dia de Guadalupe". Meistens beginnt dieser Tag mit einer katholischen Christmesse in der Firma, mit Priester und Musikern (Kontrabass, 2-3 Gitarren und Saenger") welche der Tradition und der Kultur wegen, die heilige MAria verehren. Jede Firma hat zu ihrem Schutz eine Madonnenstatue in Ihrer Firma und die Glaeubigen unter den Mitarbeitern laufen immer mit einem christlichen Gruss an der Madonnenbueste vorbei. Nachdem die Messer vorueber ist und die Madonna geweiht wurde, verzieht sich dann die ganze Belegschaft in einen angemietetn Gemeinschaftssaal um dann bei Tanz, gutem Essen und Trinken ihrem Temperament freien Lauf zu lassen. Und das kann ziemlich ziemlich ausarten und macht einen Haufen Spass.
Mexicaner sind ein sich ein sehr ausgeglichenes Volk, sie lieben Parties wie auch die Frauen zu Hauf. Fremdgehen hier wird nicht als solches gedeutet, sondern als eine Art Statussymbol fuer die Maenner, aber da auch hier langsam die Emanzipation der Frauen durchschlaegt, gibts auch vermehrt Frauen, die sich nicht unbedingt an das Ehegeluebde halten und sich ihrer sexuellen Lust durchaus mit mehreren MAennern hingibt. Allgemein wird das Thema Sex und Lust hier anders gehandhabt und vorallem vielfach freieren Lauf gelassen als es uns Europaern bekannt ist.
Wie sind Mexikaner an sich?
Mexikaner sind gegenueber Europaern, abgesehn von Franzosen und Spaniern, sowie Amerikanern, sehr sehr aufgeschlossen und absolut hilfsbereit. Fuer den wenigen Lohn den sie erhalten (Arbeiter im Schnitt ca. 300,-Euro/Monat) rackern sie wie bloede. Dennoch gibt es durchaus auch MExicaner, denen man nicht blindlings vertrauen sollte. Hier gibt es ein Hobby, vor dem sich jeder "Werito" fuerchtet, das sog. "Express-Kidnapping". Man wird entfuehrt und durchaus auch solange misshandelt, bis man die Nummer seines Kontos, oder das Passwort seiner Kreditkarte herausrueckt, dabei ist es nicht wichtig, ob sie "nur" 500,-Euro rausholen koennen, denn dies bedeutet fuer sie, wenngleich auch nur kleinen und kurzlebigen, Reichtum. Weiteres saubloedes Hobby, ist das sog. "phone-pressuring". Man bekommt abends mal nen Anruf, dabei erklaert eine maennliche Stimme, man habe Frau und KInder entfuehrt (man hoert im Hintergrund unverstaendliche Frauen und Kinderlaute) und verlange um die und die Uhrzeit, auf diesem und diesem Konto, diesen und diesen Betrag, dann werden sie unversehrt wieder freigelassen. Mir ist es nun in diese 10 MOnaten 2 mal wiederfahren und da ich weder Frau noch Kinder habe, bat ich ihn, doch diese zu behalten *ggg*.
Lebenshaltung
Mexico, speziell Mexico City gehoert nicht, wie viele andere denken, zu den guenstige Staedten dieser Erde. Man kann Preise in den Clubs wie auch auf den Psy-Raves durchaus mit Europa vergleichen. Eintritt in der Regel zwischen 200-300 MXP = 13-20 Euro; ein Bier (330ml) in der Regel 20-30 MXP = 1,30 - 2,0 Euro.
Supermaerkte sind relativ guenstig und haben immer eine reiche Auswahl an mexikanischen wie auch europaeisch orientierten Waren. Vorallem das Fruechtesortiment laesst mich immer wieder freuen, auch im Hinblick auf die Preise.
