Reisebericht
Verfasst: Sa 8. Mär 2008, 13:29
Vielleicht interessiert es ja jemanden, auch die Vorgeschichte(n) zu lesen, wie ich auf die Idee kam, und wie die Umsetzung war, etwas für mein Leben durchaus Aussergewöhnliches zu machen: eine Reise nach Indien.
Anfangs da war ein Gespräch irgendwann vor vielen vielen Jahren, über den Jakobsweg im Gange. Da wurde geträumt, da wurde erzählt, da wurden die Bücher gelesen, die heute wohl jeder kennt (ausser mir), weil es so anders war, so real, weil die Leute Träumer sind. "Ja das mach ich dann mal, da muss ich echt mal machen, das wäre schon schön", sagten sie alle, immer wieder. Einige haben es vermutlich tatsächlich getan, viele andere - so auch ich - blieben zuhause. Brauchten doch einen Job, brauchten das Geld, brauchten die DVD's, brauchten die Ablenkung, verbrauchten ihre Zeit.
Da war es stets ein schöner Gedanke, Ferien zu machen, in Goa. Nicht dem Land - die Partys sind gemeint. Denn an einer Goa, da verreist man, geht weg, vom Alltagstrott, hinein in eine Zauberwelt, gelebtes Märchen, Tanz und klingelnde Glöckchen, Seite an Seite mit den düsteren Seiten von Ablenkung und Suche. Inspiration und Zerfall. Ausbruch tat Not und ich brach mit den Partys, zog mich zurück, in den sicheren Hafen einer Beziehung, war einige Zeit zufrieden, machte meinen Job, verlor ihn, bekam einen Neuen, verlor die Freundin - wie das Leben halt so spielt.
Ganz allein, schüchtern und verworren, suchte ich wieder Anschluss, ans Leben, an die Märchen, an den Zauber der Musik, bekam ihn zu fassen, lebte ihn ganz, Kummer und Freude in vertrautem Tanz. Dann die Liebe, die immer wieder erschütterte, mich verwirrte, wusste nicht, ob ich dauern liebte oder gar nie, weil irgendwie, das war so seltsam, gab es so viele, liebevolle Menschen hier und da.
Die Liebe war es auch, die mich vorantrieb, in dem Sinn, dass sie mich in tiefste Täler der Selbstzweifel, aber auch die Gipfel der Selbsterkenntnis schubste, denn jedesmal, wenn ich sie spürte, da war alles gut, da war alles Licht und Tag und Hell - die Nacht, die Dunkelheit, der Schmerz folgte allzu schnell. Und doch war sie es, die mich lehrte, mich zu öffnen, klar, ich wollte da noch, viel zu oft und viel zu schnell, da wollte ich, war noch gefangen im "brauchen", weil ich wollte doch! Nicht allein sein, Zwei sein, geliebt sein und Liebe geben. Und doch, war dieses Wollen - war diese Sehnsucht, ein Mittel, ein Heilmittel, um Kontakt aufzunehmen, mit anderen Seelen. Und so traf ich denn auch, immer mehr Leute, sprach über viele Dinge.
Schritt für Schritt wurde mir klar, dass ich gar nicht so zufrieden war. Das Wechselspiel aus Ferien am Wochenende und dem Stollenbau unter der Woche, es war nicht erfüllend. Natürlich konnte ich mich selbst immer gut Täuschen, und so fand ich ausreden, wie zum Beispiel, ich arbeite um die Partys zu finanzieren, was zwar "richtig" war, wenn man es sozusagen Kausal betrachtet, nur... da gab es so ein Gespräch, als ich sagte, ja vielleicht kann ich ja dieses System sozusagen von Innen verändern, also indem ich anders bin, werden auch andere anders, worauf die Antwort kam: nein, entweder Du bist ein Teil des Mechanismus, oder nicht. Die Maschine bleibt Maschine, Du kannst entweder mitmachen, oder es sein lassen.
Und so überlappten sich die Ereignisse, und ich war noch immer irgendwie nicht ganz da, noch nicht so richtig angekommen in der einen Welt, aber auch noch nicht wirklich weg aus der anderen Welt, und schwebte sozusagen in einer Zwischenwelt, einem Zwielicht aus Selbstverleugnung und dem Wunsch mich zu finden. Doch glücklicherweise ist das Leben ein gütiger Lehrer, während ich also so zwischen den Welten rumdümpelte, erschuf das Leben derweil Synchronizitäten. Manche erkannte ich nicht, andere waren in Etwa wie wenn sich die Wolken auftun und jemand runterbrüllt, "guck mal DA!"
