Hallo Leute
war grad gestern auf der pfingstgoa in männedorf und habe dort meine "spirituellen erfahrungen" (mit drogen) gemacht. da mir wieder mal einige "opfer" dieser spiritualität begegneten, beschloss ich, auch mal meine meinung dazu zu posten. finde es durchaus positiv, dass mal jemand die sache mit der spiritualität hinterfragt, denn tatsächlich rechtfertigen viele (so auch ich) mit diesem begriff ihren bedenklichen konsum.
hier erst einmal die definition von Spiritualität von wikipedia:
Spiritualität (v. lat.: spiritus = Geist, Hauch) bezeichnet das Bewusstsein und das daraus resultierende Handeln, dass die Seele / der Geist den Ursprung einer göttlichen oder transzendenten Instanz verdankt oder zu einer absoluten höheren Wirklichkeit in Beziehung steht. Sie ist die besondere, nicht notwendig im konfessionellen Sinne verstandene religiöse Lebenseinstellung eines Menschen, der sich auf das transzendente oder immanente göttliche Sein konzentriert bzw. auf das Prinzip der transzendenten, impersonalen letzten Wahrheit oder höchsten Wirklichkeit.
liest man die definition(en) von spiritualität, so wird schnell deutlich, dass nur vom subjektiven standpunkt aus beurteilt werden kann, ob nun eine "spirituelle erfahrung" vorliegt oder nicht. will heissen: für jemanden ist die selbe erfahrung eine "spirituelle", welche für jemand anderes nichts besonderes ist. es ist - wie in dieser definition geschrieben - von der lebenseinstellung der jeweiligen individuen abhängig.
ich gebe dir aber recht wenn du sagst, dass wir vielleicht zu abgestumpft und zu mechanisiert sind, was spirituelle erfahrungen angeht... so ist es eben, wir haben vieles von unserem ursprünglichen sein verloren... daher finde ich es sogar "gut", dass es halluzinogene gibt, die uns eine andere welt zeigen können und tiefgreifende persönliche veränderungen mit sich bringen können...wir brauchen sie um uns aus der festen umklammerung unseres "verstandes", der uns eine einseitige, mechanistische sicht der welt vorgaukelt, zu lösen...um weich und empfänglich zu werden für eine andere art des bewusstseins...
finde ich eine sehr weise ansicht, denn viele menschen sind in ihrer wahrnehmung gefangen und merken nicht, dass ihre eigene wahrnehmung nur ein winzigen teil dessen zu erfassen vermag, was unsere welt ausmacht. sie merken nicht, dass ihr anspruch auf objektivität eine anmassung ist. alles existierende existiert letztendich nur durch dessen wahrnehmung durch ein individuum. somit ist alles sunjektiv, es ist eben nur das wirklich, was wirkt!!
ich kann jenen leuten, die auf ihrer wahrnehmung festgefahren sind und an eine objektive sichtweise der welt glauben, wärmstens eine drogenerfahrung (ob chemie oder natur, halluzinogen oder was auch immer, scheissegal!) empfehlen. vieleicht merken sie dann, dass es nur eine abmachung ist, den rasen als "grün" zu bezeichnen, und dass es uns auf ewig verwehrt bleiben wird, zu erfahren, wie ein anderer das grün wahrnimmt.
da wir uns nie von unserer wahrnehmung lösen können, sind drogen ein hilfsmittel die eigene sicht der dinge zu relativieren, eben weil das "grün" des rasens mal anders erscheint! ich denke dass drogen, wenn auch nur sehr unzureichend, helfen, sich von der eigenen wahrnehmung zu distanzieren und somit neue horizonte zu öffnen.
eine solche, wenn auch nur im kleinsten ansatz vorhandene und durch drogen bedingte loslösung, ist (aus meiner sicht!!!) schon an sich als "spirituelle erfahrung" zu werten.
was man nun daraus macht, lernt, ob es nun erweiternd ist oder nicht, ist eine andere frage. somit können spirituelle erfahrungen sehr positiv und erweiternd, aber auch der geistigen und körperlichen gesundheit abträglich sein! hier ist noch anzufügen, dass ich drogen ein legitimes hilfsmittel finde, es aber tausende andere möglichkeiten gibt, spirituelle erfahrungen zu machen.
habe mich gefreut euch meine relativistischen und konstruktivistischen ansichten mitteilen zu dürfen.
euch allen wünsche ich eine gute zeit, vielleicht an der nächsten party...
Liebe Grüsse