Der Sprit liegt momentan bei 6MXP = 0,4Euro, also damit sehr guenstig, allerdings hat die Regierung einen monatliche erhebung um 0,9MXP angedeutet, was natuerlich hier in Mexico wieder einen Grund gab zu streiken. Allgemein gibt es hier in Mexico viele viel Streiks und Demonstrationen, sei es weil der Tortilla-Preis angehoben wurde, oder weil ein Sack Zement etwas teurer wird oder oder oder oder. Mit ein Grund fuer den tagtaeglichen Verkehrskollaps in der immerhin ca. 30Mio zaehlenden Stadt. Es ist lustig anzuschauen, morgens im Verkehrsstau zu stehen, un den Frauen, welche auf dem Weg zur Arbeit zuzuschauen, wie sie sich in ihren Autos oder den sog. "Collectivos" noch zurechtmachen, also Schminken, und teils haben sie sogar noch ihre Lockenwickler im Haar,..hihi
Mexico City
Fuer mich eine der schoensten, aber auch gefaehrlichsten Staedte unseres Planeten. Schoen deshalb, weil man wirklich immer und ueberall von Kunst der hoch angesehen Aztekenkultur umbegen ist, man spuert wirklich, was hier einmal war. Ob Indianertaenze auf dem "Zocalo", oder die beruehmte "Paseo de la Reforma" die dem Champ Elysee nachempfunden wurde und welche durch zahlreiche Statuen und anderer Zeitzeugenden Abbildnisse versehen ist. Wirklich eine Augenweide, all diese Gebaeude, und die Vermischung aus Alt und Neu.
Warum eine der gefaerhlichsten Staedte der Welt?
Abgesehen von der Kriminalitaet wird MExico City immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Nicht unweit der Stadt (ca. 100km oestlich) ist der Popocatepetl ("Die Schlafende Jungfrau, oder nur Frau", welcher immer aktiv ist. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, wann dieser wieder richtig ausbricht. Des weiteren kommt hinzu, dass Mexico CIty durch die Azteken, auf Sumpfgebiet erbaut wurde, was daraus resultiert, dass sich die ganze Stadt bewegt, also sprich, sie schwimmt. Ganz deutlich kann man das in der Kathedrale sehen. Dort wurde ca. Mitte-Ende des 19. Jahrhunderts, ein Pendel aufgehaengt, welcher den Weg der Kathedrale seit diese Zeit aufzeichnet und es ist wirklich erstaunlich, dass ein so grosses Gebaude, einen weg in all den Jahren von ca. 10-15cm zurueckgelegt hat, oder besser, sich um die eigene Achse gedreht hat. Anfang der 60er Jahre hatte man dann auch damit begonnen, Stahlseile und Traeger durch die Kathedrale zu ziehen, damit sie ihre Statik beibehaelt, da sie ja hier in Suedamerika eine der bedeutesten ist.
Sehenswuerdigkeiten
Ansonste gibt es hier in Mexico unzaehlige Museen, sei es die der sehr bekannten und beliebten Kuenstler Diego Rivera und Frida Karlo, oder auch eines der besten und schoensten antropholistischen Museen dieser Welt. Auch der "Bosque de Chapultepec" mit seinem Schloss, welcher Kaiser Maximilian mit Gattin Charlotte hat errichten lassen, sollte einen Besuch wert sein, da dort auch einer der groessten und artenreichsten Zoologischen Gaerten angesiedelt ist, der fuer Besucher kostenfrei ist. Grosses Wahrzeichen der Stadt ist "El Angel de la Independencia" unter dieser hohen Saeule mit der eine Engelsstatue, welche die Gerechtigkeit symolisiert, befindet sich ein Museum, wie auch unter den vielen anderen Statuen dieser Stadt. Weiter noerdlich von MExico City befindet sich Teotihuacan, die Aztekenstadt, absolut beeindruckend, was damals geschaffen wurde und welche Zivilisationsstruktur sich damals ergeben hat, trotz der teils grausamen Rituale der Azteken.
Was habe ich bisher in Mexico noch gesehen.
Habe eine Reise unternommen nach Veracruz, welches an der mexikanischen Golfkueste liegt, des weiteren nach Palenque und die dort angesiedelte Mayastadt. Des weiteren Jalisco, besser bekannt durch den Tequila, Cuernavaca, Acapulco, Pie de la Cuesta und Nuevo Leon. Naechste Reise wird mich wohl nach Real de Cartorse fuehren.
Fazit:
Mir gefaellt es, trotz einer teils krassen Umstellung meinerseits, sehr gut hier in Mexico, bisher bin ich (abgesehn von der korrputen Polizei) ganz gut durchgekommen und wurde niemals schlecht behandelt oder bedroht. Es gilt wie in allen Laendern dieser Erde, versuche dich zu integrieren und versteh den Hintergrund der Kultur und History, so wirst du auch bals nicht mehr als Fremder, sondern als Freund angesehn.
Saludos Cordiales,
Euer @fire...der trozallem scho d'schwyz bitz vermisst, vorallem die die ihm in diesen 5 jahren in CH ans Herz gewachsen sind. Hoffe ein paar von euch traut sich irgendwann ueber den grossen teich und kann euch bei mir willkommen heissen.


