Hippie Masala - Für immer in Indien

Hier kannst Du allg. Fragen stellen.
Tribalis
Gold Member
Gold Member
Beiträge: 204
Registriert: Mi 1. Mär 2006, 14:47
Wohnort: Affoltern a.A

Beitrag von Tribalis »

Hüt zobe au im Gotthard am 20.00 in Zug
LittleMissGinger

Hippie Masala

Beitrag von LittleMissGinger »

- ROBERT -

Der holländische Kunstmaler Robert (57) lebt seit mehr als 25 Jahren im zentralindischen HAMPI. Dorthin entfloh er seinem aufreibendem Leben als Drogendeliquent in Europa. Er fand, wovon er lange geträumt hatte:
ein Haus auf einer kleinen Fluss-Insel, wo er in Frieden malen konnte,
dazwischen Vollmondparrties mit viel Musik und Drogen. Dort lebte er während vieler Jahre mit seiner einheimischen Frau Sita.

Nach ihrem Tod zog er in eine bewohntere Gegend und heiratete vor ein paar Jahren zum zweiten Mal eine einheimische Lambani-Frau, mit der er heute drei Töchter hat.

In einem Grosshaushalt nach indischem Muster mit mehreren Verwandten führen sie eine harmonische Ehe und leben vom Verkauf der Gemälde an ausländische Kundschaft.

Etliche Hippie-Freunde, die in seiner Nähe lebten, sind in den letzten Jahren verstorben, so dass Robert mit seiner jungen Familie fast alleine zurückgeblieben ist.

"Ich habe bereits mit dreizehn Marihuana geraucht. deshalb wollten sie mich in der Schule loswerden. Also steckte mich mein Vater in ein Pensionat (Internat). Auch dort haben sie mich rausgeworfen. Ich bin nach Amsterdam gezogen ud später nach Paris. In Amsterdam habe ich mit zwei Freunden eine Wohnung geteilt. Ich weiss nicht, wie wir uns ernährt haben, aber irgendwie sind wir durchgekommen. Es hat damals noch keine Sozialgelder gegeben, und ich habe versucht, kleine Jobs zu machen und auch einzubrechen, bin also kriminell geworden.

Aber ich wurde von der Polizei erwischt und habe mehrere Jahre im Gefängnis verbracht wegen Vagabundentums und Drogen. Das hat mich geformt. Es hat eine Art einsamen Vogel aus mir gemacht. Wenn du rauskommst, bleibst du einsam. Du passt nirgends mehr rein.

Ich habe immer von einem Haus auf dem Land geträumt, wo ich malen könnte. Meine ersten ruhigen Zeiten, während derer ich zeichnete, waren auf Ibiza. Das war damals der Ort für die Holländer und für mein Empfinden schon sehr frei. Und dort, auf einer kleinen Insel, Formentera, fanden tage- und nächtelang Parties statt mit live Musik und allem ... und das war das erste Mal, dass ich so etwas erlebte.

Später hatten wir auch in HAMPI am Flussufer sehr schöne Treffen. Wir waren zusammen und bekifften uns mit der wunderbarsten Himalaya-Creme, begleitet von südamerikanischen Musikern und schönen Mädchen zum Tanzen - es war alles da! Das waren spontane Happenings, die nicht wiederholt werden können. Du kannst nur versuchen, dich daran zu erinnern.

Es gab eine Zeit, da ich schwer heroinabhängig war, und das macht einen sozial auch nicht gerade akzeptabler. In Indien hatte ich nie Probleme. Hier in Hampi waren die Leute immer respektvoll, also fühle ich mich hier besser. Mit dem Heroin hörte ich auf, als ich sah, dass es meine Malerei kaputt machte.

Hampi war so nah wie irgend möglich an meinen Träumen. Hampi war Dschungel, der die Tempelruinen überwuchs. Die einheimischen Frauen genossen meine Aufmerksamkeit, es gefiel ihnen von mir gemalt zu werden. So verliebte ich mich in Sita.

Wir gingen auf die andere Seite des Flusses und blieben dort zwanzig Jahre. Für mich war es eine harmonische Welt. Dann starb Sita, und es wurde finster ... . Später heiratete ich nochmals eine Lambani-Frau, die kam, um Büffel zu kaufen und mich fragte: "Warum bist du so traurig? Ich habe noch eine Tochter und mache mir Sorgen um ihre Zukunft". Und ich sagte: "Warum bringst du sie nicht mal vorbei?", und sie kam zurück, und die Tochter führte einen kleinen Tanz vor ... .

Ich stehe immer sehr früh auf, um im Morgenlicht zu arbeiten. Ich unterbreche dann gegen Mittag und arbeite nochmals von drei bis abends um sechs oder sieben. Ich geniesse den Blick aus meinen Atelierfenstern auf das Dorf oder auf die Landschaft. Ich habe schon jeden Blickwinkel gemalt. Ich arbeite nie nach Photos, immer nach Modellen oder draussen in der Landschaft.

Eine meiner schönsten Zeiten war 1959 - 60 in Paris, die Zeit des Cool Jazz. Ich hatte in einem Jazzclub gearbeitet und all die Helden wie Miles Davis und Charlie Parker getroffen. Seither spiele ich Sax und habe das Instrument immer bei mir. Ich geniesse es, wenn die Touristensaison kommt und mich Musiker besuchen und mit mir spielen. Die Saison beginnt im November, wenn wir den Vollmond feiern, und sie hört im März auf, wenn es heiss wird. Im Winter machen wir dreimal pro Monat Musik. Es ist nicht viel, aber es genügt, um die Batterien wieder aufzuladen.

Gegen Ende meines Lebens verstehe ich mich wieder mit meinem Vater. Viele Jahre meines Lebens rannte ich von ihm weg, um so weit wegzukommen wie möglich, weil er eine so starke Persönlichkeit war.

Als ich in Indien mein eigenes Leben aufbaute, begann er mich zu respektieren und akzeptierte meine Malerei.

Indien war für mich eine Art Wiedergeburt".

zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz

Das war Robert. Mir liegen (dank eines von mir abonnierten Magazines) noch Berichte über Meera, Hanspeter, Babali und Cesare vor, die allesamt nach Indien auswanderten. Wer sich für deren Lebensweise interessiert, soll sich via PM bei mir melden wegen Quellenangaben. Ansonsten kann man ja den Film "HIPPIE MASALA" von Ulrich Grossenbacher (Regie + Kamera) und Damaris Lüthi (Buch & Co-Regie) angucken.

Schöner Gruss an Alle.
:wink:
Zuletzt geändert von LittleMissGinger am Di 16. Jan 2007, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
Ogetron
Gold Member
Gold Member
Beiträge: 217
Registriert: Fr 25. Aug 2006, 20:57
Wohnort: Tsüri

Beitrag von Ogetron »

Also ich han de Film am 1. Abig gseh wo er gloffe isch, glaub sirgendwenn im November, find en voll cool. Find s bringt e geili Stimmig übere, und isch troz allem ziehmli witzig, i paar Szene, ebe de mit em Büro ;-) Oder wo er verzellt wie lang er under wellem Baum hockt hehe!

Ich find en entfehlenswert, jedefalls besser als en billige Actionfilm.
Antworten