Man kennt ja die Schlagzeilen: "Superreiche werden immer reicher" - "Managerlöhne steigen" - "Gewinne steigen" - "1000 Stellen gestrichen".
Und natürlich bekommt man, als Mitarbeiter, Kunde oder Lieferant auch so einiges mit.
Man weiss also, wie die Wirtschaft tickt, auch ohne gekaufte... äh, ach nein erarbeitete ähem... Diplome in der Tasche.
Jeder einigermassen zu algorhythmischem Denken fähige Mensch weiss, dass diese Entwicklung ziemlich dumm ist.
Manager sind nicht zu algorhythmischem Denken fähig, trotz ihrer hohen Löhne, sie sind einzig und allein dem Shareholder Value verpflichtet,
und dieser ist ziemlich kurzsichtig und dumm.
Man könnte nun schwarzsehen und die nächste Finanzkrise an die Wand malen, aber gibt es denn keine Lösung für dieses Problem?
DOCH!
Nein, nicht "die Überwindung des Kapitalismus" wie sie Herr Wermuth auf seine Fahnen geschrieben hat (und bedauerlicherweise auch auf die der SP...)
sondern
Rückkehr zum Kapitalismus!
Denn:
Was wir jetzt haben ist nicht Kapitalistisch nach der ursprünglichen von Adam Smith gegründeten Idee, sondern das pure Gegenteil:
Was wir jetzt haben ist, die Vernichtung von realem Geld, um virtuelles Geld zu erschaffen.
Der ShareholderValue-Gedanke, der so sehr Besitz ergriffen hat von den Märkten und ihren Managern, sie sind der Feind des Kapitals.
Beweis: Angenommen jeder Mensch würde seine Aktien, die virtuelles Geld darstellen, heute verkaufen, um reales Geld in der Hand zu halten: die Welt würde zusammmenfallen.
Dieser Beweis ist natürlich nicht das Problem. Kaum jemand, der irgendwo investiert hat, wird einfach so aussteigen, bevor er eine bestimmte Rendite daraus erwirtschaften konnte.
Kaum jemand? tja doch, die Spekulanten, vermutlich die niederste Kreatur auf diesem Planet, aber naja, die sind trotz allem nur wenige.
Das Hauptproblem ist aber nicht das. Sondern, dass in den Firmen gespart wird und zwar bis zum geht nicht mehr. Jedes Mikroprozent wird noch weiter umgedreht, und jeder Kostenfaktor wird von hinten nach vorne durchleuchtet (was so nebenbei bemerkt einen Haufen Geld kostet) bis am Schluss von der eigentlichen Firma nichts mehr übrig ist: keine (gute) Qualität, kein (guter) Service, keine (guten) Mitarbeiter, keine (motivierten) Lieferanten, etc.
Nur die Zahlen stimmen dann noch eine Weile, bevor es in sich zusammenkracht und die Firma verhökert wird oder gleich Konkurs geht.
Das kann so nicht weiter gehen, und wenn Du brav bis hierher gelesen hast, nun also "meine" Lösung:
Rückkehr zum Kapitalismus!
Wie man weiss, gibt es inzwischen viele sogenannte Supperreiche, die mehr Geld auf dem Bankkonto haben, als sie in nützlicher Frist (d.H. innerhalb ihres Lebens) ausgeben können.
Diese Superreichen brauchen wir Nicht-so-reichen, sowie die gesamte Weltwirtschaft.
Wir brauchen Patrons. So wie früher! In den guten alten Zeiten des real funktionierenden Kapitals (60/70er) gab es noch solche Leute wie Gottlieb Duttweiler (dessen Vision inzwischen ein Paradebeispiel für die Vernichtung durch Manager darstellt), da gab es noch ECHTE Menschen, die sich um ihre Firmen kümmerten.
Die nicht, so schnell husch husch fünf Jahre in einer Position waren, um dort möglichst vor dem nächsten Börsenhusten wieder weg zu sein. Da gab es noch so was wie den Willen zum Erfolg und Wachstum, und nicht zur Vernichtung des Wachstums einer Firma um die Kurse kurzfristig anzutreiben.
Denn nur das ist richtig verstandener Kapitalismus: Dass jemand, der Geld hat, dieses Geld in die Finger nimmt, um daraus einen Mehrwert zu erschaffen. Wohlgemerkt: MehrWERT und nicht MehrKURS.
Da wir hier unten alle kein Geld und auch keinen Einfluss haben, und da die Firmenphilosophie bei fast allen Firmen inzwischen zum Managersindtoll-Denken degeneriert sind, brauchen wir also die Superreichen, welche NEUE Firmen gründen, mit VIEL Geld und dem Wunsch die Managerfirmen zu vernichten, indem sie all das anbieten, was diese nicht mehr anbieten können (gute Qualität, gute Lieferantenbeziehungen, gute Mitarbeiter etc).
Das ist die Lösung für die Wirtschaft. Eine Wirtschaft die auf dem Willen zur Fähigkeit aufbaut, worin Kurse keine Rolle spielen, weil die Firmen gar nicht an der Börse sein müssen, wenn ihre Besitzer genug Geld haben. Und genug Geld haben sie ja, die Superreichen.
Werden die das kapieren? Vielleicht. Ich mein' es ist ja auch ihre Welt und irgendwann werden sie sich fragen, was tun mit all dem Geld, das sie geerbt haben. Warum nicht einfach in etwas brauchbares investieren, statt in unnütze Aktienspielereien?
Die Wirtschaft braucht Patrons. Keine Manager.
Hoffnung für die Wirtschaft
-
Fallen Angel 3
- Platin Member

