27-29.06.08 Glastonbury Festival 2008 (UK)
Verfasst: Mi 2. Jul 2008, 11:52
So, ich probiere hier einen Report über unseren Trip nach England ans Glastonbury Festival zu schreiben. 
Es wird garantiert sehr schwer werden, da so ein Event kaum in Worte zu fassen ist. Ich probiere es dennoch.
Merkt euch bitte: Es wir ein sehr langer Text und ich schreibe Ihn eigentlich nur aus dem Grund, weil ich dieses Erlebnis irgendwie verarbeiten muss. Wer wirklich einmal interessiert sein sollte, an dieses RIESEN-FESTIVAL zu gehen, sollte sich diesen Trip durchlesen
wem langweilig ist auch
Die Reise
Los gings am Dienstag abend per Auto richtung Frankreich, Luxemburg,Belgien bis zur Fähre die uns auf die "Insel" brachte. Vorher haben wir unser Auto vollgepackt mit Bier, das trinken diese Engländer doch so gerne
Auf der Fähre haben wir dann unsere Freunde aus Deutschland getroffen, welche ebenfalls vollbepackt mit Bier waren. Unsere Autos hingen alle total durch auf den Achsen
, aber egal, wir brauchten das Bier um unseren Trip zu finanzieren. 
In England angekommmen fuhren wir erst einmal wieder etwa 3-4 Stunden, bis wir bei "Devils Dyke" (schöner name nicht
) angekommen sind. Dort traffen wir uns mit den Artists, welche an dem Festival performten und durch diese wir einen VIP eintritt plus Camping in der Artist area bekammen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wichtig ein ruhiger campingplatz ist bei einem Festival mit etwas über 300'000 Menschen

Nach einigen weiteren Stunden Fahrt, kamen wir endlich in dem kleinen verschlafenen English Städtchen Glastonbury an.
Und dort ging auch der grosse
Stress los. Für Autos gab es 5 verschiedene Gates, für Fussgänger mit E-tickets nur eines... das dumme war, dass ich ein E-ticket brauchte, und meine Freunde schon eins hatten. --> Das hiess: Ich musste bei der gelben Gate rein, und meine Freunde bei der Blauen Gate... Jaaaa, das merkten wir erst, als wir bei der blauen Gate waren. Die Gelbe Gate WAR ETWA 10-20 KM WEIT ENTFERNT UND ZU FUSS UNMÖGLICH ZU MACHEN
So mussten wir wieder durch den ganzen scheiss zurückfahren, mich bei der gelben gate abladen und dann die anderen zurück zur blauen. Unser Auto wurde natürlich noch durchsucht und alle vorgedrehten Joints wurden uns von der British Security abgenommen
Zum guten Glück gibts so viele Verstecke, dass wir niemals ein Grasproblem hatten 
Weiter im Text, als ich natürlich zur Gelben Gate reinkam, war ich an einem komplett anderen Ort als meine Freunde bei der blauen Gate. Und so musste ich etwa 1-2 stunden durch das ganze Festival laufen (Ich war nicht fähig irgendwie etwas zu verarbeiten zu diesem Zeitpunkt, da ich nur genervt, gestresst und angepisst war von der beschissenen Organisation der dummen Inselaffen) Nach ca. 2 stunden wandern (natürlich mit komplettem Rucksack und so) kam ich endlich bei der blauen Gate an und musste feststellen, dass bereits 00:00 gewesen war, und meine Freunde nicht mehr reinkamen... bzw. Sie kamen rein, aber es gab keine Möglichkeit das gelände wieder zu verlassen mit einem Gültigen Re-entry pass... (Ja die Briten stehen total auf ein- und austrittspässe... als gültiger Partybesucher hatte man immer 3(!!!) gültige Dokumente auf sich während des Festivals)
So ging in der ersten Nacht mal alles drunter und drüber, meine Freunde schliefen im Auto, während ich mir auf dem bereits überfüllten Gelände einen Platz zum Pennen suchte. gar nicht so einfach, wenn sich bereits über die hälfte der 300'000 Menschen dort versammelt haben.
Am nächsten Morgen schafften es dann zum glück alle auf das Festivalgelände und wir konnten sogar endlich unsere VIP-Campingplätze beziehen. Und es war ein Segen... Niemand will auf diesem Gelände mit 299'999 anderen Menschen Zelt an Zelt zusammengepfercht sein wenn ein Englischer Regen losgeht
Das Festival
Und wie es sich für England und laut anderen Berichten für das Glastonbury Festival gehört, kam es dann am Donnerstag dann auch so richtig regnen. TIPP: wer da hingeht, der MUSS Gummistiefel mitnehmen. Aber glaubt mir, selbst der schlimmste Regen kann so ein Festival nicht trüben. Seit die Tore offen waren, war an diesem Festival Non-stop Party. Die Mainstages mit den Main Acts liefen zwar erst am Wochenende, aber bei dem was man an diesem Festival alles sehen konnte, würde auch eine Woche nicht ausreichen um alles zu sehen.

So nutzten wir den ganzen verregneten Donnerstag dafür, mal das ganze Festival abzulaufen und um zu sehen, was es so zu sehen gibt.... Und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Abertausende von Shops, Ständen, Bars, Activities etc etc... Mann konnte sich suhlen in einem Meer von Englischen Gerichten und anderen Abnormalitäten die sich diese InselMenschen ausgedacht haben. Es war einfach nur zuviel.
Ein Tag reicht, um etwas zu sehen? NEIN! Wir haben an diesem Donnerstag grade mal ein Bruchteil des ganzen Festivals gesehen und unsere Beine waren jetzt schon schlapp von all den abgelaufenen Kilometern. Völlig erschöpft, durchnässt und TOTAL DANKBAR FÜR DIE GUMMISTIEFEL
kamen wir wieder in unserem Zelt an. Wir waren Baff, Platt und völlig durcheinander... Was für ein Festival, unglaublich... Wir waren schon so platt, und es hat noch nicht einmal richtig angefangen. Wir legten uns ins Zelt und sinnierten darüber, was uns wohl am nächsten Tag erwarten würde.
Und was uns erwartete, hätte ganz England nicht erwartet
DIE SONNE SCHIEN... UND WIE!!!! Schnell standen wir auf, zogen unsere Sachen an und gingen auf entdeckungstour mit der Frage: WHERE CAN I EAT SOME ENGLISH BREAKFAST, MATE? Tja, wie das bei so einem grossen Festival ist, musste man natürlich auch mindestens 15 minuten laufen um zum nächsten Foodstand zu kommen... Dass wir einen eigenen Foodstand auf unserem Camping hatten, merkten wir erst Samstags

Als wir uns dann alle gemeinsam mit vollgeschlagenen Wampen in unserem Pavillon versammelten, kam die erste Frage auf: Was tun?? Das Festival "hat begonnen", so was gibts zu sehen. Die 12 Mainstages waren alle schon am laufen und die Singer, Songwriter, Gitarristen, Bassisten, Schlagzeuger, Trompeter etc gaben volles Rohr für das nun ausverkaufte Festival von 300'000 Personen.
Durch die Liebe zur Zucht von Spitzkegeligen Kahlköpfen eines unseres Freundes, begaben wir uns alle bald mal auf die Reise durch das Festival, von Stage zu Stage, von Bar zu Bar... Nach 5-6 Stunden sind wir grade mal etwa 3 Bühnen weit gekommen. Es war unmöglich, auch nur ansatzweise alles sehen zu wollen. So liefen wir knapp 12 stunden unaufhaltsam der Fantasie entgegen. Man Staunte alle paar Meter, ass alle paar Kilometer, genoss jede Sekunde feinste Live-Musik aus Musikanlagen, die Hoch in den Himmel aufragten, als wären es akustische Wolkenkratzer. Die Luft war Musik und wir waren eins mit Ihnen und den Menschen. völlig erschöpft und mit dem Kopf voller vieler neuen Plänen für den Samstag gingen wir dann gegen 3 Uhr Nachts ins Bett. (wir liefen um 2 Uhr nachmittags los)
Doch wir konnten nicht schlafen... warum? da waren ganz aus der Nähe Elektronische Tanzmusik zu hören. Uns nicht unbekannte Beats... wer war das... wo war das? es musste hier in der Nähe sein. Schnell aufgerichtet und wieder angezogen liefen wir der Musik entgegen... alle paar Sekunden und Minuten erleuchtete der schwarze Nachthimmel in einem Feurigen Rot. Als würde Ihn jemand anzünden mit riesigen Fackeln. Plötzlich bemerkten wir ein Schild:
Trash City
Trash City in worten zu beschreiben?... Nahezu unmöglich, ich probiere es dennoch.
Trash City ist ein Interstellarer Red-Light District, auf welchem sich die Gauner und Banditen der Universen treffen. Die Gassen stinken nach verbrannten Raumschifftreibstoff, der Himmel brennt von den Flammen die die Rauchenden Fabriken ausspucken und treibende Beats untermalen die Szenerie. Gestalten die nicht von der Erde sind kreisen in diesen Gefilden.
Auch der Samstag verstrich ähnlich wie der Freitag... ein ewigwährender Marsch durch eine Welt, die man immer gesucht, aber nie gefunden hat. Künstler, Zigeuner, Streuner, Weltenbummler, Partygänger, Familien, Hippis, Drogendealer, Drogenkonsumenten, Lebensbegesteiterte... man traf sie alle hier. Sei es an einer der unzähligen Bühnen, in einer der abgehobenen Welten wie Trash City oder an den
The Green Fields
"Die grünen Felder" Jegliche Assoziationen die mit diesem Namen verbunden werden, treffen zu. Die grünen Felder, die Natur frei ausleben. Wirst du von der "Green Police" geschnappt, dann nicht weil du beim einnehmen diverser Natürlicher "grüner" Substanzen warst, sondern weil du deinen Abfall nicht dahin getan hast, wo er hingehört... Jeder lernt es sich in die Natur zu integrieren. Am Stone Circle, dem heiligen Steinkreis inmitten der Green Fields ist der Ort der Barden und Druiden, hier braut man sich feine Zaubertränke und Künstler aller art entfalten sich auf ihre eigene Weise vollkommen. Hier kann jeder sein, so wie er oder sie sein will.
So trug uns der komplette Samstag durch diese Grüne Welt. Wir unterstützten unsere Mutter Natur wo wir nur konnten und man lernte viel. Mit neuem Bewusstsein und vielen Antworten im Kopf ging auch der Samstag langsam zu neige. Auf der grossen Bühne spielte Massive Attack und da dies einer unserer Favoriten war gingen wir auch dahin.
Doch mich erwartet schlimmes an diesem Ort. Als wir auf dem Feld von "The Other Stage" ankamen, wurde meiner Person ziemlich mulmig im Magen. Wir waren inmitten einer Menschenmenge von ca. 30-50'000 personen, über der Bühne hingen schwere böse Wolken die auf ein grosses Unheil hindeuteten. Als Massive Attack anfingen zu spielen, erfüllte sich die Luft mit Ohrenzerreissenden Klängen, die Explosive Lichtshow von der riesigen Bühne breitete sich wie ein Fegefeuer über den himmel aus. Es geschah mir, als hätten wir die Hölle auf Erden. So musste ich mich ziemlich rasch von diesem Ort entfernen... und aus ziemlich rasch wurde eine Flucht... halb rennend kämpfte ich mich durch die Menschen, weg von dieser Bühne, weg von diesem Himmel und dieser Tobenden Luft... Draussen angekommen, bekam es mir wieder besser im Kopf, aber dennoch musste ich zurück zum Zelt. Ein wirkliches Gewitter oder sonst etwas schlimmes ist nie wirklich passiert... jedoch gab es gewisse verstärker, die dieser Szenerie etwas unheimlich schreckliches einbrachte...
Zum guten Glück begleitete mich ein Freund und so schlenderten wir gemütlich zum Zelt zurück, assen unterwegs jede Menge feine Süssigkeiten, Crepes und so weiter...
Der Ort war böse, und ich konnte ihm entfliehen. Mir ging es sofort wieder wunderbar.
Als wir dann wieder beim Zelt waren, dachten wir, dass es das nicht gewesen sein kann... So verschlug es uns noch ein zwei Stündchen in die Gassen von Trash City, wo wir dem Gott des UK-Garage gepflegt unseren Tribut zollten.
Und ehe wir uns versahen, war auch schon Sonntag... der letzte Tag... Moment... DER LETZTE TAG??? WAS? WIR HABEN DOCH NOCH GAR NICHTS GESEHEN VON DEM FESTIVAL!! Es ist nicht zu glauben, aber nach all dem, ging die Zeit so rasant voran... wenn man 3 Tage lang nur staunend durch so ein welt wandert, denkt man man hätte alles gesehen... Doch wenn man sich einmal um die eigene Achse drehte, sah mann, dass das ganze Tal ein Festival war... Im süden bis an den Horizont lichter und Fackeln, ein Riesenrad und endlose Menschenmengen, gegen Norden das gleiche. Im Osten und Westen ging es bis auf die Spitze der Hügel... die Green Fields erleuchtet in einem Fackelmeer, ein riesiges Tipifeld... wohin man auch schaute, es war etwas los... MAN KONNTE NIEMALS ALLES ANSCHAUEN. Und so gaben wir unser bestes den Sonntag voll auszukosten... sehen was noch nicht gesehen war, doch es war unmöglich dies zu vollbringen. Das Highlight am Sonntag war Mano Chao am späten Abend, als er noch auf der Jazz World Bühne spielte... Junge junge der hat gerockt
Am montag war noch das grosse aufräumen und gegen Mittag fuhren wir alle völlig erschöpft von dem unglaublichen Erlebnis nach Hause. 14h autofahren und 2h Fähre später kamen wir wieder in Bülach zu Hause an.
Dieser Report ist für mich eine Möglichkeit, diese Erinnerung festzuhalten und mich an das schönste und beste festival das ich je in meinem Leben erlebt habe zurückzuerinnern. Dieser Report beschreibt wahrscheinlich grade mal einen kleinen prozentsatz von dem was ich wirklich da erlebt habe
Geheimtipp: Geht da hin, mindestens einmal im Leben muss man da gewesen sein
Hier noch einige Impressionen von dem Festival, sind leider momentan nur gegoogelte Bilder, Meine Fotoreportage folgt noch für die dies interessiert
The Green Police

