Findet in der Wirtschaft "langsam" ein Umdenken statt?

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Nicolas
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Findet in der Wirtschaft "langsam" ein Umdenken statt?

Beitrag von Nicolas »

«In immer mehr Firmen wird meditiert»

Spirituelle Manager - laut Anna Gamma* gibt es immer mehr von ihnen. Weil die Wohlstandgesellschaft an ihre Grenzen stosse, so die Buchautorin.


EXPRESS:

• Anna Gamma findet, Zen habe in jeder Firma Platz.

• Sie hat ein Buch mit Zen-Übungen verfasst.

Anna Gamma, Sie richten sich in Ihrem neuen Buch an Menschen, die Verantwortung übernehmen; also auch an Geschäftsleute. Was bringt Zen (siehe Box) einem Manager, der unter Druck steht?

Anna Gamma: Zen hilft, schnell in einen Zustand der Entspannung zu kommen. Und das ohne komplizierte Anweisungen. Zen-Schüler - auch Männer und Frauen in Führungsposition - berichten, dass Zen ihren Tag und ihr Leben ins Lot bringe.

Ist das Leben vieler Menschen derart aus dem Gleichgewicht?

Gamma: Unsere Wohlstandsgesellschaft stösst derzeit an Grenzen. Viele merken, dass die wichtigsten Dinge des Lebens nicht zu kaufen sind. Gerade erfolgreiche Geschäftsleute kommen oft in ein Seminar, weil sie sich fragen: «Das kann doch nicht alles gewesen sein?» Der Auslöser kann aber auch ein Burnout-Syndrom oder eine Midlife-Crisis sein, in der sich plötzlich die existenzielle Lebensfragen erneut stellen.

Ist Zen also nur ein Bedürfnis unserer Zeit, eine Mode-Erscheinung?

Gamma: Nein, keinesfalls. Das Lassalle-Haus bietet Zen-Kurse erfolgreich seit den Siebzigerjahren an, oft mit Wartelisten. Da kann man wohl kaum von einer Mode-Erscheinung sprechen.

Warum ist Zen gerade für Menschen mit Verantwortung wichtig?

Gamma: Zen hilft uns zu erkennen, wer wir sind. Wer Verantwortung trägt, tut gut daran, sich über sich selbst im Klaren zu sein. Zudem fördert die Praxis des Zen Qualitäten, die in verantwortungsvollen Aufgaben von Nutzen sind wie Gelassenheit, Konzentration, Disziplin und Lebensfreude.

Wie funktioniert Zen in der Praxis?

Gamma: Die Übung ist sehr einfach: Mit übergeschlagenen Beinen sitzt man bewegungslos, mit offenen Augen auf einem Meditationskissen - bis zu acht Stunden am Tag. Das kann zur körperlichen Herausforderung werden. In der Meditation wird die Aufmerksamkeit ganz auf die Wahrnehmung des Atems gerichtet. Das klärt den Geist und bringt ihn in Einklang mit dem Körper.

Sie sind selber Geschäftsfrau in leitender Position. Wie nutzen Sie Zen?

Gamma:Zur Weisheit des Zen gehört, sich stets als Übende und Lernende zu verstehen. Dazu sind Zeiten der Stille und Selbstbesinnung notwendig. Wir beginnen beispielsweise im Lassalle-Institut jede Sitzung mit einer kurzen Zeit des Schweigens und die Arbeitswoche mit einer gemeinsamen Zen-Meditation.

Könnte dies auch für andere Firmen funktionieren?

Gamma:Es muss nicht immer Zen sein, doch kann diese Praxis einfach in Firmen integriert werden. Ich glaube, dass Zen in jeder Firma Platz hat, da Zen sich durch Offenheit auszeichnet und allen zugänglich ist, unabhängig von Glaubensrichtungen. Ein erfolgreiches Team zeichnet sich dadurch aus, dass die Mitglieder auch miteinander schweigen, sprich meditieren, können. Immer mehr Firmen integrieren eine meditative Praxis in ihre Firmenkultur. Die renommierte Steinbeis University Berlin beispielsweise hat einen Executive Master of Business Administration in «Geist & Leadership» in ihr Studienangebot aufgenommen.

Wie sind Sie zum Zen gekommen?

Gamma: 1976 zeigte mir eine Mitarbeiterin die korrekte Zen-Sitzhaltung. Zwei Jahre später besuchte ich meinen ersten Zen-Kurs im Lassalle-Haus. Heute ist Zen mein täglicher Begleiter.

Hinweis: * Anna Gamma (58) ist Geschäftsleiterin des Lassalle-Instituts in Bad Schönbrunn ZG und Autorin. Ihr jüngstes Werk heisst «Ruhig im Sturm, Zen-Weisheiten und Übungen, die zu innerer Sammlung und Klarheit führen»; erschienen im Kösel-Verlag, München, 33 Franken.

Mehr Infos auf http://www.lassalle-institut.org

Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 20.05.2008
"Frieden wird in die Herzen der menschen kommen, wenn sie ihre Einheit mit dem Universum erkennen."
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