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Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Fr 3. Apr 2009, 17:14
von Dragonfly
Ich bin seit einiger Zeit an einem Punkt, an dem ich mich ernsthaft fragen muss, wie es weitergehen soll. Ich habe die Schule fertig, eine Fachmatura in der Tasche und dümple nun seit dreiviertel Jahren so vor mich hin. Gut, ich arbeite schon. Ich habe einen Aushilfsjob im Zoo Restaurant in Basel (=> Tellerwaschen, Tische putzen, Boden putzen etc.). Aber das kann ich ja nicht das ganze Leben lang machen. Der Job ist aber insofern eine sehr interessante Erfahrung, weil ein Grossteil meiner Mitarbeiter Tibeter sind. Die sind alle aus dem Tibet in die Schweiz geflüchtet und versuchen jetzt irgendwie, hier einen Halt zu finden. Mit diesem Job gelingt ihnen das auch. Sie machen zwar einen Drecksjob, verdienen ca. 3500-4000 Franken im Monat, aber dadurch, dass diese Menschen scheinbar extrem sparsam leben, haben sie anscheinend genug Geld für die verschiedensten ich sage mal "Luxusgüter". Die haben alle sauteure Handys und sie kommen immer wieder mit Katalogen vom Interdiscount oder Mediamarkt zu mir und fragen "welchen Plasmafernseher soll ich kaufen? Den hier mit 120 Zoll oder den hier mit 150 Zoll-Bildschirm?" :-k Überhaupt sind diese Tibeter sehr faszinierende Menschen. Trotzdem, dass sie hier in der Schweiz praktisch nur Aussicht auf Drecksjobs haben, sind sie fröhlicher und aufgestellter als jeglicher Schweizer Mittelstandsbürger. Ich habe noch nie so fröhliche und lustige Menschen gesehen!!! Wer weis woran das liegt, woher sie diesen unaufhörlichen Enthusiasmus nehmen...vielleicht kommt das auch durch ihren Glauben zustande: Die meisten sind überzeugte Buddhisten.
Wenn ich diese Menschen so sehe, komme ich immer wieder zum Gedanken, dass mit der richtigen Einstellung jeder Job und ist er auch noch so langweilig für einen stimmen kann. Gut, es ist in meinem Fall auch ein wenig dumm, so zu denken. Diese Tibeter haben keine in der Schweiz gültige Ausbildung, sprechen allesamt nur sehr gebrochen deutsch und werden somit wohl kaum eine Lehre oder irgendwie eine höhere Ausbildung machen können. Aber sie sind zufrieden damit. In meinem Fall ist es aber so, dass ich mit meiner Ausbildung doch eigentlich für Lehrstellen absolut in der ersten Wahl dabei sein sollte. Nach all den Absagen die ich erhalten habe muss ich aber ehrlich sagen, dass ich da wohl falsch lag. Natürlich könnte ich an die Uni oder an eine Fachhochschule, aber ach, nochmals jahrelang büffeln, kein Geld verdienen, tonnenweise Wissen in den Kopf rein beigen, das hatte ich 13 Schuljahre, davon habe ich definitiv genug! Das Beste wäre, ich könnte meine Kreativität irgendwie so ausleben, dass ich auch davon leben kann. Durch Musik, Kunst, was weis ich. Aber davon können ja die wenigsten leben heutzutage. Ja, ich bin auch eines dieser "Mitglieder der neuen Generation Typus KEINE PERSPEKTIVEN". Das muss ich jetzt irgendwie schmerzlich erkennen. Und ich glaube so gehts vielen heutzutage, immer mehr Menschen müssen sich ernsthaft fragen, was sie hier noch leisten wollen. Das ist ein grosses Problem unserer Gesellschaft.
Und irgendwie fasziniert mich auch diese ganze "Fuck the system-Mentalität", auch wenn sie absolut keine Lösung ist. Es ist ja wohl absolut nicht erstrebenswert, wie ein Strassenpunk auf der Gasse zu leben und sich jeden Tag von Prix Garantie-Bier zu ernähren. Aber irgendwie ist das doch auf eine Art auch so etwas wie "back to the roots", Reduktion auf das Essentielle, was für unsere Gesellschaft wiederum sehr erstrebenswert wäre. Ein solcher Lebensstil ähnelt ein Stück weit stark jener, die die Menschen vor Jahrtausenden praktiziert haben: Sie mussten jeden Tag aufs Neue auf die Suche nach Nahrung, im Winter mussten sie in der Kälte irgendwie überleben, sich in irgendwelche Höhlen zurückziehen, Feuer machen.
Da erwacht wieder jene Aufbruchsstimmung in mir, die ich schon im Thread "I have a dream" geschildert habe. Hach, wäre doch jetzt 1968 und ich würde mich irgendwo in Amerika in einer dieser Hochburgen des Hippietums befinden. Ja, ich war nicht dabei und kann mir somit schlecht vorstellen wie das wirklich war. Aber ich stelle mir vor, dass eine solche Bewegung mit ein bisschen spezifischeren Zielen (oder besser: zukunftsgerichteteren Zielen) heute sehr viel bewirken könnte (das hab ich schonmal gesagt, ich weis O:) ).

Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich nur mal kurz einige Fragen in die Runde werfen bezüglich der Berufe der Mysticals:
- Was seit ihr von Beruf?
- Gefällt euch dieser Beruf?
- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive?
- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können?
- Wenn nicht, was wären eure Alternativen?
- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit?
- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf?
Und zu guter letzt:
- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)?

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Fr 3. Apr 2009, 19:09
von Metalog
Dragonfly hat geschrieben:
Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich nur mal kurz einige Fragen in die Runde werfen bezüglich der Berufe der Mysticals:
- Was seit ihr von Beruf? selbständig freischaffend
- Gefällt euch dieser Beruf? ja mal so mals so aber mit Arbeit bin ich selten glücklich
- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive? nein
- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können? nein
- Wenn nicht, was wären eure Alternativen? Die Alternative ist nur die Erfüllung oder was auch immer nicht in der Arbeit zu suchen sondern sie dazu zu nutzen Geld zu verdienen und währendessen genug Zeit für "Dein Leben zu haben". Deine Kreativität Deine Musik Dein Leben Deine Erfüllung -------
- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit? ähmmm ich bin jeden Tag zu höherem berufen nach meiner Ansicht :-)
- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf?
Und zu guter letzt:
- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)? Klar ist fest in Planung
Peace and LOVE :peace: :ove:

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Fr 3. Apr 2009, 20:03
von Taiph00n
- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit?:

"Gemüt - Taten - grosse Taten, Grossartiges Vollbringen; Gefühl als könne er (Hochmütig, Arrogant / Mutig / Phantasien - übertrieben, hochfliegend / Pläne - macht, schmiedet viele Pläne - gigantische Pläne / Theoretisieren / Wahnideen - besser als andere; er wäre / Wahnideen - hochgestellte Persönlichket; er sei eine / Wahnideen - schöpferische Kräfte; er habe / Wahnideen - Überlegenheit; von / Wahnideen - übermenschlich zu sein): Cocain. Hell. ignis-alc."

Quelle: Synthesis, Repertorium homoeopathicum syntheticum, Edition 9.1, herausgegeben von Frederik Schroyens, Hahnemann Institut für homöopathische Dokumentation


