Da ich selbst Tourist in Thailand war möchte ich hier zuerst meine Eindrücke von der Reise zum Thema Tourismus ein wenig näher erläutern. Dies war meine erste Reise nach Thailand, so dass sich sehr viele neue Eindrücke festigen konnten. Schon als ich am Flughafen Bangkok angekommen bin, bekam ich erstmals einen Eindruck von der enormen Grösse des Flughafens. Als ich in der Wartehalle ankam, bot sich mir ein unglaubliches Bild: Überall Leute von verschiedensten Teilen der Welt irrten umher, um ihren Flug zu erwischen. Deutsche, Chinesen, Schweizer, Thais, Engländer, Afrikaner, einfach alles war vertreten. Kein Wunder bei einer Stadt, die beinahe so viele Einwohner wie die Schweiz hat.
Als ich dann mit meinem Gepäck hinaus ging winkten mir schon drei Taxifahrer freundlich zu, natürlich will jeder sein Geld verdienen. Also machte ich mich auf den Weg, die grosse Stadt Bangkok etwas näher zu erkunden. Nach einer zwanzigminütigen Taxifahrt erreichte ich mein Hotel im Zentrum von Bangkok. Der Taxifahrer verlangte umgerechnet etwa 6 Franken für die Fahrt, ein Klacks für uns Schweizer dachte ich und zahlte ohne gross über den Preis nachzudenken. Müde vom zwölfstündigen Flug begab ich mich in mein Hotel, wo ich schon freudig von drei Thailändern empfangen wurde, welche mir sofort mein Gepäck abnahmen und in mein Zimmer trugen. Ein Beweis für die sehr hohe Gastfreundschaft dieses Landes. Überwältigt von den ersten Eindrücken dieses Landes schlief ich zufrieden, dank der Klimaanlage, ein.
Die nächsten Tage erkundete ich Bangkok. Die unzählig vielen Märkte und Essstände überall an den Hauptstrassen waren das Paradies für einen hungrigen, neugierigen Touristen wie mich. Überall wurden einem kleine Köstlichkeiten für einen oft überteuerten Preis offeriert. Um einen guten Preis mit den Thailändern auszuhandeln, muss man schon eine gehörige Portion Geduld und Ausdauer mitbringen. Die Thais verlangten oft viel zu viel, weil sie natürlich sahen dass ich Tourist war. Also wollten sie natürlich so viel Kapital wie möglich erwirtschaften. Oft zahlt der Tourist das zwei bis dreifache, während von den Einheimischen der normale Preis verlangt wird. Nur mit ausreichend Geduld und Nachsicht erzielte ich schliesslich einen günstigen Preis, der mir angemessen schien. Dieses ganze Verhandeln um den Preis wiederholte sich an einem Tag auf dem Markt sicherlich fünfzehn bis zwanzig Mal, da man ja nicht nur um Essen verhandelt, sondern auch um den Preis für eine Taxifahrt oder ein Kleidungsstück. Mir gefielen die ganzen Verhandlungen, weil man so auch Kontakt mit den Einheimischen hat und anfängt ihre Kultur etwas näher zu verstehen. Nicht nur eine breite Auswahl an Essen wurde einem Angeboten, sondern auch unglaublich viele Kleider verschiedenster Topmarken. Von Sonnenbrillen, Hosen, Tragetaschen, Schmuck bis hin zu Sandalen und Schuhen liess sich alles finden. Ein Paradies für jede Frau und modebewussten Mann. Allerdings war mir klar, dass so gut wie alles gefälscht sein musste, da die Preise unglaublich tief waren. Dennoch waren es in meinen Augen sehr gut gefälschte Markenkleider.
Ein Muss für jeden Touristen ist der Königspalast in Bangkok mit seinen unglaublich prunkvollen dekorierten Tempeln und Wats. Ich hatte das Gefühl in eine ganz andere Welt einzutauchen als ich meine ersten Schritte durch den Palast machte. Ein anderes Hilight war der Besuch eines riesigen Einkaufszentrums mit integriertem Aquarium, wo man Haie, Rochen und viele andere verschiedene Arten von Fischen bestaunen konnte. Natürlich wurde auch hier Essen im Überfluss angeboten, mindestens 30 Gerichte wurden einem hier am Buffet gleichzeitig angepriesen. Das waren nur einige wenige Attraktionen Bangkoks, natürlich gäbe es noch viele weitere die Nennenswert sind, aber aus Zeitgründen ist es unmöglich all diese aufzuzählen.
