Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Mysteriöse Erfahrungen, Weisheiten, Rätselhaftes.
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Modulator
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Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von Modulator »

Wunderschöner Tag heute nicht?

Als ich am Morgen in die stadt fuhr fühlte ich mich schon etwas komisch, wie soll ich dass beschreiben, sowas habe ich nur selten. Auf jedefall war mein Blutdruck extrem Tief denke ich mal, weil ich konnte mich über nix aufregen. Sogar was im radio lief intressierte mich überhaubt nicht, als würde ich es geniessen. Vor mir, kurz vor Luzern, Verkehrhaus Tempo 50, schleicht ein Rentnermobil vor mir, etwa 35 hatte er drauf. Hinter mir türmen sich schon alle Autos, der eine direkt hintermir mit grimmigen Gesicht, doch ich konnte nur schmunzeln. In der Stadt dann angekommen übergab ich mein Auto, und ging meinen Arzttermin zum Gesundheitscheck, so wie ein paar Besorgungen nach . Der Arzt auch, wie immer eigentlich sehr fröhlich ,fragte mich was los sei, ich zu ihm "eigentlich, gar nichts". Nach den Besorgungen 1030 etwa, bewegte ich mich wieder richtung Heimwärts und zwar dachte ich da der Zug eh schon verpasst habe, nehmen wir mal wieder das Schiff.

Vor dem Steg türmten sich die Leute schon, doch blib ich ganz ruhig daneben stehen und schaute einfach den vielen Vögeln zu wie sie gerade von einer jungen Mutter mit Kind gefüttert werden. Nach einer weile drehte ich mich wieder richtung Schiff und hoppla die Leute waren schon drin. Gemütlich setzte ich mich auf dem heck hin, und verschlang mein belegtes Brötchen. Wärend der fahrt kamen viele Touristen, Amis, Chinesen, Japaner, Inder usw. mit ihren Kameras und Fotograffierten was das zeug hält. Da wurde wieder gefragt, "können sie Foto machen" und prompt meldete sich doch jemand. Ganz gelassem schaue ich den treiben zu, musste ein paar mal schmunzeln weil es so enorm viele waren, die den besten schuss suchten. Da kam plötzlich eine Amerikanerin zu mir und meinte ob ich nicht ein Foto machen könnte, doch schneidete ich eine grimmase mit dem ausdruck, "such jemanden anders bitte. :lol:"

An der Station angekommen göhnte ich mir noch nen netten spaziergang am See, auf dem weg merkte ich wie Sorglos und ohne gedanken so for mich her lief und ja ich fühlte mich irgendwie stoned. Obwohl ich seit mehreren Monaten kein Tropfen Alk oder sonst was zu mir genommen habe, war ich auf dem highflyfeeling. So ruhig und losgelöst war ich schon lange nicht mehr.

Have a nice Day.. /color

Schreibfehler könnt ihr wie immer behalten /bigs
Capablanca

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von Capablanca »

u.s.l. hat geschrieben:nun, das ist eben genau der punkt: viele haben schon sowas wie erleuchtung erfahren und erlebt, jedoch nur für momente, stunden, oder bestenfalls für tage. jemand, der es erlebt hat, konnte mir beim besten willen nicht beschreiben, warum er/sie es nicht wieder tut, obwohl die umstände sich nicht gross verändert hatten, das heisst, sie waren nicht in der lage, diesen zustand bewusst herbeizuführen, selbst unter grössten anstrengungen nicht. das verwundert mich jedoch nicht, weil auch ich der meinung bin, dass sich unser zustand stets neu ent-/ und verwickelt, was eine definitive erleuchtung so erschwert. diese würde von mir aus bedeuten, den zustand zu halten. was ich mir wiederum als äusserst langweilig vorstelle. demnach auch nicht als erstrebenswert erachten kann.
ich denke aber nicht, dass die definitive Erleuchtung etwas ist, was gehalten werden muss. Somit kann ich dir recht geben, da du aus meinem Verständnis nicht von Erleuchtung sondern von einem Haften an sie sprichst, und das ist keineswegs erstrebenswert.

