homöopathie ein placebo?

Mysteriöse Erfahrungen, Weisheiten, Rätselhaftes.
Capablanca

Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 2 hat geschrieben:Ist ja mal as ganz neues :lol:
Wieso ist das neu für dich? Hast du in den vorhergehenden Posts und in dem anderen Thread nicht gelesen, dass ich im grundegenommen nichts gegen die Homöopathie habe. Ein Problem habe ich aber durchaus damit, wenn Homöopathiker gewisse Grenzen überschreiten (z.B: die Medizin als negativ hinstellen, behaupten, alle Krankheiten wären psychisch bedingt und heilbar (finde ich ziemlich ignorant und unfair gegenüber vielen Menschen auf dieser Welt) etc.)

Fallen Angel 2 hat geschrieben:Warum bekaempfst Du dann wort- und (angeblich) beweis-gewaltig das Homoeopathie eh nichts bringt? Mit Wikipedia-Stoff untermalt, als ob das die endgueltige Beweiskette waere...
Ich bekämpfe die Homöopathie nicht, sondern habe ihre bekannte Kritik dargelegt. Und Wikipedia-Stoff muss zwar nicht das gelbe vom Ei sein, aber er ist als ein kontrollierter, freier und unabhängiger Stoff immer noch wesentlich glaubwürdiger als dieses Forum :-)
Fallen Angel 2 hat geschrieben:Capa, Du magst offensichtlich nichts was mit Mystik, Glauben, der Kraft des Geistes, oder allen anderen Erklaerungsversuchen (okee Theorien) zu tun hat, also tu doch jetzt nicht so, als faendest Du es auf einmal super.
Die Kraft des Geistes habe ich niemals angezweifelt. Auch dazu habe ich in beiden Threads einiges geschrieben. Ich habe langsam den Eindruck du liest oder verstehst meine Posts nicht. Und "super" habe ich schon mal gar nichts gefunden. Meine Meinung ist die, wenn die Homöopathie .... nein ... sagen wir es mal so: wenn manche Homöopathen manchen Menschen helfen können, sollen sie es weiterhin tut. Selbst wenn die Wirksamkeit rein psychologisch wäre, ist das trotzdem nicht schlecht. Wir wissen ja nicht mal genau, in wie weit der Placebo-Effekt unterschätzt wird.
Fallen Angel 2 hat geschrieben:Warum dann immer diese voellige Ignoranz gegenueber allem was in Deinen Augen nach Esoterik riecht?
Ignoranz würde heißen, ich würde es nicht beachten (ignorieren), was so nicht zutrifft. Ich beachte es aber durchaus, ich lese mir auch alle deine Beiträge zu solchen Themen durch und ignoriere sie nicht. Aber nach dem Durchlesen muss ich dann für mich feststellen, dass Einiges nicht bloß Esoterik sondern auch unvernünftig ist. Und das, was ich (rein subjektiv) für unvernünftig befinde, kann ich nicht ernst nehmen.
Fallen Angel 2 hat geschrieben: Ganz davon abgesehen, dass Dein letzter Abschnitt auf so ziemlich JEDE Lehre zutrifft, so wissenschaftlich oder unwissenschaftlich sie auch sein mag.
Aber er geht nicht gegen jede Lehre, sondern gegen die Fanatiker dieser Lehren.
Fallen Angel 2 hat geschrieben: Worin alles beruecksichtigt und erforscht und nichts von vornherein ausgeschlossen wird.
Woher willst du wissen, ob und wie viel von der Forschung bezüglich der Homöopathie ausgeschlossen wird? Passt es nur in dein so vorurteilsfreies Bild der Wissenschaft oder entspringt es tatsächlich einer fundierten Meinung?
Lass dir nur so viel sagen: schließt man etwas von vorne herein aus, macht man keine Untersuchungen darüber :-)
Die Homöopathie wurde/wird aber ausgiebig untersucht.
Fallen Angel 2

Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Fallen Angel 2 »

@Capablanca
ich verstehe jetzt Deinen Standpunkt besser (glaube ich, Irrtuemer wie immer vorbehalten ;) ). Es geht Dir also in erster Linie darum Fanatismus und Unvernunft aus den offenbar stattfindenden Untersuchungen der Homoeopathie rauszuhalten. Das kann ich an und fuer sich nur begruessen.

