Seite 1 von 4
transzendentale religionen des todes
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 13:31
von altered
ich möchte hier mal eine religions philosophische diskussion anstacheln. zwar möchte ich die these diskutieren, dass viele religionen, religionen des todes sind (christentum, buddhismus, islam...).
damit meine ich, das in all diesen religionen das diesseitige leben als dem jenseitigen leben (himmel, hölle, nirvana...) untergeordent angesehen wird.
zwar bildet der buddhismus eine kleine ausnahme, da gibt es kein jenseitiges leben, das nirvana ist gar ein auflösen im nichts (was irgendwie noch schlimmer sein könnte).
dieser transzendentale ansatz vieler religionen ist meiner meinung nach gefährlich und ist eine entwürdigung des menschlichen daseins auf erden.
er wird gar missbräuchlich benutzt um zB märtyrertum rechtzuferigen.
wie steht ihr zu der sache? glaubt ihr an irgendwelche dieser religionen? versteht ihr die religionen anders als ich? kennt ihr religionen wo das leben im zentrum steht und nicht einem jenseitigen untergeordnet wird?
freue mich auf eure antworten.
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 14:02
von Kollegoli
aso ich stimm dir diesbezücklich zue, altered.
mir gfallt das "unterordne under de tod" voll nöd.
einersiits chas ja mensche, denes voll dreckig gaht hälfe, im sinn vo, dasses irgendwann besser wird; also hoffnig gäh.
aber ich denk, viel usschlaggebender sind die manipulative aspekt vo dem aspekt:
-es dient zum teil zur rechtfertigung für mord: wenn en schuldige hiigrichtet wird, isches eh in ornig, falls es en unschuldige trifft, isches ja e erlösig für dää (de aspekt findet anschiinend zimli hüfig awendig)
-lüüt denes mies gaht hoffed uf es bessers lebe nachem tod; anstatt alles für das lebe zgäh
usw.
dieser transzendentale ansatz vieler religionen ist meiner meinung nach gefährlich und ist eine entwürdigung des menschlichen daseins auf erden.
das triffts würkli sehr guet und das findich au.
imho chunnts jetz gar nöd druf a, was nacher isch. es ändered eh nüt. ich persönlich glaub dass euses lebe mit em tod ended. glaube dass dann eifach fertig isch - schluss, aus, finito. ich wür sogar säge, dass das was mir seel nänned unwiederrueflich zu eusem körper ghört (also au en teil vo eusem körper isch) und mitem körper stirbt. fü mich gids au kei höherstellig vo de sell über de körper - beides isch im grund gno "nur" eis.
ich sueche au nöd nach dem, was det wiiit obe ide sterne isch, sondern nach dem was tüüf i mir und nebemir isch....
imho gids sache die wird de mensch
nie chöne erchlääre, was für mich heisst, dasses au gar kein sinn macht, das konkret zversueche. wens nötig wär, zwüsse vo wo mir chömed und wo hii mir gönd, dann wär eus das wüsse wohl mitgäh worde vo de "natur" oder so.
kennt ihr religionen wo das leben im zentrum steht und nicht einem jenseitigen untergeordnet wird?
nei, so uf ahiib nöd.
ich bin im netz mal uf e religion gstosse... die näned sich "baha'i"...
det gids eis "gebot", wo mir bsunders gfallt, das vonere religion zghöre. es luutet:
Die Religion muss die Ursache der Einigkeit und Eintracht unter den Menschen sein. Religion, die zu Zwietracht oder gar Gewalt führe, gilt als Missbrauch der Religion. Wenn Religion zu Zwist und Uneinigkeit führe, so Abdu'l Baha, sei es besser, auf sie zu verzichten.
au die andere "gebot" unterscheided sich schwer vo anderne weltreligione (zumindest vo dene woni kenn)
da chönder meh drüber lese
http://de.wikipedia.org/wiki/Bahai#Ethi ... s.C3.A4tze
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 14:40
von Waldfrieden
ähem...
also zeig mer nor ein text, egal us welle wältreligion oder naturreligion wo stoht, das mer dörf töde...
das werd lediglich vo par radikale lüt so intepretiert.
und ech ben 100% dervo öberzügt das nach em "tod" ned de tod chont- han scho z vell erläbt um das z "wösse".
