abraxas hat geschrieben:dasselbe gilt für die liebe. wer sich selbst nicht liebt, kann auch andere nicht lieben. das versteht man aber nur, wenn man es selbst erfahren hat.
von was für einer liebe sprichst du? von der liebe in einer liebesbeziehung?
von der nächstenliebe? von der liebe zu deinem kind? der liebe zu einer eigenschaft deiner person?
sind diese lieben nicht unterschiedlich? wenn nicht, müsste doch die liebe folgender definition entsprechen:
"Liebe (von mhd. liebe „Gutes, Angenehmes, Wertes“) ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist."
tut sie das, besteht bei liebe immer jemand, der vom liebenden verschieden ist. oder?
im falle der selbstliebe ist das aber nicht so. schließlich gibt es mich nicht zwei- sondern nur einmal.
was hat das für konsequenzen? entweder muss man die liebe anders definieren (und ich habe sie stets wie oben definiert) oder aber, mann muss für dieses positive gefühl zu sich selbst ein anderes wort finden.
das hat fromm auch getan, er nannte es einfach selbstliebe. bloß diese selbstliebe wird so aufgefasst, als ob das "selbst" außerhalb des selbst ist. aus einem unmittelbaren gefühl wird ein mittelbares -> wahrscheinlich fassen es die meisten dennoch völlig richtig auf, aber die begrifflichkeit ist einfach irreführend.
ich kann mich selbst mittelbar gar nicht lieben, weil ich nur unmittelbar existiere.
wenn man jetzt hier anderer meinung ist, z.b. du oli,
dann beschreib mal jetzt bitte deine Zuneigung zu dir selbst.
Dein Dich-Selbst-Wollen ... oder wie du von dir selbst angezogen wirst.
Kann ich (um bei der obigen def. zu bleiben) zu allen lebewesen die
stärkste Zuneigung haben?
Ist das überhaupt möglich?
Wir bekommen Schwierigkeiten mit den Definitionen.
Selbstliebe, Liebe, Nächstenliebe, Offenheit, Akzeptanz, Annahme ... all das und noch mehr wirkt und spielt eine Rolle.
die denkweise, wenn das nicht ist, folgt das, und wenn du über den pfad der pfinsternis nicht gehst, kommt auch die erlösung nicht, ist vereinfachend. ich denke die welt ist komplexer (damit meine ich die subjektive gefühlswelt), als das sie auf 2 begriffe
reduziert werden kann. ich erinner daran, dass du auch mal selbst von der entropie und der nicht existenz von werten gesprochen hast.
der gemeinsame nenner aller formen der lieben dürfte akzpetanz und anziehung sein. die frage ist nun, ob nicht anziehung anhaftung ist. im zen spricht man beispielsweise von einer freundlichkeit, und nicht von liebe. liebe ist wieder dualistsich. ausschließend. liebst du z.b. deine familie, ist diese liebe ausschließend. sie unterscheidet sich einfach von der liebe zu anderen dingen.
was versteht ihr eigentlich unter selbst?
wie würdet ihr euch selbst definieren?
im duden wird selbstliebe mit egoismus übersetzt. egoismus wird aber gleichzeitig als die ursache alles leids betrachtet.
der vorteil von einer selbstakzeptanz und annahme ist, dass man auch für andere handeln kann, ohne sich selbst anzuhaften.
grundsätzlich kann ich nachvollziehen was aber mit der selbstliebe gemeint ist (auch wenn ich mich selbst nicht liebe

). ich hoffe, ihr könnt aber auch nachvollziehen, warum die terminologie an dieser stelle sehr löchrig ist.