Durchaus gerechtfertigt, ist Deine Annahme, dass ich einigermassen vorurteilsbehaftet bezueglich... nicht unbedingt Wissenschaft, aber Forschern, die auf bestimmten Wahrheiten beharren, eingestellt bin. Das mag meinen Blick trueben, ja vermutlich sogar ganz sicher truebt es den. Andererseits ist es jedoch - was Du womoeglich ebenso siehst - dass es auch in der Medizin oder Forschung (z.B. Archaeologie) hin und wieder sehr fanatisch eingestellte Leute gibt, die ausser dem bisher gueltigen, nichts neues anerkennen.

Warum diese Einzelpersonen das tun, sei dahingestellt. In diesem Fall, also ob Homeopathie nun ein Placebo ist oder nicht, stellen sich fuer mich zwei Fragen: 1. Wer sagt das und warum 2. sollte das tatsaechlich so sein, warum ist es moeglich, dass ein sogenannter Placeboeffekt (oder "esoterisch" ausgedrueckt: selbstheilende Kraefte) derart beobachtet werden koennen. Es genuegt nicht, den Massen von Leuten, die sich nicht mal halb so viel mit dem Thema beschaeftigt haben, wie ehm.. wir hier im Mysticalforum *grins* oder die entsprechenden Leute, die das beruflich machen, einfach zu sagen, Homeopathie ist eh nur ein Placebo, wenn das - sag ich jetzt mal so - nur die halbe Wahrheit ist. Das ist zu wenig nun ja.. fundiert. O:)

Nicht das Medien in irgendeiner Form den Ruf geniessen fundierte Berichterstattung zu betreiben... hehe.. naja anderes Thema. :-"

Doch sicherlich hast Du recht und die Schwelle von fundiert zu fundamental ist manchmal etwas schnell ueberschritten, was dann zu Streitereien fuehrt. Gestern bin ich ausgetickt, morgen tickt der Professor Dr. Soundso aus. Nur bringt das (finde ich) nicht wirklich eine Antwort, die helfenderweise der Menschheit etwas bringt.

Wuerde stattdessen versucht, ohne Zwietracht eine Beobachtung anzustellen, mit moeglichst neutralen Beobachtern und nicht solchen, die in erster Linie fuer oder gegen etwas sind (was das Beobachtete gemaess Quantenphysik schliesslich beeinflusst), um das Ziel (Krankheiten etc. heilen) zu erreichen, eventuell (so es denn so sei) den psychologischen Aspekt der Homeopathie mit den stofflichen Elementen der herkoemmlichen Medizin zu vereinen (nur eine Idee), so faende ich das gar nicht so unvernuenftig.

Zur Vernunft... Das Problem / aus meiner Sicht / mit der Weltanschauung, dass nur das moeglich sein kann, was der Vernunft entspricht, und auch nur das untersucht wird (lala), ist dieser verdammt grosse Blinde Fleck der all das ausschliesst, was nach der subjektiven (und manchmal auch objektiven) Meinung einzelner (Forscher, Geldgeber, Aerzte, Capas ;)) das Praedikat unvernunft geniesst.

Was ist Vernunft? Und aendert sich diese Definition etwa nicht, mit jeder neuen Entwicklung, Forschung? Heute ist es total unvernuenftig (sind alles Spinner) von Star Trek und Hyperraum in der Realitaet zu denken. Es ist zwar mehr oder weniger gut durchdacht, aber es ist unvernuenftig, nach Ansicht von sehr vielen Menschen auf diesem Planeten. Du vielleicht ausgeschlossen. Aber 5000 Jahre in der Zukunft? Wer weiss...

Doch wenn wir heute beschliessen, dass wir das niemals untersuchen, wird es mit Sicherheit niemals Realitaet werden...