Trash City

Trash City

Trash City

The Line Up

The Stone Circle

The Green Fields

The Pyramide Stage (Main Stage)

The Other Stage

Vogelperspektive:




Recharge your Cell Phone in the Green Fields
BESTE IDEE EVER!!!

Trash City Hardstyle Floor

Trash City DJ Pult

Trash City Art

Trash City "NYC DownLow" Gay-Club

Trash City Art

Theater and Circus Artist Show

The LOVE TANK

Und hiermit danke ich den Organisatoren für dieses Festival... So etwas unglaubliches hätte ich nie erwartet... IT ABSOLUTELY BLEW ME AWAY
LOVE THE FARM, LEAVE NO TRACE Sinngemäss: Liebe das Bauernland auf dem das Festival ist, hinterlasse keinen Müll
Raphi
P.S. Offizielle Homepage: http://www.glastonburyfestivals.co.uk
P.P.S. habe noch ein paar fotos hinzugefügt
Es wird garantiert sehr schwer werden, da so ein Event kaum in Worte zu fassen ist. Ich probiere es dennoch.
Merkt euch bitte: Es wir ein sehr langer Text und ich schreibe Ihn eigentlich nur aus dem Grund, weil ich dieses Erlebnis irgendwie verarbeiten muss. Wer wirklich einmal interessiert sein sollte, an dieses RIESEN-FESTIVAL zu gehen, sollte sich diesen Trip durchlesen
Die Reise
Los gings am Dienstag abend per Auto richtung Frankreich, Luxemburg,Belgien bis zur Fähre die uns auf die "Insel" brachte. Vorher haben wir unser Auto vollgepackt mit Bier, das trinken diese Engländer doch so gerne
Auf der Fähre haben wir dann unsere Freunde aus Deutschland getroffen, welche ebenfalls vollbepackt mit Bier waren. Unsere Autos hingen alle total durch auf den Achsen
In England angekommmen fuhren wir erst einmal wieder etwa 3-4 Stunden, bis wir bei "Devils Dyke" (schöner name nicht
Nach einigen weiteren Stunden Fahrt, kamen wir endlich in dem kleinen verschlafenen English Städtchen Glastonbury an.
Und dort ging auch der grosse
So mussten wir wieder durch den ganzen scheiss zurückfahren, mich bei der gelben gate abladen und dann die anderen zurück zur blauen. Unser Auto wurde natürlich noch durchsucht und alle vorgedrehten Joints wurden uns von der British Security abgenommen
Weiter im Text, als ich natürlich zur Gelben Gate reinkam, war ich an einem komplett anderen Ort als meine Freunde bei der blauen Gate. Und so musste ich etwa 1-2 stunden durch das ganze Festival laufen (Ich war nicht fähig irgendwie etwas zu verarbeiten zu diesem Zeitpunkt, da ich nur genervt, gestresst und angepisst war von der beschissenen Organisation der dummen Inselaffen) Nach ca. 2 stunden wandern (natürlich mit komplettem Rucksack und so) kam ich endlich bei der blauen Gate an und musste feststellen, dass bereits 00:00 gewesen war, und meine Freunde nicht mehr reinkamen... bzw. Sie kamen rein, aber es gab keine Möglichkeit das gelände wieder zu verlassen mit einem Gültigen Re-entry pass... (Ja die Briten stehen total auf ein- und austrittspässe... als gültiger Partybesucher hatte man immer 3(!!!) gültige Dokumente auf sich während des Festivals)
So ging in der ersten Nacht mal alles drunter und drüber, meine Freunde schliefen im Auto, während ich mir auf dem bereits überfüllten Gelände einen Platz zum Pennen suchte. gar nicht so einfach, wenn sich bereits über die hälfte der 300'000 Menschen dort versammelt haben.
Am nächsten Morgen schafften es dann zum glück alle auf das Festivalgelände und wir konnten sogar endlich unsere VIP-Campingplätze beziehen. Und es war ein Segen... Niemand will auf diesem Gelände mit 299'999 anderen Menschen Zelt an Zelt zusammengepfercht sein wenn ein Englischer Regen losgeht
Das Festival
Und wie es sich für England und laut anderen Berichten für das Glastonbury Festival gehört, kam es dann am Donnerstag dann auch so richtig regnen. TIPP: wer da hingeht, der MUSS Gummistiefel mitnehmen. Aber glaubt mir, selbst der schlimmste Regen kann so ein Festival nicht trüben. Seit die Tore offen waren, war an diesem Festival Non-stop Party. Die Mainstages mit den Main Acts liefen zwar erst am Wochenende, aber bei dem was man an diesem Festival alles sehen konnte, würde auch eine Woche nicht ausreichen um alles zu sehen.
