Sanft sein
Verfasst: Mo 1. Apr 2013, 12:22
.
swiss-goa-forum
http://www.muestik.com/mysticalforum/
http://www.muestik.com/mysticalforum/viewtopic.php?f=29&t=22023
Dieses 'nicht so ganz da sein', zu dissoziieren, mich nicht zu spüren, kenne ich zu gut. (Ich wollte gerade schon wieder 'wir...' schreiben. Aber was weiss ich schon von anderenFallen Angel 3 hat geschrieben:Vielleicht psychologisch nicht so ganz da, das mag schon sein, es ist ja auch einfacher sich abzulenken, zumindest auf den ersten Blick, aber auch wenn ich abgelenkt war, und mich nicht sehen konnte, so war ich ja dennoch noch immer hier, in diesem Sein, in diesem Körper, mit meiner Seele, mit meinem Bewusstsein, also wohin will ich denn gehen, um mir etwas zu beweisen?
Unkritisch finde ich auch nicht erstrebenswert. Liebevoll und liebend ja, freundlich auch. Annehmend finde ich auch gut. Aber kritisch zu sein finde ich wichtig, es ist jedoch die Frage, wie ich das definiere. Ich finde es gut, zu hinterfragen und auch, nicht mit allem einverstanden zu sein. Es gibt Dinge, die will ich nicht akzeptieren. Aber trotzdem kann ich mir immernoch aussuchen, wie ich den Dingen um mich begegne. Sanft zu sein heisst auch nicht, nur zu bestätigen. Es gibt Anteile in mir und anderen, von denen ich mir Änderung wünschen würde (z.B. dass wir es schaffen, sanfter zu uns und anderen zu sein), Kritik kann jedoch auch wohlwollend und sanft angebracht werden. Ich bin gegen Vorwürfe. Uffh, Kommunikation ist ein weiteres Thema. Ich finde es wichtig, zu versuchen, von mir zu reden, also davon, was etwas mit mir macht und nicht 'du bist..'... Ich Botschaften. Und von dem zu reden, was wirklich ist.Viel einfacher wäre es natürlich, wenn einfach alle, gleichzeitig, einfach so, plötzlich zu liebevollen, liebenden, unkritischen, freundlichen, akzeptierenden und annehmenden und immerzu richtig handelnden Wesen mutierten.
Ich finde es geht gar nicht um Schuld und auch nicht um Schwäche. Ich finde es ist einfach so normal und okay und verständlich, manchmal wütend, traurig, ängstlich (misstrauisch ist schlussendlich bloss ängstlich, denke ich) was auch immer, zu sein. Das passiert einfach und das ist gut. Wir dürfen fühlen, ich empfinde es eigentlich als Geschenk (wenn auch ein anstrengendes, immer wieder..). Und schuld daran ist niemand denke ich. Das Leben passiert, wir begegnen uns, wir wissen vieles nicht, wir tragen unsere Verletzungen weiter, wir haben Angst, wir versuchen uns zu schützen... Es berührt, es verletzt, es löst Emotionen aus. Und all das muss sein dürfen, ich finde ich muss und möchte dem Raum geben, dass es sein darf. Weil es ist sowieso und wenn ich es begrabe unter meinen Mauern, ist es trotzdem da und ich leide viel mehr und füge mir durch meine Schutzmechanismen noch mehr Schmerz zu.Niemand anderes ist schuld daran, wenn ich mich zornig, misstrauisch, gehässig, zänkisch und egoistisch verhalte, als ich selbst, und auch ich selbst bin in dem Sinn nicht schuld daran, sondern ich bin einfach manchmal schwach und das ist auch völlig okay! Wenn ich immer nur stark sein möchte, dann sollte ich diesen ganzen Selbstfindungskram sofort wieder beenden, und mich einfach wie bisher, möglichst unnahbar und gekünstelt verhalten, Stärke simulieren, klappt ja, ist ja einfacher, warum also immer so kompliziert?
Yess! Ich mach mitWas habe ich denn schon zu verlieren? Das ist eine der Fragen, die ich mir in letzter Zeit oft stelle. Was habe ich zu verlieren, wenn ich es einfach mal mache. Einfach mal glücklich bin. Einfach mal traurig bin. Einfach mal lieb bin. Einfach mal sanft bin. Welche Art von Stärke ist es denn eigentlich, die mein Ego glaubt, beschützen zu müssen. Die sooo wichtig sein soll? Diese Art von Stärke, ist letztlich nur eine dieser Mauern, die ich niederreissen sollte - nicht ausbauen!
Ah mein Ego lässt fragen: „Gibt es denn auch etwas zu gewinnen?“ – offenbar scheint ihm das alles viel zu anstrengend, und es fragt sich ob ich dem gewachsen bin, und ob es sich überhaupt lohnt, das alles mitzumachen. Nun: was weiss ich?! Ich weiss doch nichts von alledem, ich will einfach leben! Ich fische im trüben Wasser nach einem kleinen Licht, welches mir offenbart, ob es da noch Zauber in mir gibt. Nenn es von mir aus Hoffnung, nenn es Naivität. Nenn es wie Du willst, aber lass mich es einfach versuchen.
Indem ich sanft bin zu mir. Indem ich sanft bin zu anderen.
Namaste.