Du sagst zwar die Homeopathie wird ausgiebig untersucht, aber erlaube mir hier doch einen Zweifel bezueglich der Motive der entsprechenden Untersuchungen anzubringen. Natuerlich "kann das ja gar nicht sein" aber die Pharmaindustrie, IST nun mal ein Global Player mit sehr viel mehr Geld, als alle Freunde der Homeopathie zusammen besitzen. Geld = Macht, und die korrumpiert. Eternal Law ;)

Sorry noch fuer meine gestrigen Worte bezueglich Ignoranz, Du bist vermutlich der letzte, auf den dieses Wort zutrifft. Aber manchmal frage ich mich einfach, ob Du wirklich glaubst, was Du schreibst, oder ob Du nicht vielmehr den Advocatus Diaboli spielst, weils sonst niemand macht. Du darfst mir natuerlich die gleiche Frage stellen, ich werde sie ebenfalls nicht beantworten. :-D ;)
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von abraxas »

Fallen Angel 2 hat geschrieben: Wuerde stattdessen versucht, ohne Zwietracht eine Beobachtung anzustellen, mit moeglichst neutralen Beobachtern und nicht solchen, die in erster Linie fuer oder gegen etwas sind (was das Beobachtete gemaess Quantenphysik schliesslich beeinflusst), um das Ziel (Krankheiten etc. heilen) zu erreichen, eventuell (so es denn so sei) den psychologischen Aspekt der Homeopathie mit den stofflichen Elementen der herkoemmlichen Medizin zu vereinen (nur eine Idee), so faende ich das gar nicht so unvernuenftig.

und was genau verleitet dich zu der annahme, dass es bei der von mir im ersten post verlinkten studie nicht so war?
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von 11 »

Ich danke für die angeregte Unterhaltung hier im MF.
Nebenbei hab ich inzwischen tonnenweise Abstracts auf pubmed studiert, die mal für, mal gegen die Homöopathie sprachen. Darunter fanden sich keine Studien, die meinen Ansprüchen an eine Umfassende Studie genügen würden.
Für mich war es eine gute Gelegenheit, wieder mal einen wichtigen Punkt der Medizin zu beleuchten und ich bin froh um eure Meinungen für und gegen die Homöopathie.
Vergessen gegangen in der heissen Diskussion ist oft, dass Placebos besser als ihr Name sind.
Für alle Mitlesende und Mitdenkende kann ich nur die Wikipediaseite zu [quote=http://de.wikipedia.org/wiki/Placebo]Placebo[/quote] empfehlen.
Hier möchte ich vor allem auf die Links aufmerksam machen, die diverse Seiten Beleuchten.

Durch meine Erfahrung bei mir und bei meinen Patienten, durch all die Studien, die mir bekannt sind, und durch alle Diskussionen, die ich bisher führte, bin ich zu folgender Erkenntnis gelangt.

1) Homöopathische Mittel sind Placebo.

2) Der Homöopath muss an die Wirksamkeit der Mittel glauben, nur so kann das Placebo die beste Wirkung erzielen.
In doppelblinden Arzneistudien weiss der Arzt nicht, ob der von ihm betreute Patient das Medikament oder das Placebo bekommt. Andernfalls würde das die Heilchancen des Placebo-Patienten mindern.

3) Die Methode der Homöopathie beinhaltet viele psychologische Denkmuster, die eigentlich jedem klar sind, die Wissenschaftler aber nicht erforschen können, weil sie sich aus der Kultur der unserers "Gesundheits-Glaubens" ergründen und nicht auf harte Tatsachen zurückführen lassen.
Bekommt man nun tatsächlich Magenschmerzen, wenn man Kirschen isst und dazu kaltes Wasser trinkt?


3) Die Homöopathie ist der Schulmedizin überlegen, da sie sich den Patienten annimmt. Eine Grundanamnese dauert gut 2 Stunden, in der Verhaltensweisen reflektiert werden.

4) Die Einstellug zur Krankheit unterstützt den Heilprozess.

