@Dex
Also erstens Mal: vergiss das mit dem entschuldigen. Ich entschuldige mich, bin ich vorher nicht auf Deinen Beitrag eingegangen, aber im Geschäft ist das immer etwas schwierig. Was weder irgendwas entschuldigt noch rechtfertigt, nur halt mal äh benennt.
Nun aber möchte ich auf Deinen Beitrag eingehen, denn der hat ziemlich viel Inhalt und ist durchaus auch sehr passend zu diesem Thread. Dazu noch erwähnt: hat es in diesem Thread irgendwie zwei Themen, das eine die Öffnung gegenüber anderen (Topic 2) und das andere die Beschreibung von Sachen, Menschen, Situationen, die sind (Topic 1). Es hat dank Oxids Antwort auf meinen mittlerweile gelöschten Beitrag auch noch das Topic 3 worin es um die Gedanken geht. Dazu später mehr.
Also zu Deinem Beitrag, Dex.
Ich weiss nicht was dich betrübt, was dich bewegt, dich motiviert diese teile deiner Seele mit uns zu teilen.
Also was mich dazu bewegt, Topic 1 anzuschneiden ist: dass ich das am Sonntag Mittag erkannt habe, als ich versucht habe, eine Situation zu beschreiben, als die Musik aus war, und alle anfingen zu singen, gemeinsam, eine Situation, die wunderschön war, und hilfreich, und hehe auf eine Art hart, die aber eher herzlich war. Und jedes Mal wenn ich zum Sprechen ansetzte, und es versucht habe zu beschreiben, entglitten mir die Worte, denn die Worte waren banal und schal, gegenüber dem Gefühl, dass ich noch dazu gar nicht beschreiben musste, weil meine Gesprächspartnerin es genau gleich empfunden hat. Also es genügte bereits, ihr in die Augen zu gucken, dorthin zu zeigen und einen miip Laut von mir zu geben, um es zu beschreiben, das war jedenfalls besser, als alle Worte, so nett und wohlgefällig sie auch gewählt waren. Das war dann so der Auslöser, darüber weiter zu sinnieren und ich merkte bei ganz vielen Situationen und Menschen, auch so am nächsten und übernächsten Tag, wie unsinnig viele der Worte sind und immerzu waren, die ich fortlaufend sag(t)e. Auch Worte wie „ja voll“ wenn jemand etwas sagte, dass ich ähnlich empfand, statt aber zu sagen, wie ich es empfand oder einfach nur zu lächeln sagte ich mindestens 50x an diesem Wochenende „ja voll“ was ich so im Nachhinein einfach nicht für ganz voll nehmen kann.
Topic 2 ist ebenfalls mit dieser zuvor beschriebenen Situation verknüpft, weil ich… dazu muss man noch sagen, dass ich die Leute die dort sassen teilweise kannte, und alle einfach gern hab, ohne Grund, nicht weil sie so und so sind, oder weil sie das und das getan haben, und auch nicht weil sie da waren – oder doch, das schon, aber eben ohne Grund – ich mag sie einfach, ich bin gern in ihrer Nähe, fühle mich in deren Nähe geborgen, und auch einfach so angenommen, ohne etwas darstellen zu müssen. Trotz dieser Ausgangslage, war es mir an diesem Sonntag Mittag aber dennoch einfach nicht möglich, meinen Arsch dorthin zu bewegen und selber auch mitzusingen, mitzulachen, mich zu zeigen. (...) Jedenfalls hatte ich enorme Angst, obwohl es überhaupt keinen Grund dazu gab. Das wurde mir dann mit der Zeit und während ich die Landeklappen ausfuhr, langsam klarer, und ich weinte bitterlich, vor Freude, auch das ist nicht so wirklich einfach zu beschreiben. Und es wurde mir bewusst, dass ich einzig und allein mir selbst im Weg stehe einfach so zu sein, wie ich bin, und dass niemand irgendwas erwartet – nur ich selbst, anscheinend, irgendwas noch nicht kann. Vielleicht ist es auch nur Mut. Aber egal. Na jedenfalls wurde diese Erkenntnis, nachdem ich sie gewonnen hatte, dann auch bestätigt, als wir dann doch zu dieser Gruppe gingen, Brot geschenkt bekamen, Brot verteilten, Bier geschenkt bekamen und zusammen nach Hause gegangen sind. Das ist in meinen Augen deshalb möglich gewesen, weil diese uns nicht bewerteten, sondern einfach akzeptierten, wie wir da sassen, etwas abseits. Und es genauso akzeptierten, als wir uns langsam näherten. Ja nein akzeptieren ist auch wieder so ein Wort… na jedenfalls ist Topic 1 mit Topic 2 derart verwoben, da ich all diese Zeilen zwar schreiben kann, aber dennoch ist es mehr und anders gewesen, das empfinden, wie es war, lässt sich nicht beschreiben, ausser vielleicht mit den Worten: es war schön. Ohne „schön“ näher zu definieren. Besser gesagt: es IST gewesen.
