okay jetzt versteh ich worauf
du hinauswillst.

im leben geht es wohl für jeden menschen, "gutbehütete" (in gänsefüschen) und missbrauchte zugleich, auch darum, eine art "nische" zu finden, worin er/sie dieses vertrauen aufbauen, lernen und später auch lehren kann. das ist abhängig von der person, dem erlebten, dem charakter, zufall und glück unterschiedlich schwierig. also ja, eben halt irgendwie versuchen, sich unabhängig zu machen, von dem was war, und sogar von dem was ist, und einfach das zu "umarmen" was da so kommt. das klingt jetzt vielleicht etwas zu positiv, und doch gibt es ja zum glück immer wieder auch menschen, gruppen und ähnliches, worin man sich irgendwie verstanden fühlt, allenfalls sogar geliebt. das zu finden wäre einfach mal so die basis, um nicht naiv von einem regen in die nächste traufe zu springen, sondern irgendwie "keep it real"-ig das was wirklich zählt für einen selbst zu "materialisieren". ich hab zwar nie so ne scheisse erlebt, wie man so von anderen hört oder liest, und insofern mag meine wahrnehmung dahingehen etwas eingeschränkt sein, aber wie auch immer, ich hab einfach gemerkt, dass der versuch die ganze welt zu ändern, weil die ja bekanntlich grösstenteils ziemlich verworren ist, mehr oder weniger unmöglich ist für mich, also warum überhaupt versuchen? die kraft die das kostet, verwende ich doch besser darauf, mich selbst zu verändern wo nötig, zu akzeptieren wo keine änderung möglich oder sinnvoll ist, und zu lieben, wo ich mit mir im einklang stehe. das ist schwierig genug, aber zumindest im bereich des theoretisch machbaren. die gesellschaft zu akzeptieren/lieben/verändern halte ich nicht länger für sinnvoll. die um-welt ist einfach wie sie ist, und berührt mich nur peripher. wichtiger sind mir dann doch die leute, bei denen ich eine art inneres licht wahrnehme, das sich nicht in worte fassen lässt. aber auch da habe ich lernen müssen, dass es nicht viel bringt, diese beschützen oder ihnen gar zur macht verhelfen zu wollen. diese gehen ihren eigenen weg und brauchen dazu keine derartige "einmischung". inzwischen freu ich mich einfach wenn ich so jemanden treffe - und that's it. ich glaub, wenn jemand der missbraucht wurde, glaubt, er könne das irgendwie überwinden, was mal war, indem er der gesellschaft vertraut, die aufgrund ihrer teilnahmelosigkeit, desinteresse, ihrer ignoranz und der offensichtlichen oberflächlichkeit, kaum dazu geeignet ist, vertrauen zu verdienen, so läuft er nur wieder in gefahr enttäuscht zu werden. das gleiche gilt auch für alle anderen sub-gesellschaften. solange es mehrere menschen sind, also mehr als vielleicht 5 oder so, kann man nicht einfach "vertrauen". also man kann schon - eine weile - aber man wird immer wieder nur enttäuscht. hingegen, wenn man sich auf ein paar wenige konzentriert und langsam aber stetig ein bisschen mehr freundschaft aufkeimen lässt, und diese auch hegt und pflegt, so ist das auf lange sicht (also die nächsten 30 jahre oder so) einfach sehr viel fruchtbarer. also wem soll so eine person vertrauen? erstmal nur sich selbst. dann vielleicht einem partner, falls sich ein solcher finden lässt, ansonsten einfach einzelpersonen, die wirklich mal völlig uneigennützig für einen da waren, allerdings mit dem hinweis, dass das nicht unbedingt, heisst, dass die person das jemals wieder tun würde. und dann... irgendwann freunde. ich selbst hab in meinen eher verwirrten tagen gute erfahrungen mit naturheilpraktikern gemacht. wenn man wirklich niemandem mehr traut, niemanden hat, sich völlig allein und unverstanden fühlt - warum nicht einfach für gespräche geld bezahlen. dann weiss man wenigstens, dass da jemand ist der sich alle mühe gibt zuzuhören. und durch diesen materiellen akt, ist man auch selbst irgendwie bereiter, auch was zu erzählen. in allen fällen gilt: es muss einfach stimmen. kein partner, kein freund, kein naturheilpraktiker, kein chef und kein unbekannter wird dir etwas geben können, wenn dir alle deine sinne sagen: achtung gefahr. jetzt kann man natürlich einwerfen, dass es leute gibt, die so viel schreckliches erlebt haben, dass sie dieses gefühl - früher oder später - bei jedem menschen haben werden, und hey ja okay, mag sein, in so einem fall sollte man dem gefühl vielleicht einfach mal ein freundliches "verpiss dich" an den imaginären kopf werfen, und trotzdem mit diesen gefährlichen leuten reden - insbesondere dann, wenn diese mit grosser wahrscheinlichkeit nicht vorhaben, dich zu misshandeln oder wovor auch immer man sich eigentlich fürchtet. es ist natürlich leicht das einfach so in die tastatur zu plätschern, ich kenne zwar nicht das gefühl eines missbrauchsopfers, aber zumindest mit schwerwiegenden blockaden durfte ich schon meine bekanntschaft machen, und