Angenommen der freie Wille wäre ein selbstständig denkendes Wesen, so hätte der freie Wille selbst keinen freien Willen mehr, falls er vom Menschen in Besitz genommen würde. Umgekehrt wäre der freie Wille genauso wenig frei, wenn er nicht vom Menschen beansprucht würde, da er durch die Ablehnung sozusagen nicht von sich behaupten kann, jederzeit dem Menschen zugehörig sein zu können. Mensch und freier Wille dürfen übrigens hier beliebig mit "Du" und "Ich", Objekt und Subjekt, etc. ersetzt werden. Natürlich nur, sofern dies der freie Wille zulässt.
Vielleicht gibt es ja soetwas wie einen absoluten freien Willen, dies würde aber bedeuten, dass es auch einen nichtfreien Willen geben müsste, womit ich mich im Kreis drehe.
Ich glaube an die Fähigkeit zu wollen - ob dies aus dem "Innern" kommt oder von "äusseren" Faktoren bestimmt wird, hätte gar keine Bedeutung, falls "innen" = "aussen" gelten würde.
Gehe ich vom innen=aussen-Konzept aus, wäre es für mich logisch, dass positive, sowie negative Gefühle ansteckend wirken können. Trotz allem würde sich mir die Frage stellen, was genau positive und was negative Gefühle sind? Wo ist die Grenze von positiv/negativ? In einem Mörder würde es warscheinlich ein positives Gefühl auslösen, jemanden umzubringen, oder nicht? Wie kann ich mir nun sicher sein, dass ich mit meinen positiven Gefühlen nicht einen Mörder an das Gefühl erinnere, wie es ist jemanden umzubringen und ihn damit aus seiner negativen Welt, die er sich selbst auferlegt hat um eben niemanden mehr zu töten, herausreisse?
Mord ist natürlich ein sehr extremes Beispiel, aber ich will damit nur sagen, dass auch positive Gedanken negative Auswirkungen haben können. Liegt halt im Auge des Betrachters.
Wenn zu mir jemand sagt "Hey, du bisch en geile Siech", dann könnte das ehrlich (also positiv), aber auch ironisch (also negativ) gemeint sein. Selbst wenn es ehrlich gemeint wäre, könnte ich es ja ironisch verstehen, da ich vielleicht Mimik und Tonfall anders interpretiere als mein Gegenüber. Wie kann ich mir also sicher sein, dass ein von mir positiv empfundenes Gefühl, genauso positiv auf jemand anderen wirkt?
Die Aktion wird sicherlich irgendeinen Einfluss haben, ob dieser allerdings objektiv gesehen positiv sein wird, versuche ich erst dann zu beantworten, wenn ich wieder bei Gott bin
