Nachhaltigkeit in der Goaszene, wie lange ist man dabei?

Hier kannst Du allg. Fragen stellen.

Wie lange und wie bist Du dabei?

mehr als 4-6 Jahre - nur Konsument (monatlich oder mehr an Parties)
7
12%
weniger als 4 Jahre - nur Konsument (monatlich oder mehr an Parties)
7
12%
mehr als 4-6 Jahre - Aktiv, DJ, Org, Musik, etc.
31
54%
weniger als 4 Jahre - Aktiv, DJ, Org, Musik, etc.
3
5%
Hypothese ist richtig, aber Zeitdauer nicht!
4
7%
Ich bin passiver Konsument, halte mich aber immer wieder raus
5
9%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 57

Psymäleon
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Beitrag von Psymäleon »

subconsciousmind hat geschrieben:Und warum schaffen es die wenigsten, wenn sie mit den Drogen zurüchschrauben den parties auch ohne Drogen etwas abzugewinnen? :wink:
Ich denke, dass es bei vielen eine Art Selbstschutz ist. Vor allem intensive Konsumenten, die gerade von 100 auf 0 zurückfahren (ist ja relativ oft so, da ein Zurückschrauben manchmal verdammt schwer ist und viel Selbstdisziplin verlangt). Sie könnten sich zwar grundsätzlich gut vorstellen an eine Party zu besuchen und nichts zu konsumieren, befürchten aber in alte Suchtmuster zurück zu fallen. Für sie gehört die Situation Party einfach mit ihrem Drogenkonsum zusammen und deshalb vermeiden sie diese ganz einfach, um den Kampf zwischen ihrem Willen und der Sucht nicht führen zu müssen. Ich habe dies jedenfalls oft beobachtet, dass mit dem Umdenken beim Drogenkonsum auch gerade der Rückzug aus der Szene gekommen ist, um sich den Ausstieg zu erleichtern.

Ein zweiter Punkt ist sicher das Zusammenspiel von Drogen und Musik. Wie für viele ein gewisser Alkoholpegel nötig ist, um überhaupt in Tanzstimmung zu kommen (der Ausdruck Tanzpegel sollte man eigentlich in den Duden aufnehmen), ist dies mit Drogen nicht viel anders. Es fehlt einfach was, wenn man auf dem Dancefloor steht, es reisst nicht mehr so mit, die Musik berührt nur noch selten und die Party macht vor allem noch bei einem guten Gespräch am Feuer Spass. Und für das muss man ja nicht unbedingt an eine Goaparty gehen.

Dies trifft natürlich nicht annähernd auf alle zu (also nicht gerade auf mich losgehen :-D), sind einfach Beobachtungen, die ich in den letzten 6 Jahren gemacht habe.
Es ist nicht wenig Zeit die wir haben. Sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.
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subconsciousmind
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Beitrag von subconsciousmind »

@psymaeleon

ich denke damit deckst Du so ziemlich alles ab.

Ich fände es wichtig, dass die Party, sowie die Musik mehr so wären, dass Menschen nicht immer wieder zu Drogen greifen müssten um Tanzen zu können und überhaupt in Schwung zu kommen.
Dann wäre es auch für diejenigen, die mit Drogen aufhören wollen einfacher trotzdem noch an Parties zu gehen.
Psymäleon
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Beitrag von Psymäleon »