gruz

/pille

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Sa 4. Apr 2009, 08:17
von BuddhaNature
Dragonfly hat geschrieben:Ich bin seit einiger Zeit an einem Punkt...
Solche Phasen sind normal und machen wohl die meisten ein- oder mehrmals durch. Das wird auch verm. nochmals Ü30 passieren.
Finde es gut wenn man sich mit solchigem Auseinandersetzt. Dies betrifft allerdings alle Lebensbereiche und nicht nur das berufliche isoliert.
Gut wäre es wenn Du erstmals Deine "Berufung" finden kannst, ohne jetzt konkret an ein Beruf zu denken. Es ist das was Dir am besten Gefällt zu tun.
Wo Du im Fluss bist, und die Zeit im Eiltempo vergeht. Wo Deine "Leidenschaft" steckt.
Das weiss man unter Umständen in jungen Jahren nicht so. Deshalb ist es auch hilfreich das ein oder andere auszuprobieren, sei es beruflich oder privat.
Und hat man dies gefunden, geht es darum einen Beruf zu wählen, worin du diese Fähigkeiten, Tätigkeiten am meisten ausleben kannst. Unter Umständen ist dies nicht immer
möglich. Denn nicht alles lässt sich kommerzialisieren und verkaufen. Aber wenn Deine Leidenschaft so gross ist, das dich das gar nicht sonderlich interessiert, wirst Du
trotzdem weitermachen damit. Womöglich dann einfach einen Job Kompromiss machen, um den nötigen Unterhalt zu finanzieren.
Und nebenbei reift Deine eigene Berufung, welche evtl. irgendwann doch mal verkauft werden kann. Wenn viel Liebe und Herz drinsteckt, steckt das auch andere an :)
Da Du noch jung bist -> Reisen erweitert Dein Horizont. Andere Kulturen kennenzulernen ist sehr sehr hilfreich, diese Möglichkeiten wirst evtl. später nicht mehr so einfach haben,
da Du andere Verpflichtungen eingegangen bist. Umso besser wenn Du nicht allzugross finanziell gepolstert bist, denn
so haste die Möglichkeit die Leute wirklich kennenzulernen, und nicht den Pfad der Hotelellerie zu begehen.


Dragonfly hat geschrieben:- Was seit ihr von Beruf?
Seit 10 Jahren selbständig in Kleinst-KMU somit Allrounder (Informatikbranche). Die besten Kunden gewann ich indem ich etwas für mich gemacht habe, weil ich das noch nicht so im "Markt" gesehn hatte. Ich musste dies einfach tun. Natürlich hatte ich dann schon früh der Gedanke
wie ich dies anderen zugänglich machen konnte. Dies tat ich dann auch frei. Ich gab etwas ohne etwas als Gegenleistung zu erwarten. Und siehe da, durch meine Veröffentlichungen habe ich ein Echo genieriert und gute Kunden gewonnen.
Dragonfly hat geschrieben:- Gefällt euch dieser Beruf?
Ich hab mich diesbezüglich selbstverwirklicht. Aber alles hat auch seine Schattenseiten. Im Moment bin sehr Glücklich diesbezüglich.
Dragonfly hat geschrieben:- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive?
Ich stell mir diese Frage gar nicht. Wichtig ist was ich im Moment tue. Ob dies mich und andere beflügelt. Was morgen ist wird sich zeigen.
Dragonfly hat geschrieben:- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können?
Vermutlich wird sich mein Beruf und meine Tätigkeit wandeln. Als "alter" hat man Erfahrung und diese ist anderswo vielleicht wichtiger.
Dragonfly hat geschrieben:- Wenn nicht, was wären eure Alternativen?
Mein Kopf ist voll mit Ideen die zur Umsetzung warten. Ich bin sicher ich werde das richtige zum richtigen Zeitpunkt machen.
Dragonfly hat geschrieben:- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit?
- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf?
Ich glaube es gibt keine höheren Aufgaben. Auch im Tellerwaschen kann soviel Liebe sein wie in leitender Stellung. Da finde Deine Beobachtung mit den Tibeter sehr gut. Auch mich fasziniert es mit den einfachsten Dingen im Einklang zu sein. Diese Gabe hatte ich allerdings nicht so gut, als ich in Deinem Alter war. Die grösste Änderung diesbezüglich war für mich ein Meditationsretreat.
Dragonfly hat geschrieben:- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)?
Nicht aussteigen sondern einsteigen :) ... bring beides zusammen ... Der Weg der Mitte ist der beste Weg ;)