5) Placebos können nur Symptome behandeln, nicht aber die Krankheit an sich.
HIV kann mit den Mitteln der Schulmedizin zwar nicht gehielt werden, ein Ausbrechen von AIDS (das Endstadium der HIV-Infektion) kann aber inzwischen verhindert werden. Mit Homöopathie geht das nicht!

6) da die meisten Krankheiten, die wir haben blosse Befindlichkeitsstörungen sind, können die meisten Krankheiten mit Placebos behandelt werden.


FAZIT:
Ich akzeptiere, dass die Homöopathie (beschränkt) wirksam ist und sehe Vorteile wenn es um die Behandlung von Befindlichkeitstörungen geht, die keiner Medizin benötigen.



OUT OF TOPIC:
Diese Diskussion zeigt mir, dass die Schulmedizin viel mehr auf Schamanismus aufbauen sollte. Ein Arzt, der sich hinter dem Papier der Labordiagnose verstekt und dann was unverständliches brabelt, zu einer Therapie rät, die dann doch nicht wirkt um dann im besten Fall zuzugeben, dass er ein Laborparameter falsch interpretiert hat und dann die nächste Therapie verordnet, wirkt nicht glaubwürdig.
Ein Arzt, wie es uns Homöopathen vormachen, der zuerst ausführlich den Patienten anhört, sich nach seinem Befinden erkundet, auch mal fragt, wie es der Famile geht, sollte merken, wenn er sich mehr der Seele des Patienten annehmen sollte, als dem Körper.
Zuletzt geändert von 11 am Di 5. Aug 2008, 09:52, insgesamt 1-mal geändert.
Capablanca

Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Capablanca »

Fallen Angel 2 hat geschrieben:Was ist Vernunft? Und aendert sich diese Definition etwa nicht, mit jeder neuen Entwicklung, Forschung? Heute ist es total unvernuenftig (sind alles Spinner) von Star Trek und Hyperraum in der Realitaet zu denken. Es ist zwar mehr oder weniger gut durchdacht, aber es ist unvernuenftig, nach Ansicht von sehr vielen Menschen auf diesem Planeten. Du vielleicht ausgeschlossen. Aber 5000 Jahre in der Zukunft? Wer weiss...

Die rein umgangssprachliche Verwendung des Begriffes der Vernunft zerrt sie ein wenig ins falsche Licht. Vernunft ist nichts zeitgebundenes, kann aber zeitabhängige Aussagen machen. Man könnte beispielsweise die Frage stellen, ist es heute möglich innerhalb eines Tages zum nächsten Stern im unseren Sonnensystem zu fliegen. Dafür müssten man sich die Frage stellen, was denn überhaupt nach dem heutigen Kenntnisstand nötig wäre, um das zu erreichen. Entspricht das, was nötig wäre, dem, was technisch zur Verfügung steht, nicht, wäre eine Bejahung dieser Frage unvernünftig. Es wäre aber auch unvernünftig, zu behaupten, dass eine dermaßen lange Entfernung in einem dermaßen kurzen Zeitraum niemals überwunden werden könnte, auch wenn dafür die Relativitätstheorie spricht, die unter anderem besagt, dass nichts schneller als das Licht sein kann und somit eine Reise bis zum nächsten Stern mit dem schnellstdenkbarsten Flugkörper wohl mind. über 4 Jahre benötigen würde. Die Vernunft würde hier nur die Auskunft geben, die Relativitätstheorie ist nicht einmal vollständig bewiesen und selbst wenn, muss sie nicht das Maß aller Dinge sein. Vielleicht kann es Alternativen geben, solche astronomischen Entfernungen zu überbrücken (z.B. Raumkrümmung etc.).