subconsciousmind hat geschrieben:Ich fände es wichtig, dass die Party, sowie die Musik mehr so wären, dass Menschen nicht immer wieder zu Drogen greifen müssten um Tanzen zu können und überhaupt in Schwung zu kommen.
Dann wäre es auch für diejenigen, die mit Drogen aufhören wollen einfacher trotzdem noch an Parties zu gehen.
Yep, ist genau so. Aber die Verkramfpung, die Schwierigkeiten loszulassen, den Alltag zu vergessen und einfach aus sich raus gehen zu können, sind in unserer Gesellschaft einfach verdammt gross. Und so greift man halt zu praktischen Hilfsmittel, um das alles doch einigermassen zu schaffen, sei das nun in der Dorfdisco, im angesagten Szenelokal oder eben auch im Wald an einer Goaparty. Klar braucht man so was (die Party an sich ist ja schon ein solches Hilfsmittel) in einer von Reizüberflutung geprägten Welt. Aber jeder, der schon mal ohne was zu konsumieren an einer Party war, wird bezeugen, dass die Musik, die Atmosphäre und alles drum herum eigentlich mehr als ausreichen, um abschalten, aus sich raus gehen und sich gleichzeitig auch auf sich konzentrieren zu können. Wer Drogen konsumiert, um zu sich, der Natur oder was auch immer zu finden (umschreibe das mal als "spirituelle Erfahrung") soll das tun und wird dadurch vielleicht sogar weiterkommen. Drogenkonsum an einer Party ist aber wie's das Wort bereits sagt REINER Konsum (obwohl man immer über die dekadente Konsumgesellschaft flucht) und hat nichts mit alldem zu tun. Deshalb ist es für mich auch nichts anderes, als wenn sich Hans Meier und Fritz Müller im Bären eine Stange nach der anderen hinter die Binde giessen.

Dabei gibt es doch nichts schöneres, als am morgen einigermassen nüchtern, dafür halt vielleicht müde und erschöpft, die Sonne mit einem (natürlichen) Lächeln zu begrüssen.

Jaja ich weiss, immer muss ich was "gegen" die Goaszene sagen und den Moralapostel spielen... Aber meine dummen, kleinkarrierten und unwissenden Beiträge muss ja niemand lesen. :twisted:
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subconsciousmind
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Beitrag von subconsciousmind »

Psymaleon hat geschrieben:Klar braucht man so was (die Party an sich ist ja schon ein solches Hilfsmittel) in einer von Reizüberflutung geprägten Welt. Aber jeder, der schon mal ohne was zu konsumieren an einer Party war, wird bezeugen, dass die Musik, die Atmosphäre und alles drum herum eigentlich mehr als ausreichen, um abschalten, aus sich raus gehen und sich gleichzeitig auch auf sich konzentrieren zu können
Also für mich sind die Parties voll mit FlickFlack, laser etc. eine Reizüberflutung.... dann noch die Musik, die sehr oft nichts anderes macht als auf mir rum zu hacken... dann kann ich nichts anderes tun als das Gegenteil zu bezeugen...
An einer Party (ausser an einer guten) kann ich weder abschalten, noch aus mir rausgehen und noch viel weniger mich auf mich selbst konzentrieren.

Der Konsum der Droge, die aufmachen und nicht zu, hat ja auch stark abgenommen. Meiner Meinung nach weil es viele nur noch mit "zumachen" aushalten können.
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meli
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Beitrag von meli »

i bi sit ca. 5 jahr derbi. am afang bini mit droge igstiege und ha de au fast 3 jahr vollgas (vollz'däne) gäh... ha das erscht müesse lehre, partys au ohni droge z'gniesse und mi die ganzi nacht beschäftige (ohni droge geit 8 h tanze nid). hüt ghörts für mi derzue, dass i i dr nacht ca. 2 h schlafe, um de am morge wieder fit z'si...

agfange het mini drogeabstinenz wäg mire lehr. i ha mir gschwore, dass i wäge droge nid mini lehr ufgibe- u scho gar nid mini wohnig. i ha de afe müesse prioritäte setzte u ha mi für lehr u wohnig u gäge droge entschiede! aber gäge goa hätt i mi niemaus entschiede!!!! für mi ghöre droge nid zu partys- es cha e party lustiger u unvergässlicher mache- aber i kem fall verbind i goa mit droge...

uf die frag, warum viel lütt goapartys ohni droge niud ushalte isch wahrschinlech das, dass es schwär isch mit dr ganze drogesituation umzgah. i ha das ufem dreamboat gseh. i ha dert ca. 1h 3 15jährige zuegluegt wo unheimlich uf pille gsi sind u die ganz ziit probiert händ en joint z'baue! das si sache, die lösche eim definitiv ab!! das si au sache, wo i mir de afa partys ganz genau uszläse...

e witere wichtige punkt isch glaub, dass druffni lüüt de sound ganz andersch empfinde als nid druffni. i ha früener jede sound geil gfunde- hauptsach i ha mis drogeflash chönne usetanze. hüt los i ganz genau ane- informiere mi am afang vo de party wele dj wenn spielt u merke mir au ganz genau, bi wem dass es sich lohnt e party z'bsueche... i tanze für mis läbe gärn goa (i cha nüt anders tanze :lol: ) aber hützutags muess de sound stimme...

naja, i wirde emu no es zitli derbi bliebe- wahrschinlech für immer- au wenn d'partybsüech sech jedes jahr vermindere...

alles gueti euch allne

meli :-D
 
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he
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Beitrag von he »

partys und drogen werden hier oft gleich gesetzt. für mich hat eine party nichts mit drogen zu tun. stell dich auf die tanzfläche und hör den sound...merke dann wie er dich bewegt (er muß laut sein)...einmal drinne in dem gefühl kommt man nicht mehr raus.
ich schalte ab an partys..ich geh an partys um abzuschalten !
ich tanze und bin frei....kein stress...keine gedanken..keine probleme...Entspannung
viele glauben das nur mit drogen zu können..was dabei fehlt ist selbstvertrauen...jeder kann den sound fühlen wenn er nur will und nicht ein schlichter konsument ist.
ok als kiffen und trinken tu ich auch zumeist...doch mitlerweile trink ich 3 bier und ich fühl mich wohl..keine lust betrunken zu sein.
genauso ist es mit den kiffen auch..ich will immer zurechnungsfähig bleiben...nein nicht immer..aber in erster linie...der sound, die athmosphäre, das gefühl, die leute, die bäume, vögel, leben ist das was zählt..dazu braucht man nicht viel.
eine party findet außerhalb des "normalen" lebens statt...hier gibt es keinen stress (und wenn doch dann fehl am platz) und vorallem keine vorurteile..hier ist jeder wie er ist (seltene ausnahmen) und das ist was zählt....
traurig finde ich aber doch dass man wenn man wirklich einfach nur abgeht stampft shaket tanzt oft als "druff" "unterwegs" etc bezeichnet wird..das ist nicht bei jedem der fall..egal wie er abgeht zur music

peace
Psymäleon
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Beitrag von Psymäleon »

@he
genau meine Meinung, von A-Z...
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psygnosis/mindsurfer
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Beitrag von psygnosis/mindsurfer »

kann ich auch nur zustimmen.

speck, käse und brot am morgen an einer party ist meine lieblingsdroge. :lol: und eine kleine portion schlaf in der nacht nicht zu vergessen.

für mich persönlich macht eine party viel mehr spass ohne drogen. die ganzen reize sind sowieso schon gewaltig. blickkontakte, ein lächeln, interessante begegnungen, das spüren und riechen der natur, die aufnahme von sonnenenergie....das fährt mir persönlich ein und reicht mir absolut.

ich finde das schöne an parties, dass ich einfach den moment geniessen kann. nicht zu überleggen, was mache ich morgen oder was war gestern. sondern einfach der moment.

ich will hier jetzt nicht der moralapostell spielen... muss ja jeder selber wissen was er macht. ich finde es einfach schade, leute zu sehen (auch kollegen) die am morgen blass und gefühlslos irgendwo rumliegen oder mich zulallen auf ihrem blöden speedyflash. eigentlich werfe ich diesen leuten auch nichts vor. es zeigt einfach menschliche schwäche. die fastfood-lösung quasi.
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Silversurfer604
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Freak

Beitrag von Silversurfer604 »

Ja goa, Fluch oder Segen, die Grenze zwischen Wahnsinn und Genuss sind wohl in keiner anderen Szene so nahe zusammen. Nach 12 Jahren Goa hab ich auch erst vor wenigen Jahren die richtige Balance gefunden für mich.
Irgendwann muss man sich entscheiden will man wirklich ein Freak sein, oder ein GOA Partybesucher, sehr lange bin ich die Hardcore Freak schiene gefahren mit allem was dazugehört, mit allen Konsequenzen die diese Entscheidung mit sich trägt, und die auch im Alltag mich immer wieder auf eine harte Bewährungsprobe setzten, bleib ich meinen Prinzipen treu, oder mässige ich mich?
Mit 18 sieht die Welt noch ein wenig anders aus wie mit meinen 30 die ich jetzt bin, man hat sein Studium beendet, die Verantwortung im Beruf und gegenüber Eltern Bekannten … erhält einen anderen Stellenwert.
Darum bezeichne ich mich nur noch als gelegentlicher aktiv Party Besucher, da ein zu tiefes abtauchen momentan mit meinem Inneren nicht mehr vertretbar ist.
Aber ich behüte diese freie Idee in meinem innersten und ich weiss, dass ich jeden Tag die Möglichkeit habe meine Entscheidung wieder zu ändern. Freak bin ich nur noch im Herzen, mein äusseres und mein verhalten hat sich angepasst. Gut oder schlecht? Das wird sich noch herausstellen.

Grüessli
cide

Beitrag von cide »

Mein erster goaparty war im '99, während meiner partyzeit habe ich schon ein bisschen alles ausprobiert was um drogenkonsum geht. ausser opiaten..
nicht viel auf einmal aber sicher etwas jedes monat.
Seit 4 Jahren hat mein konsum langsam abgenommen, seit 2 Jahren kiffe ich nicht mehr und konsumiere nur sehr selten so ca.3x im Jahr. Trinke ich dafür etwas mehr bier und wein als früher.

Bei meine ersten partys hatte ich das gefühl das mehr freaks gabs und wenige partybesucher, aber das auch mehr drogenkonsum gab und das ganze wahr irgendwie mehr wild und gedankenlos.
(vielleicht sag ich falsch)

Heute kenne ich sehr viele leute die keine drogen konsumieren an partys.
Ich muss auch sagen, dass ich ohne drogen, mercke nicht so schnell ob opper etwas konsumiert hat. Im gegentail wenn ich konsumeiert hatte fand sind alle auf drogen. (vielleicht liegt a dem)

Heute seh ich party vieeel anders als frühener, muss auch sagen das ich frühener eigentlich gar nicht so viel spass hatte mit drogen&partys. (wenige erinngerungen etc.) Heute nehme ich das ganze mehr locker, und hab viel mehr spass.

cious
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Beitrag von psyfreak »

Pfingsten 1999 war meine erste Goa-Party (Viamala-Schlucht GR)

seither kann ich nicht mehr ohne Goa sein! heisst nicht, dass ich jedes Wochenende an einer Party rumhüpfe! aber so eine gewisse Dosis an Goa-Musik brauche ich täglich! MY DRUG IS GOA-MUSIC!!!!

also dann! C Y! let's make party!

gruz aus Kriens!
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psygnosis/mindsurfer
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Beitrag von psygnosis/mindsurfer »

Viamala 99' ...... *träum* :-D

kommen grad wider erinnerungen auf
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Beitrag von psyfreak »

jo Viamala hets mer ahto!! äbe! seither nicht mehr ohne GOA leben kann! *grins* :-D
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Flying_Fish
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Beitrag von Flying_Fish »

über die nachhaltigkeit hab ich mir eigentlich noch nie gross gedanken gemacht. aber was ist schon nachhaltig, schlussendlich ist alles vergänglich, sogar die sonne :shock:

meine erste goa-party besuchte ich vor 8 jahren (vorher techno/trance partys) da ich nun schon seit 11 jahren parties organisieren und ab un zu sound mache, zähle ich mich also auch zu den aktiven, obwohl sich dies auf 2-3 drei parties im jahr beschränkt. ansonsten gehe ich ca. 1 x im monat als "gast" an eine party und das ist auch gut so :-). goa musik hören tue ich hingegen täglich und dies endet auch immer in einer innerlichen party... somit bin ich jeden tag an einer party :P
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