Erleuchtung muss man sich, finde ich, als eine besondere psychedelische Spontanerfahrung vorstellen. Eine Erfahrung kommt und geht und aus ihr lassen sich ungezwungene Schlüsse ziehen. Beispielsweise haben viele durch psychedelische Erfahrung mit Hilfe von Drogen über sich selbst was gelernt, was ihnen ein Leben lang in irgendeiner Weise nützlich war. Dies kann sowohl durch Einsichten geschehen als auch durch die Auflösung innerer Konflikte.

Allerdings könnte es auch sein, dass die definitive oder höchste Erleuchtung jenseits aller Neuent- und -verwicklungen ist. Ich kann mir das zumindest vorstellen. Glauben muss ich daran nicht. Außerdem könnte genau das Wesen der höchsten Erleuchtung die Befreiung vom Bedürfnis der Anhaftung an sie sein. Zumindest im Zen ließt man immer wieder, dass Buddhas Geist zu leben bedeutet, das alltägliche Leben zu leben.

Die Frage müsste eigentlich lauten, warum irgendwas tun, um eine derartige Erfahrung zu begünstigen?
Die Gegenfrage ist, warum nicht?

Warum sollte die Erleuchtungserfahrung weniger Wert sein als irgendeine andere alltägliche Erfahrung und verworfen werden?
Warum ist es "cooler", sie gering zu schätzen, ja, sie als ein Zeichen von Schwäche und Fehlen zu sehen, als sich für sie zu öffnen?
Warum soll es besser sein, die Erfahrung und die gewonnene Einsicht vieler Menschen ad absurdum zu führen, als ihnen zu vertrauen?

Erleuchtung ist nur eine der vielen schönen und interessanten Erfahrungen, die das Leben bietet. Wie lang sie dauert spielt keine Rolle. Ein Orgasmus dauert auch unterschiedlich lange und er vergeht. Und irgendwann mal wird man vielleicht nicht mal mehr dazu fähig sein. Sind die vergangenen Orgasmen deshalb wertlos?

Ich denke, wenn einer mit der Vorstellung der Erleuchtung nichts anfangen kann, so ist das vollkommen ok. Ebenso ist es ok, wenn einer nichts mit Drogenerfahrungen oder anderen Dingen anfangen kann. Deshalb muss man die Drogenerfahrungen und die anderen Dinge nicht kategorisch in Frage stellen, auch wenn man das freilich darf.
u.s.l.

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von u.s.l. »

du meinst, orgasmus = kurze erleuchtung? also: O = kE

klingt plausibel.

bleibt nur, O potenzieren, und lE (lange erleuchtung) erfahren.

da muss man aber ein echter *wi*** sein, um erleuchtet zu werden :lol:
u.s.l.

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von u.s.l. »

jetzt weiss ich auch, warum der dalai lama, die mutter theresa, und johannes paul so ein zufriedenes lächeln und das leuchten in den augen haben/hatten 8-[ :-s :-#
Capablanca

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von Capablanca »

O:)

Ich glaube aber nicht, dass man Erleuchtungserfahrungen jemandem anmerken kann. In der Tat strahlen viele Menschen, die sich einer spirituellen Praxis zugewandt haben, einen gewissen Gleichmut aus, der bemerkenswert ist. In aller Regel hüte ich mich aber dabei vor Rückschlüssen auf Erleuchtungserfahrungen, wenn auch Gleichmut in die Vorstellung der Erleuchtung sehr gut hineinpasst.

Übrigens kann Meditation ganz schön gefährlich sein, wenn man sich daraus zu viel was einbildet.
( (( {-_{-_-}_-} )) )
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Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von ( (( {-_{-_-}_-} )) ) »

erleuchtung bedeutet für mich, die antwort auf die frage "was bin ich" gefunden zu haben. es braucht eine erkenntnis, einen moment des verstehens. ein "satori" meinetwegen. aber diese erkenntnis muss so tiefschürfend sein, dass sie alle anderen vorstellungen über mein wesen zunichte macht und als illusionen aufdeckt. wenn ich keinerlei zweifel mehr habe über die frage "was bin ich", dann bin ich erleuchtet.