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Sa 4. Apr 2009, 09:26
von Phantasmagoria
- Was seit ihr von Beruf?
Gelernter Elektromonteur (mit Lehrzeit 6 Jahre auf dem Beruf)

- Gefällt euch dieser Beruf?
Der Job an und für sich wäre nicht übel, vor allem Abwechslungsreich. Aber der Zeitdruck und das Schwinden von Werten wie Qualität und Berufsstolz machten den Beruf für mich unhaltbar. Die Deadlines werden immer kürzer und die Objekte immer wahnwitziger. Man sollte am besten schon fertig sein, bevor das Fundament steht und schon an der nächsten Baustelle arbeiten.

- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive?
Nein, drum habe ich Ende letzten Jahres gekündet und ruhe mich jetzt auf einem kleinen Polster aus, dass ich mir angespart habe. Langsam wirds aber knapp, doch zurück auf den Bau will ich nicht.

- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können?
Auch wenn ich ihn wieder in Angriff nehmen würde, würde ich wohl kaum bis zur Pension ausüben(auch wenn ich es als unrealistisch ansehe, dass wir sowas wie Rente überhaupt noch sehen ^^), man kann sich auch einfacher das Leben zur Hölle machen ^^

- Wenn nicht, was wären eure Alternativen?
Ich bin ein Allrounder und kann alles, aber nichts wirklich gut. Am liebsten würde ich mich irgendwo unter einen Baum setzen und den Leuten meine wirren Gedankengänge darlegen, aber davon lässt sich wohl nicht leben ;)

- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf?
Ich werde voraussichtlich dieses Jahr die BMS in Angriff nehmen und später dann wohl etwas Richtung Philosophie oder Theologie studieren, aber erst muss ich mal sehen, ob mein Kopf noch lernfähig ist und ich überhaupt erst die BMS packe. Auch wenn ich die Dogmata des heutigen Schulsystems überhaupt nicht ausstehen kann. Der Mensch heutzutage wird einfach zu wenig dazu animiert, selbst nachzudenken und alles was er in der Schule lernt, wird ihm als reiner Wein eingeschenkt (auch wenn's meistens Pisse ist, die er zu saufen bekommt ^^). Wie die Kirche vor ein paar hundert Jahren als unumstösslich und allein gültig angesehen wurde, verhält es sich heute mit der "Wissenschaft" und das gefällt mir überhaupt nicht. Kein Wunder verdummt die Menschheit immerzu mehr, wenn sie nur noch frisst was man ihr vorwirft und nicht mehr selbst nachdenkt. Aber ich schweife vom Thema ab.

- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)?
Immer wieder ja. Leider könnte ich wohl kaum alle Leute, die ich liebe und zum leben brauche, dazu bewegen mir zu folgen und das hielt mich bisher zurück. So arrangiere ich mich halt mit der Gesellschaft so gut es geht und versuche vorerst mir so viel Freiheiten herauszunehmen, wie es nur geht. Aber früher oder später werde ich wohl zum Einsiedler mutieren und seien es auch nur die letzten Tage meines Lebens. So möchte ich doch wenigstens fern ab dieser kranken, von falschen Werten vergifteten Gesellschaft sterben, wenn ich denn schon in ihr leben muss.

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Sa 4. Apr 2009, 10:38
von Pumpkin
Ich habe wie du eine Fachmatura gemacht. Bevor ich an der Hochschule für Soziale Arbeit beginne, brauche ich eine Schulauszeit, da ich, ähnlich wie du, glaube, im Moment wohl keinen neuen Stoff mehr in meinen Kopf zu bringen.
Deshalb mache ich im Moment ein Pflegepraktikum in der psychiatrischen Klinik St. Urban. Die Arbeit gefällt mir sehr, und bestärkt mich noch mehr in der Annahme, dass eine Zukunft als Sozialarbeiterin das richtige für mich ist.
Ich habe aber auch nicht sofort gewusst, was aus mir werden sollte. Ich habe nach der regulären Schulzeit eine KV-Lehre begonnen und nach einem Jahr wieder abgebrochen, weil Büroarbeit absolut nicht das richtige für mich war. Dann habe ich ein Jahr lang verschiedene Mongo-Jobs gemacht und dann die Fachmittelschule begonnen.
Nun sehe ich endlich eine Zukunft für mich, eine Arbeit, die ich bis zu meiner Pensionierung machen möchte.

