Gähnen und so ;)
Verfasst: So 8. Mai 2005, 21:26
Warum ist Gähnen so “ansteckend” ?
Wenn Du das nächste Mal bis tief in die Nacht mit Deinem Besuch zusammensitzen, achte mal darauf :
Gähnen steckt an !
Mitunter scheint das Gähnen nur einer Person alle anderen an die eigene Müdigkeit zu erinnern, sodaß mit einem mal allgemeine Aufbruchstimmung herrscht.
Warum ist das eigentlich so ???
Beim Gähnen handelt es sich um ein stimmungsgebendes Signal, denn es ist allgemein bekannt, dass Gähnen ansteckend wirkt.
Bereits 1894 schrieb der Mülheimer Völkerkundler Karl von den Steinen (1855-1929), der als erster Europäer in Zentralaustralien den Kontakt mit den Bakiri aufnahm :
"Wurde es ihnen mit dem Geplauder zuviel, so gähnte alles aufrichtig und ohne die Hand vor den Mund zu halten. Dass der wohltuende Reflex auch hier ansteckte, ließ sich nicht verkennen. Dann stand einer nach dem anderen auf, und ich blieb allein mit meinem Dijour."
Die Ansteckung führt dazu, dass alle Personen etwa gleichzeitig müde werden und schlafen gehen.
Eine solche Synchronisation des Alltags ist durchaus wichtig.
Denn würden nur einzelne schläfrig um schließlich vor Müdigkeit umzufallen, andere dagegen zum Beispiel weiterziehen, wäre der Zusammenhalt der Gruppe gefährdet.
Die ansteckende Wirkung ist durchaus mit der Stimmungsübertragung zu vergleichen, die Konrad Lorenz bei Gänsen beobachtete :
Wenn einzelne Tiere genug gefressen haben und den Weideplatz verlassen wollen, dann beginnen sie Intentionsbewegungen des Auffliegens und bestimmte Rufe zu äußern, die die Stimmungsänderung anzeigen, und das überträgt sich dann sehr schnell auf die ganze Gruppe, die dann gemeinsam auffliegt.
Stimmungsübertragung gibt es übrigens auch in vielen anderen Bereichen.
So kann ein Lächeln ansteckend wirken und wird oft mit einem Lächeln beantwortet - es stimmt also freundlich.
Es handelt sich dabei um angeborene Ausdrucksbewegungen, die gewissermaßen als Signale Handlungsbereitschaften mitteilen und damit oft zugleich Stimmungen übertragen, das heißt über angeborene auslösende Mechanismen wird der Partner konform gestimmt und gleiches Verhalten als Antwort ausgelöst.
"Empathie" heißt die Fähigkeit des Menschen, Gefühlsregungen seiner Artgenossen nachzuempfinden.
Schon Säuglinge ahmen unwillkürlich die Mimik ihrer Eltern nach, Gähnen inklusive.
Wenn uns jemand etwas Trauriges erzählt, schauen wir traurig.
Ist der andere gut gelaunt, blicken auch wir zuversichtlich aus der Wäsche.
Wissenschaftler haben herausgefunden, daß nicht nur das Gefühl die Mimik prägt, sondern daß dies auch umgekehrt gilt :
Indem wir den anderen nachahmen, beschwören wir auch die entsprechenden Gefühle in uns herauf.
So erzeugt das Konservenlachen in Fernsehkomödien tatsächliche Belustigung - und das ansteckende Gähnen führt zu tatsächlicher Müdigkeit.
Wenn Du das nächste Mal bis tief in die Nacht mit Deinem Besuch zusammensitzen, achte mal darauf :
Gähnen steckt an !
Mitunter scheint das Gähnen nur einer Person alle anderen an die eigene Müdigkeit zu erinnern, sodaß mit einem mal allgemeine Aufbruchstimmung herrscht.
Warum ist das eigentlich so ???
Beim Gähnen handelt es sich um ein stimmungsgebendes Signal, denn es ist allgemein bekannt, dass Gähnen ansteckend wirkt.
Bereits 1894 schrieb der Mülheimer Völkerkundler Karl von den Steinen (1855-1929), der als erster Europäer in Zentralaustralien den Kontakt mit den Bakiri aufnahm :
"Wurde es ihnen mit dem Geplauder zuviel, so gähnte alles aufrichtig und ohne die Hand vor den Mund zu halten. Dass der wohltuende Reflex auch hier ansteckte, ließ sich nicht verkennen. Dann stand einer nach dem anderen auf, und ich blieb allein mit meinem Dijour."
Die Ansteckung führt dazu, dass alle Personen etwa gleichzeitig müde werden und schlafen gehen.
Eine solche Synchronisation des Alltags ist durchaus wichtig.
Denn würden nur einzelne schläfrig um schließlich vor Müdigkeit umzufallen, andere dagegen zum Beispiel weiterziehen, wäre der Zusammenhalt der Gruppe gefährdet.
Die ansteckende Wirkung ist durchaus mit der Stimmungsübertragung zu vergleichen, die Konrad Lorenz bei Gänsen beobachtete :
Wenn einzelne Tiere genug gefressen haben und den Weideplatz verlassen wollen, dann beginnen sie Intentionsbewegungen des Auffliegens und bestimmte Rufe zu äußern, die die Stimmungsänderung anzeigen, und das überträgt sich dann sehr schnell auf die ganze Gruppe, die dann gemeinsam auffliegt.
Stimmungsübertragung gibt es übrigens auch in vielen anderen Bereichen.
So kann ein Lächeln ansteckend wirken und wird oft mit einem Lächeln beantwortet - es stimmt also freundlich.
Es handelt sich dabei um angeborene Ausdrucksbewegungen, die gewissermaßen als Signale Handlungsbereitschaften mitteilen und damit oft zugleich Stimmungen übertragen, das heißt über angeborene auslösende Mechanismen wird der Partner konform gestimmt und gleiches Verhalten als Antwort ausgelöst.
"Empathie" heißt die Fähigkeit des Menschen, Gefühlsregungen seiner Artgenossen nachzuempfinden.
Schon Säuglinge ahmen unwillkürlich die Mimik ihrer Eltern nach, Gähnen inklusive.
Wenn uns jemand etwas Trauriges erzählt, schauen wir traurig.
Ist der andere gut gelaunt, blicken auch wir zuversichtlich aus der Wäsche.
Wissenschaftler haben herausgefunden, daß nicht nur das Gefühl die Mimik prägt, sondern daß dies auch umgekehrt gilt :
Indem wir den anderen nachahmen, beschwören wir auch die entsprechenden Gefühle in uns herauf.
So erzeugt das Konservenlachen in Fernsehkomödien tatsächliche Belustigung - und das ansteckende Gähnen führt zu tatsächlicher Müdigkeit.