hehe, ich war gerade bei meinem vater zuhause und schaute dort schnell die zeitung an "Bieler-Tagblatt" und es war ein riesenbericht über hoffmann und LSD darin

musste schnell meinem vater erklären wer er war und was LSD ist *grins*
und hier der bericht:
Und plötzlich dieses Glücksgefühl
Albert Hofmann, der Entdecker des LSD, feiert am Mittwoch seinen 100. Geburtstag. 1943 bastelte der Forscher bei Sandoz an chemischen Verbindungen des Mutterkorns - und entdeckte so die Psychodroge.
Urs Wüthrich
«Alles im Raum drehte sich, und die vertrauten Gegenstände und Möbelstücke nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt ... - Lag ich im Sterben? War das der Übergang?» Nein, das war er nicht, der Übergang vom Leben zum Tod. Denn der Mann, der diese Eindrücke vor über 60 Jahren erlebt hatte und sich noch heute gut daran erinnert, wird am nächsten Mittwoch 100 Jahre alt. Sein Name: Albert Hofmann, Entdecker des LSD.
Am 19. April 1943, um 16.20 Uhr, schluckt der Chemiker in seinem Labor beim Pharmariesen Sandoz in Basel 250 Millionstelgramm Lysergsäure-Diäthylamid und begibt sich auf den ersten LSD-Trip der Menschheitsgeschichte. 40 Minuten später wird ihm schwindlig, Angstgefühle und ein Lachreiz setzen ein. Dann schwingt sich der 37-jährigeForscher auf sein Velo und pedalt schwankend nach Hause. Dort packt ihn die Angst, wahnsinnig geworden zu sein. Er ruft einen Arzt. Aber der kann nicht helfen.
Hofmann erinnert sich in seinen Memoiren, was danach geschah: «Der Schrecken wich allmählich und machte einem Gefühl des Glücks Platz. Jetzt begann ich das unerhörte Farben- und Formenspiel zu geniessen. Kaleidoskopartig drangen bunte, fantastische Gebilde auf mich ein, in Kreisen und Spiralen sich öffnend - besonders merkwürdig war, wie sich alle akustischen Wahrnehmungen in optische Empfindungen verwandelten, etwa das Geräusch einer Türklinke, eines vorbeifahrenden Autos ...»
Vom Gift zum Heilmittel
Albert Hofmann kommt 1906 in Baden zur Welt. Nach der Schulzeit absolviert er eine kaufmännische Lehre, nebenbei büffelt er andere Fächer; er will die Matura nachholen. Als 20-Jähriger nimmt er an der Universität Zürich ein Chemiestudium auf, 4 Jahre später promoviert er mit Auszeichnung. Er wird für die Firma Sandoz tätig, der er bis zu seiner Pensionierung 1971 die Treue halten wird. Hofmann interessiert sich für Arzneimittelpflanzen und Pilze, ihn interessieren besonders die Stickstoffverbindungen des schwer giftigen Mutterkorns, ein Getreidepilz, der vor allem auf Roggenähren vorkommt und seit dem Mittelalter infolge der Beimischung ins Brotgetreide Tausenden von Menschen das Leben gekostet hat.
Ein Gift wird zur Droge
1938 isoliert der junge Chemiker den Grundbaustein der Mutterkorn-Alkaloide, die Lysergsäure. Diese versetzt Hofmann mit einer Reihe anderer Chemikalien - und findet schliesslich das LSD. Lange als Giftträger gefürchtet, mutierte das Mutterkorn allmählich zur Fundgrube für wertvolle Heilmittel. Heute werden Mutterkorn-Alkaloide unter verschiedenen Namen auf den Markt gebracht (etwa das Schmerzmittel Tonopan oder Methergin).
«Nicht harmlos»
In den ersten Jahrzehnten nach Hofmanns Entdeckung gilt auch speziell LSD als viel versprechendes Medikament, es wird unter anderem in der Psychiatrie und der Psychotherapie eingesetzt. Einige Forscher behaupten, dass mittels LSD Alkoholiker von ihrer Sucht befreit und unheilbar Kranke psychisch stabilisiert werden können. Ängste und Schmerzen würden gelindert. Bis Mitte der 60er-Jahre werden in Zeitschriften ermutigende Behandlungsergebnisse bei Tausenden von Patienten publiziert.
Die Euphorie von damals ist der Nüchternheit gewichen. «Heute wird LSD in der Psychiatrie nicht mehr eingesetzt», sagt Professor Hans-Ulrich Fisch, Direktor der Psychiatrischen Poliklinik an der Universität Bern. «Die Ergebnisse mit LSD in den 60er-Jahren waren nicht viel versprechend und alles andere als ermutigend», relativiert er das Potenzial der «Wunderdroge». Und: «LSD ist keine harmlose Substanz.»
«Kein Thema mehr»
Dass LSD laut Professor Fisch «eine gewisse Toxizität» aufweist, war der Woodstock-Generation allerdings wurst. Millionen von Hippies, Künstlern und ganz gewöhnlichen Menschen gingen auf den LSD-Trip. Allein über sieben Millionen Amerikaner hatten bis Anfang der 70er-Jahre LSD-Erfahrungen gesammelt, schätzte die US-Bundesbehörde für Drogen. Aber wie in der Medizin ist auch in Drogenkreisen der Konsum von LSD drastisch zurückgegangen. Diese Erfahrung jedenfalls hat Rita Hubrich, die Leiterin der Drogenberatungsstelle Contact in Bern, gemacht. «LSD ist für uns praktisch kein Thema mehr, es ist von anderen (Designer-)Drogen abgelöst worden.» LSD werde vielleicht noch in einem Prozent aller Anfragen im Zusammenhang mit Drogenproblemen thematisiert.
«Albert Hofmann ist mit seiner Entdeckung des LSD nie reich geworden», sagt sein Freund und Verleger Roger Liggenstorfer aus Solothurn. Die Patente lagen bei der Sandoz, sie erloschen 1963, und seither ist die Formel zur Herstellung von LSD jedermann zugänglich. In Solothurn befindet sich seit drei Jahren das LSD-Archiv, Roger Liggenstorfer besitzt die komplette Sandoz-Kollektion, welche sämtliche weltweit entstandenen LSD-Studien umfasst. Sie kann auf Voranmeldung bei Liggenstorfers Verlag Nachtschatten besichtigt werden.
Ein Buch und ein Symposium
Das neue Buch zum Thema erscheint am nächsten Dienstag, 10. Januar 2006: «Albert Hofmann und die Entdeckung des LSD», M. Brackers, R. Liggenstorfer, Verlag AT. Vom 13. bis am 15. Januar findet in Basel das Internationales Symposium zum 100. Geburtstag von Albert Hofmann statt. Mit dabei sind über 80 Bewusstseinsforscher, Drogenexperten, Pharmakologen, Künstler und Zeitzeugen aus aller Welt. Auch der Jubilar wird anwesend sein. Für Interviews stehe er aber nicht zur Verfügung, liess er gegenüber dieser Zeitung ausrichten. (sru)
http://www.bielertagblatt.ch/article.cf ... ob=7921310