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Poli - Tick? Tack!

Verfasst: Fr 27. Jul 2007, 19:06
von Fallen Angel
die Politik, hihi, von "der Jugend verschmäht" und warum? weil sie nicht mehr daran glaubt.

Stell dir vor es sind Parlamentswahlen und keiner geht hin! Wohin geht die Politik?

Seit 62 Jahren gibt es in Europa Die Demokratie (copyright by USA) in der Schweiz sogar schon etwas länger und was haben wir schönes? in jedem Land keine Einheitspartei, wie in diesen rückständigen kommunistischen Ländern, die es glücklicherweise nicht mehr gibt, ja ausser natürlich China, aber dort ist doch die Produktion so schön BILLICH ja da lässt man natürlich auch ein Auge zudrücken, nein keine Einheitspartei, sondern ZWEI Parteien, ist das nicht schön, der Wähler hat die Wahl! Zwischen Links und Rechts, zwischen Wirtschaftskriminalität und Sozialmissbrauch, welch eine Wahl! Wir sind frei!

Nicht wie die bösen Terrorstaaten, die ja noch nicht mal mit uns Geschäfte machen wollen, und das schöne Öl zu VÖLLIG überteuerten Preisen verkaufen. Und dann sind sie auch noch bewaffnet. tststs. Tjha und währenddessen holzen die blöden Südkontinentler die Regenwälder ab, weil sie nichts zu beissen haben. Schuldenerlass schreien die einen, während sie überteuertes Cola schlürfen, Freihandelszonen brüllen die anderen, während sie überteuertes Cola rupfen.

Wohin gehst Du dabei oh Politik? In der Schweiz haben wir ja wenigstens kapiert, dass zwei Parteien zu wenig sind, und so haben wir gleich vier davon, und der Zerfleischungsprozess mal aussen vor gelassen, hat wenigstens niemand "die Mehrheit" die Mehrheit die das Kernstück der Demokratie ist, denn die Demokratie ist eine Diktatur der Masse - wer mehr ist, bestimmt, der Rest wird unterdrückt. Natürlich auch nur, wenn die armen Minderheiten keine Lobby haben. Und eine Lobby hat heute eigentlich fast jeder. Ausser die Raucher, aber die stinken ja auch.

Während Brüssel den europäsichen Freihandelszonen mit kostenintensiven Bestimmungen gleich wieder die Kehle durchschnippelt mischen nun auch die Osteuropäer mit, die bei China abgeschaut haben, wie das geht mit Niedriglohnländern: Sie werden beliebt. Und schon bestimmt Polen, dass es sich einfach mal politisch total quer in die Landschaft stellt, und somit den demokratischen Aspekt von Brüssel, der wenn überhaupt vorhanden, erneut ein wenig beschneidet, ja das macht spass.

Und um Spass gehts ja auch in der Politik, wer weiss, dass die Entscheidungen, nicht etwa im Parlament ausdiskutiert wird, sondern in jeder Partei schon jeder für sich unter seinesgleichen als Parteipolititk gefällt werden, der fragt sich dann schon: ja wofür denn dann ein Parlament, dass - noch dazu - nicht ganz gratis ist. Aber 50'000 Franken im Jahr für 3x3 Wochen dastehen und vorgefertigte Mitteilungen mitzuteilen, ist ja auch viiiiel zu wenig, wie soll man da noch überleben? Doch es stimmt tatsächlich, denn die Kosten, für Werbung und PR belaufen sich für einen Nationalrat heute auf mindestens 150'000 Franken - tja, da braucht man schon mal einige Mücken, um zur Obermücke aufzusteigen, und 50'000 ist dann wohl nur noch Taschengeld.

So läufts in der Politik, mein persönlicher Wunsch, dass die Politiker einfach mal einander ZUHÖREN sollten ist in sich schon mal ulkig, weil die Politiker sowieso nicht miteinander reden - ausser sie sind befreundet, und das sind noch überraschend viele, und so wird am Mittagstisch eifrig debattiert unter Ausschluss der Öffentlichkeit, und die Medien müssen dann wieder Sachen erfinden, die besser klingen, als das langweilige Gelaber im Parlament. Doch der Entscheid, den fällt "Die Partei", und die fällt ihn für alle ihre Mitglieder, aufgrund von wohlüberlegten Entscheidungen? Schön wärs, nein, da wird eher drüber debattiert, wie links oder rechts das nun schon wieder ist. Und wenn die anderen was sagen, kann es ja nur schlecht sein, oder? ist ja klar. und so steht man "im Namen der Wähler" da und sagt was Schlaues, nur interessiert das keinen...

und der Regenwald wird immer noch abgeholzt, denn dort gehts nicht um die Lounge-Bars, dort gehts um Brennholz und was zu beissen. Und so debattiert man in der UNO über Lösungen und man kommt auf: Freihandelszonen, wovon der afrikanische Bauer, der Brennholz sucht, ungefähr so viel hat, wie ne Mücke von der neuen TGV-Verbindung nach Paris. Und schon schreit die Hälfte der Welt, Rassismus und wie kann man einen afrikanischen Bauern bloss mit einer Mücke im gleichen Atemzug nennen? Tja 'schuldigung ich meinte ja Moskito... die Regionalität muss ja gewahrt bleiben.

Muss sie? Warum nicht mal hingehen, als United States of America und den Südamerikanern schulden erlassen, für ungefähr den ganzen verbliebenen Regenwald, einen Maschendrahtzaun ziehen und alle abknallen, die dem Wald auch nur nahe kommen. Weil die Welt das natürlich nicht gutheissen würde, schliesslich sind die Menschenrechte wenigstens noch wichtiger sind, als die Baumrechte, die es vorab nicht geben wird. Problem immer noch nicht gelöst, und es wär ja auch wirklich etwas radikal.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Forschung radikale Gedanken, wie das Terraforming eines leblosen Stückchens Fels mal etwas schneller vorantreibt, denn bei der Geschwindigkeit, mit der Regenwälder zu Dune gemacht werden... halt doch etwas schneller als die Forschung zur Zeit - denn die Forschung geht halt wie so ziemlich alles auch nach Geld, und Geld liegt zum Beispiel in der Informatik verborgen, noch kleinere Laptops, noch mehr Funktionen für's Handy, eine neue Playstation, DAS ist Forschung die Kohle bringt, und betrieben wird, Grundlagenforschung gibt's nicht mehr, denn der Planet wird seit 300 Jahren erforscht und wenn nicht irgendwo wieder eine neue Krankheit entsteht, so gibts halt nichts Neues. Im Westen nichts Neues.

Im Osten dafür neue Kohlekraftwerke, schliesslich sollten wir es warm haben, wenn der Golfstrom sich verabschiedet und es in den nördlichen Gebieten etwas Kälter wird (-27°), da eignet sich der Treibhauseffekt eigentlich gut für. Ist das vielleicht Terraforming? - währenddessen formen wir den Ozean neu, keine grossen Tiere mehr, die verfangen sich eh nur in den Netzen, also schon wieder ein grosses Problem der Menschheit gelöst und Oslo müssen wir dann auch nicht ständig zusammenscheissen.

Und wenn Japan kein Walfleisch mehr hat, bricht wahrscheinlich deren Kultur zusammen, und das kann ja nur im Sinne der Weltwirtschaft sein, endlich keine billigen Produkte mehr, die erst noch besser sind, und schon können wir unsere (bzw. die eingewanderten Deutschen) Arbeitslosen wieder einstellen, um teuren Schrott zu Produzieren. Ach nein, Wertarbeit, stimmt ja... nur gibts keine Fabriken mehr, weil die alle in Rote Fabriken umgewandelt wurden? hm - da wären wir dann wieder bei den Lounge-Bars... egal wir haben da ja noch Osteuropa.. Afrika? ach ja, dort, aber ach, das ist doch viel zu weit weg, und die Sprache versteht eh keiner (chinesisch ist ja auch viiiiel einfacher) - holterdipolder und der Regenwald wurde bereits wieder um zwei Fussballfelder reduziert.

Und nun? keine Ahnung führen wir doch noch mal n bissl Krieg, diesmal wieder in Afgahnistan, das kennt man wenigstens schon. Und während in Deutschland die Linken friedliche Strassenschlachten mit der Polizei abhalten, um dagegen zu demonstrieren, dass sich die Deutsche Luftwaffe daran beteiligt, bekriegt man sich in Frankreich, weil die Pubs nun schon wieder eine Stunde früher zumachen, schliesslich müssen die ja auch was für ihre Jugend tun...

und in der Schweiz ja in der Schweiz haben wir's gut, wir haben ja auch Glätscher und Wasser, nicht wie die Inder, die alles an Coca Cola verkauft haben, so ein Pech aber auch. Nun ja, und was macht der Inder, wenn er in Goa nicht mehr feiern darf, er bekriegt sich mit Pakistan um das Stückchen Land auf dem man etwa so viel Nahrung anpflanzen kann, um drei Kühe und fünf Bergbauern zu ernähren. Natürlich atomar, schliesslich haben wir ja jetzt intelligente Smartbombs, die die USA zwar nicht ausdrücklich verkaufen möchten, aber jeder mittels Bastelanleitung im Internet selber bauen kann.

Ach ja der Regenwald, schon wieder ein Fussballfeld weniger, aber wenigstens wachsen die Mammutbäume in Schaffhausen friedlich vor sich hin, die findige Ärzte vor hundert Jahren gepflanzt haben. Blöd nur dass die Autos da nicht mehr durchkommen, aber egal, wir ham ja Motorsägen... Nicht so wie die doofen Brasilianer, die das alles abbrennen und noch mehr CO2 produzieren... tststs... diese dritte Welt immer...

Diskutieren wir noch ein biesschen, ob Blocher wirklich ein Böser oder halt doch der einzige Politiker mit Format ist, oder sollen wir den Alkohol zusammen mit Tabak prohibitionieren, und nebenbei das kiffen legalisieren, weils eh jeder macht? Oder diskutieren wir noch ein bisschen über die 29. AHV Revision? Oder diskutieren wir noch ein bisschen über dies und das, und dass Links oder auch Rechts einfach keine Ahnung hat?

WAKE UP!

Links und Rechts sind Begriffe aus dem vorletzten Jahrhundert, und noch immer benutzen wir sie, als wären sie der Inbegriff des Bösen (jeweils je nach Perspektive höhö) , und Interessengruppen beherrschen schon längst jedes demokratische Parlament auf dieser Welt, und was noch nicht davon beherrscht wird, das wird von 2-3 Zeitungsverlagen pro Land und Sprachkreis beherrscht. Wenn das Demokratie ist, was ist dann besser? Churchill sagte mal Demokratie sei die schlechteste Regierungsform, aber es gäbe nichts besseres. Tja - währenddessen zerfleischt sich links noch immer mit rechts, ob nun Freihandelszonen oder Spendengelder die bessere Währung sind.

Und dann wundern die sich, dass die Leute sich nicht mehr für Politik interessieren? Kann man denn was ändern, wenn man es tut?

Passend dazu: Earth Song von Michael Jackson, der wie wir aus den Medien wissen, ein Kinderschänder ist. Auch wenn er freigesprochen wurde? Vermutlich einer der Justizirrtümer, für die die USA ja so bekannt sind....

Verfasst: Fr 27. Jul 2007, 19:18
von Saphira
Fallen Angel, ich liebe deinen Schreibstil, aber ahhhhhhhhhh biiiiittte ein paar Absätze :)

Und ich wette mit dir, dein Text wird 10 mal öfters gelesen und es wird dementsprechend auch mehr gepostet.

Zum Thema hab ich vorerst mal nichts beizutragen (geb's zu, ich hab den Text auch noch nicht gelesen. Also loos, formatieren =)

Verfasst: Fr 27. Jul 2007, 19:22
von Fallen Angel
wurde erledigt O:)

...und auch bei der Quelle, und dem veränderten Bewusstsein.

edit: ihr dürft im fall auch was dazu sagen! ;)

Verfasst: Di 7. Aug 2007, 15:15
von Cat
Wunderschöner Sarkasmus =D>

Verfasst: Di 7. Aug 2007, 16:44
von Gnurf
phuu - etwas viel auf ein mal. Merci für die Aufforderung zum formatieren Saphiria.
Nun - um was geht es dir Fallen Angel? Ich habe den Eindruck du mischt das eine mit dem Anderen, wechselst vom lokalen zum regionalen zum internationalen und wieder zurück. Womit du auch nicht unrecht hast - vernetzt sich doch immer mehr und wird gleichzeitig immer mehr auch regional.

Ich denke es ist schwierig auf die einzelnen Aspekte die du erwähnst einzugehen. Jedoch zu dem Topic Poli tick - tack möchte ich mich doch noch äussern.

Als erstes würde mich doch schon noch interessieren, wie du zu der Behauptung kommst die Demokratie sei ein import aus den USA ?(bzw ein copyright by USA)

Ich finde es etwas vereinfachend, wenn Demokratie als 'Diktatur der Masse' angeschaut wird. Ist es doch eben gerade nicht. Nehmen wir das Beispiel der Schweiz. Die einzelnen Kantone sind unter anderem gleichberechtigte Partner im pollitischen Entscheidungsprozess. Ein kleiner Kanton wird einem grossen gleichgestellt, egal wie viele Personen darin leben. In einer Demokratie geht es doch eben gerade darum, verschiedene Interessensgruppen unterschiedlich zu gewichten. (und damit meine ich nicht ein Präsidialsystem typ USA)

Wir leben in einem Land in dem immer weniger Leute sich für Politik interessiere und ich kann irgendwie nicht ganz nachvollziehen wieso das dies so ist. Jeder von uns, der schweizer Bürger oder schweeizer Bürgerin ist (wieso das Ausländer nicht dürfen ist mir nicht klar) kann stimmen und wählen und selber auch gewählt werden! Es liegt an uns sich zu engagieren und etwas zu tun. wo fangen wir am Besten an? Vor unserer Haustüre. Kleine Schritte machen einen langen Weg. 'Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünscht' (Mahatma Gandhi)

Mit meinem Beitrag will ich deinen Text nicht im geringsten Angreifen - ganz im gegenteil. Ich finde ihn gut geschrieben, auch ich habe gefallen an deinem Sarkasmus. Vieles politisches schein irr, wenn es in einem grösseren Kontext gestellt wird, oder mit anderen Sachen verglichen wird.

Was sollen wir tun? Resignieren?
Ich kann das nicht - wünschte mir manchmal ich könnte es. Persönlich glaube ich an die Macht der Poliltik - wie sollen wir sonst die Welt positiv verändern ausser mit der Macht des Wortes. Und wenn wir es nicht versuchen - wer sonst?

Verfasst: Mi 8. Aug 2007, 12:13
von gizmo
Liebe(r) Fallen Angel. Gut geschriebener text. Dein schreibstiel gefällt mir sehr, allerdings bin ich inhaltlich schon nicht immer deiner meinung.

Du magst wohl recht haben, dass demokratie die "Herrschaft der Massen" ist, oder wie ich auch finde, "Die Herrschaft der Schafe". Bei genauerer betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass die politischen systeme, welche wir als demokratien bezeichnen gar keine sind.

Wahre demokratie würde nähmlich voraussetzen, dass wir eine echte wahl haben. Haben wir aber nicht! Wir können nicht frei wählen wie wir unsere gesellschaft und unser individuelles leben gestallten wollen sondern nur unter ein paar option diejenige wählen, welche für uns das kleinste übel darstellt. In etwa so, wie wenn ich in einen supermarkt gehe und brot kaufen will, stattdessen gibt es jedoch nur 20 verschiedene sorten kartoffel-chips. Ich kann mich nun sehr wohl zwischen dem einen oder anderen chips-produkt entscheiden, wenn ich es esse bin ich nicht mehr hungrig aber brot hab ich noch immer keins!

Hinzu kommt das politik heute mehrheitlich um ihrer selbstwillen geführt wird. Jedes jahr zum wahlkampf werden parolen in die welt geschriehen und zwar genau diejenigen, die die masse der schafe hören will. Hier muss ich dir mit dem links und rechts beipflichten. Plötzlich sind sich SP und SVP einig, dass sozialmissbrauch das schlimmste ist, was unserem land passieren kann und das schmarotzer überall sind. Oder kampfhunde, oder noch viel besser, dass die jugend heute ach so gefährlich ist. Die vergewaltigen, rauben, drohen und filmen dann noch alles und stellen es auf Youtube.

Die frage ist doch aber, wiso wir in dieser sackgasse sind. Ich denke, ganz einfach deshalb weil wir vergessen haben selber zu denken, unser leben zu gestallten und selber für uns zu schauen. Erzieht die kinder zu selbständigen, freidenkenden individuen und ihr rettet die welt. Schafft freiräume, in der stadt, in der familie, im job.

Diese thematik ist auch nicht neu und es gibt auch lösungsansätze, philosphisch-politische, abseits vom mainstream-denken.


Bild

Es grüsst, Gizmo

ps: I'm awake with my eyes wide open :wink:

Verfasst: Mi 8. Aug 2007, 21:38
von Tinnitus
Ich liebe Sarkasmus!!! Geile Text, bin äntli au dezue cho, mal de ganz durez'läse!

Verfasst: Mi 8. Aug 2007, 23:42
von Fallen Angel
@zwergnase
ich liebe sarkasmus auch, ist etwas lang geworden, sorry :mrgreen:
sehr zu empfehlen so ziemlich alles von terry prattchet, das ist zwar eher ironisch als sarkastisch aber es öffnet einem ganz neue welten...

@gnurf
es ist gut, gibt es noch menschen, die an die politik glauben. es gibt politiker in allen parteien, die gute politiker sind, gut in dem sinn, dass sie versuchen lösungen abseits jeglicher parteienpolitik zu finden.

mein problem und ich schätze mal das von den meisten leuten, insbesondere ausserhalb der schweiz wo die menschen noch weniger wahlmöglichkeiten haben (die kennen noch nicht mal abstimmungen, nur wahlen!), ist dass es in dem momentanen demokratischen system nur darum geht, welche lobby mehr kohle auf ihrer seite hat, und was 4 parteien entscheiden. die guten politiker gehen unter, unter einer parteimeinung. grenzen wie die von links und rechts werden gezogen, wo es keine grenzen geben darf.

Mit dem Text gehts mir aber eben genau auch um das hier:
Vieles politisches schein irr, wenn es in einem grösseren Kontext gestellt wird, oder mit anderen Sachen verglichen wird.
wir debattieren über sinnloses zeug in unseren politischen gremien. sind das überhaupt noch UNSERE gremien? oder ist es nicht eher so eine art reality tv show, produziert um die tageszeitungen zu füllen und die leute zu beschäftigen?

wo ist die Politik à la Gandhi, Martin Luther King etc.? Wo sind die klaren Aussagen, die jedoch nicht einfach aussagen, dass Econosuisse wieder mehr Kohle braucht, sondern die Aufzeigen wo unsere Gesellschaft steht und wo unsere Welt gerade hindriftet?

Wenn ich lese, dass darüber debattiert wird, irgendwelche Loungebars zu schliessen, könnte ich echt kotzen. sowohl, weil es idiotisch ist, immer mehr zu verbieten, als auch weil es überhaupt nichts mit den problemen dieses landes, von europa oder von der ganzen welt zu tun hat.

natürlich soll ein jeder selbst die veränderung sein. aber solange man keine echte wahl hat, sondern sich einfach aussuchen kann, welche farbe der partei einem besser gefällt - nein, solange muss ich nicht wählen. denn das ist keine wahl, das ist eine show.

puncto demokratie: die schweiz hat's längst praktiziert, als es die franzosen erfunden haben (abgeschaut von den engländern, die im prinzip das heutige politische system mit verschiedenen kammern erschaffen haben), die usa hat's übernommen, frankreich wurde eine diktatur und hat überallhin demokratie exportiert, oder zumindest napoleons vorstellung davon, während die usa das zweiparteiensystem schliesslich in die ganze welt trugen. sicherlich vereinfacht dargestellt ;)

@gizmo
ich glaube, die einzige möglichkeit ist, die menschen zu eigenständig denkenden individuen zu machen. ihnen begreifflich zu machen, dass jede tageszeitung das gleiche ist, und keineswegs unabhängig. dass jegliches parteiendenken überholt und nichts weiter ist als eine show. dass lösungsorientiert an alle dinge herangegangen werden muss. dass schuldzuweisungen (mal sinds die sozialschmarotzer, dann sinds die jugendlichen, dann diese dann jene) einfach mal aufhören müssen, und man erkennt, wo das grosse geld fliesst, wofür es verwendet wird und wie es auf dem planeten zu und her geht.

solange in der uno genau so gestritten wird, wie in so ziemlich jedem politischen parlament, solange überall nur parteimeinungen ständig wiederholt, statt im hier und jetzt etwas entschieden wird, solang kann sich nichts ändern.

die problematik ist, solange der mainstream gedanke nicht geändert wird, bringt das alles nichts, jedenfalls nicht in einer demokratie, weil der mainstream bestimmt, wo's lang geht.

wie ändert man den mainstream? ganz bestimmt nicht, indem man immer so weiter macht wie bisher. auch nicht indem man radikalisiert. es müssen lösungen her, die überzeugen, die in sich schlüssig sind, und die von medien verbreitet werden.

wir brauchen effektiv unabhängige zeitungen. wir brauchen effektiv unabhängige präsidenten in den usa, in deutschland, in frankreich - wir brauchen eine demokratie in der man die wahl hat zwischen dem was man heute so als politiker kennt, und menschen, die sich zum ziel gesetzt haben, ihr bestes zu geben, all ihr können und ihre intelligenz um das beste für ihr land, und für die welt als ganzes herauszuholen.

wir brauchen keine marionetten, die tun, was ihre partei sagt, die wiederum tut, was die mitglieder der partei glauben, dass ihre partei tun müsse - wir brauchen Menschen in der Politik, die nur ein Ziel verfolgen: alles zu versuchen und nichts unversucht zu lassen, um für ihre bürger, die grösstmögliche freiheit, gemeinschaftlichkeit und selbstbestimmung zu erreichen, die überhaupt denkbar ist.

@topic
naja der erste beitrag war sarkastisch, der zweite polemisch - aber ich schätze ihr wisst was ich meine - die diskussion ist eröffnet... O:)

Verfasst: Do 9. Aug 2007, 08:08
von gizmo
Auf jeden fall wissen wir, was du meinst. Das war auch schon im ersten beitrag nicht zu übersehen.

Wir sind uns also einig, dass die beste veränderung darin besteht, die menschen zu freien individuen zu machen und sie aus ihrem schaf dasein herauszureissen. Und sicherlich bringt es nichts, in den ewig gleichen schuldzuweisung zu verharren. Allerdings bin ich sehr wohl der meinung, dass man auch mal sagen kann, wer denn die schuld an dem ganzen schlamassel hat. Und das sind definitv nicht WIR (naja, zumindest viele von uns nicht)!

Ich bin der festen überzeugung, dass ein system welches darauf aufbaut, die wirtschaft immer und immer wieder zu erweitern niemals funktionieren kann. Schon allein deshalb nicht, weil wachstum natürlichen grenzen unterliegt. Nichts kann ewig wachsen und sich ausdehnen, ausgenommen vielleicht das all, doch das sind spekulationen. Ganz gewiss gibt es jedoch kein ewiges wirtschaftswachstum um zweistellige prozentzahlen jährlich. Das system des weltweiten kapitalismus (scheiss wort, sorrry) sorgt dafür, dass sich alle danach richten und dabei die menschlichkeit auf der strecke bleibt. Das bedeutet, dass es nicht ausreicht bessere politiker zu haben, nein, es braucht eine koplett andere vision von system.

Ich glaube an radikale ideen und daran, dass sie die einzige möglichkeit zu wirklichen veränderung darstellen. Alles andere endet sonst immer in kompromissen und wir wissen ja, was dann herauskommt. Meistens nichts. Bitte verseht mich nicht falsch. Radikalität definiert sich für mich in der art und weise des denkens und des lösungsansatzes. Sie bedeutet nicht mit gewalt anderen seine meinung aufzuzwingen. Gesellschaftliche umbrüche konnten noch nie von militanten und gewalttätigen eliten herbeigeführt werden.

Veränderung beginnt bei uns selbst. Sie ist möglich wenn wir unser tägliches handeln und die art und weise zu leben nach unseren vorstellungen gestallten und unsere ansichten umsetzen. Es nützt nichts wenn ich nur an die freiheit der menschen glaube und sie ihnen dann nicht zugestehe. Zum beispiel in dem ich besitzansprüche gegenüber meinen kindern, meiner frau oder freundin hege. Es nützt auch nichts solidarisch zu denken, man muss so handeln. Natürlich ist das wesentlich einfacher gesagt als getan und klappt nicht immer. Aber wir sind der anfang.

Ich glaube halt einfach nicht, dass andere (zum beispiel politiker) für uns freiheit erwirken können. Das können sie nur für sich selbst und wir nur für uns.

ps: Unabhängie medien gibts es und das internet bietet platz für viele davon. Wie zm beispsiel http://de.indymedia.org/ .

es grüsst
gizmo

Verfasst: Mo 3. Sep 2007, 21:51
von Fallen Angel 2
Hi Gizmo
Hast mich gerade erinnert, dass die Diskussion noch weiter gehen sollte.

Zum Kapitalismus: er funktioniert an und für sich schon. Die Wirtschaft, wie wir sie kennen, ist von der Idee (Adam Smith) her durchaus durchdacht, sonst hätte sie vermutlich auch nicht den Erfolg gehabt, in den letzten 150 Jahren, den sie hatte. Wie funktioniert Kapitalismus? Indem jemand etwas produziert und mit einem Gewinn an einen anderen verkauft, der es eventuell wiederum mit Gewinn weiterverkauft. Mit dem Gewinn bezahlt der erste sein Essen, dass er wiederum irgendwo kauft, was dem Verkäufer Gewinn bringt, und wenn das alles gut läuft, wird er Angestellte einstellen können, und mit dem Gewinn deren Lohn bezahlen.

Das funktioniert, oder hat funktioniert, solange es immer mehr Kunden gab. Der Kapitalismus hat sich aber sozusagen selbst ins Bein geschossen, indem er einerseits den Fortschritt in den Entwicklungsländern nicht allzusehr unterstützt hat, und sich so neue Kunden gar nicht erst erschlossen hat. Und andererseits durch die Börsen. Natürlich sind Aktien eine kapitalistische Erfindung, die den Unternehmergeist zusätzlich beflügeln. Man kann Papier drucken und gegen Geld an Investoren, die mehr Geld haben, aber weniger Ideen, verkaufen, um neue Unternehmen zu gründen. Doch von dem Zeitpunkt an, zu dem an den Börsen mit diesen Papieren gehandelt wurde, und der Wert einer Unternehmung vom Kurs kotiert (bewertet) wurde, wurde dies ad absurdum geführt. Kurse bestimmen heute vielerorts den Wert einer Unternehmung, und Krisen können ganze Wirtschaftszweige lahmlegen.

Dazu kommt die Gier der Verwaltungsratsmitglieder, die auf einmal nicht mehr verwaltet, sondern gehortet und sich gegenseitig jede Menge Kohle zugeschoben haben. Milliarden. Geld, das schliesslich den jeweiligen Unternehmen für so unwichtige Sachen wie Benzin (Swissair) gefehlt hat.

Mag sein, dass dies etwas vereinfacht dargestellt ist - doch im Prinzip ist das Problem nicht der Kapitalismus, sondern wie damit umgesprungen wird. Und das schon ziemlich seit Anfang an, wenn wir an die Zeit um 1890 denken. Als Mitarbeiter zum Hungerlohn in Fabriken geschuftet haben.

Ford hat schliesslich in den 40ern einen neuen Kapitalismus gegründet, indem er sagte, seine Angestellten müssten zumindest so viel verdienen, dass sie selbst die Produkte kaufen können, die sie herstellen. Dieser Paradigmenwechsel war meiner Ansicht nach der wesentliche Grund für den Erfolg in den Wirtschaftswachstumsjahren 1950-1970.

Doch in letzter Zeit scheint sich das wieder geändert zu haben, lange Zeit gab es keine Lohnerhöhungen, leicht ansteigende Arbeitslosigkeitsraten wurden als Grundlage genommen, die Angestellten Lohnmässig auf tiefem Niveau zu halten. Deutschland hatte die Chance mit dem Anschluss der Ex-DDR (16 Millionen neue Käufer...) seine Wirtschaft zum wachsen zu bringen. Doch das hat offensichtlich nicht funktioniert und zu einer Völkerwanderung von Nord(ost) nach Süden geführt. Warum hat es nicht funktioniert? Für den "Wiederaufbau Ost" wurden Milliarden geschüttet. Wo ist das alles geblieben? Wurde hier wirklich kapitalistisch gewirkt?

Vielleicht eher nicht.

Planwirtschaft funktioniert halt einfach nicht. Sie funktioniert nicht, weil sie den Willen des Individuums etwas zu erreichen nicht fördert. Und das führt zu Bürokratisierung und schliesslich zu einer Art Arbeitsunwillen. Oder Lustlosigkeit. Statt Milliarden zu schütten, wäre es sinnvoller gewesen, Jungunternehmer zu unterstützen. Hilfe zur Selbsthilfe...

In der Schweiz haben wir ein witziges System, zwar eigentlich schon ziemlich kapitalistisch, doch mit den vielen vielen vielen Gemeinden auch teilweise etwas planwirtschaftlich. Wenn die Stadt Zürich es fertig bringt, trotz offenkundiger Mängel des Prototyps des Cobra Trams, dieses DOCH zu kaufen, so stellt sich schon die Frage, warum man denn überhaupt einen Prototyp macht? In diesem Fall anscheinend nur, weil "man" das so macht (=Planwirtschaft) und nicht weil man "kapitalistisch" prüfen will, ob es das überhaupt bringt...

Das Wirtschaftssystem ist immer nur so gut, wie die Menschen, die es ausnutzen. Und damit meine ich NICHT die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger. Wenn ich 2% meines Jahreslohns (also etwa 1300 Franken) für Menschen ausgebe, die aus welchen Gründen auch immer, keinen Anschluss in diesem Wirtschaftssystem gefunden haben, so finde ich das gut! Jedenfalls besser als Spendengelder, die mein soziales Gewissen ruhig stellen sollen, und doch nicht ankommen.

Wie ist es ausserdem möglich, dass es soo viele Hilfsorganisationen gibt, die einen auf der Strasse bewerben, mit Konzepten und Ideen, die WIRKLICH gut sind, während die staatliche Entwicklungshilfe in den letzten 40 Jahren so gut wie überhaupt nichts gebracht hat? Reden die auch mal miteinander? Oder versandet das alles in der Bürokratie...?

Mit ausnutzen meine ich jene Millionäre, die mit den Aktien rumspielen, als wäre es nur Papier (oder Daten), und nicht, was es eigentlich ist, der Wert einer Unternehmung, und jene Verwaltungsräte, die sich goldene Fallschirme basteln. Jene Politiker die Schmiergelder nehmen, um irgendwelche Bewilligungen durchzuboxen, die nichts mit Umweltgedanken, oder Arbeitnehmerschutz zu tun haben.

Wer wählt diese Politiker?

Das Individuum ist Dum? Vermutlich eher überfordert. Dies stellt die Demokratie grundsätzlich in Frage. Nicht die Demokratischen Grundrechte, wie zum Beispiel Redefreiheit, Versammlungsfreiheit, das Recht Partys im Wald zu organisieren und so weiter. Aber die Wahlen.

Gäbe es heutzutage noch so was wie Ehre, könnte man die Leute, die gerne Politiker wären, vielleicht dazu zwingen, sich wirklich jederzeit einzig und allein dem Wohl des Landes (und der Welt, also Erde und Umwelt) zu verpflichten, und niemals eigenen Interessen.

Doch so was wie Ehre gibt es nicht mehr...

