Höchst spannender Thread hier
Eigentlich hatte ich ja zu Anfang ne grössere Antwort im Sinne. Nachdem ich BuddhaNature's Post gelesen habe, durfte ich allerdings erfreut feststellen, dass das Meiste schon gesagt wurde
Nachfolgend noch einige Punkte:
Wir wollen alle irgend eine Art der Erfüllung.
Wohl wahr! Dies liegt m.E. in der Sehnsucht nach unserer wahren Heimat: Das spirituelle Reich Gottes (theistische Definition), transzendent, also jenseits von Vergänglichkeiten wie Polarität oder Raumzeit.
Die Seele SEHNT sich nach ihrer Heimat und SUCHT daher Erfüllung.
Die möglichen Wege dazu sind unendlich variabel; einige führen zurück nach Hause, manche (die meisten

) drehen sich im Kreis und andere führen in die Dunkelheit (und damit Lieblosigkeit)
Die meisten inkarnierten Wesen - selbst die feinststofflichen Lichtwesen der höchsten Dimensionen - leben allerdings einen x-beliebigen Mix dieser drei Möglichkeiten, den es kein zweites Mal gibt, da jede Seele individuell verschieden von allem ist (wenn auch gleichzeitig absolut eins mit allem).
Was also braucht es, um Schritte auf dem Weg zu diesem Ziel zu unternehmen? Das Ziel ist sehr hoch gesetzt und der Weg dorthin ist steinig und extrem mühsam zu bewältigen. Aus diesem Grund führen nur sehr kleine Schritte letztendlich zum Ziel. Was denkt ihr, wäre nötig und machbar?
Die Schritte sind - wie bereits erwähnt - unendlich variabel, allerdings gibt es - da bin ich überzeugt - "Richtlinien", welche direkt zurück an die Quelle führen.
Es gibt und gab seit je her Menschen, welche genau diese Richtlinien lehrten und v.a. VORLEBTEN. Einige Beispiele: Jesus, Buddha, Maria (puramaryam.de), Mohammed, Krisna, Sri Caitanya, Eremiten verschiedener Kulturen,...
Ihr aller Leben ist sehr schön auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen: Sie alle sehen in jedem Lebewesen dessen Kern; die spirituelle Seele als ewiger Teil Gottes. Sie alle führen ihr leben entsprechend...
Sie alle lieben jedes Wesen absolut bedingungslos. In den vedischen Schriften wird dies Bhakti genannt.
Definition:
yoga-vidya.de hat geschrieben:Bhakti heißt, in Gott sein. Bhakti ist das Fließen von Hingabe wie das Fließen eines Flusses. Bhakti ist Kontinuität von Hingabe, so wie Öl kontinuierlich aus einem Gefäß in ein anderes fließt. Bhakti ist das Hingezogensein des Jivas zu Gott, so wie die Nadel zum Magnet hingezogen wird.
Bhakti ist Liebe um der Liebe willen. Der Gläubige will Gott und nur Gott. Es liegt darin keine selbstsüchtige Erwartung. Es gibt auch keine Angst. [...] So hat auch der Gläubige nicht im mindesten Furcht vor Gott. Die Angst vor Vergeltung verschwindet in ihm. Er spürt, glaubt, denkt und stellt sich vor, daß sein Ishtam (Gott) ein Ozean von Liebe oder Prem ist.
Bhakti verändert den Menschen in Göttlichkeit. Sie infiziert den Gläubigen mit göttlichem Prem (Liebe). Sie gibt ihm ewige Befriedigung. Sie macht ihn vollkommen. Sie lenkt den Geist von Sinnesobjekten weg. Sie läßt ihn in Gott frohlocken.
Emotionale Erregung ist nicht Hingabe an Gott. Hingabe ist reine Liebe. Fanatismus ist keine Hingabe. Fanatismus ist Wahnsinn. Fanatismus ist bloße Erregung.
Bhakti ist nicht nur Emotionalität, sondern das Einstimmen sowohl des Willens als auch des Denkvermögens auf das Göttliche. Bhakti ist höchste Liebe zu Gott. Sie erblüht später zu Jnana. Sie führt zu Unsterblichkeit und Gottverwirklichung.
Bhakti ist die direkte Annäherung an das Ideal durch das Herz. Liebe ist jedem Menschen natürlich.
Ich gehe davon aus, dass wenn man also wirklich Bhakti lebt, es keine Rolle spielt ob man sich Gott bewusst ist oder nicht. Man wird unabhängig davon von Gott selbst zurück nach Hause "gezogen", da man EINS mit dem höchsten Willen Gottes - der gelebten Liebe - ist. Ebensowenig spielt es eine Rolle ob man asktetisch oder eremitisch lebt oder nicht, ob man reich ist oder nicht, ob man in einem KZ lebt oder in einem Märchenschloss, etcetera...
Das Leben von Bhakti macht frei von Identifikationen mit dem falschen Ich / Ego!
Bemerkenswert an Bhakti ist auch noch, dass wer Bhakti lebt, frei vom Karmagesetz ist, da er/sie jenseits von Karma (weil nicht aus dem falschen Ich heraus) handelt!
Dies darum zu erstreben wäre allerdings verhängnisvoll und ist daher zu unterlassen! ;o)
Dragonfly hat geschrieben:Die Christen haben ja da eine sehr festgefahrene Meinung, die ich eigentlich völlig daneben finde.
Ungerechtfertigte Unterstellung! Mit "
MONOTHEISTISCHE CHRISTEN" stimmt deine Aussage allerdings wieder
Zum Abschluss: Ich weiss, dass spirituelle Erleuchtung letztlich nur durch das leben von Bhakti kommt, denke aber, es ist einfacher spirituelle Erleuchtung als Eremit zu finden, denn als Stadtmensch. Einfach wegen der wesentlich unterschiedlichen Quantität von Dingen, welche die Aufmerksam auf sich ziehen wollen
Hoffe gedient haben zu können und es nicht zu lange wurde
Love & Light
Ps. Wem dies zuviel "Bhakti" war, dem sei hier noch ein synonym gereicht: Die Perfektionierung der Xing-Xing (Nach Meister Li)
