Nur, dass wir wissen, vorüber wir diskutieren. Ich rede von keiner personifizierten Form von Gott, weil das wiederum menschlich wäre, demnach eine auf der Erfahrung beruhende Interpretation.Das Wort Gott steht in seiner allgemeinen Bedeutung als Gattungs- oder Sammelbegriff für transzendente (d.h. die erfahrbare Welt – auf welche Weise auch immer – übersteigende) Mächte, die religiösen Glaubenssätzen zufolge ihrerseits Einfluss auf das Leben in der für uns erfahrbaren Welt nehmen.
Zufolge meiner vorherigen Ausführung und der obigen Definition des Begriffes "Gott" kann es keine Indizien dafür geben, dass es einen Gott nicht gibt. Denn alles was Indizien, Beobachtungen und anschauliche Beweise sind, heißt Erfahrung (Empirie), und hat immer nur eine Wirksamkeit innerhalb dieser Erfahrung. Da "Gott" aber per Definition transzendent ist, kann es selbst dann keine Widerlegung für diese transzendentale Idee geben, wenn jede Erscheinung, d.h. jede Form der Erfahrung wissenschaftlich, d.h. kausal erklärbar wäre. Es enthält nicht die geringste Aussagekraft über Gott.Fallen Angel 2 hat geschrieben:Der Umkehrschluss von Kant, dass es auch keinen Beweis dafür gibt, dass es einen Gott nicht gibt, ist zwar annähernd richtig, es gibt aber Millionen von Indizien, die zeigen, dass es verdammt unwahrscheinlich ist. Und keine Indizien für das Gegenteil (ausser das, was diejenigen sagen, die eine Religion "gründen").
Und auf der anderen Seite, wenn der Stand heutiger Wissenschaft in Betracht gezogen wird, herrscht jetzt schon eine allgemeine Überzeugung, dass gewisse Dinge betreffend der Entstehung und des ersten Grundes unseres Universums niemals erklärt werden können, zumindest nicht wenn man der Urknalltheorie folgt. Andere Modelle des Universums sind aber noch bei weitem ungewöhnlicher, und bieten wesentlich mehr Spielraum für spirituelle Ideen.
Sag das nichtFallen Angel 2 hat geschrieben:ein Atheist vernichtet niemanden, nur weil der an einen Gott glaubt, ein Fanatiker würde aber einen Atheisten vernichten, weil er seinen Gott beleidigt. Dazwischen liegen schon gewisse deutlich erkennbare Unterschiede.
Edit: ich gebe aber zu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein religiöser Fanatiker einem fanatischen Atheisten Schaden zufügt, größer ist als im umgekehrten Falle