Und solange ein Politiker die Macht hat, in erster Linie seine Lobby zu bauchpinseln, kann auf diesem Weg keine Veränderung stattfinden. Die Versuchung ist für viele wohl einfach zu gross. Und die paar Politiker, die das nicht so sehen, und sich zumindest ihrem Gewissen verpflichtet fühlen, die gehen unter in den Grabenkämpfen der Parteien, die kopflos gegeneinander interagieren.

Und was die anderen Rechte angeht: Beispiel Redefreiheit: in meinen Augen bedeutet das nicht, dass man das Recht hat, schamlos zu lügen, oder wie in der Pressefreiheit, gewisse Dinge so darzustellen, dass es der Meinung einzelner Lobbys Ausdruck verleiht.

Aber das hatten wir ja schon.

Also nochmals zur Veränderung zurück: wie verändert man etwas. In erster Linie kann der einzelne bei sich was verändern. Doch wie fällt diese Veränderung aus? Was bringt ihn dazu, anderen ihre Freiheit zu lassen? Wo hört die Freiheit des einzelnen auf? Die Hipster waren der Ansicht, dass jeder tun darf, was ihm gut tut, solange er damit niemandem anderen schadet.

Dieses Konzept ist meines erachtens ein guter Anfang. Ich glaube aber nicht, dass das reicht. Das Umdenken muss (!) auch in die Köpfe derer gelangen, die an den Hebeln der Macht sitzen. Was ist Macht? Die Führung eines Unternehmens. Milliarden auf dem Bankkonto. Ein Popstar zu sein. Dies ist Macht, Einfluss auf andere Menschen haben. Manche sind mächtig über ihren Tod hinaus, und beeinflussen mehrere Generationen von Menschen, man denke nur an die Macht die gewisse Musiker auf uns ausüben, obwohl sie schon längst unter der Erde liegen.

Macht kann also auch gut sein. Nun, was ist gut? Gut ist gar nicht so schwer zu definieren. Es ist gut, andere Menschen respektvoll zu behandeln. Auch wenn sie zum Beispiel 10 Jahre alt und Deine Schüler sind. Gut ist es, für andere zu sorgen, wie zum Beispiel mit der Sozialhilfe und dem winzigen Prozentsatz den jeder dafür leistet. Gut ist es, seine Ziggikippen aufzusammeln, weil dadurch der Aufwand eines Veranstalters, sich verringert, weil er weniger Helfer für die Abfallbeseitigung braucht.

Gut ist es, wenn das Gewissen nicht aufschreit. Und auf das Gewissen zu hören ("listen", nicht "hear"), ist mit Sicherheit etwas, das gelehrt werden kann. Als ich damals dem Militär in sechs seiten darlegen musste, warum ich Zivildienst machen will, stand ich wie viele andere vor mir, vor dieser Frage, was ist denn eigentlich ein Gewissen, ich musste also etwas beweisen, dass man nicht anfassen kann. Und ich ging in meine persönliche Geschichte und habe das analysiert. Und ich fand tatsächlich heraus, dass es Beispiele (Gleichnisse?) in meinem Leben gab, die bewiesen, wenn ich auf mein Gewissen gehört habe. Als ich beispielsweise auf dem Pausenplatz für einen Mitschüler eintrat, den sie hochnahmen, weil er Dick war. Dieser moment ist eine halbe Ewigkeit her, und er ist mir geblieben, weil ich damals das richtige getan habe. Und auch all die Situationen, in denen ich mich falsch verhielt, sind mir geblieben. Man spürt das Gewissen.

Aber die Menschen haben gelernt, diese Stimme zu unterdrücken. Je mächtiger ein Mensch wird, umso schneller lernt er dies. Das ist vermutlich ein Schutzinstinkt, um den Job nicht wieder zu verlieren.

Doch wenn in unseren Schulen bereits gelehrt würde, dass es wichtig ist, für das richtige einzutreten, so wäre dies auf alle Fälle besser, als den Schülern zu "beweisen", dass kollektive Strafen, Strafen allgemein, Sarkasmus, und Ausgrenzung halt zum Leben dazu gehören. Umdenken müssen also auch die Lehrer.

Diese Evolution betrifft jeden einzelnen, das stimmt. Und wenn ich im Coop freundlich zu einer Kassierin bin, oder unfreundlich, so wirkt sich dies aus. Doch je mehr Macht man hat, umso stärker wirkt es sich aus. Das mit der Kassiererin ist nichts, im Vergleich zum einschüchternden Einfluss eines bösartigen Lehrers.

Oder auch im Umweltschutz: die Kippe aufzulesen ist aus naturschützerischen Gründen sicher der richtige Weg - aber wenn eine Fabrik neuerdings Filter in ihren Schornsteinen drin hat, so bringt das mehr...

Es ist somit auch nötig, dass die Menschen, die das begriffen habe, sich nicht davor scheuen Macht zu suchen, und Verantwortung zu übernehmen. Wenn immer nur die Opportunisten an die Macht kommen, wird sich nichts ändern.

Ich weiss noch nicht wie dieser neue Weg aussehen wird - aber ich glaube, die Menschheit wird ihn beschreiten. Weil es irgendwann gar nicht mehr anders geht. Doch wir müssen nicht warten, bis es soweit ist. Wir können jetzt anfangen, und andere lehren, diesen Weg zu gehen - indem wir es vorleben.

Verfasst: Di 4. Sep 2007, 09:48
von gizmo
wow: Bin mal wieder überwältigt von deinem text!

Kann mich momentan nur sehr kurz fassen, möchte aber trotzdem zwei, drei gedanken äussern.