Anhand dieses Beispiels, sollte der Begriff der Vernunft etwas geklärt worden sein, hier aber noch ein Paar Definitionen, wie ich die Vernunft sehe:

Brockhaus:
Ver|nunft [f. -; nur Sg.] Fähigkeit zur Erkenntnis und das Vermögen, sie anzuwenden;
Wissen.de-Lexikon:
im engeren Sinne (oberes) Erkenntnisvermögen, das nicht wie der Verstand auf die Erkenntnis des Einzelnen, sondern auf den totalen Zusammenhang der Erscheinungen gerichtet ist und das Einzelne aus diesem Zusammenhang oder aus universellen, systematisch geordneten Prinzipien heraus begreift;
Wiki:
Mit Vernunft als philosophischem Fachbegriff wird die Fähigkeit des menschlichen Geistes bezeichnet, von einzelnen Beobachtungen und Erfahrungen auf universelle Zusammenhänge in der Welt zu schließen, deren Bedeutung zu erkennen und danach zu handeln – insbesondere auch im Hinblick auf die eigene Lebenssituation (vgl. Nous). Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen, das den Verstand kontrolliert und diesem Grenzen setzt bzw. dessen Beschränkungen erkennt. Sie ist damit das wichtigste Mittel der geistigen Reflexion und das wichtigste Werkzeug der Philosophie.
Fallen Angel 2 hat geschrieben:Du sagst zwar die Homeopathie wird ausgiebig untersucht, aber erlaube mir hier doch einen Zweifel bezueglich der Motive der entsprechenden Untersuchungen anzubringen.

Deine Zweifel sind legitim und es kann niemand sagen, wie viele Untersuchungen bezüglich der Homöopathie nun tatsächlich unvoreingenommen durchgeführt wurden. Aber die Quantität ist inzwischen ein überzeugendes Argument dafür, dass es viele qualitativ hochwertige Arbeiten gegeben haben muss, weil es eben auch Wissenschaftler gibt, die an der Wahrheit interessiert sind und die nicht von Pharmakonzernen manipuliert werden. Ich behaupte sogar, dass selbst Pharmakonzerne nichts gegen Homöopathika haben dürften, wenn ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt werden könnte. Sie würden sich über die zusätzlichen Aufträge freuen, Grundwirkstoffe dafür herzustellen. Je mehr glaubwürdige Medizin, desto mehr Absatz für die Pharmakonzerne.

Außerdem beruht ja Homöopathie nicht auf etwas völlig Abwegigem, im Gegenteil: man ist Krank, nimmt ein Medikament und wird wieder gesund. Das Prinzip der Heilung ist sogar dasselbe wie in der Medizin (auch wenn es die Homöopathen anders sehen wollen). Es werden durch Medikamentenzufuhr körpereigene Kräfte aktiviert, die den Körper heilen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Homöopathen glauben, dass das nur durch Ähnlichkeit geschehen kann, was einen gewissen, oftmals als leichtgläubig kritisierten Optimismus in unseren Körper legt. Der wissenschaftlichen Medizin ist das aber egal, dort geht es um das Ziel. Ähnlichkeit kann dort der richtige Weg sein (z.B. Impfungen), muss es aber nicht.
Fallen Angel 2 hat geschrieben:Aber manchmal frage ich mich einfach, ob Du wirklich glaubst, was Du schreibst, oder ob Du nicht vielmehr den Advocatus Diaboli spielst, weils sonst niemand macht.
Ich zweifle sehr wohl an dem was ich schreibe. Schreibe aber meist das, an was ich am wenigsten zweifle.
Früher sah ich auch in einer ernüchternden Betrachtung Negatives, weil sie meine Träume und Illusionen bezüglich einer Sache zu zerstören schien. Heute sehe ich die Dinge anders: ich stelle mir die Frage, warum soll ich mich selbst belügen? Mir ein Bild von der Welt machen, dass in keiner Weise dem tatsächlichen (empirischen) Bild entspricht. Warum soll ich die Welt anders nehmen, als sie sich mir gibt? Es gibt aber dennoch, auch ohne alles Wunschdenken, genügend Ästhetik und Schönheit, sowohl im organischen als auch im anorganischen, sowohl im künstlichen als auch im natürlichen, dass eine nüchterne und kritische Betrachtung bei persönlichen Glücksempfinden gar keine Rolle spielt.
0der ob Du nicht vielmehr den Advocatus Diaboli spielst
Heil Satan! :De2