- Beiträge: 1433
- Registriert: Mi 8. Apr 2009, 23:55
Hoffnung für die Wirtschaft
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
Re: Hoffnung für die Wirtschaft
ein interessanter beitrag, danke!
ich stimme dir in diversen belangen zu, finde aber, dass wenn die hand voll superreichen gewisse zweige der (z.b. schrauben-)industrie unter den nagel reissen, würden die doch die produktions und vertriebsmöglichkeiten vereinfachen. um noch mehr kohle zu scheffeln natürlich. sprich wenn man die verantwortung nur wenigen in die hände legt, werden diese ihre monopolstellung ausnützen und dies hätte fatale auswirkungen auf die arbeitsplätze und später natürlich auch den lohn. das problem sehe ich bei den AG's in der gewinnausschüttung. es wird einen roten rappen in die langfristige zukunft des unternehmen investiert! alle anleger geniessen ihre rendite, da muss der staat eingreifen oder halt am g20 sowas abgemacht werden.
ist doch ne frechheit wenn man die sonnenseite sieht und sich keinerlei gedanken macht, dicke renditen und bonis ausschüttet, wenn aber die medaille ihre kehrseite presentiert wird gleich gepoltert und es müssen arbeitskräfte daran glauben.
wenn man mehr in langfristigkeit statt in anlegerzufriedenheit investiert hätte, wäre diese kurzarbeit und die ganzen entlassungen doch gar nie in den zeitungen aufgetaucht.
wünsche ein schönes wochenende
ich stimme dir in diversen belangen zu, finde aber, dass wenn die hand voll superreichen gewisse zweige der (z.b. schrauben-)industrie unter den nagel reissen, würden die doch die produktions und vertriebsmöglichkeiten vereinfachen. um noch mehr kohle zu scheffeln natürlich. sprich wenn man die verantwortung nur wenigen in die hände legt, werden diese ihre monopolstellung ausnützen und dies hätte fatale auswirkungen auf die arbeitsplätze und später natürlich auch den lohn. das problem sehe ich bei den AG's in der gewinnausschüttung. es wird einen roten rappen in die langfristige zukunft des unternehmen investiert! alle anleger geniessen ihre rendite, da muss der staat eingreifen oder halt am g20 sowas abgemacht werden.
ist doch ne frechheit wenn man die sonnenseite sieht und sich keinerlei gedanken macht, dicke renditen und bonis ausschüttet, wenn aber die medaille ihre kehrseite presentiert wird gleich gepoltert und es müssen arbeitskräfte daran glauben.
wenn man mehr in langfristigkeit statt in anlegerzufriedenheit investiert hätte, wäre diese kurzarbeit und die ganzen entlassungen doch gar nie in den zeitungen aufgetaucht.
wünsche ein schönes wochenende
Nunc est bibendum
-
Fallen Angel 3
- Platin Member

- Beiträge: 1433
- Registriert: Mi 8. Apr 2009, 23:55
Re: Hoffnung für die Wirtschaft
Da hast Du natürlich völlig recht, nur denke ich, dass einzig die Superreichen genug "echtes" Geld hätten, um diesen Kreislauf zu durchbrechen, und eine neue (alte) Form des Wirtschaftens zu entwickeln. Sozusagen back to the roots. Unternehmen gründen, um etwas zu hinterlassen, und aufzubauen. Auf die Politik zu vertrauen halte ich für gewagt, weil Politiker heutzutage nichts weiter sind, als Lobbyisten. Oder realitätsfremd...
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
- BuddhaNature
- Platin Member

- Beiträge: 1484
- Registriert: Fr 6. Mär 2009, 17:14
- Wohnort: Luzern
Re: Hoffnung für die Wirtschaft
mir kommt so spontan folgendes in den sinn:
business angel
ein business angel investiert sehr früh in eine junge firma (früher als bei der bank).
bank gibt geld ja schwerlich einem jungen startupunternehmen.
der business angel trägt ein hohes risiko.
beispiel... er investiert in 10 firmen je eine million.
8 gehen pleite.
1 eben aus.
bei einer firma jedoch gehts mächtig ab.
nun hat er einen verlust von 9 mio gemacht.... wie holt er diese nun wieder rein?
er pusht die firma... börsengang... oder ein aufkauf...
gewinn 20 mio
dieses geld investiert in neue firmen und das ganze spiel von vorne
ich glaube aber wer das finanzsystem mal durchschaut hat, und sieht wie einfach man kohle scheffeln kann, der wird sich schwerlich dazu bringen auszusteigen...
denn viele glauben finanz. reich zu sein ist geil. noch mehr noch geiler
business angel
ein business angel investiert sehr früh in eine junge firma (früher als bei der bank).
bank gibt geld ja schwerlich einem jungen startupunternehmen.
der business angel trägt ein hohes risiko.
beispiel... er investiert in 10 firmen je eine million.
8 gehen pleite.
1 eben aus.
bei einer firma jedoch gehts mächtig ab.
nun hat er einen verlust von 9 mio gemacht.... wie holt er diese nun wieder rein?
er pusht die firma... börsengang... oder ein aufkauf...
gewinn 20 mio
dieses geld investiert in neue firmen und das ganze spiel von vorne
ich glaube aber wer das finanzsystem mal durchschaut hat, und sieht wie einfach man kohle scheffeln kann, der wird sich schwerlich dazu bringen auszusteigen...
denn viele glauben finanz. reich zu sein ist geil. noch mehr noch geiler
GEH DEN WEG DES HERZENS
Re: Hoffnung für die Wirtschaft
http://www.weiterdenken.ch/mm/Medienmit ... ffnung.pdf

Gleichungen sind für mich wichtiger, Politik ist für die Gegenwart, Gleichungen sind für die Ewigkeit
Liebe Respekt Anarchie
-
Fallen Angel 3
- Platin Member

- Beiträge: 1433
- Registriert: Mi 8. Apr 2009, 23:55
Re: Hoffnung für die Wirtschaft
aber, Buddhanature, noch geiler ist es doch, wenn man etwas aufbaut, das das eigene Leben überlebt. Zum Beispiel eine Firma, oder wenn man Forschung finanziert, die der Menschheit zu gute kommt. Wenn man etwas GROSSES mit seinem Vermögen macht, welches langfristige und nachhaltige Auswirkungen hat, sodass man (ähnlich den Eisenbahnbaronen des vorletzten Jahrhunderts) für immer in die Annalen der Geschichte eingeht. Nur "reich sein" allein ist doch gar nicht geil genug.
Die SP-Steuerinitative wäre dahingehend eine gute Ausgangslage: statt künftig dem Staat mehr Steuern zu zahlen, nur weil man reich ist, gibt man das Geld gscheiter aus, und hat so gesehen mehr davon.
Die SP-Steuerinitative wäre dahingehend eine gute Ausgangslage: statt künftig dem Staat mehr Steuern zu zahlen, nur weil man reich ist, gibt man das Geld gscheiter aus, und hat so gesehen mehr davon.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.
- BuddhaNature
- Platin Member

- Beiträge: 1484
- Registriert: Fr 6. Mär 2009, 17:14
- Wohnort: Luzern
Re: Hoffnung für die Wirtschaft
GEH DEN WEG DES HERZENS
-
Fallen Angel 3
- Platin Member