doch inwiefern verändert dieses wissen mein wesen, mein leben? nun, ich stelle mir vor, dass ich die wirklichkeit des einen gespaltenen geistes erkannt habe: innenwelt und aussenwelt sind nicht trennbar, sind in wahrheit ein- und dasselbe. denn alles bin ich. es gibt nicht milliarden von geistern, nein, es gibt nur einen gespaltenen geist und dieser bin ich und gleichzeitig bin ich nicht mehr. wo früher der geist gespalten war, wo er sich früher trennte in ich und nicht-ich, dort ist nun nur noch ungespaltener geist. das aufheben dieser spaltung ist die erleuchtung. und alles ist erleuchtet. die ganze welt. denn alles bin ich. ich schaue in die welt und sehe mich. ich schaue in mich und sehe die welt. ich denke, wenn ich das zweifelsfreie wissen über die grenzenlosigkeit aller erscheinungen besitze, wenn ich die zweifelsfreie antwort auf die frage "was bin ich" in mir trage, dann weiss ich auch über die eigene unsterblichkeit, der unsterblichkeit des einen geistes, bescheid. letztlich sollte die erleuchtung also dazu führen, dass ich all meine ängste verliere. denn wovor sollte ich angst haben, wenn ich nicht sterben kann... über was sollte ich mich aufregen, wenn doch alles, was ich sehe und erlebe, nichts anderes ist als ich selbst, die eine, letzte wahrheit... was wäre dann noch ein grund zum leiden, wenn doch alles nur der förmliche ausdruck der grenzenlosigkeit ist, die ich selbst bin... ich würde alles mit anderen augen betrachten, kein leid mehr, kein neid mehr... dankbarkeit und liebe gegenüber allen erscheinungen würde mein ganzes sein erfassen... diese sorglosigkeit sollte man mir ansehen können, wenn ich über die grenze des falschen ichs geschritten und mir des all-ein-seins bewusst geworden bin...

deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der zustand der erleuchtung permanent sein kann, nein, eigentlich sein muss! denn ansonsten trage ich weiterhin zweifel in mir und habe die frage nach dem was ich bin, offenbar noch nicht wirklich beantwortet, sondern nur den geschmack davon auf der zunge erleben dürfen...
u.s.l.

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von u.s.l. »

ja, aber, was bist du?
( (( {-_{-_-}_-} )) )
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Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von ( (( {-_{-_-}_-} )) ) »

die ganze welt. denn alles bin ich. ich schaue in die welt und sehe mich. ich schaue in mich und sehe die welt. der eine, ungepaltene geist und ich, wir sind ein- und dasselbe. ich bin nicht nur ein teil von ihm, oder habe anteil an ihm, nein, ich bin es selbst. du auch ; )
u.s.l.

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von u.s.l. »

bin ich nicht. ich meinte einmal, alles zu sein, bis ich zum schluss kam, dass ich nicht alles bin. ich bin nur ein kleiner teil von alles, und damit ich mich nicht mit meiner kleinheit auseinandersetzen brauchte, hab ich mir eingebildet, ich sei viel, viel, viel mehr und auch grösser, als ich in wirklichkeit bin 8-[ natürlich bin ich nicht du, und auch nicht der dalai lama, und schon gar nicht angelina jolie ](*,) was ich sein werde, wenn ich mich nach diesem leben in meine einzelteile auflöse, davor hab ich keine angst. ich kann nicht weit weg von hier. und irgend wann treffen sich unsere einzelteile dann wieder, irgendwo, vielleicht in einem schwarzen loch (jetzt nicht allzu wörtlich nehmen).

in jedem fall bin ich froh, dass es da eine begrenzung zwischen mir und der aussenwelt gibt. sonst würde ich noch grössenwahnsinnig /bigs
( (( {-_{-_-}_-} )) )
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Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von ( (( {-_{-_-}_-} )) ) »

was, wenn diese begrnezung nur eingebildet ist? wie kann man denn grössenwahnsinnig sein, wenn man erkennt, dass ausser dem einen geist nichts existiert? kein du, kein ich, kein innen, kein aussen? ist es nicht viel mehr grössenwahn anzunehmen, dass man etwas unabhängiges, von allem anderen getrenntes ist?
u.s.l.

