High Cat
Ich finde, deine Argumente bezüglich Jugendschutz greifen nicht ganz. Klar, schlussendlich macht doch jeder Jugendliche das, was er will und was in seinen Möglichkeiten liegt, aber genau diese kann man von aussen versuchen zu regulieren. Und dies geschieht eben dadurch, dass illegale Substanzen legalisiert und vom Staat kontrolliert wird. Dies mag zwar nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein, aber auch dast ist schon besser als nichts.
Und klar, ein Schwarzmarkt wird weiter bestehen, auch nach der Legalisierung von Cannabis. Und klar werden die Jugendlichen weiter zu ihrem Stoff kommen können. Aber auch heute sind nicht die Jugendlichen die grossen "Sponsoren" bzw. Geldgeber des Schwarzmarktes, sondern es sind langjährige Kunden wie du und ich, erwachsene Menschen, die ihren Konsum mehr oder auch weniger im Griff haben, zumindest aber für ihre eigene Lage Verantwortung übernehmen können (ausser sie sind schon zur Jugendzeit reingerutscht und kommen nicht mehr raus). Und genau diese Leute - wir - könnten dann mit ruhigem Gewissen in die nächste Apotheke oder Coffee Shop gehen, uns unseren Stoff kaufen (inkl. freundlichen Lächeln der hübschen Kassiererin

) und diesen gemütlich rauchen gehen, ohne im Hinterkopf behalten zu müssen, dass wir dadurch indirekt den Drogenmissbrauch Jugendlicher mitermöglichen.
Das Einzige, das meiner Meinung nach eventuell etwas bringen könnte in Sachen Jugendschutz ist einzig und allein eine gezielte, ehrliche und offene Aufklärung. Reden, diskutieren, argumentieren. Keine Verteufelung und keine Verherrlichung. Und da kann jeder von uns, der den Umgang mit dieser Droge kennt, mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften, sein Scherflein dazu beitragen.
Das ist sicherlich die beste und ehrlichste Variante, bin ich mit dir sofort einer Meinung. Und diese Aufklärung muss kommen, wenn Cannabis legalisiert wird. Und wir können hier und jetzt damit anfangen, denn sonst wird die Initiative garantiert abgelehnt und dann gibt es auch keinen bequemen Graubereich mehr.
Zum Thema böser, böser Staat. Ich bin ehrlich gesagt froh, als Schweizerin geboren zu sein. Ich weiss es wirklich zu schätzen, dass ich in einem sozialen und politisch ziemlich stabilen Staat leben darf. Ich würde mich in keinem anderen Land unserer Erde so sicher fühlen, wie hier in der Schweiz. Aber das heisst noch lange nicht, dass ich mit allem einverstanden bin. Gut möglich, dass ich mich in einigen Grauzonen bewege, aber die Welt besteht bekanntlich nicht aus schwarz und weiss und daran ändern auch alle Gesetze dieser Welt nichts. Meine Lebensdevise ist seit ich denken kann: Lebe jeden Tag so, dass Du ihn vor Dir selbst verantworten kannst!
Ich freue mich sehr über diese Einstellung. Nur zu oft höre ich Stimmen von wegen "Scheiss Staat" etc. von Möchtegern-Anarchisten, Teenie-Punks etc., die wohl glauben, dass andernorts Milch und Honig fliessen.
Wir alle tragen dazu bei, dass der Ort, an welchem wir leben, ein guter oder ein schlechter Ort ist. Darüber könnten wir nun natürlich auch noch lange diskutieren, aber dann wirds definitiv off-topic.
Je mehr Gesetze, desto mehr Verstösse, desto mehr Repressionen, desto mehr Verantwortung.
Da bin ich jetzt nicht ganz einverstanden mit der Verantwortung. FREIHEIT heisst Verantwortung (wer hat das damals gesagt? Marx?), nicht Repression. Je mehr Freiheiten man hat, desto mehr ist man verantwortlich für sein Tun.
Oder habe ich dich da jetzt falsch verstanden?
Ach ich sehe schon, man könnte stundenlang diskutieren, aber leider muss auch ich zwischendurch arbeiten.
Grüsse
Joshua