:-)-:
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 23:15
Er rannte, als er sah, dass der Bus noch wartete. Doch nachdem die Blondine, die scheinbar einfach zu große Möpse hatte, als dass der Busfhrer sie an der Haltestelle hätte stehenlassen können, einstieg, fuhr ihm der Bus ein paar Meter vor seiner Nase weg.
"Scheisse!", schrie er laut, obwohl er total ausser Atem war und kaum Luft kriegte. Gekrümmt stand er an der Bushaltestelle und holte keuchend Luft, während er sich mit den Händen auf den Knien abstützte. Es dauerte fast eine halbe Minute, bis er sich aufrichtete und weiterging. Im Vorbeigehen trat er kräftig gegen den Mülleimer an der Bushaltestelle. Dank dem lauten Scheppern drehten sich einige neugierige oder erschrockene Gesichter in seine Richtung. Manche wagten es sogar, ihm ein tadelndes "Pff!" oder einen strafenden Blick entgegenzuwerfen.
Ach, verreckt doch alle, dachte er bei sich. Seinem giftigen Blick hielten nur wenige der Passanten länger als ein paar Sekunden stand. An erster Stelle sollte der verdammte Busfahrer verrecken. Dieser Dreckskerl. Er hatte ihn doch sehen müssen. Er hatte ihn absichtlich stehenlassen. So ein verfluchtes Schwein.
Er entschloss sich, nun zu Fuss zur Post zu gehen. Das war zeitlich fast dasselbe, wie hier auf den nächsten Bus in 15 Minuten zu warten.
Dass dieser Scheisspostbote auch immer genau dann kommen musste, wenn er nicht daheim anzutreffen war. Der machte das auch mit Absicht, dieser Wichser. Wegen ihm lief er hier durch die Gegend am Samstagmorgen. Er hätte viel sinnvolleres mit seiner Zeit anfangen können, auch wenn ihm spontan nichts einfiel. Dieser dumme Sack sollte gleich auch noch tot umfallen.
Während er so vor sich hinfluchte und seine Wut vor sich auf den Gehweg kotzte, bemerkte er kaum, wie der Weg zur Post und die Menschen an ihm vorbeizogen. Schließlich trat er ins Postamt ein und war auch nicht einmal ein Stück weit verwundert, dass nur ein Schalter besetzt war. Ein verfluchter Schalter von fünf! Waren diese Scheissbeamten faul! Vor diesem einen verfickten Schalter hatte sich eine Riesenschlange aufgebaut, in die er sich mit hochrotem Kopf einreihte. Diese ganzen Penner vor ihm mussten natürlich gerade jetzt zur Post, als er sein Päckchen abholen wollte. Genüsslich stellte er sich vor, wie sie alle Einer nach dem Anderen vor ihm tot umfielen. Diese Vorstellung schenkte ihm wenigstens ein bißchen Beruhigung und es breitete sich ein ziemlich boshaftes Grinsen über seinem Gesicht aus.
Doch niemand fiel tot um und so wartete er geschlagene zwanzig Minuten, bis sich die Schlange in diesem stinkenden Postamt vor ihm abgebaut hatte und er endlich an der Reihe war.
Am liebsten hätte er dieser fetten Trantüte von Postbeamtin über den verdreckten Schalter hinweg ins Gesicht gekotzt, als sie nicht gleich verstand, was er mit dem Abholschein wollte, den er vor ihrem Gesicht hin- und herwedelte und dann auf den Tisch knallte. Stirb fette Pute, hätte er fast geschrieen, aber er beherrschte sich und dachte es stattdessen nur.
"Ich will mein Päckchen abholen!", knurrte er ihr entgegen. Die Postbeamtin wagte es nicht, noch etwas darauf zu erwidern und ging sein Päckchen holen. Es dauerte eine ganze Weile bis sie sein Päckchen endlich gefunden hatte, weil sie offensichtlich ziemlich doof war. Trotzdem schaffte er es gerade noch so, seine Ungeduld im Zaum zu halten. Sie gab ihm das Päckchen und er verließ schnurstracks das Postamt.
