Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

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J. Void
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von J. Void »

Dragonfly hat geschrieben:@ J.Void: Hmm, also irgendwie kann ich mit Jazz, der mit Gitarren gespielt wird nicht so viel anfangen. Mir gefallen halt vor allem all die grossen Saxophonisten, wie allen voran eben John Coltrane, Johnny Griffin, Sonny Rollins, Charlie Rouse etc. Und natürlich einige wenige tolle Pianisten wie Thelounious Monk, Dave Mehldau (was dann wieder neueren Datums ist) und noch einer, dessen Name ich nicht mehr weis.
okay, ja das esch gschmacksach... john coltrane hetmer zbsp. bem miles davis sehr guet gfalle, jedoch sis eigne züg esch terrible!

wenn gern sax hesch, denn wersch mit kind of blue vom miles davis dini wahri platte finde...

gueti pianiste? (nur es paar wenigi)

http://de.wikipedia.org/wiki/Chick_Corea
http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Zawinul
http://de.wikipedia.org/wiki/Dave_Brubeck

be eus esch au emer jazz glofe seti es baby gsi ben, und wenn ned jazz, denn jenste fusion resp. progressiverock: frank zappa, genesis, pink floyd, peter gabriel, ersti elektronischi usflüg ala kraftwerk, karlheinz stockhausen, tangerine dream, krautrock ala: guru guru, amon düül, nektar, brainticket, neu!, ash ra tempel...

das färbt ab /yo
Sven

Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Sven »

Wenn ihr gestattet dass ich mich wiederhole:

Verschiedene Geschäcker sind ja gut und recht, sie machen die Welt auch farbig und spannend. Und eine Sachliche Diskussion über Musik ist schwierig, aber nicht unmöglich.

Was ich mich aber wirklich frage ist, wieso in der Goaszene bei Lineups so eine geheimnistuerei um den Musikstil gemacht wird.

Wieso können auf den Flyern neben den Namen der DJs nicht in zwei, drei Worten die Styles beschrieben werden? An Konzertveranstaltungen ist das Gang und Gäbe. In der Goaszene scheint mir aber, muss man entweder Hellseher, sehr sehr gut informiert oder wie man gerne sagt "einfach offen und tolerant sein und nicht wegend der Musik aus dem Hause gehen".
Wieso es dann noch Veranstalter giebt, die keine Timetable veröffentlichen wollen entzieht sich meinem Verständnis. Der einzige Grund, der mir dazu einfällt möchte ich nicht wahr haben, weil mir der wehtun würde.

Nochmals ganz kurz: Persönlich finde ich die Diversität ja ok. Aber ich möchte gerne am richtigen Platz landen, weil mir eben nicht alles gefällt.

Love&Light

Sven
Psychobella
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Psychobella »

KeiFantasieFürName hat geschrieben:ich bleibe beim statement das es musik mit mehr qualität und weniger qualität gibt, unabhängig vom hörer.
Das ist nicht dasselbe Statement wie dein erstes. Hier sprichst du von mehr oder weniger Qualität und nicht von schlechter Musik ;)
abraxas hat geschrieben:ich pflichte psychobella grundsätzlich bei. aber ich glaube eine sachliche diskussion über musik zu führen ist extrem schwierig.
Es geht mir grundsätzlich nicht um Musik, das Thema liesse sich beliebig ersetzen.
Es ist die Formulierung, die entscheidet, ob ein Gespräch sachlich bleibt oder als Streit auf persönlicher Ebene endet (s. die Beispiele, die wir beide angefügt haben).
abraxas hat geschrieben:ich finde aber auch, dass es schlechte musik gibt. [...] es gibt wenig anspruchsvoll produzierte musik, und sehr anspruchsvolle, mal ganz unabhängig vom musikgeschmack.
Ist für dich 'schlecht' das Gegenteil von 'anspruchsvoll'?
Folgend sprichst du von Musikproduktion. Könnte es also auch sein, dass es (nach deinem Empfinden) gute Musik gibt, die lediglich qualitativ schlecht produziert wurde?
Simpel oder anspruchsvoll...ersteres ist für mich als Hörer nicht zwingend schlecht, manchmal macht genau diese Einfachheit den Charme eines Musikstückes aus.


