Jetzt ist gerade mal ende Februar und wir sind bereits an diesem Punkt. Vielleicht kommt dann noch das eine oder andere Winterloch, ein Nachbeben sozusagen, ein Ausläufer des unendlich langen Tunnels.
Aber mit dem Feuer kommt auch der innerliche Druck, die Wut, Zerstörungswut, eine Urgewalt von Emotionswellen, die einem überflutet.
Jedes Jahr wenn der Frühling langsam naht, werde ich innerlich wahnsinnig kribbelig. Einerseits geniesse ich die Wärme, das Licht, die Schönheit von der Natur, die plötzlich erwacht, andererseits werde ich nervös, bin schneller gereizt, habe Lust auszubrechen aus allem, aus sämtlichen Strukturen.
An jeder Strassenecke sieht man knutschende Päärchen, das Leben als Single wird zur Hölle, überall wird fast schon krampfhaft geliebt und geküsst dass einem das Kotzen kommt. Die Frauen lassen ihre Hüllen fallen und provozieren wie alle Jahre wieder mit endlos tiefen Ausschnitten und einem dermassen anpissenden, gekünstelten Selbstbewusstsein, dass man sie alle zum Teufel wünschen will. Es ist die Zeit der Jagd! Wie unschuldige Rehlein stolzieren sie umher und tun so, als würden sie nur darauf warten von einer saftigen Ladung Schrot abgeknallt zu werden. Sabbernde Gelfrisur-Machos machen einen auf cool und kommen sich vor wie der grösste Held, richten ihre Knarre auf jedes vorbeistolpernde Rehlein und bringen es zur Strecke.
Manchmal wünschte ich mir, die Mode wäre irgendwo im Jahre 1900 stehen geblieben. Schön christlich bieder die Frauen, klassisch-kleinkariert die Männer. Naja...
Ich wünsche mir für diesen Frühling weniger krampfhaft offensichtliches Geknutsche. Tut das doch bitte zuhause und nicht vor leidenden Singles! Stellt euch einfach vor, ihr seid gerade single und geht irgendwo durch die Strassen, erfreut euch an den Blumen, dem stahlblauen Himmel, den grasenden Kühen....und plötzlich seht ihr zwei komische Wesen, die sich beinahe gegenseitig verschlucken und dabei Posen einnehmen, als würden sie sich am liebsten gleich an Ort und Stelle ausziehen und übereinander herfallen wie notgeile Kaninchen. Das ist wie wenn euch jemand eine vergammelte Sahnetorte ins Gesicht schletzt und dem darunterklebenden Kuchenblech gleich noch eins mit dem Vorschlaghammer draufdonnert. Und plötzlich fallen rundherum bei allen Blüten die Blätter ab, die Kühe fallen tot zu Boden, der Himmel wird rabenschwarz und der doch gerade noch mit 3 Liter Bier ertränkte Singlefrust meldet sich mit aufwärts drückender Säuerlichkeit im Mundraum zurück. Wuääärgh!!! Frühling kann so hässlich sein!
Ausserdem habe ich im Frühling vermehrt Lust etwas kaputt zu machen. Keine Ahnung...Abfallkübel anzünden (sehr amüsant!), Strassenbegrenzungspfosten ausreissen und auf die Strasse werfen, gebündeltes Altpapier aufreissen und auf die Strasse schmeissen. Das macht sowas von Spass!!! HAAARRRRR!!!! Anarchie!!!
Naja...
Jetzt werden alle denken: Jetzt hat er völlig den Verstand verloren.
In dem Sinne:


