Meiner Meinung nach bremsen und fesseln sie vor allem die persönliche, spirituelle Entwicklung, und lassen einen glauben, dass dies nicht der Fall sei, dass sie im Gegenteil, diese Entwicklung ja sogar noch fördern.
Ich versuche jetzt, keinen Roman zu schreiben, sondern das in wenigen Sätzen zu formulieren, das könnte ein wenig abstrakt werden.
Meiner Erfahrung nach besteht (zumindest meine persönliche) spirituelle Entwicklung im Loslassen. Im Loslassen der eigenen, festgefahrenen Anschauungen, Verhaltensmuster und Eigensinne. Und das bedeutet, Schicht um Schicht das von meinem Herzen abzutragen, was mich von meinem ursprünglichen "Wahren Selbst" trennt. Es bedeutet, wirklich alles von Herzen loszulassen - den Wunsch, den Gedanken, die Sehnsucht loszulassen. (Das muss jetzt nicht mit materiellem Loslassen gleichzusetzen sein: Im Sinne von: ich lebe gut damit, kann aber auch gut ohne leben - es macht keinen Unterschied.) (Kurzer Exkurs: Mein "Wahres Selbst" empfinde ich, dass es durch die Eigenschaften "Wahrheit (Ehrlichkeit), Barmherzigkeit (Nächstenliebe) und Nachsicht (Toleranz)" definiert wird. Dort hin "möchte" ich....)
Ich habe viel zu hören bekommen, dass der Konsum einen "an die Türe zur Erleuchtung bringen kann, aber durchgehen muss man dann selber."
Dabei habe ich auch viel zu sehen bekommen, dass viele Leute dann an der Türe für lange, lange Zeit stehen geblieben sind, anstatt dann wirklich durchzugehen.
Das meine ich so, dass eben die Substanz selber, die man nimmt, nicht wirklich loslassen ist. Es ist - und sei die Dosis noch so gering - wieder etwas, was man "zu sich nimmt", ein äusserer Einfluss, der auf die Inneren Vorgänge einwirkt... Und somit das eigene Erkennen beeinflusst. Substanz-induziert, es ist keine eigene Erkenntnis, sondern etwas, was einem auferlegt wird.
Auch wenn es einem noch so toll, noch so weise und noch so schlüssig erscheinen mag.
Das "Beste", was es tun kann, ist, einen an die Türe zu bringen, doch hindurch - in die Wirkliche Wahre unverfälschte "eigene" Welt des Selbst - kommt man mit Drogen nie.
Und ich bin eben der Meinung, dass man ohne Drogen genau gleich an diese Pforte zur "Erleuchtung" kommen kann, vielleicht ein bisschen Später in der Entwicklung, aber dafür geht man schneller durch, anstatt noch lange vor der Türe rumzulungern und abzuwarten und sich vielleicht sogar wieder in Irrungen von ihr abzuwenden.
Nun, kürzer als eine gerade Linie (im Idealfall) kann im normalen Raum (den ich für die Metapher exklusiv brauche) ein Weg nicht sein, es gibt keine Abkürzungen, nur Umwege oder Stillstand. Und in dieser Metapher sehe ich Drogen als entweder Schlangenlinien, Umwege oder Irrwege, vor der Türe, oder eben - wenn man gerade darauf zugegangen sein sollte - als Stillstand, nämlich bis man mindestens die Substanz vollständig aus Körper, Geist, Gedanken und Herz hinausgeschafft und "losgelassen" hat.
Ist jetzt ein wenig schwierig, verständlich und nachvollziehbar auszudrücken, aber in etwa so meine ich das.
Schlussendlich läuft es wieder auf eine Glaubensfrage raus - ich kann und will da niemanden überzeugen oder gar ändern.