So nutzten wir den ganzen verregneten Donnerstag dafür, mal das ganze Festival abzulaufen und um zu sehen, was es so zu sehen gibt.... Und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Abertausende von Shops, Ständen, Bars, Activities etc etc... Mann konnte sich suhlen in einem Meer von Englischen Gerichten und anderen Abnormalitäten die sich diese InselMenschen ausgedacht haben. Es war einfach nur zuviel.
Und was uns erwartete, hätte ganz England nicht erwartet
Als wir uns dann alle gemeinsam mit vollgeschlagenen Wampen in unserem Pavillon versammelten, kam die erste Frage auf: Was tun?? Das Festival "hat begonnen", so was gibts zu sehen. Die 12 Mainstages waren alle schon am laufen und die Singer, Songwriter, Gitarristen, Bassisten, Schlagzeuger, Trompeter etc gaben volles Rohr für das nun ausverkaufte Festival von 300'000 Personen.
Durch die Liebe zur Zucht von Spitzkegeligen Kahlköpfen eines unseres Freundes, begaben wir uns alle bald mal auf die Reise durch das Festival, von Stage zu Stage, von Bar zu Bar... Nach 5-6 Stunden sind wir grade mal etwa 3 Bühnen weit gekommen. Es war unmöglich, auch nur ansatzweise alles sehen zu wollen. So liefen wir knapp 12 stunden unaufhaltsam der Fantasie entgegen. Man Staunte alle paar Meter, ass alle paar Kilometer, genoss jede Sekunde feinste Live-Musik aus Musikanlagen, die Hoch in den Himmel aufragten, als wären es akustische Wolkenkratzer. Die Luft war Musik und wir waren eins mit Ihnen und den Menschen. völlig erschöpft und mit dem Kopf voller vieler neuen Plänen für den Samstag gingen wir dann gegen 3 Uhr Nachts ins Bett. (wir liefen um 2 Uhr nachmittags los)
Doch wir konnten nicht schlafen... warum? da waren ganz aus der Nähe Elektronische Tanzmusik zu hören. Uns nicht unbekannte Beats... wer war das... wo war das? es musste hier in der Nähe sein. Schnell aufgerichtet und wieder angezogen liefen wir der Musik entgegen... alle paar Sekunden und Minuten erleuchtete der schwarze Nachthimmel in einem Feurigen Rot. Als würde Ihn jemand anzünden mit riesigen Fackeln. Plötzlich bemerkten wir ein Schild:
Trash City
Trash City in worten zu beschreiben?... Nahezu unmöglich, ich probiere es dennoch.
Trash City ist ein Interstellarer Red-Light District, auf welchem sich die Gauner und Banditen der Universen treffen. Die Gassen stinken nach verbrannten Raumschifftreibstoff, der Himmel brennt von den Flammen die die Rauchenden Fabriken ausspucken und treibende Beats untermalen die Szenerie. Gestalten die nicht von der Erde sind kreisen in diesen Gefilden.
Nach langem Tanzen und Staunen, gingen wir dann völlig überfordert von all diesen Inputs in unser Zelt schlafen. Wir konnten es nicht glauben wo wir waren. Wieso kennt man dieses Festival nicht ausserhalb von England? das ist etwas vom unglaublichsten, das je ein mensch gesehen hat.An apocalyptic dream-world straight from the pages of a 2000AD comic; an intergalactic red-light district, where space pirates, bootleggers, illegal aliens and all the scum of the universe can come to party the night away…
Auch der Samstag verstrich ähnlich wie der Freitag... ein ewigwährender Marsch durch eine Welt, die man immer gesucht, aber nie gefunden hat. Künstler, Zigeuner, Streuner, Weltenbummler, Partygänger, Familien, Hippis, Drogendealer, Drogenkonsumenten, Lebensbegesteiterte... man traf sie alle hier. Sei es an einer der unzähligen Bühnen, in einer der abgehobenen Welten wie Trash City oder an den
The Green Fields
"Die grünen Felder" Jegliche Assoziationen die mit diesem Namen verbunden werden, treffen zu. Die grünen Felder, die Natur frei ausleben. Wirst du von der "Green Police" geschnappt, dann nicht weil du beim einnehmen diverser Natürlicher "grüner" Substanzen warst, sondern weil du deinen Abfall nicht dahin getan hast, wo er hingehört... Jeder lernt es sich in die Natur zu integrieren. Am Stone Circle, dem heiligen Steinkreis inmitten der Green Fields ist der Ort der Barden und Druiden, hier braut man sich feine Zaubertränke und Künstler aller art entfalten sich auf ihre eigene Weise vollkommen. Hier kann jeder sein, so wie er oder sie sein will.
