Salüt Chris.
Hihi, wer sagt denn, dass es im Leben immer einfach sein muss? Ich denke, gerade weil es verschiedene Meinungen gibt, kann eine Diskussion fruchtbar sein und alle involvierten Parteien weiter bringen und ihnen etwas geben.

Ja, ich weiss, dass ich viel geschrieben habe. Ich versuche eben, mich so klar, deutlich und unmissverständlich auszudrücken wie es nur geht, und das ist mit diesem Filter namens menschlicher Sprache leider nicht ganz einfach.
Ich möchte an dieser Stelle ein wenig erläutern, was in mir abgegangen ist beim Tanzen oder allgemein an Parties.
Angst habe ich keine gehabt, sondern ich habe es als für mich als nicht richtig erkannt (oder bewertet), was da mit mir passiert.
Es würde etwas länger gehen, das bis ins letzte Detail zu erklären, darum beschränke ich mich hier auf eine Kurzfassung.
Wie man unschwer erkennen kann, betreibe ich sehr gerne Kung Fu. Und durch das Praktizieren der Kampfkunst lerne ich ständig, auf meinen Körper zu hören, seine Bewegungen ganz bewusst wahrzunehmen und ihn umgekehrt auch ganz bewusst einsetzen zu können. Also in einer Harmonie des wachen Geistes und des Körpers.
An Parties habe ich dann bemerkt, wie sich "etwas" (Musik, Schwingungen, Stimmungen etc.) in mich einschleicht und Kontrolle über meinen Körper (und auch meinen Geist, meine Gedanken...) übernahm.
Es war jetzt nicht so, dass ich zu 100% "übernommen" wurde, mein bewusster Geist war durchaus noch da (in etwa so wie Du Deinen symbiotischen Zustand beschrieben hast), nur empfand ich diesen Zustand gar nicht als harmonisch oder angenehm - nicht mehr, muss ich noch ergänzen (weiter unten mehr dazu). Wie gesagt, ich hatte keine Angst, nur empfand ich es als nicht richtig für mich, da mich dieser Zustand irgendwie von mir selber abtrennte, ich nicht "wirklich klar und wach" da war, da noch etwas anderes meinen Körper und meine Gedanken lenkte.
Ich habe geschrieben, dass ich das als "nicht mehr" angenehm empfand. Wenn Du Dir die Mühe machst, vielleicht ein paar alte "Drachenherz-Reports" (auf goa.ch) durchzulesen, wirst Du erkennen, dass ich es früher durchaus genoss, diesen Zustand zu erleben, mich der Musik hinzugeben, zu schweben und zu träumen etc.
Nun habe ich für mich selbst erkannt, dass mich dieser Zustand irgendwie abhält, wirklich zu meinem Wahren Selbst zu finden (kann ich wirklich herausfinden, was wirklich mich Selbst ausmacht, wenn noch andere Dinge sich in mich hineinmischen?) und dass die Entwicklung meiner eigenen Kampfkunst darunter litt, wenn ich nicht vollständig bei mir selber / ich selber war...
Darum entschloss ich mich ganz willentlich, mich so gut es geht nicht mehr unbewussten Zuständen (wie in etwa einer Trance...) hinzugeben, sondern so bewusst zu leben wie es mir nun als Mensch möglich ist. *smile*
Auf die anderen Punkte - Zeit, Glücklich sein, unglücklich sein etc... möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen (aus Platzgründen... Möchte ja auch niemanden mit meinem Text erschlagen).
Du hast aber ganz recht mit Deiner Sichtweise, das sehe ich ähnlich wie Du.
Als Anregung für weitere eigene Gedanken darüber: die hohen Gipfel des Glücklichseins nicht überbewerten und die tiefen Täler der Trauer nicht fürchten. Wie heisst es doch so schön: Die Mitte wählen... *smile*
Und, was die Zeit betrifft: um einen guten Freund von mir zu zitieren:
Leben ist Bewusstsein,
Sei voll bewusst des Lebens.
Jeden Moment des Lebens schätzen. Und ihn auch wirklich leben. Im hier und jetzt. Nicht in der Vergangeneit, nicht in der Zukunft. Wir leben ja schliesslich in der Gegenwart.
Danke übrigens für Deine Antwort. *auf meine Schultern tast* Jup, mein Kopf ist noch drauf.