Alle Arschgesichter hinter ihm in der Schlange wichen seinem Blick aus und er wünschte ihnen den Tod.
Wie es der Zufall so wollte, erwischte er auf dem Rückweg den Busfahrer, der ihn zuvor hatte stehen lassen. Er sagte aber nichts, sondern schaute ihn nur böse an und bekräftigte in Gedanken noch einmal, dass dieses Schwein verrecken sollte.
Endlich zu Hause angekommen, stellte er das Paket auf den Tisch. Schon lange hatte er darauf gewartet. Vor Ewigkeiten hatte er es über Ebay aus China bestellt. Dieser verdammte Zoll hatte es wahrscheinlich aufgehalten. Damit hatte er zwar schon gerechnet, aber dann doch auch wieder nicht, dass es so lange dauern würde. Diese bekackten Zollbeamten.
Irgendwie war ihm komisch zumute beim Anblick des Pakets. Es war fast so, als ob es eine ganz besondere Aura verbreiten würde. Als ob etwas Magisches darin wäre. Was er bestellt hatte, war eine außergewöhnlich schöne chinesische Figur aus glänzendem schwarzen Stein. Schon immer hatte er so etwas für seine Wohnung gesucht. Etwas Mystisches, das seinem Wohnraum ein ausgefallenes Flair verlieh.
In der Textbeschreibung hatte es geheissen, dass sie zu mehr Glück und der Erfüllung der eigenen Wünsche verhalf. Er hatte diesen esoterischen Quatsch gedankenlos überflogen. Ihn interessierte nur das Aussehen.
Falls die Figur wirklich so schön war, wie das Foto auf der Website erwarten ließ, dann hatte er seine 20 Euro sehr gut investiert. Ein Riesenschnäppchen wäre das. Gut, 10 Euro waren noch für den Versand draufgegangen, aber trotzdem noch ein sehr guter Kauf.
Er konnte kaum mehr länger warten. Unbedingt musste er das Paket öffnen. Mit einem Messer schnitt er die Klebestreifen auf, die den Karton verschlossen hielten, in dem seine Figur sein musste. Dann legte er unter den weissen Schaumstoffbällchen etwas Schwarzes frei.
Da war sie. Er entfernte noch zwei weitere Hände voll Schaumstoffbällchen. Der Boden um ihn herum sah aus, als ob es in seiner Wohnung geschneit hätte.
Sie blickte ihn an. In der Realität noch viel schöner als in Digital auf dem PC-Bildschirm. Der schwarze Stein schimmerte leicht blau. Das war auf der Abbildung bei Ebay nicht zu erkennen gewesen, es gab der Schönheit der Statue nur noch mehr Ausdruck. Und erst diese kunstvoll herausgearbeiteten Gesichtszüge. Zwar konnte er sich immer noch nicht entscheiden, ob die Figur ein Drache oder ein Löwe war, aber das war letztendlich auch nicht so wichtig. Wichtig war, dass er sie hier vor sich hatte. Er musste sie in die Hände nehmen. Dieses wunderschöne Schmuckstück.
Geistesabwesend wischte er sich etwas Geifer vom Kinn, der ihm aus dem geöffneten Mund gelaufen war. Er nahm die Figur aus dem Karton und hielt sie ausgestreckt vor sich. Es war ihm unmöglich, seinen Blick abzuwenden. Fast so, als würde ihn die Figur hypnotisieren. Ihm ging dieses esoterische Gesülz in der Beschreibung durch den Kopf.
Sie erfüllte Wünsche.
Seine Augen weiteten sich immer mehr. Leicht blau schimmerten nun auch seine weit geöffneten Pupillen. Plötzlich schossen ihm Bilder durch den Kopf. Bilder von den Dingen, die er sich gewünscht hatte.