Ich empfehle dir, dir jetzt erst einmal deine verdiente Pause zu gönnen, und dann später vielleicht doch noch die Möglichkeiten, die dir eine Fachmatura bietet, auszuschöpfen. Ich denke, du wirst nicht glücklich werden, ohne in deinem Beruf mental gefordert zu sein.

Über einen Ausstieg aus dem Berufsleben habe ich noch nie nachgedacht. Logisch ist unser System nicht perfekt, aber meiner Meinung nach kann man sich damit arrangieren und es zu seinem eigenen Vorteil nutzen.......

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Sa 4. Apr 2009, 12:13
von trilobyte
Ich habe Automatiker gelernt und berufsbegleitend den Elektrotechniker gemacht. Ich konnte einige mal innerhalb der Firma wechseln (in insgesammt 14 jahren) und bin momentan Quality Manager. Das ganze hab ich aber langsam gesehen. Ich wechsle drum im August von einer Internationalen Firma mit zweigniederlassungen in 10 Ländern (500Leute Weltweit) in eine Firma mit 2 bzw nachher 3 Leuten. Eine kleine Elektronik Engineering Firma. Nur neues Entwickeln, das reizt mich.
Ich hab bisher 90% gearbeitet. Ich werde auf 60% reduzieren (Im Winter ev 80%)
Daneben hab ich ein paar Ideen die ich verwirklichen möchte, kann sein dass da was zu laufen kommt, ev auch nicht. Das ist dann aber mehr Hobby. klar ich muss mit sehr viel weniger Kohle auskommen als jetzt, aber ich denke das ist es mir wert. ich freu mich jedenfalls drauf was neues zu machen!

nochwas zu den Tibetern: kann es sein dass sie sie sehr diszipliniert sind? Ich hab sie bisher so kennengelernt. Und eben auch als sehr zu friedene Menschen.

dazu ein Zitat:
"Disziplin allein bringt wahre Freiheit"
B.K.S Iyengar in "Der Baum des Yoga"

Ich finde das hat sehr stark etwas. Und wahre Freiheit bringt auch Zufriedenheit.

Probier es mal aus! Statt liegenbleiben am morgen wenn der Wecker klingelt gleich aufstehen. Kostet zwar Überwindung, aber du wirst fitter sein, hast eine viertel stunde mehr Zeit usw. das zieht sich durch den ganzen Tag. Je mehr du die Finger aus'm Arsch nimmst und den inneren Schweinehund überwindest, umso besser gehts dir. Dann hast du alles hinter dir, ein reines Gewissen und hast Zeit. Das ist wahre Freiheit. Alles schleifen lassen und easy peacey ist nur scheinbare Freiheit.
Ich will damit nicht sagen dass ich ein Riesenheld bin und das immer kann, aber ich Versuch dran zu arbeiten und es hilft mir wirklich.
Auch die Entscheidung mit viel weniger Kohle auszukommen. Das verlangt auch ein gewisses Mass an disziplin (sparen und sich auf wesentliches konzentrieren) aber es gibt mir direkt Freiheit. Nämlich 3 Tage Arbeiten und 4 Tage Frei zu haben.