/bigs
Capablanca

Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Capablanca »

11 hat geschrieben:3) Die Homöopathie ist der Schulmedizin überlegen, da sie sich den Patienten annimmt. Eine Grundanamnese dauert gut 2 Stunden, in der Verhaltensweisen reflektiert werden.
Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Homöopathie der konventionellen Medizin überlegen ist, bis auf rein psychotherapeutische Effekte (und auch hier gibt es Ausnahmen, ganz abhängig vom Arzt und dem Patienten). Bei manchen kann ein fünfminütiges Gespräch bei einem Arzt einen weit aus größeren psychotherapeutischen Effekt haben als eine zweistündige, vielleicht als sinnlos empfundene Befragung bei einem Homöopathen.
In rein physischen Effekten ist die Homöopathie der Medizin unterlegen, da die Wirksamkeit echter Medikamente signifikant der Wirksamkeit von Placebos überlegen ist.

Die Anamnese sehe ich auch in einem sehr kritischen Licht: ich würde mich bei stechenden Magenschmerzen und Fragen wie "Wie geht's der Familie" fragen, ob es doch nicht besser gewesen wäre, ich ginge zu einem Arzt :-)

Aus einer 2-stündige Anamnese springt ja auch die Pseudo-Individualität der Homöopathika förmlich hervor. Was kann ich denn schon so besonderes in 2 Stunden erzählen, was nicht auf Tausende von Menschen auf diesem Planeten zutrifft. Für mich scheint die Anamnese ein Teil der Psychotherapie zu sein. Wenn ich aber Magenschmerzen habe (vielleicht wegen einer Blinddarmentzündung), gehe ich nicht zu einem Psychotherapeuten.

Aus diesen Gründen kann über die Wirksamkeit der Homöopathie gegenüber der konventionellen Medizin gar nicht so viel allgemeines gesagt werden, da die Wirksamkeit primär mit der Einstellung des Patienten zu tun hat - und zwar mit seiner Einstellung gegenüber der Homöopathie, nicht mit seiner Einstellung zur Heilung überhaupt.

Zudem ist der Placebo-Effekt eine Sache, die von der Homöopathie unabhängig ist. Würde man sich auf den Placebo konzentrieren, käme ein ganzes Arsenal alternativer Heilmethoden hinzu. Die Homöopathie hat hierbei den Vorteil, dass man bei der Behandlung was einnimmt, was einen sehr starken psychologischen Effekt haben kann.
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von 11 »

Hallo Capa

danke für das Feedback.

Punkt 3 hat sich bloss auf die Arzt-Patient-Beziehung bezogen. Wenn du nun den Satz als absolut aus dem Kontext nimmst, ist er natürlich Nonsens.

Ich Verbessere

3) Die Homöopathie hat gegenüber der Schulmedizin den Vorteil, dass sie sich den Patienten annimmt und nicht nur nach den oberflächlichen Symptomen fragt, sondern auch nach psychischen Auslösern sucht.

Das Beispiel mit den Magenschmerzen ist ganz gut.
Magst du dich an eine Abschluss-Prüfung erinnern? Ich denk mal, da hattest du schon mal magenschmerzen und hast keinen Bissen runter gekriegt.
Wenn nun der Arzt "vergisst" zu fragen, ob du im Moment unter Stress steht, begeht er meiner Meinung nach einen Kunstfehler. Denn selbst jedem Schulmediziner sollte klar sein, dass die Ursache der Magenschmerzen Stress sein kann.
In diesem Fall würde es dir wohl besser gehen, wenn der Arzt dir ein homöopathisches Mittel verschreibt und dich beruhigt, das ginge von alleine durch, als wenn er dir in dieser Situation noch mit der Vermutung komme, das wäre sicher ein Dickdarmtumor, der oft sehr schwierig festzustellen wäre, und dich noch vor der Prüfung in's Unispital zur Abklährung schickt.
Natürlich sollte der Arzt dich nach der Prüfung zu einer Nachuntersuchung aufbieten, nur für den Fall, dass es tatsächlich etwas ernsthaftes ist. Vor der Prüfung, sollte er aber versuchen, dich zu beruhigen. Hier ist eindeutig der Schamane mehr gefragt, als der Chirurg!
Wenn er nun noch die Nase hat zu merken, dass du mit Homöopathie nichts anfangen kanst und was richtiges willst, dann sollte er dir Motilium geben, um den Stress des Körpers vom Darm abzuschirmen.
Capablanca

Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Capablanca »

11 hat geschrieben:Wenn nun der Arzt "vergisst" zu fragen, ob du im Moment unter Stress steht, begeht er meiner Meinung nach einen Kunstfehler. Denn selbst jedem Schulmediziner sollte klar sein, dass die Ursache der Magenschmerzen Stress sein kann.
Ganz deiner Meinung. Allerdings würde ich von einem gewissenhaften Arzt schon erwarten, dass er mich nach psychischen Ursachen für meine Magenprobleme befragt. Es ist meines Wissens nach erwiesen, dass der Magen das Organ ist (oder zumindest eines der Organe), was am schnellsten auf Stress reagiert. Aber auch wenn es das nicht wäre, reicht die Erfahrung, die uns lehrt, dass Stress und Magenprobleme häufig zusammenhängen.

Einem behandelnden Arzt, der jemanden wegen stressbedingten Magenproblemen unters Messer schickt, sollte finde ich die Zulassung entzogen werden. Leider gibt es zu genüge von solchen Pfuschern, was maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass die konventionelle Medizin so viel negative Kritik zugesprochen bekommt, was aber mit ihr selbst bzw. der Biologie (der eigentlichen Wissenschaft dahinter) nichts mehr zu tun hat.
Mozart
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Mozart »

um es einfach nochmals klarzustellen

Homöopathische Mittel sind KEINE Placebos. Nur weil hier einige der z.T. unfähigen Wissenschaft glauben schenken, soll das nun die Wahrheit sein?

„Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein keimt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot.“ (Albert Einstein)
Capablanca

Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Capablanca »

Mozart hat geschrieben:um es einfach nochmals klarzustellen

Homöopathische Mittel sind KEINE Placebos.
Das mag sogar stimmen. Ich tendiere gegenwärtig eher zum Glauben, es wären Placebos. Aber vielleicht wird mich die Zukunft eines Besseren belehren und irgendwann mal ein akzeptabler Beweis für eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit von Homöopathika gefunden werden. Schließe ich zumindest nicht aus.

Mozart hat geschrieben:Nur weil hier einige der z.T. unfähigen Wissenschaft glauben schenken, soll das nun die Wahrheit sein?
Natürlich nicht. Die Wahrheit ist hier anzufinden: http://www.zurwahrheit.de ;)
Mozart hat geschrieben:„Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein keimt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot.“ (Albert Einstein)
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Mozart »

tja capa, hast schon gelesen oder machst was runter vom dem du nix verstehen kannst resp. keine Ahnung hast was überhaupt darin steht? :oops:

Ganz ehrlich, du kannst vom Albert halten was du willst. Er hat aber mehr geschaffen und erreicht als alle Wissenschaftler heute zusammen...und das ohne auch nur einen Rappen Vermögen damit gemacht zu haben...aber das zählt ja nicht, war ja früher, und früher war sowieso alles besser... /color
Capablanca

Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Capablanca »

Sorry Mozart, ich wollte deine Literatur eigentlich nicht runtermachen, die ich sehr wohl zu lesen versucht habe, aber nach wenigen Seiten weglegen musste, da ich mit dem Typ nicht einig war.