Für viele Touristen interessant ist mit grosser Sicherheit das Nachtleben Bangkoks. Überall liessen sich Bars und Restaurants finden, da war wirklich für jeden etwas Passendes dabei. Vom Thairestaurant, zur Shishabar bis hin zu einem indisch-chinesischen Spitzenrestaurant; einfach alles war vorhanden. Natürlich gab es auch diverse Gogobars und Stripclubs. Auf meiner Reise durch Bangkok sind mir immer wieder die vielen Prostituierten aufgefallen, überall fast an jeder Ecke stehen sie, in der Hoffnung etwas Geld zu machen. Die Vorurteile die ich vor meiner Reise hatte, bestätigten sich immer mehr, je länger ich mich in dem Land aufhielt. Der Sextourismus war einfach nicht zu übersehen. Oftmals sah ich weisse Männer im Alter von etwa 60 Jahren mit Thaifrauen von schätzungsweise 20-25 Jahren zusammen, da muss man nicht besonders schlau sein, um zu sehen dass es da nur ums Geld geht. Auch ich wurde oftmals mit sehnsüchtigen Blicken überhäuft, welche mich allerdings weitgehend kalt liessen.
Berauscht von den Eindrücken Bangkoks flog ich für zehn Tage nach Koh Samui, einer Insel im südlichen Teil des Landes. Dort angekommen bezog ich zuerst einen Bungalow mit Meerblick im südöstlichen Teil der Insel. Auch auf Koh Samui war der Tourismus bereits sehr weit fortgeschritten, eine Hotelanlage folgte auf die Andere, sodass beinahe die ganzen Strände übersät mit Hotels und Bars waren. Wie auch immer, ich genoss diese Tage auf dem weissen Sandstrand liegend. Jedoch hatte man kaum für mehrere Stunden seine Ruhe, da sehr viele fliegende Händler den Strand hoch und wieder runter liefen, in der Hoffnung ihre Waren los zu werden. Unglaublich was dort alles angeboten wurde, Kleider, Essen, Glacé, Massagen, Manikür und am Abend Raketen und selbstgebastelte Heissluftballone. Kurz gesagt, als Tourist fühlte man sich einfach wohl, die Thais verstanden es einem jeden Wunsch von den Lippen ab zu lesen, sodass man manchmal das Gefühl hatte König zu sein. Zudem gab es sehr viele Ausflugsmöglichkeiten von Koh Samui, die extra für die Touristen erstellt wurden. So konnte man beispielsweise einen Platz für die mountain - safari tour buchen, in welcher man diverse Attraktionen (wie zum Beispiel: Elefantenreiten, Alligator - und Affenshow, Besuch eines Wasserfalls, Jeepfahrt, Tempelbesichtigung) der Insel zusehen bekam und eine Fahrt mit dem Jeep quer über die Insel geniessen konnte. Natürlich war das Essen und Snacks im Preis von umgerechnet 30 Franken inbegriffen.
Neben dieser Tour wurden auch viele andere Tagestrips angeboten wie zum Beispiel einen Ausflug in den Marine National Park, Fischen, Tauchen oder Schnorcheln auf der Nachbarinsel Koh Tao. Das Nachtleben auf Samui ist mit dem in Bangkok eigentlich gut vergleichbar, nur dass es auf Samui mehrere Bars und Restaurants direkt am Strand gab, was natürlich ein einmaliges Ambiente schuf. Zusammenfassend lässt sich sagen das Thailand für Touristen sehr viel zu bieten hat und es unglaublich viele Möglichkeiten gibt sich zu beschäftigen. Als Tourist wird man immer herzlich und freundlich empfangen, auch wenn es meistens nur des Geldes wegen ist. Natürlich sind nicht alle Gebiete Thailands touristisch so gut erschlossen, wie die von mir oben genannten Beispiele. Vor allem in Thailands Norden leben noch sehr viele arme Leute, welche vom Tourismus nicht so profitieren können wie die Thais im Süden.
Dennoch ist der Tourismus in Thailand eine willkommene Einnahmequelle für die Einheimischen, denn er bereichert ihren Lebens - und Qualitätsstandart, da enorm viel Geld von sehr vielen Touristen von überall auf der Welt ins Land fliesst. Ich habe jedoch das Gefühl, dass viele Thais, vor allem in den Touristengebieten wie Koh Samui, Phuket oder Krabbi, langsam aber sicher vom Tourismus abhängig werden. Diese Abhängigkeit kann jedoch langfristig nur eine Lösung sein, wenn ständig mehr und mehr Touristen nach Thailand kommen. Ich jedenfalls war fasziniert vom “Land des Lächelns” und würde sicher noch einmal eine Reise in diesen freundlichen Tropenstaat unternehmen.