Es gibt Menschen, die tun einfach gut. Wenn man sie nur schon sieht, wie sie aus der Hängematte hüpfen, und dann das Gefühl entsteht: „es ist alles gut“. Ähnlich oder sogar gleich, wie wenn man jemandem in die Augen blicken kann, und dasselbe empfindet: „es ist alles gut“.
Ist es falsch Selbstzweifel zu haben?
Nein. Es ist nicht falsch. Es zeigt einem manchmal ziemlich viel auf. Es zeigt mir, wenn ich ängstlich und schwach bin, oder gehässig und arrogant. Wenn ich unsicher bin, ist das okay – wenn ich mich aber von der Unsicherheit daran hindern lasse, mich zu öffnen, ist auch das okay – nur geht dann das Leben nicht weiter. Ist dann nurmehr Stillstand. Innere Blockaden überwinden, leben, lachen, lustig sein, auch mal traurig (damit hab ich nicht so Mühe, andere aber schon, Mühe ihre Gefühle zu zeigen, auch das ist schwierig, oder kann schwierig sein für diese Menschen).
Oder sollte man anstreben besser, dynamischer, sicherer und perfekter zu sein?
Auch! Denn wenn ich aufgebe, und lethargisch bin, so nutzt das nichts und niemandem. Zu allerletzt mir selbst. Es geht nicht darum, immerzu sicher und selbstsicher zu sein. Kaum jemand ist das wirklich, und doch gibt es Menschen, wie zuvor geschrieben, die einem Sicherheit und auch Freude geben, dadurch, dass sie sozusagen in sich selbst sind, indem sie einfach SIND. Das zu erreichen ist mein Ziel. Und das Ziel wird in erster Linie durch Gedanken, Erwartungen, manchmal auch Emotionen und Triebe, durch Vorurteile positiver wie negativer Natur, erschwert. Daher mein Angriff gegen gedankenlose Gedanken (Topic 3)
Sollte man sich bemühen von allen aktzeptiert zu werden?
Nein nicht von allen. Jene, die sagen wir mal, sehen können, oder SIND, die nicht werten und urteilen, die akzeptieren sowieso, bzw. eigentlich genau genommen akzeptieren sie noch nicht mal, das wäre ja auch schon eine Wertung, sie nehmen einen einfach so wie man ist. Habe das schon einige Male erlebt, manchmal auch von Menschen, von denen ich das nie gedacht hätte…
Was hat man davon?
Lebendigkeit, Austausch, Lieder singen, ein Kribbeln im Bauch, echte Emotionen. Anders gefragt: was haben die anderen davon? Dich selbst – ohne Dich fehlst Du….!
Ist sich selbst zu verstellen eine gute Variante ehrliche Freunde zu finden?