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von u.s.l. »

na, weil ich dann alles wäre. das schlechte (das, was ich als schlecht empfinde) wäre ein teil von mir. ich wäre gleichzeitig nonne und massenmörder, das geld und der bänker, der richter und hänker, ein fraumann, also es, sächlich, wie leuchtherz kürzlich von indigo gemacht, ich hätte deine gage und müsste auch die versteuern... puh... das wäre wirklich unendlich zu viel des guten. oder des schlechten ;)
( (( {-_{-_-}_-} )) )
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Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von ( (( {-_{-_-}_-} )) ) »

das buddhistische konzept der leere bedeutet, dass nichts für sich selbst oder aus sich selbst existiert. es gibt nichts, was unabhängig von allen anderen erscheinungen für sich alleine eine existenz besitzt. alles gehört zusammen, alles ist, aber nichts existiert. die grenzenlosigkeit oder das formlose, in dem sich alle erscheinungen abbilden, ist sozusagen die einzige konstante. zu erkennen, dass ich das formloase bin, das auf sich selbst zurückblickt hat nichts mit grössenwahn zu tun...

und ja, letztlich bist du die nonne und der massenmörder... und noch überaus schrecklicher: sogar wir sind das selbe!

aber das hat ja alles angefangen in meinem ersten beitrag heute, als ich mir den zustand der erleuchtung vorgestellt habe... "was wäre wenn" sozusagen... keine angst, ich habe also nur spekuliert, wollte nicht behaupten, dass ich diese erkenntnis in mir trage oder verwirklicht habe... du kannst aufatmen hehe.... ; )
u.s.l.

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von u.s.l. »

ok. vielleicht ist das problem auch, dass man nicht alles sein kann, solange sich etwas oder jemand da raus nimmt. wenn du sagst, du seist alles, ich aber, nööö - bist du nicht, weil ich nicht alles bin, also kannst du gar nicht alles sein, weil dieses alles nicht mich einschliesst, dann entsteht schon ein problem. würden aber alle gleichzeitig denken und fühlen, alles zu sein (also ungetrennt), dann bestünde dieses problem nicht. ok - nur um dieses problem nicht heraufzubeschwören, gebe ich nach, und bin kurzfristig alles.

und :lol: @ überaus noch schrecklicher
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BuddhaNature
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Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von BuddhaNature »

denke jeder hat so seine eigene vorstellungen von erleuchtung.
ich glaube wie schon gesagt auch der orgasmus kommt dieser vorstellung am nächsten.

insofern dürften demnach ja die meisten schon erleuchtende momente erfahren haben n-smile_0436.gif

würde capa auch zustimmen, wer dies zu erlangen versucht, kann diese erfahrung nicht finden. irgendwie auch ähnlich wie beim orgasmus.

habe bis jetzt auch noch niemanden getroffen der erleuchtet werden will, obwohl einige davon durchaus einen spirtuellen weg gehen. und mir gehts manchmal so umso mehr erfahrung ich habe, umso mehr erkenntnis besitze ich, dass ich noch soweit davon entfernt sein muss.
GEH DEN WEG DES HERZENS

Capablanca

Re: Wie kommt der Mensch zu spiritueller Erleuchtung?

Beitrag von Capablanca »

Die Konsequenz der ich-bin-alles Erkenntnis müsste doch die gegenwärtige Ich-Vorstellung stark ins Wanken bringen oder sogar ganz auflösen. Dieses Ich im Ich-bin-alles-Bewusstsein ist nun mal nicht mehr auf sich selbst begrenzt und unterscheidet sich damit nicht von anderem. Dennoch muss man in der Lage sein auf das alte begrenzende Ich zurückzugreifen, denn es ist ein Werkzeug zur Interaktion in der Erscheinungswelt und somit ein notwendiges Konzept. Die Fähigkeit zum Differenzieren geht also nicht verloren, viel mehr wird sie als eine Einbildung bzw. eine Projektion erkannt.
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