So traf ich denn wiederum Leute, Menschen, Geschichten und Lieder, die erzählten von Ausbruch und Einbruch, ins eigene Sein. Ich zog meine Schlüsse aus Fehlern im Geschäft, die tatsächlich ins Geld gingen, zog meine Schlüsse aus dem Betriebsklima, dass nicht zuletzt durch mich auch nicht immer eitel Sonnenschein war, kam schliesslich und endlich mal, zu dem Punkt, an dem ich sagte: jetzt reichts! Nicht etwa, oder zumindest nicht nur, weil die Firma mir nicht entsprach, sondern viel mehr, weil ich nicht der Firma entsprach. Ich hatte einfach keine Lust mehr, mein restliches Leben zu versuchen, Erwartungen zu erfüllen, die ich nicht erfüllen konnte, weil ich einfach nicht so bin, oder noch nicht, oder vielleicht nie. Ob ich zu gut oder zu schlecht war, darüber zu streiten, ist müssig. Es hat halt einfach nicht gepasst.
Und so beendete ich diese Farce, kündigte - noch dazu ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben, was im Grunde genommen genau das ist, wovon alle immer abraten, was auch vom RAV nicht eben gutiert wird, doch ich wollte nicht länger alles in meinem Leben davon abhängig zu machen, es "richtig" zu machen, ich wollte einfach nicht mehr das machen, was nicht richtig ist, für mich. Wie um diesem Gedanken zu wiedersprechen, suchte ich dann gleich wieder neue Jobs, und lustigerweise war der eine ein Traum, der schnell platzte und der andere so völlig absolut überhaupt nicht das, was ich kann und will, dass ich wieder einmal anerkennend dem Leben auf die Schultern klopfen musste: erneut hat es mir mal wieder deutlich gemacht, das Selbstbetrug nicht funktioniert. Davon abgesehen war's ein lustiges Bewerbungsgespräch.
Währenddessen traf ich eine Frau, die gerade auf dem Weg nach Indien war, und sie erzählte mir, wie einfach es sein kann, wenn man es sich nicht so kompliziert macht - und lebt, statt auf der Stelle zu treten. Indien. Oh ja von Indien hörte ich so manches. Ein halbes Jahr zuvor, erzählte mir eine Reisende, dass sie neun Monate in Indien lebt, und drei Monate arbeitet, um die neun Monate zu finanzieren. Kann "man" sich das vorstellen? Konnte ich es mir damals vorstellen? Kaum. Ich mein: hey, ich muss doch Abos zahlen, Wohnung, Steuern und und und, von dem vielen Geld, dass ich verdiente war Ende Monat kaum je irgendwas übrig geblieben, und was ich sparte, krallte sich der Fiskus, wie soll das bitte gehen? Für sie vielleicht, aber ich?! nein, da bin ich doch schon viel zu angepasst, viel zu sehr in der Mühle aus Leben und Partys, da auszubrechen, wär ja ganz nett, aber so unrealistisch, aber schön, schöne Vorstellung, schöne Imagination. Die Magie hinter der Erzählung war dennoch reizvoll, liess mich so ganz nicht los. Lebte in mir fort...
Da ich was Jobs angeht, eh nicht so recht wusste, was ich will, rechnete ich mal durch, wie viel Geld ich eigentlich habe, und wie viel ich brauche, und nach der Rechnung könnte ich diesen Jakobsweg ja endlich mal gehen. Zwei Monate könnte ich mir leisten, danach bräuchte ich einen Job. Das schien mir machbar.
Dann kamen in den Gesprächen neue Ideen auf, ganz verrückte Ideen, ich könnte ja die Wohnung künden. Was? das geht doch gar nicht! Ich mein hallo und dann? und das ganze Zeug in der Wohnung? und da bekam ich ein Geschenk zum Geburtstag: Einen Gutschein für eine Mulde. Den ganzen Kram entsorgen, den ich eh nicht brauche, und der seit 3 Jahren in meinem Keller steht... das weckte neue Möglichkeiten. Auf einmal war es gar nicht mehr so abwägig, die Wohnung aufzulösen. Und wenn ich sie auflöste, dann könnte ich ja auch länger verreisen... vielleicht gar nach Indien?
Und da traf ich meine Mutter mal wieder und sie überraschte, ja verblüffte mich mit den Worten: "ach das ist doch kein Problem, stell das Zeug bei uns unter, wir haben da noch etwas Platz und künd doch die Wohnung und wenn Du zurück kommst, kannst ja eine Weile bei uns wohnen". Und in diesem Moment wurde mir bewusst, wie einfach das alles ist. Dass es doch gar nicht so kompliziert ist. Just do it. Gesagt getan, Wohnung gekündigt und auf einmal rollte, oder floss es wieder.
Etwa drei Tage später, war mein Entschluss gefasst, tatsächlich länger zu verreisen, Indien spuckte mir im Kopf rum, Zauberhäxli war gerade in Thailand, andere flogen gerade nach Indien, und so fragte ich mich wohin? das Universum beantwortete mir die Frage. In einem Gespräch bei frühlingshaften 22° wurde mir erzählt, dass Indien schon etwas hart ist. Gerade wenn jemand, wie ich, keine Ahnung vom Reisen hat, Indien das ist krass, es zeigt einem so vieles, so viele Eindrücke, damit umzugehen, kann schwierig sein, Thailand bietet da schon einen etwas sanfteren Einstieg.
Und das gab für mich den Ausschlag: sanft, hatte ich es jetzt jahrelang. Immer den einfachsten Weg gehen, das konnte ich gut, nichts riskieren, immer schön vorsichtig... auf der Stelle treten halt. Und so entschloss ich mich für Indien, ohne auch nur ansatzweise, eine Ahnung zu haben, worauf ich mich da einlasse. Einfach mit der Idee im Hinterkopf: dort musst Du Dich mit Dir und der Welt auseinandersetzen, hast gar keine andere Wahl.
Kurz darauf trafen viele Menschen aufeinander, von denen viele schon gereist sind und während diesen Gesprächen, wurde Indien etwas porträtiert, es wurde diskutiert - ein Satz bleibt mir in Erinnerung: "in Indien kommt alles umgehend auf Dich zurück, das ist zwar in der Schweiz auch so, aber da gehts vielleicht eine Woche, in Indien, da machst Du was, und *bamm* kommt die Retourkutsche". Klingt verlockend...
Anfangs da war ein Gespräch irgendwann vor vielen vielen Jahren, über den Jakobsweg im Gange. Da wurde geträumt, da wurde erzählt, da wurden die Bücher gelesen, die heute wohl jeder kennt (ausser mir), weil es so anders war, so real, weil die Leute Träumer sind. "Ja das mach ich dann mal, da muss ich echt mal machen, das wäre schon schön", sagten sie alle, immer wieder. Einige haben es vermutlich tatsächlich getan, viele andere - so auch ich - blieben zuhause. Brauchten doch einen Job, brauchten das Geld, brauchten die DVD's, brauchten die Ablenkung, verbrauchten ihre Zeit.
Da war es stets ein schöner Gedanke, Ferien zu machen, in Goa. Nicht dem Land - die Partys sind gemeint. Denn an einer Goa, da verreist man, geht weg, vom Alltagstrott, hinein in eine Zauberwelt, gelebtes Märchen, Tanz und klingelnde Glöckchen, Seite an Seite mit den düsteren Seiten von Ablenkung und Suche. Inspiration und Zerfall. Ausbruch tat Not und ich brach mit den Partys, zog mich zurück, in den sicheren Hafen einer Beziehung, war einige Zeit zufrieden, machte meinen Job, verlor ihn, bekam einen Neuen, verlor die Freundin - wie das Leben halt so spielt.
Ganz allein, schüchtern und verworren, suchte ich wieder Anschluss, ans Leben, an die Märchen, an den Zauber der Musik, bekam ihn zu fassen, lebte ihn ganz, Kummer und Freude in vertrautem Tanz. Dann die Liebe, die immer wieder erschütterte, mich verwirrte, wusste nicht, ob ich dauern liebte oder gar nie, weil irgendwie, das war so seltsam, gab es so viele, liebevolle Menschen hier und da.