zwar schwerwiegender, als ich das bisher in diesem forum bekannt gemacht habe. und auch wenn ich nicht gerade der kommunikativste mensch auf erden bin, so bin ich doch zumindest einige grosse schritte weiter, im vergleich zu früheren lebensabschnitten. die auch nicht alle nur dunkel waren, davon mal abgesehen. es kommt einem nur manchmal so vor. manchmal sollte man sich einfach mal über diese irreale scheinwelt hinwegsetzen, die man sich aufbaut um geradezu im leid zu zerfliessen, weil nirgendwo ein ausweg zu sein scheint. wie in diesen märchen ist die tür nicht "unauffindbar" sondern hier gleich neben dir, du musst sie eigentlich nur durchschreiten. wie man das macht? ich weiss es nicht. aber ich weiss dass es geht, und ich bin ziemlich sicher, dass jeder mensch irgendwann in seinem leben schon einmal durch diese tür gegangen ist, sonst wären wir gar nicht mehr hier. und das sollte - finde ich - auch etwas mut machen. wenn die welt so ist, wie sie ist, und wenn grosse gruppen von menschen automatisch zu bestien werden, und wenn es dann aber trotz alledem menschen gibt, die anderen vertrauen und die uneigennützig füreinander da sind, dann kann es ja auch sein, dass die welt viel schöner ist, als man das vielleicht denkt. der dunkle ort, den man erschafft, muss so dunkel gar nicht bleiben. den man erschafft? sind es denn nicht die anderen die all dies getan haben, gerade bei missbrauchsfällen? natürlich. ganz klar. ich bin durchaus nicht der ansicht, dass irgendwer die schuld für von aussen zugefügte scheisse in welcher form auch immer bei sich selbst suchen sollte. das halte ich für einen gravierenden denkfehler neuzeitlicher prägung. scheisse bleibt scheisse, und in den meisten fällen, kommt sie von "aussen". das entzieht einen jedoch nicht von der verantwortung, künftig solche scheisse nicht mehr passieren zu lassen. es entzieht einen auch nicht vor der verantwortung jene 90% oder so zu suchen und zu finden, die keine sadistischen psychopathen sind. man darf auch mal schutz verlangen, statt immer beschützt werden zu wollen. man darf auch mal angreiffen, anklagen, abrechnen, mit den peinigern. zumindest wenn einem das was bringt. sich selbst der nächste sein, und dann zu merken, dass diese form der nächstenliebe, weil sie sich gut anfühlt, auch anderen zugetragen werden kann. aber eben nicht der ganzen welt, dafür ist sie einfach zu gross, sondern jenen paar wenigen, die es auch verdienen. weil sie ...naja... für einen da sind - oder mal waren. Also sprach der gefallen Engel. meine Referenzen sind wohl nicht die besten, aber hey, was solls. einfach nicht aufgeben. mein credo. meine wirklichkeit. manchmal kann ich das leben und sogar vorleben, dann wieder muss ich erkennen, das ich scheitere oder bereits gescheitert bin. aber solange ich lebe, besteht noch hoffnung. für mich. für die anderen wohl eher nicht, aber die haben ja immer noch sich selbst. und hassen, bringt nur bedingt was. sich selbst? wozu? ehemalige peiniger? hm, siehst du die denn noch, dann würde ich statt hassen, eher fliehen vorschlagen. was ist mit opfern? wenn es so viele menschen gibt, die etwas erlitten haben, was ist dann mit all den tätern, die das leid verursacht haben? was ist mit dem lehrer, der ohne es zu wissen, womöglich dutzende von wracks produziert hat, einfach weil er sie einmal angeschnauzt hat? oder den vielen vielen vielen menschen, denen wir - in bitterbösen rachegedanken versunken - bitterböse blicke zuwerfen, die diese völlig aus der bahn werfen, ohne dass wir das jemals überhaupt mitbekommen? das täter-opfer-spiel zieht sich immer weiter, wenn wir nicht irgendwann einfach mal sagen "okay, das war die tat, das war mein "beitrag", das ist das was mich daran ankackt und das ist die lehre die ich daraus ziehe - und jetzt lebe ich mein eigenes leben".
einfach.. naja... vielleicht nicht immer - aber immer wieder AUCH einfach. es ist nicht immer nur alles total schwer und unerträglich, das kauf ich einfach niemanden ab. aber ich kann mir gut vorstellen, dass es sich genau so, für so ziemlich jeden irgendwann einmal anfühlt. das ist nicht verallgemeinernd! sondern sollte irgendwie den grund und boden bestellen, für einen gedanken der da lautet: ich bin nicht allein. auch wenn ich womöglich, de facto, in meiner gedankenwelt und ganz besonders in der gesellschaft von menschen mich total und völlig allein fühle - den anderen geht es genau so. mal mehr mal weniger. aber ganz genau so. und trotzdem reden die miteinander, lachen miteinander, weinen miteinander (oder übereinander) und teilen gedanken und gespräche - ohne inhalt, mit inhalt - ganz egal. wenn die das können kannst du das auch, ja sogar ich kann das. nur halt nicht immer. aber das ist auch nicht schlimm. das geht vorbei.