Wenn ich diese Menschen so sehe, komme ich immer wieder zum Gedanken, dass mit der richtigen Einstellung jeder Job und ist er auch noch so langweilig für einen stimmen kann. Gut, es ist in meinem Fall auch ein wenig dumm, so zu denken. Diese Tibeter haben keine in der Schweiz gültige Ausbildung, sprechen allesamt nur sehr gebrochen deutsch und werden somit wohl kaum eine Lehre oder irgendwie eine höhere Ausbildung machen können. Aber sie sind zufrieden damit. In meinem Fall ist es aber so, dass ich mit meiner Ausbildung doch eigentlich für Lehrstellen absolut in der ersten Wahl dabei sein sollte. Nach all den Absagen die ich erhalten habe muss ich aber ehrlich sagen, dass ich da wohl falsch lag. Natürlich könnte ich an die Uni oder an eine Fachhochschule, aber ach, nochmals jahrelang büffeln, kein Geld verdienen, tonnenweise Wissen in den Kopf rein beigen, das hatte ich 13 Schuljahre, davon habe ich definitiv genug! Das Beste wäre, ich könnte meine Kreativität irgendwie so ausleben, dass ich auch davon leben kann. Durch Musik, Kunst, was weis ich. Aber davon können ja die wenigsten leben heutzutage. Ja, ich bin auch eines dieser "Mitglieder der neuen Generation Typus KEINE PERSPEKTIVEN". Das muss ich jetzt irgendwie schmerzlich erkennen. Und ich glaube so gehts vielen heutzutage, immer mehr Menschen müssen sich ernsthaft fragen, was sie hier noch leisten wollen. Das ist ein grosses Problem unserer Gesellschaft.
Und irgendwie fasziniert mich auch diese ganze "Fuck the system-Mentalität", auch wenn sie absolut keine Lösung ist. Es ist ja wohl absolut nicht erstrebenswert, wie ein Strassenpunk auf der Gasse zu leben und sich jeden Tag von Prix Garantie-Bier zu ernähren. Aber irgendwie ist das doch auf eine Art auch so etwas wie "back to the roots", Reduktion auf das Essentielle, was für unsere Gesellschaft wiederum sehr erstrebenswert wäre. Ein solcher Lebensstil ähnelt ein Stück weit stark jener, die die Menschen vor Jahrtausenden praktiziert haben: Sie mussten jeden Tag aufs Neue auf die Suche nach Nahrung, im Winter mussten sie in der Kälte irgendwie überleben, sich in irgendwelche Höhlen zurückziehen, Feuer machen.
Da erwacht wieder jene Aufbruchsstimmung in mir, die ich schon im Thread "I have a dream" geschildert habe. Hach, wäre doch jetzt 1968 und ich würde mich irgendwo in Amerika in einer dieser Hochburgen des Hippietums befinden. Ja, ich war nicht dabei und kann mir somit schlecht vorstellen wie das wirklich war. Aber ich stelle mir vor, dass eine solche Bewegung mit ein bisschen spezifischeren Zielen (oder besser: zukunftsgerichteteren Zielen) heute sehr viel bewirken könnte (das hab ich schonmal gesagt, ich weis
Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich nur mal kurz einige Fragen in die Runde werfen bezüglich der Berufe der Mysticals:
- Was seit ihr von Beruf?
- Gefällt euch dieser Beruf?
- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive?
- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können?
- Wenn nicht, was wären eure Alternativen?
- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit?
- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf?
Und zu guter letzt:
- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)?