en religion wo ned nach em ne läbe nochem tod glaubt kenn ech ned. hm, ech dänke lüt wo spirituell send und sech au werkli druf i lönd eröbrigt sech au die frag nach em ne läbe nach em tod.
ach ja: also ech befasse mech sehr starck met em keltetum, druide und so wie au met em schmanismus. för mech bisher s einzig "rechtig". ech betrachte d bibel und de koran als gueti büecher, werd aber durch "falschi" lüt veränderet. s buech sälber esch no guet, jedoch das drunume (nenne mer das ganze mol religion) passt mer ned und werd oft flasch usgleid.
s keltetum hed z.b. kei büecher gschrebe: es god um sälbsterfahrige. d.h je nach ort, tageszit etc ergänd sech anderi sache. esch no schwerig so chorz z erkläre...
und nomol d edith: ond schlossändlech stoht i jedem buech öppe slgich: nächstenliebe etc... fende das emmer weder spannend das mer emmer weder uf die gliche pönkt chömed, trotz verschedne religione (mormone, moslem und katholike und ech

)
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 14:55
von altered
es stoht zwar nid das me dörf anderi töte, aber die meiste religione behoupted me sött sini trieb (s fleisch) abtöte bzw im geist unterordne. und das isch für mich en abtötig vo essentielle menschliche funktione.
s beste biispil dodefür isch die christlechi forderig nach askese, vorallem wenn es um d sexualität goht. sex eifach zum spass isch en sünd. das goht mit mim persönliche gloube eifach nid überii, eg finde das grad sex eini vo de befreiendste, mystischte und schöönste phänomen isch wo em mensch i sim lebe geh sind (vorusgsetzt es esch zum wohl und im iiverständnis vo beidne partner). und genau das wird zum biispil oft vertüüflet, will jo die fleischlechi siite vom mensch ihn nur vo der geistleche ablenkt (und gott das nid will oder so)
genauso wie der mensch als gotteswese definiert wird und somit erstens d verantwortig weg vom mensch gnoh wird und zweitens die menschlechi freiheit beschnitte wird (muess aber zuegeh das die gedanke noni ganz vollendet i mir sind also widersprich ich mir do vellecht)
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 14:57
von ( (( {-_{-_-}_-} )) )
ich kann nicht feststellen, dass irgendeine religion das leben "entehrt"... klar, das thema tod ist einfach wichtig! manch einer möchte es lieber bis zu diesem zeitpunkt verleugnen oder vergessen... na dann soll er doch!
aber es hat doch nichts mit entehrung zu tun, wenn ich mir hier im leben gedanken über den tod mache...deshalb stelle ich den tod ja nicht über das leben...
den grundgedanken des buddhismus hast du glaube ich nicht so ganz durchdrungen... ein "nichts", so wie du das offensichtlich verstehst, gibts im buddhismus nicht... und kein buddhist würde das nirvana über das diesseitige leben stellen, denn im grunde gibts diese trennung nicht... sind nur paradoxe wortspiele... nirvana ist hier und jetzt, nicht dort und dann... jeder buddhist würde dir sagen, dass diese dualität nur in der sprache vorhanden ist (und dort auch notwendig ist, sonst könnte man nicht über solche dinge kommunizieren), nicht aber in der erfahrung des lebens selbst, also im sein an sich...
den buddhismus als jensseitsorientiert oder gar nihilistisch zu betrachten ist einfach falsch... ganz im gegenteil, ich würde sogar sagen, dass der buddhismus die religion ist, die das leben an sich am genausten unter die lupe nimmt...und dabei die grenzen zwischen leben und tod auflöst...
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 15:33
von altered
den grundgedanken des buddhismus hast du glaube ich nicht so ganz durchdrungen...
da hast du allerdings recht. aber ich versuche ihn zu verstehen.
vielleicht kannst du mir ja irgendwelche texte oder bücher empfehlen (wie ich sehe hast du etwas mehr erfahrung/wissen über solche sachen). wäre sehr froh drumm, da es mir hier nicht darum geht den buddhismus anzugreifen, ich möchte nur meine augenblickliche meinung (die vom zustand der vollendung weit entfernt ist) von der sache widergeben. bin wirklich froh über deine kritik.