Die Liebe war es auch, die mich vorantrieb, in dem Sinn, dass sie mich in tiefste Täler der Selbstzweifel, aber auch die Gipfel der Selbsterkenntnis schubste, denn jedesmal, wenn ich sie spürte, da war alles gut, da war alles Licht und Tag und Hell - die Nacht, die Dunkelheit, der Schmerz folgte allzu schnell. Und doch war sie es, die mich lehrte, mich zu öffnen, klar, ich wollte da noch, viel zu oft und viel zu schnell, da wollte ich, war noch gefangen im "brauchen", weil ich wollte doch! Nicht allein sein, Zwei sein, geliebt sein und Liebe geben. Und doch, war dieses Wollen - war diese Sehnsucht, ein Mittel, ein Heilmittel, um Kontakt aufzunehmen, mit anderen Seelen. Und so traf ich denn auch, immer mehr Leute, sprach über viele Dinge.
Schritt für Schritt wurde mir klar, dass ich gar nicht so zufrieden war. Das Wechselspiel aus Ferien am Wochenende und dem Stollenbau unter der Woche, es war nicht erfüllend. Natürlich konnte ich mich selbst immer gut Täuschen, und so fand ich ausreden, wie zum Beispiel, ich arbeite um die Partys zu finanzieren, was zwar "richtig" war, wenn man es sozusagen Kausal betrachtet, nur... da gab es so ein Gespräch, als ich sagte, ja vielleicht kann ich ja dieses System sozusagen von Innen verändern, also indem ich anders bin, werden auch andere anders, worauf die Antwort kam: nein, entweder Du bist ein Teil des Mechanismus, oder nicht. Die Maschine bleibt Maschine, Du kannst entweder mitmachen, oder es sein lassen.
Und so überlappten sich die Ereignisse, und ich war noch immer irgendwie nicht ganz da, noch nicht so richtig angekommen in der einen Welt, aber auch noch nicht wirklich weg aus der anderen Welt, und schwebte sozusagen in einer Zwischenwelt, einem Zwielicht aus Selbstverleugnung und dem Wunsch mich zu finden. Doch glücklicherweise ist das Leben ein gütiger Lehrer, während ich also so zwischen den Welten rumdümpelte, erschuf das Leben derweil Synchronizitäten. Manche erkannte ich nicht, andere waren in Etwa wie wenn sich die Wolken auftun und jemand runterbrüllt, "guck mal DA!"
So traf ich denn wiederum Leute, Menschen, Geschichten und Lieder, die erzählten von Ausbruch und Einbruch, ins eigene Sein. Ich zog meine Schlüsse aus Fehlern im Geschäft, die tatsächlich ins Geld gingen, zog meine Schlüsse aus dem Betriebsklima, dass nicht zuletzt durch mich auch nicht immer eitel Sonnenschein war, kam schliesslich und endlich mal, zu dem Punkt, an dem ich sagte: jetzt reichts! Nicht etwa, oder zumindest nicht nur, weil die Firma mir nicht entsprach, sondern viel mehr, weil ich nicht der Firma entsprach. Ich hatte einfach keine Lust mehr, mein restliches Leben zu versuchen, Erwartungen zu erfüllen, die ich nicht erfüllen konnte, weil ich einfach nicht so bin, oder noch nicht, oder vielleicht nie. Ob ich zu gut oder zu schlecht war, darüber zu streiten, ist müssig. Es hat halt einfach nicht gepasst.
Und so beendete ich diese Farce, kündigte - noch dazu ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben, was im Grunde genommen genau das ist, wovon alle immer abraten, was auch vom RAV nicht eben gutiert wird, doch ich wollte nicht länger alles in meinem Leben davon abhängig zu machen, es "richtig" zu machen, ich wollte einfach nicht mehr das machen, was nicht richtig ist, für mich. Wie um diesem Gedanken zu wiedersprechen, suchte ich dann gleich wieder neue Jobs, und lustigerweise war der eine ein Traum, der schnell platzte und der andere so völlig absolut überhaupt nicht das, was ich kann und will, dass ich wieder einmal anerkennend dem Leben auf die Schultern klopfen musste: erneut hat es mir mal wieder deutlich gemacht, das Selbstbetrug nicht funktioniert. Davon abgesehen war's ein lustiges Bewerbungsgespräch.