Das ist aber Nebensache. Viel interessanter finde ich deine Antwort darauf, die man eben auch hier platzieren kann:
Homöopathische Mittel sind KEINE Placebos. Nur weil hier einige der z.T. unfähigen Wissenschaft glauben schenken, soll das nun die Wahrheit sein?
hast schon gelesen oder machst was runter vom dem du nix verstehen kannst resp. keine Ahnung hast was überhaupt darin steht?
Ich halte nichts schlechtes vom Albert Einstein, er ist aber bei weitem nicht das, was die Medien aus ihm gemacht haben.
Es gab sowohl vor als auch nach ihm Forscher, die bei weitem mehr geleistet haben, deswegen aber nicht berühmt wurden.
Einstein gehört (wie übrigens Stephen Hawking auch) zu den wissenschaftlichen Persönlichkeiten, die sich durch bestimmte Umstände besonders in der breiten Masse festgesetzt haben. Und solche "mystischen Zitate" trenne ich gänzlich von seiner Arbeit.
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von abraxas »

mich reizts immer wieder was zu schreiben, und am ende lass ich es dann doch bleiben.
vermutlich liegts an mir, und ich kann einfach nicht mit dem haarsträubenden gefühl umgehen, welches ich beim lesen empfinde. man soll ja jede meinung gelten lassen. am stil störe ich mich aber trotzdem.

ich bin jedenfalls froh, dass ich jetzt weiss, dass homöpathische mittel definitiv KEINE placebos sind, und man der wissenschaft sehr skeptisch begegnen muss, weil sie oft destruktiv und grundsätzlich häufig irregeleitet ist. das muss ich jetzt erstmal setzen lassen, und ich spüre, wie mein horizont weiter wird während die neue erkenntnis in den schlick meines unterbewussten absickert. mein weltbild wankt, auch wenn ich krampfhaft versuche das offensichtliche nicht zu sehen, weil es mich so verunsichert.

starker tobak.
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Psychobella »

Ich kann's auch nicht lassen... :oops:

@11
Angenommen, homöopathische Mittle sind Placebos, wie erklärst du dir denn die Wirkung bei Tieren?
Oder bei Säuglingen und Kleinkindern?
Oder bei kritisch eingestellten Personen, die nicht an die Homöopathie glauben (wie das bei mir der Fall war)?
Sind das einfach Zufälle?
Sei das Wunder, das du erleben willst! Bild

Man bekommt im Leben nicht das, was man sich wünscht, sondern das, woran man glaubt oder was man für möglich hält!
Mozart
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Re: homöopathie ein placebo?

Beitrag von Mozart »

es ist nicht meine literatur..ich hatte nur die möglichkeit das ganze buch zu lesen. das sind jetzt aber schon einige jahre her....ich mache diesen link öffentlich weil das buch für mich der beginn war mein leben selber in die hand zu nehmen.

du kannst mich und andere noch hundert mal zitieren und texte aus dem kontext herausnehmen und zerpflücken. das spielt für mich keine rolle und zeigt mir eigentlich nur, dass du von dir und deiner meinung überhaupt nicht wirklich überzeugt bist. du bist auf der suche und versuchst auf teufel komm raus alles zu wiederlegen was du nicht verstehen kannst. aber trotzdem hast du irgendwo das gefühl, dass es noch viel mehr geben muss, ansonsten würdest du niemals soviel zeit dafür aufwenden. ich war mal sehr ähnlich in der denkweise und darum bilde ich mir ein, zu verstehen was bei dir im kopf abgeht...wer fragt, bekommt auch antworten!

ich fühle mich bestimmt nicht als ein besserer mensch oder dergleichen welche andere belehren will. wie schonmal gesagt, versuche ich nicht zu werten. ich bin mir meiner selbst einfach immer sicherer und ich kann langsam verstehen was unsere aufgaben sind und wie die zu erreichen resp. zu lösen sind. das versuche ich natürlich hauptsächlich nur bei mir persönlich, denn schlussentlich geht jeder seinen eigenen weg.

mir ist es einfach wichtig das gewisse dinge nicht einfach so akzeptiert werden, weil es gewisse "hochgezüchtete" herren in weiss so predigen. Dafür setzte ich mich auch gerne der "lächerlichkeit" aus und erhalte wiederstand in form von worten....jasager und arschkriecher gibt es wirklich schon genug.
O:)
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