Dienstag, 11. August. Um 21 Uhr besteige ich in Genf die zweimotorige, propellergetriebene Dash 8Q-400. Mit einem flauen Gefühl im Magen heben wir ab - fliegen ist nicht mein Ding. Den Sonnenuntergang auf 7000m erleben zu können ist dann aber doch etwas Wunderbares, und nach etwas mehr als zwei Stunden Flugzeit landen wir sicher in Budapest.
Am Schalter löse ich ein Ticket für den Minibus, der direkt ans Festival fährt. 30 Euro sind nicht billig, dafür geht's 5min später schon los. Auf dem Bus treffe ich Anna aus Moskau, sie kommt direkt aus Portugal, vom Freedom Festival. Stimmung im Bus: vorfreudig-aufgeregt-müde. Letztes Attribut trifft vorallem auf den Fahrer zu, einige Schwenker auf der Autobahn wären sicher nicht nötig gewesen, aber hei, die Fahrbahn ist breit und es hat kaum Verkehr, daher passt das schon.
Um ca. 2 Uhr stehen wir vor dem Kassenhäuschen und 5min später tragen wir schon den Ozora Bändel um unser Handgelenk (andere mussten 4h anstehen, wie ich später erfahre). Per SMS kontaktiere ich Daniela, die mich schon wenige Minuten später freudig umarmt. Nach 15min Fussmarsch (+/-

) erreichen wir unser Camp, Anna und ich stellen unser Zelt auf. Es ist kalt und feucht, ich friere und bereue, keine Jacke mitgenommen zu haben. Nachher wird noch etwas geplaudert, und schon kommt die nächste SMS rein, Roby & Co. sind soeben angekommen...kurz darauf fahren sie also mit dem Auto vor, Umarmung hier, Küsschen da, Zelte aufstellen zum zweiten. Kurz darauf dämmerts dann auch schon, Roby & fährt noch in die nahe gelegene Stadt einkaufen, wir anderen legen uns schlafen.
Um ca. 10 Uhr wache ich auf, die Sonne brennt auf mein Zelt, ich schwitze.....
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Ich merke grad, dass der Thread irgendwie zu lang wird, wenn ich so weiter fahre...also den Rest in Kurzform, danach Fazit:
Mittwoch Nachmittag. Treffe Fisu und Dominique, stehen bei praller Hitze beim Mainfloor, wenig Schatten, kaufe einen Hut. Kriege trotzdem Kopfweh. Chillout im Tentfloor. Abhängen bei den Zelten hinten, Wurst und Brot, verhängens, bleiben hinten. Donnerstag früh aufstehen, zmörgele, wunderschöner Wuschelnachmittag bei schönem sonnig regnerischen Wetter. Salat bei Fisu. Abend wieder gemütlich, Roby sucht zu essen, wir finden den Salat nicht. Freitag, schon muss ich ans Heimgehen denken, warte aber noch, bis es aus Kübeln giesst. Auf den Shuttlebus, lerne Sonja kennen, verbringen den Abend in Budapest. Samstag, 05:30 aufstehen, Taxi, Flugzeug, Ende der Geschichte.
Fazit: Das Ozora ist eine wunderschöne Party, die Location ist grosszügig, es gibt kein Gedränge, es gibt gutes Essen, die Musik ist vielfältig, das Publikum international.
Was ich aber nicht loswerden kann ist das Gefühl, dass es eigentlich etwas übertrieben ist, nur für ein Festival ins Ausland zu reisen. Für mich jedenfalls. Wenn ich schon aus der Schweiz rauskomme, dann will ich auch was vom unbekannten Land mitbekommen, Leute, Kultur, Essen, das Leben dort kennen lernen...das nächste Mal werde ich also einen längeren Aufenthalt einplanen!
Trotzdem, es war eine schöne Woche! Schaun wir, was das nächste Jahr bringt...