Schlecht ist nicht gleich schlecht, wie ich feststelle. Missverständnisse würden sich also auch vermeiden lassen, wenn wir konkret ausdrücken, was wir meinen.
Sei das Wunder, das du erleben willst! Bild

Man bekommt im Leben nicht das, was man sich wünscht, sondern das, woran man glaubt oder was man für möglich hält!
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Anomalie
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Anomalie »

@sven:

zum teil ist es sehr schwierig gewisse styles zu definieren.
wo hört progi auf wo beginnt dark wo ist die grenze zwischen minimal und techno und ist es nur acid wenn es mit einer 303 produziert wurde oder gehehn auch ander synths?
ist es immer noch ein progi set, wenn ich ander styles in mein set einbaue?
und wer sagt was was ist? wo steht geschrieben was was ist? bei diskussionen über musik-styles habe ich schon oft gemerkt, das es einfach induviduell ist, was man unter gewissen begriffen versteht (das gillt auch für ander aspekte im leben). interpretation und wahrnehmung. sind es rythmische elemente die die musik unterscheidet? ist es eine sache der geschwindigkeit, dem aufbau der musik (gerade im wortwörtlichen bei "progressive"), ect? schon mal an crossover gedacht? oder was man unter psychedelisch im bezug zur musik so alles darunter verstehen kann?

das ganze ist so ein endloser jungle an ungeschriebenen gesetzen, was will man da hinter dem dj namen noch hinschreiben?

zudem hat es niemnd gerene (evt ja schon) nur auf einen style reduziert zu werden.
z.b. steht wo Dj XY, Darkpsy, dann ist es um den dj ja geschen, er ist abgestempfelt (poitiv oder negativ)
als künstler ist das sehr unangenehm.

eine schubladisierung findet statt. an und für sich nichts neues. aber gerade bei der elektronischen musik braucht es diese freiheit, das "anderstsein" als die musik zuvor. und immer wird die musik neu gestalltet, neu durchmischt, alt, neu, hart, tief, verspielt, melodiös, hypnotisch, monoton, ect.

zudem schreiben viele heute die myspace seite der dj`s und acts im internet dazu, dort hat es oft soundbeispiele, die es einem ermöglichen ein vorurteil zu bilden, das finde ich sinnvoller als wenn man den style versucht zu erklären.
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Sven

Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Sven »

@Anomalie

Leider kann ich dir nicht stattgeben.
Es ist ja niemand gezwungen, nur die Worte Progi, Fullon, Psy und Dark zu verwenden. Es könnte ja zB hypnotischer Progi, blumiger fullon, psychedilscher und treibender psy oder sowas in der Art heissen. Dann vielleicht noch in welchem bpm bereich man sich bewegt?

Und wie wäre es, wenn ein Veranstalter auf dem Flyer in ca 4 Sätzen versucht, das Soundkonzept zu beschreiben?
Mal im ernst, das würde doch vielen Musikinteressierten entgegenkommen. Das ist bei Konzerten mit den Bands dasselbe. Man wird da gebucht und gebeten, die Musik in ein paar Worten zu beschreiben.
Als Veranstalter könnte man sich sogar überlegen, ob man ein derartiges Soundkonzet nicht sogar als Werbung brauchen will?

In den 90er Jahren war Goa einfach Goa. Ich war damals zwar noch sehr jung; habe aber in erinnerung, dass die Styles und Acts viel ähnlicher waren.


Dann bleibt noch die Frage anch der TimeTable. Was ist der gängige Grund, diese nicht zu veröffentlichen?
Hat man diese, kann man sich natürlich die Mühe machen, und auf den Myspaceseiten reinhören. Die DJs spielen aber halt zT je nach Nacht- und Tageszeit aber auch anders, zum Teil sehr anders. Und nicht jeder hat so eine Seite mit Demos eingerichtet.

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Sven
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Anomalie
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Anomalie »

Sven hat geschrieben: .....Die DJs spielen aber halt zT je nach Nacht- und Tageszeit aber auch anders, zum Teil sehr anders. Und nicht jeder hat so eine Seite mit Demos eingerichtet.
eben das meine ich auch, zudem wollte ich auch schon das set spielen, welches ich vorbereitet habe, habe dann aber was anderes gespielt um die stimmung nicht zu unterbrechen....das ist mitunter auch ein teil des "dj-jobs"

aber einen tect wo am besten der dj/act sich selbst beschreibt, finde ich sehr gut!
In den 90er Jahren war Goa einfach Goa. Ich war damals zwar noch sehr jung; habe aber in erinnerung, dass die Styles und Acts viel ähnlicher waren.
goa war goa, und darum geht es mir persönlich auch.
da wird unglaublich viel energie verbraucht um über styles zu disskutieren, nicht? auch wenn es ab und zu durchaus sehr interessant ist.
habe aber in erinnerung, dass die Styles und Acts viel ähnlicher waren
das liegt wohl auch am wandel der zeit. man schaue sich nur die technik an, die gesellschaft und alles.

früher war goa "nur" goa und es hörte sich alles "gleich" (oder auch nicht) an.
wie bei einer familie, sind die styles alle miteinander verwandt haben den selben ursprung doch werden die alle grösser und wollen das elternhaus verlassen, gründen eine eigne familie. die familien mögen sich oder auch eben nicht. aber als alle klein waren, hatten sie es aufjedenfall (wenn nicht immer einfach) gut :-k
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Lockvogel
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Lockvogel »

Anomalie hat geschrieben:@sven:

..........

Das nenn ich mal auf den Punkt gebracht. Sehe es auch so. Denke eine Alternative wär, den Style von der Party hin zu schreiben, nicht auf einen einzelnen DJ bezogen. Könnte etwa heissen "von Progi zu Psy zu Dark zu Psy zu Progi". Oder sich einfach darauf beschränken, was NICHT gespielt wird.
Ich finde aber auch, dass es keine schlechte Musik gibt. Für mich macht es aus, was für einen Charakter das Stück hat. Das kann noch so einfach sein, wenn es eine Aussage hat, die mich berührt, gefällts mir. Irgendwas, das es auf den Punkt bringt. Minimal z.B. kann sooo genial sein, kann mich ganz tief berühren, weil es der Artist einfach genau auf den Punkt gebracht hat. Wenn man dan solche Stücke auseinander nimmt und die einzelnen Spuren anhört, ist es meinst sehr sehr einfach, wenn nicht schon billig. Aber das gesamte kann dann eine Massage haben, die einfach genial ist. Und genau das hört doch jeder wieder an einem anderen Ort, was Musik so spannend macht.
Ich liebe schöne Melodien, warme klänge etc. Aber sind wir mal ehrlich, eine schöne Melodie hat man noch schnell. Aber aus ganz einfachen, kurzen klicks und klacks und blings und zack, einen Charakter, eine Aussage raus zu kitzeln die tief gehen kann, DAS ist für mich echte Kunst.
hier ein kleines Beispiel, was ich mein. :-)


12.5. Privat 26.5. Privat 2.6. Benefiz Bern 16.6. Dietikon 28.7. Sedel Luzern (Lockvogel Live) 11.8. Biel 10.11. WE ARE PSYCHEDELIC (Lockvogel Live)


http://soundcloud.com/lockvogel
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von abraxas »

Psychobella hat geschrieben:
abraxas hat geschrieben:ich pflichte psychobella grundsätzlich bei. aber ich glaube eine sachliche diskussion über musik zu führen ist extrem schwierig.
Es geht mir grundsätzlich nicht um Musik, das Thema liesse sich beliebig ersetzen.
Es ist die Formulierung, die entscheidet, ob ein Gespräch sachlich bleibt oder als Streit auf persönlicher Ebene endet (s. die Beispiele, die wir beide angefügt haben).
da habe ich dich sehr gut verstanden. das problem ist aber, dass musikgeschmack ein extrem emotionales thema mit wenig oder schwierig objektiv messbaren kriterien ist.
Psychobella hat geschrieben:
abraxas hat geschrieben:ich finde aber auch, dass es schlechte musik gibt. [...] es gibt wenig anspruchsvoll produzierte musik, und sehr anspruchsvolle, mal ganz unabhängig vom musikgeschmack.
Ist für dich 'schlecht' das Gegenteil von 'anspruchsvoll'?
Folgend sprichst du von Musikproduktion. Könnte es also auch sein, dass es (nach deinem Empfinden) gute Musik gibt, die lediglich qualitativ schlecht produziert wurde?
Simpel oder anspruchsvoll...ersteres ist für mich als Hörer nicht zwingend schlecht, manchmal macht genau diese Einfachheit den Charme eines Musikstückes aus.
hmmm. anspruchsvolle musik hat für mich subjektiv meistens schon mal inhärent mehr qualität als anspruchslos produzierte musik. es ist nicht das alleinige kriterium warum mir musik gefällt, das wäre dann doch viel zu technisch. aber ein track der anspruchslos produziert ist, der lutscht sich schnell aus und gefällt mir irgendwann nicht mehr so, weil anspruchslose musik oftmals auch zu beliebig ist. hingegen kann ich sowas immer wieder mal hören, und es gefällt mir jedesmal:




aber ja, für mich ist produktionsqualität wichtig. das ist wie bei einem bild. für mich hat kunst auch etwas mit talent zu tun. kunsthandwerk, welches so vollendet ist, dass es nur wenige beherrschen ist für mich "wertvoller" als etwas, was jeder kann. auch das beliebige kann schön sein, aber es hat einfach nicht denselben stellenwert.
und elektronische musik ist für mich praktisch ein 50/50 mix aus musikalität und technischem know-how. wenn beides in perfektion zusammenkommt, dann entsteht daraus musik wie das obige - oder shpongle, infected mushroom, younger brother, trentemöller, minilogue / son kite...


ein guter track, der schlecht produziert ist, der findet keinen eingang in mein cd-case. den höre ich mir gerne mal an, aber ich würde ihn nie kaufen. in einem set, in welchem alle tracks einen bestimmten produktionsqualitätsstandard aufweisen, kann der druck und aufbau unter umständen völlig zusammenfallen wenn ein track kommt der schlecht produziert ist und der kick nur tocktocktock macht...
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Capablanca »

gibt es eigentlich einen unterschied zwischen "schlecht" (definieren wir das mal als: künstlerisch wertlos) und "nicht gefallen"?
bzw. zwischen "gut" (und das als: künstlerisch wertvoll) und "gefallen"?

in anderen worten:
kann ich nicht etwas gut finden, aber keinen gefallen daran haben? (z.b. ein drama von schakespeare)
oder kann ich an etwas gefallen haben, es aber schlecht finden? (z.b. einen michael jackson hit)


ist das möglich, ist nicht statt jedem "schlecht" ein "gefällt mir nicht" angebracht und umgekehrt.

gerade kunstkritiker haben die schwierige aufgabe, ein kunstwert nach allgemeinen kriterien zu beurteilen und nicht bloß nach persönlichen. daher reicht es einem guten kunstkritiker nicht bloß zu sagen: "das gefällt mir nicht". er muss dann schon sagen, dass es schlecht oder gut ist, und er muss es, wenn er wirklich gut ist, hablwegs begründen. bei filmen funktioniert das beispielsweise ganz gut.

hier zum beispiel die kritik an herr der ringe (teil 3) vom lexikon des internationalen films:
"Der monumentale Film vereint weiträumige Landschaften, monumentale Schlachtszenen und die breite Epik der finalen Erzählung zu einem vielschichtigen Ganzen und verbindet eindrucksvoll archaische Gewalt mit emotional berührenden Momenten, wobei auch die bedingungslosen Motivationen sowie die innere Zerrissenheit seiner Protagonisten spürbar zum Tragen kommen. Brillante Hommage an die zeitlose Kraft von Mythen, die den epischen Atem der literarischen Vorlage in kongeniale Bilder umsetzt."

wer weiss ... vielleicht ist manchmal genau dieses "es ist schlecht" die richtige motivation, um die sache wirklich gut zu machen ;-)
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von abraxas »

ps: DAS ist SCHLECHT:

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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Anomalie »

Capablanca hat geschrieben:gibt es eigentlich einen unterschied zwischen "schlecht" (definieren wir das mal als: künstlerisch wertlos) und "nicht gefallen"?
bzw. zwischen "gut" (und das als: künstlerisch wertvoll) und "gefallen"?

in anderen worten:
kann ich nicht etwas gut finden, aber keinen gefallen daran haben? (z.b. ein drama von schakespeare)
oder kann ich an etwas gefallen haben, es aber schlecht finden? (z.b. einen michael jackson hit)


ist das möglich, ist nicht statt jedem "schlecht" ein "gefällt mir nicht" angebracht und umgekehrt.

gerade kunstkritiker haben die schwierige aufgabe, ein kunstwert nach allgemeinen kriterien zu beurteilen und nicht bloß nach persönlichen. daher reicht es einem guten kunstkritiker nicht bloß zu sagen: "das gefällt mir nicht". er muss dann schon sagen, dass es schlecht oder gut ist, und er muss es, wenn er wirklich gut ist, hablwegs begründen. bei filmen funktioniert das beispielsweise ganz gut.
genial!

hätte nicht gedacht, dass dieser thread so konstruktiv wird...hut ab =D>
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von abraxas »

das explizite deklarieren als "schlecht" ist aber heikel. im beruf setzt das zum beispiel eine gewisse professionalität voraus. wenn ich genau weiss dass eine lösung nicht gut ist, dann kann ich sie auch als schlecht bezeichnen. zum beispiel weil sie ineffizient ist, nicht funktioniert oder sonstwas. solch eine ausdrucksweise setzt aber voraus, dass der andere mich auch richtig versteht und auf sachlicher ebene diskutieren kann.

