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Aus eigener Erfahrung kenne ich nur die Trichterwinde
Geschichte
Die Ipomoea tricolor, oder besser bekannt unter dem Namen Trichterwinde gehört zu der Familie der Windengewächse (Convonvulaceae). Sie ist eine Verwandte der Ackerwinde und der Ololiqui-Pflanze. Es gibt etwa 400 Arten dieser Gattung. Die Pflanze zählt zu den Schönwetterpropheten, denn bei bedecktem Himmel bleiben ihre Blüten geschlossen.
Die Trichterwinde gehört bei den Indianern Mexikos neben dem Peyote-Kaktus (Lophophora williamsii) und dem Rauschpilz Teonanacatl (Psilocybe mexicana) zu den wichtigsten Rauschmittel. Die Indianer verwenden die Droge um in Kontakt mit Geistern und Dämonen zu treten und finden so Antwort auf ihre Fragen.
Die kultivierten Sorten Heavenly Blue, Pearly Gates, Summer Skies, Blue Star, Flying Saucers und Wedding Bells enthalten allesamt psychoaktive Alkaloide. Im Handel wird die Ipomoea violacea häufig unter dem Namen Ipomoea tricolor angeboten.
Merkmale
Die Trichterwinde ist eine wegen ihrer schönen Blüten beliebte Zierpflanze. Sie wird etwa 300 cm hoch. Bei uns gehört sie zu den einjährigen Pflanzen, da sie frostempfindlich ist. Die Trichterwinde hat herzförmige Blätter. Es können bis zu fünf glockige Blüten an ihren Stielen aus dem Laub treiben. Sie können rosagetönt, rot, blau, weiß, dunkellila oder auch mehrfarbig sein und können einen Durchmesser bis zu 8 cm erreichen.
Von den etwa 400 Arten dieser Gattung eignen sich folgende für mitteleuropäische Breitengrade:
- Ipomoea tricolor, mit strahlend, hellblauen Blüten und weißgelber Mitte
- Ipomoea hederacaae, die efeublättrige Prunkwinde, mit blau bis dunkelvioletten oder weißen Blüten und efeuähnlichem Laub
- Ipomoea purpurea, neuerdings auch Pharbitis purpurea genannt. Sie zählt zu den schönsten Schlinggewächsen der Familie.
Inhaltsstoffe
Die Trichterwinde enthält in den Samen bis zu 0,12% Lysergsäureamide. Lysergsäureamid wurde in den Samen der Trichterwinde erst entdeckt, als die Rauschwirkung des LSD schon
bekannt war. Es sind auch Chanoclavin, Elymoclavin und Ergometrin in der Pflanze vorhanden. Die Wirkstoffkonzentration kann je nach Standort der Pflanze und je nach Züchtung erheblich variieren. Die ebenfalls als Zierpflanze angebaute Ipomoea purpurea (rote Blüten) enthält keine Wirkstoffe.
Dosierung/Anwendung
Für Anfänger sind maximal 50 Samen zu empfehlen, für Fortgeschrittene 5 bis 10 Gramm. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Samen zu konsumieren. Entweder man kaut die Samen und schluckt sie dann, oder man legt die gemahlenen Samen mehrere Stunden in Wasser ein. Dieses Wasser wird dann entweder abgesiebt (Kaffeefilter oder ähnliches) oder wird pur getrunken. Allerdings kann man erst mit mittleren bis höheren Dosen LSD-ähnliche Wirkungen erzielen.
Wirkung/Nebenwirkung
Es gibt LSD-ähnliche Halluzinationen von etwa 6 Stunden Dauer gefolgt von entspanntem Gefühl. Es kommt recht schnell zu einem schläfrigen Zustand, in dem der Berauschte oft beeinflussbar ist. Wenn man die Samen ißt, muß man mit starken Nebenwirkungen
(Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein) rechnen. Diese Wirkung geht wahrscheinlich auf nicht wasserlösliche Alkaloide und andere Stoffe zurück. Am wenigsten Nebenwirkungen sind beim einlegen in Wasser zu erwarten. Das einlegen in Wasser wirkt eindeutig halluzinogen, allerdings nicht genauso "wie LSD". Die Wirkung hat eine narkotische und hypnotische Komponente, die sich die indianischen Schamanen für ihre Seelenreisen zunutze machen.
Personen die an Lebererkrankungen leiden oder gelitten haben und Schwangere sollten Lysergsäureamid auf keinen Fall einnehmen. Die Samen der Trichterwinde sind manchmal chemisch behandelt (Schimmelvermeidung, Anti-Drogen-Maßnahme). Heftiges Erbrechen und Durchfall sind die Folge.
Vorkommen/Anbau
Beheimatet ist die Trichterwinde im Süden Mexikos und in Guatemala. In Mitteleuropa wird sie als Zierpflanze zum Begrünen von Zäunen oder Lauben kultiviert. Die Trichterwinde
gedeiht gut in Muttererde, bevorzugt aber leicht basische Böden. Sie kann an geschützten Orten im Freien oder z.B. auf einem Balkon mit Südlage gezogen werden. Sie braucht viel Wasser, kann aber auch über einige Tage ohne Wasser auskommen. Sogar vertrocknet erscheinende Pflanzen können sich bei guter Neubewässerung erholen. Zur Anzucht werden 4 bis 5 Samen im März bis April in einen Blumentopf gesteckt (Keimdauer 10-20 Tage bei 18-20°C, aber auch schneller) und ab Mitte Mai ins Freie gestellt oder gesetzt. Die Trichterwinde wünscht sich einen sonnigen, wind- und möglichst regengeschützten Platz. Auf kalte und nasse Witterung reagiert die Pflanze empfindlich, die Blütenbildung ist stark beeinträchtigt.