Er bereute, als der Einschlag des Meteoriten alle Menschen in der Stadt und auch ihn sterben ließ.
"Scheisse!", schrie er laut, obwohl er total ausser Atem war und kaum Luft kriegte. Gekrümmt stand er an der Bushaltestelle und holte keuchend Luft, während er sich mit den Händen auf den Knien abstützte. Es dauerte fast eine halbe Minute, bis er sich aufrichtete und weiterging. Im Vorbeigehen trat er kräftig gegen den Mülleimer an der Bushaltestelle. Dank dem lauten Scheppern drehten sich einige neugierige oder erschrockene Gesichter in seine Richtung. Manche wagten es sogar, ihm ein tadelndes "Pff!" oder einen strafenden Blick entgegenzuwerfen.
Ach, verreckt doch alle, dachte er bei sich. Seinem giftigen Blick hielten nur wenige der Passanten länger als ein paar Sekunden stand. An erster Stelle sollte der verdammte Busfahrer verrecken. Dieser Dreckskerl. Er hatte ihn doch sehen müssen. Er hatte ihn absichtlich stehenlassen. So ein verfluchtes Schwein.
Er entschloss sich, nun zu Fuss zur Post zu gehen. Das war zeitlich fast dasselbe, wie hier auf den nächsten Bus in 15 Minuten zu warten.
Dass dieser Scheisspostbote auch immer genau dann kommen musste, wenn er nicht daheim anzutreffen war. Der machte das auch mit Absicht, dieser Wichser. Wegen ihm lief er hier durch die Gegend am Samstagmorgen. Er hätte viel sinnvolleres mit seiner Zeit anfangen können, auch wenn ihm spontan nichts einfiel. Dieser dumme Sack sollte gleich auch noch tot umfallen.
Während er so vor sich hinfluchte und seine Wut vor sich auf den Gehweg kotzte, bemerkte er kaum, wie der Weg zur Post und die Menschen an ihm vorbeizogen. Schließlich trat er ins Postamt ein und war auch nicht einmal ein Stück weit verwundert, dass nur ein Schalter besetzt war. Ein verfluchter Schalter von fünf! Waren diese Scheissbeamten faul! Vor diesem einen verfickten Schalter hatte sich eine Riesenschlange aufgebaut, in die er sich mit hochrotem Kopf einreihte. Diese ganzen Penner vor ihm mussten natürlich gerade jetzt zur Post, als er sein Päckchen abholen wollte. Genüsslich stellte er sich vor, wie sie alle Einer nach dem Anderen vor ihm tot umfielen. Diese Vorstellung schenkte ihm wenigstens ein bißchen Beruhigung und es breitete sich ein ziemlich boshaftes Grinsen über seinem Gesicht aus.
Doch niemand fiel tot um und so wartete er geschlagene zwanzig Minuten, bis sich die Schlange in diesem stinkenden Postamt vor ihm abgebaut hatte und er endlich an der Reihe war.
Am liebsten hätte er dieser fetten Trantüte von Postbeamtin über den verdreckten Schalter hinweg ins Gesicht gekotzt, als sie nicht gleich verstand, was er mit dem Abholschein wollte, den er vor ihrem Gesicht hin- und herwedelte und dann auf den Tisch knallte. Stirb fette Pute, hätte er fast geschrieen, aber er beherrschte sich und dachte es stattdessen nur.
"Ich will mein Päckchen abholen!", knurrte er ihr entgegen. Die Postbeamtin wagte es nicht, noch etwas darauf zu erwidern und ging sein Päckchen holen. Es dauerte eine ganze Weile bis sie sein Päckchen endlich gefunden hatte, weil sie offensichtlich ziemlich doof war. Trotzdem schaffte er es gerade noch so, seine Ungeduld im Zaum zu halten. Sie gab ihm das Päckchen und er verließ schnurstracks das Postamt.