dasselbe ist wohl auch bei der musik. es ist wohl auch verständlich, dass die meisten sich angegriffen fühlen, wenn man sagt dass sie einen schlechten musikgeschmack haben (denn das heisst es ja, wenn ich jemandem sage dass die musik die ihm gefällt schlecht ist). noch extremer ist es bei musikern. da steckt jemand zeit und energie in etwas, und einer kommt her und sagt "das ist schlecht". das verletzt. und da muss man mit umgehen können.

ich bin weiterhin einverstanden, es gibt schlechte musik. aber bei der band die ich oben gepostet habe, würde mir der sänger gegenüberstehen, ich würde mich wohl etwas diplomatischer ausdrücken als "du bist grottenschlecht und triffst keinen ton". man kann ja dasselbe auch ein bisschen netter sagen :)
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Anomalie »

[quote="abraxas"]das explizite deklarieren als "schlecht" ist aber heikel. im beruf setzt das zum beispiel eine gewisse professionalität voraus. wenn ich genau weiss dass eine lösung nicht gut ist, dann kann ich sie auch als schlecht bezeichnen. zum beispiel weil sie ineffizient ist, nicht funktioniert oder sonstwas. solch eine ausdrucksweise setzt aber voraus, dass der andere mich auch richtig versteht und auf sachlicher ebene diskutieren kann.

dasselbe ist wohl auch bei der musik. es ist wohl auch verständlich, dass die meisten sich angegriffen fühlen, wenn man sagt dass sie einen schlechten musikgeschmack haben (denn das heisst es ja, wenn ich jemandem sage dass die musik die ihm gefällt schlecht ist). noch extremer ist es bei musikern. da steckt jemand zeit und energie in etwas, und einer kommt her und sagt "das ist schlecht". das verletzt. und da muss man mit umgehen können.
quote]

und das ist dann der punkt wo es darum geht, was man als künstler/kosument von der musik erwartet.
muss die musik ankommen? muss sie sich gut verkaufen? nur leute zum tanzen bringen?
kann ich bewusst was schlechtes professionell produzieren z.b. um trashig zu klingen?
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von Capablanca »

abraxas hat geschrieben:man kann ja dasselbe auch ein bisschen netter sagen :)
ja, du kannst ihn fragen, ob er schon mal über neue hobbys nachgedacht hat ;)

aber manchmal kann ehrlichkeit und direktheit einen eher weiterbringen als wenn die wahrheit allmählich durch die hintertür kommt. wenn man jemanden sagt: "hey, das ist großer mist [man kann natürlich seine worte anders wählen], das muss viel besser werden oder du kannst es gleich vergessen" wird er es entweder sein lassen oder es versuchen viel besser zu machen. manchmal ist es ganz gut zu wissen, wo man steht. die bittere wahrheit kann ein prima antrieb sein ... es gibt viele große künstler, die zunächst "grottenschlechtes" produziert haben.

wichtig ist dabei denke ich nur zwischen dem kunstobjekt und der person zu differenzieren. man sagt dann nicht "du bist schlecht, weil deine arbeit schlecht ist" sondern nur "diese arbeit ist schlecht" (+ eine begründung, die das persönliche überschreitet). und das ist eigentlich nichts wirklich schlimmes, denn wir sind als menschen alles andere als perfekt und dürfen durchaus mist bauen
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_INTER_
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Re: Der offizielle Dark-/Pop-/Goa-/oder Progi-Diskussions-Thread

Beitrag von _INTER_ »

In den 90er Jahren war Goa einfach Goa. Ich war damals zwar noch sehr jung; habe aber in erinnerung, dass die Styles und Acts viel ähnlicher waren.
Nicht unbedingt. Schon früher hat man schubladisiert, vielleicht nicht so schlimm wie heute. /frage

=> http://www.roadjunky.com/article/573/go ... ia-stories

Da steht:
"Perceptions of the music were as subjective as the psychedelic experience. No one could seem to agree much on what made good trance. After every party, no matter how great a time everyone had, there were always but always people bitching about the music. The tracks were too old, they were badly mixed or the DJ wasn’t stoned enough. Perhaps one of the worse things about the whole phenomenon of the trance movement is that it spawned a whole new generation of music critics who considered themselves expert in the field."

Find ich super passend ausgedrückt.
Coookieees!
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