Also, der kapitalismus ist meines erachtens ganz klar ein fehler, da er schon seit und insbesondere bei Adam Smith auf einer falschen annahme beruht: Nähmlich, dass der markt ewig wachsen kann. Dies ist jedoch nicht möglich, wie wir aus erfahrung wissen. Leider, funktionert dieses system jedoch trotz ersten "erkältungs erscheinungen" noch immer zu gut, als dass genug menschen etwas daran ändern wollten.
Die Hipster waren der Ansicht, dass jeder tun darf, was ihm gut tut, solange er damit niemandem anderen schadet.
Dies wäre für wahr ein sehr guter anfang und ich bin absolut deiner meinung, dass die veränderung bei jedem von uns zuallersert beginnt! Wenn wir so handeln wie wir uns das vorstellen und unsere ideale leben, dann macht es vielleicht der eine oder andere nach oder er erhlät einen netten denkanstoss!

Darum ist es auch gut, dass du hier weiterschreibst... Die zukunft beginnt hier!

Verfasst: Di 4. Sep 2007, 10:02
von Psymäleon
Nur ein kurzer, völlig im leeren Raum schwebender Kommentar zu Politik und Demokratie, ohne direkten Bezug zu den vorangehenden Einträgen:

"Demokratie ist sozusagen die auf halbem Weg stecken gebliebene Abschaffung der Herrschaft, und wie alle halben Dinge ist sie gefährlich." (Aus dem Artikel "La démocratie n'existe pas" von Heinzpeter Studer im Zeitpunkt)

Zwar eine sehr pessimistische, aber doch irgendwie wahre Aussage. Die Herrschaft des Volkes ist eine Demokratie wie wir sie kennen bestimmt nicht. Auch weil jeder einzelne viel zu wenig dafür tut. Sich über politische Vorgänge informieren, wählen und abstimmen gehen reicht da bei weitem nicht aus. Solange man auf diesem Weg jede (Selbst-)Verantwortung von sich weg und irgendwelchen Repräsentanten zu schiebt, kann von einer wirklichen Demokratie nicht die Rede sein. Zu einer Herrschaft gehört nicht nur Macht, sondern eben auch Risiko und Verantwortung. Wer würde aber sich selber Vorwürfe machen, wenn etwas in der Gesellschaft nicht richtig läuft? Wohl niemand... dafür gibt es ja die SVP, Novartis; oder noch angenehmer Blocher, Bush oder Vasella.

Trotzdem gehe ich wählen und abstimmen, da es (im Moment) keine Alternativen gibt. Denn Abkehr von der Gesamten Politik ist bsetimmt keine Lösung...

Verfasst: Di 4. Sep 2007, 12:15
von gizmo

BeitragVerfasst am: Di Sep 04, 2007 11:02 am Titel:
Nur ein kurzer, völlig im leeren Raum schwebender Kommentar zu Politik und Demokratie, ohne direkten Bezug zu den vorangehenden Einträgen:

"Demokratie ist sozusagen die auf halbem Weg stecken gebliebene Abschaffung der Herrschaft, und wie alle halben Dinge ist sie gefährlich." (Aus dem Artikel "La démocratie n'existe pas" von Heinzpeter Studer im Zeitpunkt)
... sehr schön und leider auch sehr treffend!

Und noch eine kurz anerkung... zu Herrschaft gehört nicht nur macht sonder auch beherrscht sein / werden. Aus diesem grunde ist herrschaft ja auch nicht erstrebens- noch lobenswert, da es dabei immer verlierer und unterdrückte gibt!

Verfasst: Di 4. Sep 2007, 12:30
von Psymäleon
gizmo hat geschrieben:Und noch eine kurz anerkung... zu Herrschaft gehört nicht nur macht sonder auch beherrscht sein / werden. Aus diesem grunde ist herrschaft ja auch nicht erstrebens- noch lobenswert, da es dabei immer verlierer und unterdrückte gibt!
Das stimmt grundsätzlich absolut. Der Grundgedanke der Demokratie geht aber davon aus, dass die Macht beim Volk liegt, dieses also herrscht. Somit gäbe es auch keine Beherrschten, da jeder einzelne ein Herrscher wäre. Das wäre dann wohl Selbstbeherrschung, was ja eigentlich absolut nicht negativ wäre... aber eben, Theorie und Praxis liegen da mal wieder weit auseinander.

Verfasst: Di 4. Sep 2007, 12:54
von Fallen Angel 2
ich seh das anders, also mit "Macht" meine ich jedenfalls nicht Beherrschung, sondern Einfluss. Je mehr Einfluss eine Person mit ihren Handlungen hat, umso mehr Macht hat sie sozusagen. Also ein Fabrikbesitzer hat mehr Einfluss auf die Umwelt, als ein x-beliebiger Partybesucher. Es muss nicht das Ziel sein eine Fabrik zu besitzen, aber es sollte auch nicht davor zurückgeschreckt werden, wenn einem Macht und Einfluss zukommt.

Ein Beispiel wäre, dass die (in dem Sinn "mächtigen") Alt-Hippy-Musiker, die heute reich sind (The Mama & The Papas, Guthrie, Pink Floyd, Who, und so weiter), ihre Songs und Texte zu Freeware machen, um die völlig verfehlte Copyright-Mentalität der grossen Musikkonzerne zu untergraben.

Das wäre Macht, die verwendet wird, um die Menschheit freier zu machen.

Natürlich ist das nur ein Beispiel - und wie jedes Beispiel muss man nicht alles daran aufhängen. Es gilt Verantwortung zu übernehmen, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.