du sprichst auch eins meiner grossen mankos an, ich bin sehr auf das geschriebene wort fixiert (eine übliche krankheit der philosophen). und ich bin mir bewusst das die religionen auch an ihrer praktischen/gelebten seite gemessen werden sollten. aber mein ziel ist es auch nicht (ich masse mir nicht an)christen/buddhisten in ihrer lebensweise zu kritisieren (welche in beiden religionen zum teil weit von den vorgaben ihrer schriften abweichen), ich richte mich viel mehr auf das system christentum/buddhismus, das durch seine schriften verkörpert wird.
wenn du sagst das extremisten/fundamentalisten diese schriften missbrauchen, ist das auch ein hinweis darauf, das diese schriften nicht befriedigend genug formuliert wurden. ich denke das rührt daher das unsere alltagssprache nicht logisch perfekt ist und desshalb immer zweideutigkeiten beinhält. aus dem grund ist eine solche analytisch philosophische betrachtung der religiösen schriften unumgänglich und ein "brand new testament" möglicherweise notwendig.
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 15:46
von altered
und ich komme einfach nicht drum herum die christliche anschauung des diesseitigen lebens, als dem jenseitigen unwürdiger zu betrachten.
die letztbegründung der christlichen ethik in gott und in der angst vor der hölle. ist ein unauflösliches dogma des christentums.wer das leugnet ist kein christ im konventionellen sinn.
und aus dieser letztbegründung hraus lassen sich viele sündenfälle ableiten, die eigentlich keine sind.
das weltliche vergnügen ist für einen christen eine sünde (oder willst du das bestreiten?), das leiden christi am kreuz ist die utopie des christlichen wegs (so scheint es mir zumindest aus dem was ich in der bibel und dem feld christlicher moralphilosophen herauslese).
und eine religion, die das leiden über das glück stellt, ist für mich eine entwürdigende religion
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 16:14
von Waldfrieden
altered hat geschrieben: ich richte mich viel mehr auf das system christentum/buddhismus, das durch seine schriften verkörpert wird.
.
vieleicht ist dies dein problem.
ich bin auch nicht katholisch gläubig sondern, wie gesagt glaube ich an dasselbe wie die indianer und kelten die im grunde genommen einen sehr, sehr ähnlichen glauben hatten.
ich denke dir hier die einzelnen religionen näherzubringen ist sinnlos, das ist imho etwas das du schon selber tun musst.
ich denke auch um zu verstehen muss man das bisherige, gerade von der röm. kath. kirche auferzwungene denken ablegen. es ist nicht alles gut/böse, schwarz/weiss...
das die bücher neu geschreiben werden müssen bezweifle ich. hat sicherlich auch damit zu tun, dass die bücher übersetzt wurden.
und schau dir nur mal unsere gesetze an (ich bin kein jurist) aber du wirst immer wieder etwas finden das du zu deinen gunsten drehen kannst.
und gerade beim thema religion denke ich ist es nich wie ein buch über bären wo man drin lesen kan und einen aha effekt hat, es benötigt viel mehr zeitaufwand: eine lebenseinstellung/lebensschule und der man auch nach innen sehen muss
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 16:17
von Waldfrieden
altered hat geschrieben:
die letztbegründung der christlichen ethik in gott und in der angst vor der hölle. ist ein unauflösliches dogma des christentums.wer das leugnet ist kein christ im konventionellen sinn.
und aus dieser letztbegründung hraus lassen sich viele sündenfälle ableiten, die eigentlich keine sind.
wie gesagt: die christliche kirche verkörpert für mich nicht die bibel.
alleine der reichtum, inakzeptanz gegenüber andern religionen und so weiter.
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 16:34
von altered
schau dir nur mal unsere gesetze an (ich bin kein jurist) aber du wirst immer wieder etwas finden das du zu deinen gunsten drehen kannst
das ist sicherlich wahr, aber unsere gesetze sind nicht dogmatisch, das heisst sie können geändert werden sie erheben nicht den anspruch volkommen und auf alle ewigkeit gültig zu sein. das gesetzbuch das wir heute haben war vor 100 jahrten anders, die bibel nicht.
ausserdem hat jeder die freiheit die gesetze mitzubestimmen dank unserer demokratischen verfassung. die bibel bleibt wie sie ist und schon seit 100ten von jahren war.
du sprichst an, das du an das glaubst was die indieaner und kelten glauben. was ist den das, wie sieht der glaube denn aus? und inwiefern spielt der tod und das leben in dieser (diesen) religionn eine rolle?
