Ich hadere, etwas auszuwählen, weil irgendwie wäre alles möglich. Interessant ist, wenn man die Bevölkerungsentwicklung anschaut, die nach der industriellen Revolution und der Einführung der Dreifelder-Theorie im Agrarbereich anschaut.
Einzig die technologische Entwicklung machte es überhaupt möglich, mehr als eine Milliarde Leute zu ernähren. Hungerkatastrophen wurden durch Fäulnis, unbrauchbare Lagerung etc. ausgelöst und waren Jahrtausendelang ein Begleiter der Menschheit. Krankheiten wie die Pest taten ihr übriges, die Anzahl an Personen gering zu halten. Kriege allerdings eher nicht. Denn die Kriege mit den meisten Todsopfern waren 1912 und 1940, und obwohl sehr viele Leute starben, gab es immer noch sehr viele die überlebt haben. Krieg scheint also auf das Maximum (die maximal mögliche Anzhl Personen die gleichzeitig leben) einen weitaus geringeren Einfluss zu haben, als die Technologie. Ein weiterer Sprung war dann die Erfindung der Kühltruhe.
Wenn man den Planeten heute so anschaut, stellt man leicht fest, dass die 7 Milliarden, die es bereits hat, mit dem ernährt werden können, was produziert wird. Das Problem das wir aktuell haben, ist eine falsche Verteilung ausgelöst, durch Nahrungsmittelspekulanten und die Weltwirtschaft im Allgemeinen. Wen das interessiert, sollte ein Buch von Jean Ziegler lesen. Hunger ist somit einzig und allein ein Organisatorisches Problem.
Um auf die Zukunft zurückzukommen: ich denke wir können theoretisch problemlos 9 Milliarden Leute ernähren. Auch mehr, würde gehen, wofür es jedoch neuere Technologie braucht. Genetisch manipulierte Nahrungsmittel, die resistenter sind, und in ungewohnten klimatischen Landschaften angebaut werden können. Synthetisch hergestellte Nahrungsmittel, die tatsächlich nahrhaft sind. „Farmen“ auf dem Meeresboden. Algenproduktion.
Vom Platzbedarf her: wenn man an die weiten unbewohnten Flächen von Russland, Kanada und Südamerika denkt, so gäbe es Möglichkeiten Platz zu schaffen. Eine Erschliessung dieser Gebiete würde jedoch Ökologische Probleme hervorrufen, weil die Taiga und der Regenwald für die Sauerstoffproduktion wichtig sind. Allerdings sind auch die Algen auf den Ozeanen wichtig, ohne diese würde uns der Wald auch nicht mehr helfen. Weitere Möglichkeiten, die den Wald unangetastet lassen, wären Höhlensysteme, Metropolis-artige Städte und Städte auf dem Meeresboden. Hierfür benötigt man jedoch neuere Technologien. Selbst für Höhlensysteme: wenn man bedenkt wie lange es gedauert hat nur schon die NEAT zu bauen, so müssten wir quasi heute damit anfangen, um dann in 40 Jahren genug davon zu bauen.
Da wir zurzeit keine höheren Technologien besitzen, ist es vermutlich nicht möglich, dass mehr als 9 Milliarden gleichzeitig leben. Wie vor der Zeit vor 1800 reguliert sich die Grösse selbst, wenn es nichts zu Essen gibt. Afrika mag nun als Beispiel angeführt werden, dass die Selbstregulierung nicht ganz greift, allerdings ist das ein Irrtum. Es hat wenig zu Essen, aber nicht
zu wenig. Wie in Europa vor 500 Jahren, leben die Leute einfach am Limit. (Ausgelöst durch die falsche Verteilung der Nahrungsmittel seitens der Weltwirtschaft). In Indien und China, wo die Verteilung besser funktioniert, leben mehr Leute auf einer kleineren Fläche.
Ich habe vorhin geschrieben, dass Krieg keinen direkten Einfluss auf das Maximum hat. Dies stimmte insofern, als dass nach einem Krieg schnell wieder das Maximum erreicht war, und der „Überschuss“ durch die vorhandene Nahrung und Seuchen eingedämmt wurde. Denkt man jedoch an Atom- und Biowaffen, chemische Waffen und genetische Waffen, so könnte sich das künftig ändern. Radioaktivität und künstlich hergestellte Viren sind durchaus fähig, das Maximum rapide zu verringern. Da nicht ganz klar ist, ob die Welt sich eher so entwickelt, dass es zu einem Krieg zwischen Fernost und West, sowie Nord und Süd kommt, oder ob alle unter dem Mantel einer Weltregierung zusammenarbeiten, ist es auch nicht klar, ob solche Waffen jemals zur Anwendung kommen.
Falls ja, sinkt die Bevölkerung natürlich rapide, wobei ich nicht denke, dass die gesamte Menschheit betroffen ist. Wie gesagt, früher haben viel weniger Leute gelebt, und trotzdem gab es Kultur und Entwicklung. Unfälle und Terrorismus sind natürlich möglich, auch ohne Krieg – allerdings ist der „Impact“ einer einzelnen Atombombe oder das Verseuchen von Trinkwasser von einer einzelnen Stadt, etwas, das kaum ins Gewicht fällt (planetar gesehen). Zwar haben die heutigen Atombomben eine weit höhere Zerstörungskraft, als beispielsweise in Nagasaki andererseits sind diese zerstörerischeren Atomwaffen nicht in den Händen von Terroristen.
Von den Horrorszenarien einmal abgesehen; wenn also die Bevölkerung weiter wächst, und wir von diversen Seuchen verschont bleiben, könnte es sein, dass man künftig tatsächlich und nicht nur so rhetorisch von Politikern dahingesagt, die Gürtel enger schnallen müsste. Auch in Europa. Irgendwann ist jedoch das Maximum erreicht, und für mehr, benötigt die Menschheit neuere Technologie, allenfalls sogar die Erschliessung des Weltraums, was jedoch wiederum Ressourcen bedingt. Die wir unter Umständen für anderes brauchen. In diesem Zusammenhang (Ressourcen) zeigt sich die eigentliche Gefahr von Krieg: Es werden wichtige Materialien, die man eigentlich für wichtigeres (das Überleben) benötigt, verschwendet, um weitere Materialien zu gewinnen. Es ist also ein Nullsummenspiel, das noch dazu Leid und Zerstörung hervorbringt. Natürlich kann man argumentieren, dass Zerstörung dazu führt, dass man wieder aufbauen kann, was natürlich ganz dem kapitalistischen Denken entspricht, allerdings gehe ich davon aus, dass unsere nachfolgenden Generationen, etwas sparsamer mit den Ressourcen umgehen werden, und entsprechend Krieg keine Option mehr ist, um diese zu aquirieren.
Das ist natürlich irgendwie ein Hoffnungsvoller Gedanke, denn die einzige Möglichkeit Ressourcen zu gewinnen, ohne Krieg zu führen, ist Handel und Zusammenarbeit, was in den meisten Fällen auch der Forschung zugute kommt.
Trotz allem sollte die Menschheit aber künftig ein etwas ökologischeres Denken kultivieren, da uns sonst sozusagen der Boden unter den Füssen weggenommen wird. Wir kennen die Probleme, die Monokultur auslöst – weitere Probleme entstehen, wenn es keinen Sauerstoff oder kein Trinkwasser mehr hat. Ausser natürlich man könnte das künstlich herstellen, was jedoch oftmals mit hohem Energieaufwand verbunden ist, und/oder gar nicht möglich.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.