Nein. Eben nicht. Aber sich zu verkriechen genauso wenig.
Sollte man vielleicht nicht einfach versuchen sich selbst zu bleiben?
Ja, aber wenn ich Angst mein Leben bestimmen lasse, bin ich nicht ich selbst, bzw. nur ein sehr sehr kleiner Teil von mir selbst, und zeige damit nur gerade das oberflächlichste von mir, meine Mimik, meinen Körper, Kleidung, aber nicht mein inneres. Und das Innere gehört genauso zu meinem Selbst wie das äussere.
Und gibt es den anderen nicht das Recht es auch zu sein?
Ah ich glaube jetzt kapier ich erst was Du meinst: also eben nicht sich sagen: hey du musst aber offen sein, weil das schon wieder eine Erwartung, Zwanghaft und somit unnatürlich ist. Und eventuell sogar dazu führt, dass ich selbst auch so anfange zu werten, wenn andere mal nicht gut drauf sind, was natürlich Käse ist. Und genau das will ich ja überwinden, sowohl dann wenn ich gut drauf bin, andere so nehmen wie sie sind, als auch wenn ich selbst nicht so gut drauf bin, mich selbst anzunehmen wie ich bin.
Was ist wenn man sich nicht versteht?
Dann muss man es nicht erzwingen.
Sollten wir es nicht einfach aktzeptieren und den anderen seinen weg gehen lassen?
Jo. Was aber wenn Du dich verstehen würdest, wenn du nur reden könntest miteinander?
Entsteht durch diese Entwiklung nicht vielleicht das Umfeld, was man sich wünscht?
Auch wieder wahr – wobei ich denke, dass Menschen, die man grundlos mag, durchaus die Leute sind, die man sich als Umfeld wünscht. Geht jedenfalls mir so
@0x1d
Gedanken… Nun ja. Ich sehne mich nach einem Zustand des Geistes, worin ich zwar bewusst wahrnehme und auch bennennen kann, was um mich herum abgeht, einen Zustand worin ich sagen kann, mir ist kalt, oder warm, oder glücklich oder enttäuscht zumute, aber ohne dies zu bewerten, zu kategorisieren, einzuteilen, zu definieren ob es jetzt so oder so ist, also sagen wir mal von Herzen rufen „Yesss!“ wenn ein Lied läuft dass mir gefällt, oder dazu voll abzugehen, oder einem DJ sagen, hey merci für Din Sound, aber nicht definieren und urteilen. Und auch nicht über andere Menschen. Nicht versuchen jemanden zu beeinflussen indem ich ihm oder ihr komplimente mache, sondern höchstens spontan mal sagen, hey sooo e schöni jacke, ohne dass in meinem gehirnskasten irgendwelche gedanken dazu entstehen, welcher art auch immer. Ich will frei sein, unabhängig von meinen Zwängen, und auch niemand anderen zwingen oder aufzwingen. Sein. Annehmen was ist. Das sagen was tatsächlich ist (zum beispiel: hey es regnet, statt es isch es scheiss wetter). Und auch nicht nur ständig von selbstzweifeln geplagt zu sein, sondern einfach mal zu leben. Läb doch eifach! Als Mantra. Das Gehirn denkt dauernd. Egal wo wie was, ich laufe durch den Bahnhof und bin um etwa 1000 Vorurteile reicher, bzw. ärmer – weil ich seh was oder jemanden, höre ein Baby schreien, werde beeinflusst, von meinen eigenen Gedanken dazu, sei das jetzt „das ist gut“ oder „das ist schlecht“ – was doch beides Kacke ist. Es ist einfach. So wie es halt ist, was solls. Und ich will das nicht mehr, nicht mehr bewerten nicht urteilen, verdammen, vergöttern, bewundern, ablehnen, sondern annehmen und und und einfach nur sehen. Erkennen. Was wirklich ist. Ohne zusätzliche Gedanken.