gruss

Siegi

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: So 5. Apr 2009, 07:33
von sunshaker
Dragonfly hat geschrieben:- Was seit ihr von Beruf? Soziokultureller Animator FH (Jugendarbeiter auf ner Gemeinde)
- Gefällt euch dieser Beruf? "Jep"
- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive? "vieles ist möglich in diesem Beruf"
- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können? "eigentlich schon, mal abgesehen davon, dass ich einmal definitiv nicht mehr jugendlich sein werde"
- Wenn nicht, was wären eure Alternativen? "Pranic Healing" oder "Erwachsenenbildung"
- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit? "alles braucht seine zeit"
- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf? "geduldig selbstvertrauen und sich nicht verkrampfen"
Und zu guter letzt:
- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)?
"klar, arbeiten ist scheisse.... aber Brot kaufen muss ich jeden Tag und ich will gutes Brot kaufen können" /bigs

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Mo 6. Apr 2009, 07:35
von meli
Dragonfly hat geschrieben: - Was seit ihr von Beruf?
- Gefällt euch dieser Beruf?
- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive?
- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können?
- Wenn nicht, was wären eure Alternativen?
- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit?
- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf?
Und zu guter letzt:
- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)?
ich kann dich verstehen...

1. Galvanikerin
2. Ja, sehr!!!! Auch nach 6 Jahren bin ich wahnsinnig fasziniert von dem Beruf- es ist spannend und schwierig zugleich, Da ich ne Niete in Physik & Elektrotechnik bin habe ich schon manchmal meine liebe Mühe...
3. Ja, da ich zur Zeit die Berufsprüfung mache stehen mir anschliessend alle Türen offen! Abteilungsleiterin, Betriebsleiterin, Geschäftsführerin- Perspektiven habe ich also genügend.
4. Solala. Ich möchte nicht mein Leben lang z.B. an einem Chrombad arbeiten, aber mein Leben lang mit dem Thema Galvanik zu tun haben. Da der Beruf schon gesundheitsgefährdend ist (jede Menge krebserzeugender Stoffe) möchte ich vielleicht irgendwann (wenn ich dann Kinder habe) eher im Labor sein und von dort aus die Produktion managen (eigentlich fast so wie jetzt).
5. Als Alternativen gibts nur Büro, Chemielabor oder Aussendienst
6. Das Gefühl habe ich manchmal. Aber es kommt imho auch immer darauf an, wie wohl man sich im Betrieb fühlt. Ich hatte seit November letzten Jahres wirklich eine beschissene Zeit hier im Betrieb, spielte mit dem Gedanken, der Galvanik den Rücken zu kehren. Da ich diesen Beruf aber wirklich liebe und ich eigentlich auch nix anderes kann als galvanisieren, habe ich mich dazu entschlossen zu kündigen! Werde also bald wieder in einem Betrieb arbeiten, indem mich nicht nur der Beruf befriedigt, sondern auch das drumrum!! Meiner Meinung nach sehr wichtig!!!!
7. Puuuh, das ist ne schwierige Frage! Manchmal würde ich am liebsten meine Sachen packen und verschwinden. Irgendwo hin, wo man nicht arbeiten muss. Aber im innersten bin ich doch ganz zufrieden, dass ich etwas habe, das meinen Tagesablauf spannend gestaltet und mir Freude bereitet. Wenn ich aussteigen würde, dann nicht wegen meinem Beruf, sondern eher wegen der beschissenen Politik...

Ich habe einfach oft das Gefühl in der falschen Zeit geboren zu sein. Genau wie du, möchte ich am liebsten in der ärgsten Hippiezeit geboren sein- Sex, Drug & Rock 'n Roll- das wär genau meine WEllenlänge!! Aber es ist nun mal so, dass ich huete lebe und von Konsumgütern abhängig bin! Ich esser gerne gut, dusche mich gerne jeden Tag mit warmem Wasser und mag es, warme Kleider und ein warmes Zuhause zu haben. Deswegen bleibt mir nicht viel anderes übrig, als jeden Tag aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Da ich schon Bedürfnisse habe, würde ich nie 'Aussteiger' werden und jahrelang irgendwo im Wald schlafen- NIEMALS!! Für das ist mein Hygienefimmel auch viel zu stark ausgeprägt... :lol:

Halt mich auf den Laufende, für was du dich entscheidest- das dürfte sehr interessant werden...

grüss euch!!

meli

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Mo 6. Apr 2009, 07:35
von meli
sorry, Doppelpost...

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Mo 6. Apr 2009, 07:47
von Melliandra
- Was seit ihr von Beruf? Gelernt Informatikerin

- Gefällt euch dieser Beruf? Jein, es ist nicht wirklich das was ich gut kann, als mache ich nun Projekt- und Teamleitung

- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive? Hehe ja wer glaubt das Projektleiter Projekte leiten, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. ;o)
Nein im ernst, Projketlietung und Teamleitung wird es immer mehr brauchen, also jo sehr grosse Perspektive.


- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können? Hehe ja wenn ich nicht Mami werde, resp. geht mein Job richtig Management und
da wird es schwierig eine 40% Stelle zu finden.


- Wenn nicht, was wären eure Alternativen? Mami werden =o)

- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit? Hm... im Moment überfordert
mich mein Beruf eher. Ich wäre manchmal froh, wenn ich nicht immer organisieren, entscheiden, "komandiersn" müsste und einfach 1-2 Tage eine monotome Arbeit hätte.


- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf? Wenn das aber irgendwann so ist, mit dem Chef sprechen und schauen, ob ich andere Arbeiten übernehmen kann. Habe ich auch
so gemacht, als ich fest stellen musste, dass Programmieren so gar nicht mein Ding ist.


Und zu guter letzt:
- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)? Mami werden. =o) Sonst hm... der Traum nur noch das zu tun, um
zu leben, also nicht mehr Arbeiten im herkömlichen Sinn, wäre schön aber so konkret habe ich mir das noch nicht überlegt. Denn auch da hast du Arbeit und von dieser
kann man sich dann nicht eifach drücken, oder Ferien nehmen.

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Mo 6. Apr 2009, 08:30
von u.s.l.
Was seit ihr von Beruf?

Polizist

- Gefällt euch dieser Beruf?

hatte schon bessere.

- Seht ihr in diesem Beruf eine Perspektive?

ja. freunde und helfer kann es nie genug geben.

- Glaubt ihr, diesen Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu können?

die werde ich nicht erleben.

- Wenn nicht, was wären eure Alternativen?

die seite wechseln.


- Habt ihr manchmal das Gefühl, dass euer Beruf euch nicht mehr befriedigt, dass ihr eigentlich zu einer höheren Aufgabe berufen seit?

ja. vor hausdurchsuchungen habe ich manchmal echte schweissperlen auf der stirn. man weiss nie so recht, wen oder was man hinter der tür erwarten darf. ich wäre gerne ein freischaffendes medium.

- Wenn ja, wie reagiert ihr darauf?

ich betreibe es als hobby.

Und zu guter letzt:
- Habt ihr schon an einen Ausstieg aus dem Berufsleben gedacht (in welcher Form auch immer)?

jeden dienstag morgen.


;)

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Mo 6. Apr 2009, 09:22
von juerg
u.s.l. hat geschrieben:Was seit ihr von Beruf?

Polizist
und ich ha immer gmeint ich hetti e guets gspühri :-k
anschienend maskieret sich dBigbrothers au immer besser...ha a partys und da im forum nie dänkt das du eine vo dene bisch #-o 8)
i demfall trifft au s A.C.A.B. nöd immer zue :lol:

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Mo 6. Apr 2009, 09:55
von BuddhaNature
u.s.l. hat geschrieben:Polizist
Das ist mein Aufsteller für heute morgen :-)
Find's einfach genial wenn sich alles so vermischt, ob jung/alt, klein/gross, weiss/schwarz, freak/bünzli usw...
Auf jeden Fall wertet dies die Polizisten-Vorurteile auf.

Re: Beruf/Zukunft/Perspektiven

Verfasst: Mo 6. Apr 2009, 23:48
von Dragonfly
trilobyte hat geschrieben: nochwas zu den Tibetern: kann es sein dass sie sie sehr diszipliniert sind?
Oh ja!!! Sie sind extrem diszipliniert, extrem effizient und extrem arbeitswillig (wobei sie doch auch ihre unmotivierten Phasen haben).

Auch wenn mein momentaner Job sehr monoton ist (es grenzt eigentlich an Fliessbandarbeit), hat er auch eine äusserst faszinierende Komponente. Dazu muss ich zuerst einiges erklären: Der Job ist unterteilt in verschiedene Aufgabenbereiche: Office (das Geschirr abwaschen, versorgen), Topfmaschine (die grösseren Pfannen und Töpfe aus der Küche abwaschen), Magaziner (Getränke auffüllen etc.) und Saal- und Terassendienst (Boden putzen, Tische putzen, die Geschirrschränke zum Abwasch bringen (es ist ein Self-Service-Restaurant)). Ich bin meistens im Office (fragt mich nicht wieso das so heisst). Das Ganze funktioniert so, dass die Geschirrschränke ausgeräumt werden, das Geschirr in "Körbe" gebiegen wird und diese Körbe liegen auf einer Arbeitsfläche, von wo sie mit einem Handgriff auf ein Fliessband geschoben werden können, das in die grosse Waschmaschine führt (das Ding ist etwa 3-4 Meter lang und zwei Meter hoch). Hinten kommen die Körbe wieder raus und gleiten auf einer Rollbahn mit einer Länge von ca. 2 Metern entlang. Da wo die Rollbahn aufhört ist ein Hebel und wenn der vorderste Korb dagegendrückt, wird die ganze Maschine gestoppt. Das in die Körbe beigen des Geschirrs ist keine schwierige Aufgabe (genauso das Ausräumen der Körbe nach dem Waschdurchlauf), es muss einfach schnell gehen, jetzt wos warm wird sehr schnell!!!!! Ich war am Anfang sehr fasziniert von der enormen Arbeitsgeschwindigkeit von diesen Tibetern. Mittlerweile bin ich aber auch so schnell. Es sind ja nur einige Handgriffe, die man innert 5 Minuten begriffen hat. ABER wenn man diese Handgriffe an so vielen Tagen so oft ausführt, werden sie derart ins Gehirn eingebrannt, dass irgendwann alles automatisch läuft. Dadurch erreicht die Arbeit eine sehr meditative Ebene. Manchmal schaue ich nur noch völlig fasziniert auf meine Hände, die vor mir in einem Affenzahn alles wie von selbst erledigen. Die Tibeter verfallen gerade an sehr strengen Tagen, an denen die Geschirrwagen im Zweiminutentakt im Office eintreffen in einen monotonen Singsang, wodurch sie noch einen Gang raufschalten und noch einen Tick schneller arbeiten. Ich habe das auch mal probiert, während der Arbeit zu singen. Dadurch entsteht wie eine Art Trancezustand und man hat das Gefühl, ewig weiterarbeiten zu können. Das Restaurant hat schätzungsweise 1000 Sitzplätze (drinnen und draussen). Schon wenn die Hälfte davon besetzt sind, ist die Arbeit eigentlich unendlich stressig. Aber stattdessen verfalle ich dann meistens in einen Zustand von tiefer innerer Ruhe, während der ich aber arbeite bis mir der Schweiss von der Stirn tropft.

Was mich auch immer wieder sehr erfreut, ist, wie in diesem Restaurant Menschen aus ca. einem dutzend Nationen zusammenarbeiten. Da gibts eben wie schon gesagt Tibeter, aber auch Mongolen, Tamilen, eine Serbin, Türken, Deutsche, natürlich auch Schweizer (das sind dann aber Köche), Inder, Kroaten, ein Iraker, eine Holländerin, Afrikaner etc.

Ich hab noch eine Frage @ usl: Kommst du mit deinem Beruf an Parties nicht in einen Selbstkonflikt? Ich meine, wenn du siehst wenn jemand Drogen nimmt, müsstest du doch eigentlich eingreifen oder nicht?