- Beiträge: 1433
- Registriert: Mi 8. Apr 2009, 23:55
Re: Hoffnung für die Wirtschaft
Interessantes Lied.
Jedoch... ist es ohne rosarote Brille doch einfach so, dass all das was er da gegen ansingt, von den meisten Leuten als etwas gutes empfunden wird. Auch von sogenannt "links" eingestellten Menschen.
Die Menschen WOLLEN diese Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ganz genau so haben, wie sie ist. Sie haben überhaupt kein Interesse daran, irgend etwas daran zu ändern.
Sie sind der Ansicht, dass solche Leute, wie Rappaz, der von diesem Staat fertig gemacht und jetzt in den Hungertod mit Option von erzwungener Ernährung getrieben wurde, Verbrecher sind.
Gerechtigkeit...
Gibt es in dieser Welt nicht, weil diese Welt aus Menschen besteht, die diese Welt formen und ..darstellen.
Wenn Du Söllner recht gibst, seine Aussagen durchdacht findest, der Ansicht bist, er bringt es auf den Punkt, dann bist Du ein Freak. Ein Alien. Ein Aussenseiter. Eine gottverdammte Minderheit. Ohne Minderheitsschutz.
Die Mehrheit bestimmt. Das ist Demokratie. Und das ist nur deshalb ein klitzekleines bisschen besser, als eine Autokratie, weil die Mehrheit der Leute es gerne behaglich, bequem und komfortabel hat.
Und dafür zahlen sie den Preis, immer genau das zu tun, was der Rest von ihnen verlangt (sprich der Staat, die Nachbarn, die Eltern, die Arbeitgeber).
Mit Revolution ist kein Staat zu machen.
Daran wird sich nichts ändern. Ich bin versucht anzufügen, "ausser die Welt wie wir sie kennen geht unter", aber selbst das würde wohl kaum etwas bringen, weil die Mehrheit der Menschen einfach so IST. und bleibt.
Die einzige Möglichkeit, sind deren zwei: 1. akzeptieren dass man ein Freak ist, und sich eine Nische suchen innerhalb dieser Gesellschaft wo man sich einbilden kann, anders zu sein oder 2. extrem reich werden und damit über dem "Alltag" zu stehen, über den weniger reichen Leuten.
Jedoch hat diese Gesellschaft für die zweite Gruppe (wie natürlich auch für die erste) bereits Möglichkeiten gefunden, sie wieder "einzubinden" unter anderem dadurch, dass sie glauben, ihr Reichtum sei gefährdet. Insbesondere natürlich durch Freaks, die nicht kapieren, worum es in dieser Welt geht (Geld).
Die einzige wirklich Lösung für die Welt und damit auch für die Wirtschaft: Reiche, die zu Freaks mutieren. Reiche die nicht Geld anhäufen, sondern es investieren, ausgeben, damit was bauen, damit die Welt verändern.
Alles andere ist mehr oder weniger einfach träumerisch oder angepasst.
Jedoch... ist es ohne rosarote Brille doch einfach so, dass all das was er da gegen ansingt, von den meisten Leuten als etwas gutes empfunden wird. Auch von sogenannt "links" eingestellten Menschen.
Die Menschen WOLLEN diese Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ganz genau so haben, wie sie ist. Sie haben überhaupt kein Interesse daran, irgend etwas daran zu ändern.
Sie sind der Ansicht, dass solche Leute, wie Rappaz, der von diesem Staat fertig gemacht und jetzt in den Hungertod mit Option von erzwungener Ernährung getrieben wurde, Verbrecher sind.
Gerechtigkeit...
Gibt es in dieser Welt nicht, weil diese Welt aus Menschen besteht, die diese Welt formen und ..darstellen.
Wenn Du Söllner recht gibst, seine Aussagen durchdacht findest, der Ansicht bist, er bringt es auf den Punkt, dann bist Du ein Freak. Ein Alien. Ein Aussenseiter. Eine gottverdammte Minderheit. Ohne Minderheitsschutz.
Die Mehrheit bestimmt. Das ist Demokratie. Und das ist nur deshalb ein klitzekleines bisschen besser, als eine Autokratie, weil die Mehrheit der Leute es gerne behaglich, bequem und komfortabel hat.
Und dafür zahlen sie den Preis, immer genau das zu tun, was der Rest von ihnen verlangt (sprich der Staat, die Nachbarn, die Eltern, die Arbeitgeber).
Mit Revolution ist kein Staat zu machen.
Daran wird sich nichts ändern. Ich bin versucht anzufügen, "ausser die Welt wie wir sie kennen geht unter", aber selbst das würde wohl kaum etwas bringen, weil die Mehrheit der Menschen einfach so IST. und bleibt.
Die einzige Möglichkeit, sind deren zwei: 1. akzeptieren dass man ein Freak ist, und sich eine Nische suchen innerhalb dieser Gesellschaft wo man sich einbilden kann, anders zu sein oder 2. extrem reich werden und damit über dem "Alltag" zu stehen, über den weniger reichen Leuten.
Jedoch hat diese Gesellschaft für die zweite Gruppe (wie natürlich auch für die erste) bereits Möglichkeiten gefunden, sie wieder "einzubinden" unter anderem dadurch, dass sie glauben, ihr Reichtum sei gefährdet. Insbesondere natürlich durch Freaks, die nicht kapieren, worum es in dieser Welt geht (Geld).
Die einzige wirklich Lösung für die Welt und damit auch für die Wirtschaft: Reiche, die zu Freaks mutieren. Reiche die nicht Geld anhäufen, sondern es investieren, ausgeben, damit was bauen, damit die Welt verändern.
Alles andere ist mehr oder weniger einfach träumerisch oder angepasst.
Das was wir brauchen, das was wir geben - das sind wir.