Verfasst: Mi 31. Jan 2007, 16:57
von Waldfrieden
altered hat geschrieben:
du sprichst an, das du an das glaubst was die indieaner und kelten glauben. was ist den das, wie sieht der glaube denn aus? und inwiefern spielt der tod und das leben in dieser (diesen) religionn eine rolle?
phu.... ich schreib mal so die eckpfeiler. wenn jemand fehler findet bitte melden, bin auch noch nicht so lange bei den kelten:)
also: eine wichtige rolle besteht zum beispiel in der zahl drei:
es gibt nich gut böse, liebe hass, sondern stets drei: also z.b. liebe-gleichgültigkeit-hass, tag-dämmerung-nacht. da gibts noch tausende andere beispiele. hab mir übrigens sagen lassen das dies in der bibel auch so stehen soll.
alles ist göttlich: wenn du z.b. wenn du eine pflanze zum heilen nimmst ist es nicht der inhaltsstoff der dich heilt, sondern der geist der pflanze. das ganze ist alles sehr auf geister und götter bezogen.
die kelten waren eine naturreligion, so hatten auch die bäume, blumen etc ihren einfluss und gabenihnen visionen. könnte hier noch viel mehr schreiben, würde aber zu weit gehen. wenn du nähere fragen hast frag einfach.
zum tod hatten die kelten einen ungezwungenen umgang:
wie die sonne an der sommersonnenwende stirbt (sie geht runter) so erwachst sie am 21. dez wieder. es ist also ein ewiger kreislauf, und für die kelten war klar dass der tod nicht das ende bedeutet.man konnte sogar kredite über den tod hinaus aufnehmen. die römer hatte angst vor den kelten, weil gewisse kelten splitternackt in den krieg zogen, sie hatten keine furcht, denn der tod ist nur ein übergang.
etwas sehr wichtiges waren natürlich die rituale: von volmond über leermond über die sommsonnenwende und die sommerwinterwende gab es noch viele andere feste oder rituale.
bei den indianern war es eigentlich ähnlich, allerdings haten sie, bedingt durch andere umgebungen, pflanzen etc andere rituale.
die keltische religion ist also sehr nach region abhängig, die die kräuter auch immer andere wirkungen hatten, je nach boden, klima etc, daher gibt es für sie nicht DIE religion die für alle stimmt.
da gibt es noch tage wie halloween, an denen man mit den toten ikontakt treten konnte, ja halloween ist ursprünglich ein keltischer "feiertag". und die anderswelt war immer hier und jetzt. wie wenn du träumst bist du auch hier, und doch an einem ganz anderen ort. dazu gibt es tausende von geschichten.
freue mich auf eure antworten
Verfasst: Do 1. Feb 2007, 02:07
von %A%
altered hat geschrieben:wie steht ihr zu der sache? glaubt ihr an irgendwelche dieser religionen? versteht ihr die religionen anders als ich? kennt ihr religionen wo das leben im zentrum steht und nicht einem jenseitigen untergeordnet wird?
freue mich auf eure antworten.
Mal angenommen Buddha ist erleuchtet...
Verfasst: Do 1. Feb 2007, 02:13
von altered
Mal angenommen Buddha ist erleuchtet...
wenn dem so wär, hoff eg das er hüt am abig zwösche 19:55 und 20:00h sis liecht abschaltet (wegem stromspare natürlech)
nei mol im ernst, was wer den wenn der buddha erlüchtet wer?
Verfasst: Do 1. Feb 2007, 02:30
von altered
do no es chlises ufheiternds zwüschespiel wo zu dem thema irgendwie no passt:
http://www.youtube.com/watch?v=LQqq3e03EBQ
oder en chlini abwandlig devo uf düütsch:
http://www.youtube.com/watch?v=pwe9H-ZUnkQ
Verfasst: Do 1. Feb 2007, 05:23
von %A%
De wärär ja würkläch dr buddha!!
weisch du de nid was das heeeisst??
das heisst är wär erlüchtät.
auso a du buddha i dir hesch chasch du ou dä text versta ;