Alle Arschgesichter hinter ihm in der Schlange wichen seinem Blick aus und er wünschte ihnen den Tod.
Wie es der Zufall so wollte, erwischte er auf dem Rückweg den Busfahrer, der ihn zuvor hatte stehen lassen. Er sagte aber nichts, sondern schaute ihn nur böse an und bekräftigte in Gedanken noch einmal, dass dieses Schwein verrecken sollte.
Endlich zu Hause angekommen, stellte er das Paket auf den Tisch. Schon lange hatte er darauf gewartet. Vor Ewigkeiten hatte er es über Ebay aus China bestellt. Dieser verdammte Zoll hatte es wahrscheinlich aufgehalten. Damit hatte er zwar schon gerechnet, aber dann doch auch wieder nicht, dass es so lange dauern würde. Diese bekackten Zollbeamten.
Irgendwie war ihm komisch zumute beim Anblick des Pakets. Es war fast so, als ob es eine ganz besondere Aura verbreiten würde. Als ob etwas Magisches darin wäre. Was er bestellt hatte, war eine außergewöhnlich schöne chinesische Figur aus glänzendem schwarzen Stein. Schon immer hatte er so etwas für seine Wohnung gesucht. Etwas Mystisches, das seinem Wohnraum ein ausgefallenes Flair verlieh.
In der Textbeschreibung hatte es geheissen, dass sie zu mehr Glück und der Erfüllung der eigenen Wünsche verhalf. Er hatte diesen esoterischen Quatsch gedankenlos überflogen. Ihn interessierte nur das Aussehen.
Falls die Figur wirklich so schön war, wie das Foto auf der Website erwarten ließ, dann hatte er seine 20 Euro sehr gut investiert. Ein Riesenschnäppchen wäre das. Gut, 10 Euro waren noch für den Versand draufgegangen, aber trotzdem noch ein sehr guter Kauf.
Er konnte kaum mehr länger warten. Unbedingt musste er das Paket öffnen. Mit einem Messer schnitt er die Klebestreifen auf, die den Karton verschlossen hielten, in dem seine Figur sein musste. Dann legte er unter den weissen Schaumstoffbällchen etwas Schwarzes frei.
Da war sie. Er entfernte noch zwei weitere Hände voll Schaumstoffbällchen. Der Boden um ihn herum sah aus, als ob es in seiner Wohnung geschneit hätte.
Sie blickte ihn an. In der Realität noch viel schöner als in Digital auf dem PC-Bildschirm. Der schwarze Stein schimmerte leicht blau. Das war auf der Abbildung bei Ebay nicht zu erkennen gewesen, es gab der Schönheit der Statue nur noch mehr Ausdruck. Und erst diese kunstvoll herausgearbeiteten Gesichtszüge. Zwar konnte er sich immer noch nicht entscheiden, ob die Figur ein Drache oder ein Löwe war, aber das war letztendlich auch nicht so wichtig. Wichtig war, dass er sie hier vor sich hatte. Er musste sie in die Hände nehmen. Dieses wunderschöne Schmuckstück.
Geistesabwesend wischte er sich etwas Geifer vom Kinn, der ihm aus dem geöffneten Mund gelaufen war. Er nahm die Figur aus dem Karton und hielt sie ausgestreckt vor sich. Es war ihm unmöglich, seinen Blick abzuwenden. Fast so, als würde ihn die Figur hypnotisieren. Ihm ging dieses esoterische Gesülz in der Beschreibung durch den Kopf.
Sie erfüllte Wünsche.
Seine Augen weiteten sich immer mehr. Leicht blau schimmerten nun auch seine weit geöffneten Pupillen. Plötzlich schossen ihm Bilder durch den Kopf. Bilder von den Dingen, die er sich gewünscht hatte.
Er bereute, als der Einschlag des Meteoriten alle Menschen in der Stadt und auch ihn sterben ließ.