Währenddessen traf ich eine Frau, die gerade auf dem Weg nach Indien war, und sie erzählte mir, wie einfach es sein kann, wenn man es sich nicht so kompliziert macht - und lebt, statt auf der Stelle zu treten. Indien. Oh ja von Indien hörte ich so manches. Ein halbes Jahr zuvor, erzählte mir eine Reisende, dass sie neun Monate in Indien lebt, und drei Monate arbeitet, um die neun Monate zu finanzieren. Kann "man" sich das vorstellen? Konnte ich es mir damals vorstellen? Kaum. Ich mein: hey, ich muss doch Abos zahlen, Wohnung, Steuern und und und, von dem vielen Geld, dass ich verdiente war Ende Monat kaum je irgendwas übrig geblieben, und was ich sparte, krallte sich der Fiskus, wie soll das bitte gehen? Für sie vielleicht, aber ich?! nein, da bin ich doch schon viel zu angepasst, viel zu sehr in der Mühle aus Leben und Partys, da auszubrechen, wär ja ganz nett, aber so unrealistisch, aber schön, schöne Vorstellung, schöne Imagination. Die Magie hinter der Erzählung war dennoch reizvoll, liess mich so ganz nicht los. Lebte in mir fort...
Da ich was Jobs angeht, eh nicht so recht wusste, was ich will, rechnete ich mal durch, wie viel Geld ich eigentlich habe, und wie viel ich brauche, und nach der Rechnung könnte ich diesen Jakobsweg ja endlich mal gehen. Zwei Monate könnte ich mir leisten, danach bräuchte ich einen Job. Das schien mir machbar.
Dann kamen in den Gesprächen neue Ideen auf, ganz verrückte Ideen, ich könnte ja die Wohnung künden. Was? das geht doch gar nicht! Ich mein hallo und dann? und das ganze Zeug in der Wohnung? und da bekam ich ein Geschenk zum Geburtstag: Einen Gutschein für eine Mulde. Den ganzen Kram entsorgen, den ich eh nicht brauche, und der seit 3 Jahren in meinem Keller steht... das weckte neue Möglichkeiten. Auf einmal war es gar nicht mehr so abwägig, die Wohnung aufzulösen. Und wenn ich sie auflöste, dann könnte ich ja auch länger verreisen... vielleicht gar nach Indien?
Und da traf ich meine Mutter mal wieder und sie überraschte, ja verblüffte mich mit den Worten: "ach das ist doch kein Problem, stell das Zeug bei uns unter, wir haben da noch etwas Platz und künd doch die Wohnung und wenn Du zurück kommst, kannst ja eine Weile bei uns wohnen". Und in diesem Moment wurde mir bewusst, wie einfach das alles ist. Dass es doch gar nicht so kompliziert ist. Just do it. Gesagt getan, Wohnung gekündigt und auf einmal rollte, oder floss es wieder.
Etwa drei Tage später, war mein Entschluss gefasst, tatsächlich länger zu verreisen, Indien spuckte mir im Kopf rum, Zauberhäxli war gerade in Thailand, andere flogen gerade nach Indien, und so fragte ich mich wohin? das Universum beantwortete mir die Frage. In einem Gespräch bei frühlingshaften 22° wurde mir erzählt, dass Indien schon etwas hart ist. Gerade wenn jemand, wie ich, keine Ahnung vom Reisen hat, Indien das ist krass, es zeigt einem so vieles, so viele Eindrücke, damit umzugehen, kann schwierig sein, Thailand bietet da schon einen etwas sanfteren Einstieg.
Und das gab für mich den Ausschlag: sanft, hatte ich es jetzt jahrelang. Immer den einfachsten Weg gehen, das konnte ich gut, nichts riskieren, immer schön vorsichtig... auf der Stelle treten halt. Und so entschloss ich mich für Indien, ohne auch nur ansatzweise, eine Ahnung zu haben, worauf ich mich da einlasse. Einfach mit der Idee im Hinterkopf: dort musst Du Dich mit Dir und der Welt auseinandersetzen, hast gar keine andere Wahl.
Kurz darauf trafen viele Menschen aufeinander, von denen viele schon gereist sind und während diesen Gesprächen, wurde Indien etwas porträtiert, es wurde diskutiert - ein Satz bleibt mir in Erinnerung: "in Indien kommt alles umgehend auf Dich zurück, das ist zwar in der Schweiz auch so, aber da gehts vielleicht eine Woche, in Indien, da machst Du was, und *bamm* kommt die Retourkutsche". Klingt verlockend...