So trug uns der komplette Samstag durch diese Grüne Welt. Wir unterstützten unsere Mutter Natur wo wir nur konnten und man lernte viel. Mit neuem Bewusstsein und vielen Antworten im Kopf ging auch der Samstag langsam zu neige. Auf der grossen Bühne spielte Massive Attack und da dies einer unserer Favoriten war gingen wir auch dahin.
Doch mich erwartet schlimmes an diesem Ort. Als wir auf dem Feld von "The Other Stage" ankamen, wurde meiner Person ziemlich mulmig im Magen. Wir waren inmitten einer Menschenmenge von ca. 30-50'000 personen, über der Bühne hingen schwere böse Wolken die auf ein grosses Unheil hindeuteten. Als Massive Attack anfingen zu spielen, erfüllte sich die Luft mit Ohrenzerreissenden Klängen, die Explosive Lichtshow von der riesigen Bühne breitete sich wie ein Fegefeuer über den himmel aus. Es geschah mir, als hätten wir die Hölle auf Erden. So musste ich mich ziemlich rasch von diesem Ort entfernen... und aus ziemlich rasch wurde eine Flucht... halb rennend kämpfte ich mich durch die Menschen, weg von dieser Bühne, weg von diesem Himmel und dieser Tobenden Luft... Draussen angekommen, bekam es mir wieder besser im Kopf, aber dennoch musste ich zurück zum Zelt. Ein wirkliches Gewitter oder sonst etwas schlimmes ist nie wirklich passiert... jedoch gab es gewisse verstärker, die dieser Szenerie etwas unheimlich schreckliches einbrachte...
Zum guten Glück begleitete mich ein Freund und so schlenderten wir gemütlich zum Zelt zurück, assen unterwegs jede Menge feine Süssigkeiten, Crepes und so weiter...
Als wir dann wieder beim Zelt waren, dachten wir, dass es das nicht gewesen sein kann... So verschlug es uns noch ein zwei Stündchen in die Gassen von Trash City, wo wir dem Gott des UK-Garage gepflegt unseren Tribut zollten.
Und ehe wir uns versahen, war auch schon Sonntag... der letzte Tag... Moment... DER LETZTE TAG??? WAS? WIR HABEN DOCH NOCH GAR NICHTS GESEHEN VON DEM FESTIVAL!! Es ist nicht zu glauben, aber nach all dem, ging die Zeit so rasant voran... wenn man 3 Tage lang nur staunend durch so ein welt wandert, denkt man man hätte alles gesehen... Doch wenn man sich einmal um die eigene Achse drehte, sah mann, dass das ganze Tal ein Festival war... Im süden bis an den Horizont lichter und Fackeln, ein Riesenrad und endlose Menschenmengen, gegen Norden das gleiche. Im Osten und Westen ging es bis auf die Spitze der Hügel... die Green Fields erleuchtet in einem Fackelmeer, ein riesiges Tipifeld... wohin man auch schaute, es war etwas los... MAN KONNTE NIEMALS ALLES ANSCHAUEN. Und so gaben wir unser bestes den Sonntag voll auszukosten... sehen was noch nicht gesehen war, doch es war unmöglich dies zu vollbringen. Das Highlight am Sonntag war Mano Chao am späten Abend, als er noch auf der Jazz World Bühne spielte... Junge junge der hat gerockt
Am montag war noch das grosse aufräumen und gegen Mittag fuhren wir alle völlig erschöpft von dem unglaublichen Erlebnis nach Hause. 14h autofahren und 2h Fähre später kamen wir wieder in Bülach zu Hause an.
Dieser Report ist für mich eine Möglichkeit, diese Erinnerung festzuhalten und mich an das schönste und beste festival das ich je in meinem Leben erlebt habe zurückzuerinnern. Dieser Report beschreibt wahrscheinlich grade mal einen kleinen prozentsatz von dem was ich wirklich da erlebt habe
Geheimtipp: Geht da hin, mindestens einmal im Leben muss man da gewesen sein
Hier noch einige Impressionen von dem Festival, sind leider momentan nur gegoogelte Bilder, Meine Fotoreportage folgt noch für die dies interessiert
The Green Police

Trash City

Trash City

Trash City

The Line Up

The Stone Circle

The Green Fields

The Pyramide Stage (Main Stage)
The Other Stage

Vogelperspektive:




Recharge your Cell Phone in the Green Fields

Trash City Hardstyle Floor

Trash City DJ Pult

Trash City Art

Trash City "NYC DownLow" Gay-Club

Trash City Art

Theater and Circus Artist Show

The LOVE TANK

Und hiermit danke ich den Organisatoren für dieses Festival... So etwas unglaubliches hätte ich nie erwartet... IT ABSOLUTELY BLEW ME AWAY
LOVE THE FARM, LEAVE NO TRACE Sinngemäss: Liebe das Bauernland auf dem das Festival ist, hinterlasse keinen Müll
P.S. Offizielle Homepage: http://www.glastonburyfestivals.co.uk
P.P.S. habe noch ein paar fotos hinzugefügt
